Eine Lehre zur rechten Zeit.

Von Heinrich Einstädter.

Diese Kinderecke erschien als Feuilleton-Beilage in der Zeitschrift „Der Israelit“ am 22.09.1921.

Der Autor, Heinrich Einstädter war ein jüdischer Pädagoge, Autor und Übersetzer, der im frühen 20. Jahrhundert vor allem im Bereich der jüdischen Jugendliteratur und Religionspädagogik in Deutschland wirkte. Seine Werke erschienen größtenteils in renommierten Frankfurter Verlagen wie Kauffmann oder Sänger & Friedberg.

Darüber hinaus verfasste er regelmäßig pädagogische und religiöse Beiträge für jüdische Zeitschriften und Periodika, wie etwa Essays zur Gestaltung von jüdischen Feiertagen und Trauertagen (z. B. über die jüdische Trauerzeit im Monat Aw) im familiären Umfeld.

Nach 1935 verliert sich seine Spur in den öffentlich zugänglichen Publikationsorganen. Mit dem Schulbesuchsverbot für jüdische Kinder im Juni 1942 und der systematischen Schließung und Liquidierung aller jüdischen Schulen und Verlage durch die Nationalsozialisten endete auch das gedruckte Erbe seiner pädagogischen Arbeit in Deutschland.

Der Text wurde dem heutigen Sprachgebrauch leicht angepasst und mit Erklärungen versehen von Michael Bleiberg. Das Original finden Sie in der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main unter:

https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pagetext/2526408

Bankier Hamm genießt mit seiner Familie die schönen Augusttage in einem Badeort. Da keiner seiner Angehörigen krank und kurbedürftig ist, sind sie in der Lage, fast ihre volle Zeit zum Aufenthalt im Freien zu verwenden.

An einem Nachmittag wandern sie nach einem der vielen reizvollen Ausflugsorte, die das Bad um­geben. Hamm, der während des ganzen Jahres von seinem Geschäft so in Anspruch genommen wird, dass er sich seiner Familie nur recht wenig widmen kann, benutzt die Wochen der Erholung gern dazu, im engen Verkehr mit seinen Kindern das nachzuholen, was er nur ungern versäumt hat. Er plaudert munter mit ihnen, beteiligt sich an manchem ihrer fröhlichen Spiele, beantwortet ohne Ungeduld ihre zahlreichen Fragen und freut sich, Gelegenheit zu haben, ihre Eigenarten, ihre Wünsche und ihre Fähigkeiten kennen zu lernen.

Aber manches, was er an ihnen beobachtet, muss er bemängeln. Seine Kinder sprechen viel zu oft vom lieben Gott! Von ihm glauben sie, dass er ihnen alles Gute schickt. Ihm vertrauen sie, dass er sie und alle braven Menschen in seinen Schutz nimmt. Alle ihre kindlichen Hoffnungen und Befürchtungen bringen sie in Verbindung mit Gott.

„Das haben sie sicher von der Mutter und aus der Schule“, denkt Hamm, und er nimmt sich vor, bei er ersten Gelegenheit dem Einhalt zu tun.

Er erinnert sich noch der Armut, unter der er in seiner Jugend gelitten, und wie er sich mit Fleiß und zäher Ausdauer aus ihr emporgerungen hat. „Was ich bin, das bin ich durch mich selbst geworden“, spricht er, „und meine Kinder sollen auch lernen, sich nur auf ihre eigene Kraft zu verlassen.“

In diesem Sinne spricht Hamm mit seiner Frau und dem Kinderfräulein, als sie an einem Nachmittag im Garten einer feinen Wirtschaft am Kaffeetisch sitzen. Der Garten liegt auf einer Anhöhe. Man überblickt von ihm aus einen hübschen Wiesengrund, den die Eisenbahn durchzieht, und über diesem hinweg sanft aufsteigende Höhen, die von schattigen Wal­dungen bekleidet und von einem stolzen Schloss ge­krönt werden. Die Kinder ergötzen sich an der Schaukel, die nebst einigen Turngeräten in einer Ecke des weitläufigen Gartens angebracht ist, indes die Er­wachsenen an einem der Tische ernste Aussprache pflegen.

Frau Hamm ist unangenehm berührt von dem, was ihr Gatte äußert. Sie gehört ja nicht zu jenen Menschen, die am liebsten müßig in den Tag leben und Gott alles überlassen wollen. Nein, sie selbst nimmt ihre Pflichten sehr ernst und besitze auch große Achtung vor der geschäftlichen Tüchtigkeit und dem unermüdlichen Fleiß ihres Mannes.

„Ich weiß“, spricht sie langsam, „dass man sich auf Wunder nicht verlassen darf. Aber ich bin davon überzeugt, dass täglich welche geschehen. Nicht auf na­türliche Weise können wir uns erhalten und mannig­fachen Gefahren entgehen, die unser Leben stets be­drohen. Das habe ich schon so oft erfahren. Man scheut sich, darüber zu sprechen. Aber meinen Kindern möchte ich gern das Gottvertrauen weitergeben, das ich daraus geschöpft habe.“

Hamm hat aufmerksam seiner Gattin zugehört. Seine Tätigkeit hat ihm bisher noch Zeit gelassen, die Vorkommnisse des Lebens nach dieser Seite hin zu prüfen. Ernst und sinnend schickt er seinen Blick in die Weite.

Doch plötzlich springt er empor. Seine Augen schei­nen aus ihren Höhlen treten zu wollen. Ein Zittern läuft durch seinen ganzen Körper. Erschreckt folgen die andern seinem Blick. Ein Schrei entflieht ihrem Mund.

Dort unten jagt ihr kleiner Paul einem Schmetter­ling nach und will ihm über das Bahngeleise folgen, ohne zu bemerken, dass soeben der Eisenbahnzug naht. Er achtet nicht der Rufe oder hört sie nicht. Nur ein paar Meter trennen ihn noch von den Schienen.

Doch sieh! Ein Stein liegt ihm im Weg. Er schaut nur auf den Schmetterling und fällt. Bevor er sich wieder erhoben hat, ist der Zug an ihm vorbeigebraust.

Weinend kehrt er zurück. Seine Eltern kommen ihm schon entgegen und umarmen ihn unter Tränen. Staunend schaut das Kind, das die Gefahr gar nicht begriffen hat, von einem zum anderen, und sagt endlich:

„Nein, so weh hat’s gar nicht getan.“

„Aber hast du denn nicht gesehen, dass du fast überfahren worden wärst? Wir haben Todesangst ausgestanden!“

Da lächelt der Knabe:

„Habt ihr denn gar nicht an den lieben Gott ge­dacht?“

Die alte Tefilloh[1].

Aus Hermann Schwabs „Kinderträume“

Die „Kinderträume“ von Hermann Schwab erschienen 1911. Die Kurzbiografie von Hermann Schwab habe ich dieser Erzählung angehängt.

Der Text wurde dem heutigen Sprachgebrauch leicht angepasst und mit Erklärungen versehen von Michael Bleiberg. Das Original finden Sie in der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main unter:

https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/judaicaffm/content/pagetext/4689961

„Mutter, sieh ‚mal die alte Tefilloh[2]“, rief der kleine Max, „sieh ‚mal, wie verstaubt und zerrissen sie ist; auf der Bodenkammer, unter altem Gerümpel, habe ich sie gefunden; wem mag die wohl schon gehört haben?

„Küsse sie doch,“ sagte die Mutter; „denn es schmerzt sie, wenn sie gefallen, gerade wie dich; und wie dein Schmerz vorbei ist, wenn ich dich küsse, so ist’s auch mit dem ihren.“

Da küsste Max in scheuer Ehrfurcht die alte Tefilloh, und plötzlich — er er­schrak und fuhr bestürzt zurück — begannen die zerfetzten Blätter eigen­tümlich zu rascheln, zu flüstern und schließlich zu sprechen. Müde und traurig kamen die Worte aus den Blättern hervor; zuerst ganz leise und langsam, dann laut und deutlich und schließlich beinahe froh! Es war, als ob ein Mensch, der lange hatte schweigen müssen, endlich einen anderen Menschen trifft, dem er von sich und seinem Weh erzählen kann.

Und ungefähr so mag die alte Tefilloh gesprochen haben: „Mein liebes Kind! Seit vielen Jahren lag ich vergessen und allein in der dunklen Kammer; niemand dachte noch meiner, und wenn Du mich nicht gefunden hättest, wer weiß, ob ich jemals wieder ans Tages­licht gekommen wäre; und dabei sehn­te ich mich doch so sehr nach dem Sonnenschein am Himmel und den strahlenden Kinderaugen auf der Erde. Und weil Du Dich meiner liebevoll an­nahmst, und weil Du mich küsstest, trotz meines hässlichen Aussehens, drum will ich Deinen Wunsch erfüllen und Dir von meinem Lehen erzählen; Du sollst alles wissen, bis zu dem Tage, da mich lieblose Hände in die Trödelkammer brachten und man meiner vergaß.“

Die Tefilloh hielt einen Augenblick im Sprechen inne, als ob sie sich besinnen wollte; dann begann sie mit ihrer Geschichte.

„Es mögen wohl fünfzig Jahre her sein, dass ich in einer kleinen Druckerei entstanden bin; ich kam allein aus der Presse und freute mich meines schönen schwarzen Druckes, der sich von dem weißen glänzenden Papier so deutlich abhob; und als ich noch einen Einband aus rotem Plüsch mit silberbeschlagenen Ecken bekam, fing ich an, beinahe stolz zu werden. Meine Kameraden, die kein so prächtiges Kleid bekamen, beneideten mich, aber nur im Stillen; mir selbst machten sie Komplimente und erzählten mir immer aufs Neue wie schön ich sei. In der Werkstatt gab es mancherlei Bücher, große und kleine und auch ganz große, vor denen wir Kleinen uns fast fürchteten, denn die waren nicht allein groß, sondern auch klug. Sie sprachen sehr wenig mit uns, und wir waren stets froh, wenn wir aus ihrer Nähe kamen. Ich sollte nicht lange bei ihnen bleiben; ein Bräutigam mit lachendem Mund und strahlenden Augen kaufte mich nach ein paar Tagen und brachte mich seiner Braut, einem schönen Mädchen mit blauen Augen. „Vielen, vielen Dank“, sagte sie und bewunderte mich von allen Seiten: den Einband, das Papier mit dem goldenen Schnitt, den Druck und dann die silbernen Ecken; aber sie spiegelte sich nicht darin, wie die ande­ren alle, denn sie wusste, dass sie schön sei, und der Spiegel brauchte es ihr nicht zu sagen.

Am anderen Tage war die Hochzeit, und vor der Trauung betete die Braut in mir; ich wurde sehr ernst gestimmt, und als die blauen Augen sich mit Trä­nen füllen wollten, da hatte auch ich beinahe zu weinen begonnen. — Dann kam die Trauung und das Hochzeitsmahl, und alles sah und hörte ich. Das waren schöne Stunden, die ich nie ver­gessen werde. Bei der Tafel gab es Musik, es wurden Reden gehalten und Lieder gesungen, und der ganze Saal erglänzte im Schein unzähliger Lichter. Die Gläser klangen zusammen, so hell wie kleine Silberglöckchen, und man stieß mit ihnen an auf das Wohl des Brautpaares.

Als ich aus der dunklen Kiste, in der man mich nach der Hochzeit ein­gepackt hatte, wieder ans Tageslicht kam, fand ich mich in einem schönen Zimmer. Ich erhielt einen Ehrenplatz im Bücherschrank, und wenn Gäste kamen, wurde ich häufig hervorgeholt und gezeigt. Dreimal des Tages nahm mich die junge Frau zur Hand und nach kurzer Zeit wusste ich schon, was sie beten wollte und schlug ihr die Stelle auf; und dann freute sie sich.

Viele Wochen und Monate waren vergangen, als es im stillen Hause lebendig ward. Ein kleiner Knabe war angekommen. Er ward größer und grösser, ich sah wie er sprechen und gehen lernte, wie er lachte und spielte, und wie glücklich seine Eltern mit ihm waren. Als er sechs Jahre alt war, lernte er lesen; wenn es zuerst auch langsam ging, in kurzer Zeit wurden aus den Buchstaben Worte, aus den Worten Sätze, und schließlich konnte er es. Außer ihm waren noch zwei Knaben und ein Mädchen zu uns gekommen, die fröhlich im Hause herumtollten; es waren gute Kinder, aber von mir bekamen sie nichts zu sehen, denn meine schöne Samthülle hatte im Laufe der Jahre schon sehr gelitten, und die Mutter wollte mich gern schonen. So führte ich ein stilles Leben, und ich muss gestehen, dass mir das auf die Dauer nicht behagte. Ich dachte oft daran, dass doch jeder im Leben Freunde und Genossen findet, während ich allein stand, wie alle Großen, die höher gestellt sind als ihre Brüder. Ja, es gab Stunden, in denen ich meine geringen Kollegen benei­dete; die standen mitten im Leben, wurden zur Schule und zum Gottes­haus hinausgetragen, lernten Welt und Menschen kennen, während ich zu Hause bleiben musste. Aber dann freute ich mich wieder des Vertrauens und der Freundschaft, die man mir schenkte, denn auf der Rückseite meines Titel­blattes hatte die Hausfrau all das auf­geschrieben, was ihr das Wichtigste im Leben war. Da standen die Geburtstage ihrer vier Kinder; da stand auch der Geburts- und Todestag eines fünften Kindes, das nur wenige Jahre alt ge­worden war. Es hatte blonde Haare und blaue Augen gehabt, wie die Mutter, und der liebe Gott hatte es zu sich ge­nommen, ein Engel im Himmel zu wer­den. Da standen ferner die Sterbetage ihrer Eltern, da stand ihr Hochzeitstag und der ihrer Geschwister und manch anderes, was ich inzwischen vergessen habe.

So blieb ich ruhig in meinem Schrank, bis mein eintöniges Leben eines Tages unterbrochen werden sollte. Ich kam zu einem Buchbinder, um mein schönes Aus­sehen von Neuem zu erhalten, und machte unter dem Arm des kleinen Martin — das war der Name des klein­sten Jungen im Hause — einen großen Weg durch die Straßen der Stadt. Der Buchbinder war ein roher Mann, der mich nicht so sanft anfasste, wie ich es gewohnt war; er riss mir den Samteinband mit den Silberbeschlägen und das Titelblatt ab, bestrich mich mit hässlich riechendem Kleister und legte mich zum Trocknen unter eine Presse. Da lag ich nun zusammen mit manchem Kollegen und langweilte mich; die Presse drückte mich fürchterlich, so dass mir schon nach wenigen Stunden angst und bange wurde. Einen Tag und eine Nacht mochte ich wohl so zugebracht haben, als mich der Buchbinder von meinen Qualen befreite, und daran ging, mich wieder einzubinden. Jedoch, was musste ich erleben! Entweder hatte er meine vornehme Herkunft vergessen, oder er verwechselte mich mit einer anderen Tefilloh, denn ich bekam weder meinen alten Einband noch mein Titelblatt zu­rück, sondern wurde in gewöhnliche Pappe gesteckt, wie alle anderen. Ich raschelte unwillig mit meinen Blättern, ich schlug die Seiten um, die er gerade haben wollte, ich entzog mich immer wieder seinen Fingern, aber es nützte alles nichts. Er hielt mich eisenfest und legte mich nochmals unter die Presse, sodass ich mich nicht rühren konnte.

Und nun kam das Schlimmste! Ich blinzelte unter der Presse hervor und musste mit ansehen, wie der Meister eine ganz fremde Tefilloh in meinen alten Einband hineinpasste, und ich glaubte damals, dass dies die größte Enttäuschung sei, die mir das Leben jemals bringen könne. Aber ändern konnte ich nichts daran, und musste schweigen; auch dann als nach einigen Tagen unser kleiner Martin in die Werkstatt des Buchbinders kam, um mich abzuholen. Wie aber nun der Meister die fremde Teffilloh in mei­nen alten Einband für den kleinen Jun­gen einzupacken begann, da konnte ich nicht länger an mich halten, und sprang mit Gepolter von dem Büchergestell auf die Erde herab. „Oh“, sagte der kleine Martin, „da ist ja eine Teffilloh gefallen“ hob mich auf und küsste mich. Der liebe kleine Kerl, wie hatte ich ihn so gern, und wie wohl tat mir sein Kuss. Es war ein Abschiedskuss wie ihn sich Freunde geben, wenn sie auseinander gehen, und ich wusste ja, dass ich ihn nie wieder­sehen würde. —

Während ich nun mehrere Wochen auf meinem Regal stand, ging mit mir eine große und heilsame Ver­änderung vor. Ich hatte Zeit, über mich nachzudenken, und da merkte ich, dass ich eigentlich recht hochmütig und albern sei; bis jetzt hatte ich nur auf mein schönes Kleid geachtet und hatte nie daran gedacht, dass dies Kleid doch nichts, als die Hülle sei, in der so viel des Schönen und Guten verborgen läge. Und als ich mir darüber klar geworden, da hatte die Sehnsucht nach meiner früheren Schönheit ein Ende; ja, ich freute mich jetzt, dass ich in die Werk­statt des Buchbinders gekommen war, und versprach es mir, von nun an ver­ständiger und besser zu werden.

Der Meister hatte mich zum Ver­kauf ausgelegt, und eines Tages kam ein herumziehender Hausierer vorüber, der mich für billiges Geld erstand. Mein neuer Herr war ein armer Mann; wie ich bald beobachten konnte, war er die ganze Woche unterwegs, um seine Waren zu verkaufen, und nur am Schabbos[3] zu Hause. Er wanderte von einem Dorf zum anderen; mochte die Sonne noch so heiß herunterbrennen, oder ein weißes Schneetuch alles be­decken, oder der Regen in Strömen herabgießen, er zog munter weiter. Ich lag zuoberst in seinem Korb, den er stets auf dem Rücken trug, und dieser Rücken tat mir leid, denn er war krumm geworden von dem schweren Packen, den er schleppen musste. Des Hausierers Mühe war groß. Ich war Zeuge von den vielen Widerwärtigkeiten, die ihm sein Beruf brachte; ich hörte mit Mitleid, wie die Leute ihn ver­spotteten und ihm auf der Straße „Jud“ nachriefen, aber er ließ sich nicht entmutigen. Wusste er doch, dass man ihm mit diesem Namen eine große Ehre antat, und dass die Geschichte seines Volkes die älteste und wunder­barste aller Völker sei. —Auf unseren Wanderungen lernte ich Welt und Men­schen kennen und sammelte manche Erfahrung. Ich kam in die Gesellschaft guter und böser Leute; ich hörte kluge Menschen sprechen und törichte, und ich lernte von beiden: von den Klugen, was man zu sagen habe, und von den Dummen, was man ver­schweigen soll. Weichherzige und harte Menschen sah ich, Geizhälse und Ver­schwender, und ich sah, dass so viele nur an sich und ihr eigenes Wohl dachten, aber ich traf auch Menschen mit großen und guten Herzen, die stets für andere sorgten und erst zu­letzt für sich. Ja, das waren meine Wanderjahre, an die ich gern denke, obgleich sie beschwerlich und mühevoll waren. Ein jeder muss wandern, in der Welt sich umschauen, und Menschen und Dinge kennen lernen und das, was ihm Not tut. — Wie ich bereits er­zählte, kam mein Herr an jedem Schabbos von der Wanderschaft zurück, und da sah ich auch sein Heim, seine Frau und seine Kinder. Es war ein bescheidenes Heim, aber dennoch, die Freitagabende und besonders die der Wintermonate werde ich nimmer vergessen. Im kleinen Wohnzimmer stand dann der Tisch mit weißem Linnen bedeckt; es war nicht aus der besten Leinwand gefertigt, aber es glänzte von Sauber­keit und spiegelte beinahe den hellen Schein der siebenarmigen Schabboslampe wider, die von der niederen Decke herabhing. Die alte Wanduhr tickte leise, im kleinen Ofen brannte ein behagliches Feuer, und der Frost malte Eisblumen an die Fenster. Es war so still und friedlich in dem kleinen Zimmer, und die Augen des Hausierers und seiner Frau leuchteten. Wenn die bescheidene Mahlzeit vorüber war, dann wurde ich von einem der Kinder herbei­geholt, und dann sangen sie alle die Smiraus[4], die am Freitagabend den Schabbos begrüßen; der Schabbos ist ja der Freund des Menschen; er kommt ungerufen zu ihnen; die Freude bringt er mit sich, und Sorgen und Leid schwinden, wenn er ins Zimmer tritt. — Es war ein merkwürdiger Gesang, den ich an jedem Freitagabend zu hören bekam: der Eltern Stimmen, die voll und tief waren, vermischten sich mit den dünnen Kinderstimmchen; oft sang der eine höher als der andere oder schneller, oder nicht im Takt, aber trotz alledem hatte ich meine helle Freude an ihrem Singen; es lag so viel Liebe und Vertrauen zu Gott und so viel Freude an seinem Schabbos darin, dass ich das unmelodische Singen bald überhörte.“

Die Tefilloh hatte bei diesen Worten plötzlich zu sprechen aufgehört; die alten Erinnerungen schienen sie übermannt zu haben, und durch die zer­rissenen Blätter ging es wie ein leises Seufzen; langsam sprach sie weiter:

„Ich mochte wohl eine Reihe von Jahren in dem Besitz des Hausierers gewesen sein, als in meinem Leben wiederum ein Wechsel eintrat. Es war in tiefem Winter, und wir hatten am späten Abend in einer Herberge Quartier erhalten. Trotz der vorgerückten Stunde herrschte dort noch reges Leben, denn gleich uns, suchten viele hier Unterkunft vor der grimmigen Kälte. Wie an jedem Abend sprach mein Herr auch dieses Mal sogleich nach seiner An­kunft das Mariwgebet[5], vergaß aber dann, mich wie stets in seinen Packen zu tun, sondern legte mich neben diesen. Und als er am anderen Morgen noch in tiefer Dunkelheit wieder aufbrach, dachte er nicht meiner und ließ mich liegen. Bei dem matten Schein eines Öllichtes sah ich, wie der krumme Rücken sich ächzend noch tiefer neigte, die gewohnte Last zu empfangen, und wie die abgearbeitete Hand sich hob, die Mesusoh[6] zu berühren; dann schlug die Tür krachend hinter ihm zu, und sein Schritt, der den frisch gefallenen Schnee knirschen machte, war nach wenigen Minuten nicht mehr zu hören.

So hatte ich auch meinen zweiten Herrn verloren, aber ans Verzweifeln dachte ich drum doch nicht. Die Tor­heiten meiner Kinderjahre hatte ich völlig abgelegt, und erwartete getrost den Morgen und das, was er bringen würde. — Nach kurzer Zeit wurde es im Gasthaus lebendig; der Tag war angebrochen, und die Leute zogen mit ihren Bündeln wieder fort bis auf einen, der es nicht eilig zu haben schien. Er ging gemächlich in der Gaststube auf und nieder, beschaute sich dies und jenes, und so kam er auch zu mir, die ich ganz verlassen auf einer Bank im Winkel lag. „Dich hat gewiss einer verloren,“ meinte er, „und ich könnte dich gerade jetzt so gut für meinen Jungen gebrauchen“. Darauf ging er aus dem Zimmer, um bald mit dem Wirt zurückzukommen, der ihm ver­sicherte, dass die Tefilloh nicht ins Haus gehöre, und dass er sie mit sich nehmen könne, wenn sie niemand zurückverlange. So blieb ich noch einige Tage in der Gaststube, und da mein Herr nicht mehr nach mir gefragt hatte, gehörte ich dem Finder, der mich in seiner tiefen Manteltasche vergnügt nach Hause brachte.

Dort gab er mich seinem kleinen Sohn, einem jungen von etwa sechs Jahren, der mit mir zur Schule ging und lesen und übersetzen lernte; so kam ich in meinem Alter noch in die Schule. Das Schulzimmer war ziemlich groß, und auf niedrigen Bänken saßen viele Kinder, während der Lehrer einen erhöhten Platz hatte. Er war noch ein junger Mann, der zu den Kindern sehr gut und freundlich war, und diese hatten ihn auch bald liebgewonnen. Der kleine Theodor, auf dessen Pult ich lag, war ein aufmerksamer und braver Schüler; was er in der Schule lernte, nahm er zu Hause nochmals genau durch, und wenn man am an­deren Tag das gestern gelernte wieder­holte, so konnte der Lehrer sicher sein, dass Theodor die Prüfung am besten bestehen würde. Mir machte der Eifer des kleinen Jungen jedes Mal eine große Freude, und ich hätte mich sicherlich noch mehr gefreut, wenn ich nicht zu meinem Schrecken gemerkt hätte, dass mein schon recht gebrechlicher Körper dem Lerneifer des lieben Jungen nicht gewachsen war. Meine Blätter fingen an alt und brüchig zu werden, und als Theodors Vater dies eines Tages ent­deckte, da gab er ihm eine andere Tefilloh und behielt mich, denn er meinte mit Recht, ich könne dies Leben nicht mehr lange ertragen. Er reparierte mich not­dürftig und brachte mich dann in die Synagoge, wo ich bei anderen Tefillaus[7] einen Platz in seinem Pult fand[8]. Viele Jahre habe ich da zugebracht. Mein Besitzer kam nicht jeden Tag zur Synagoge, denn er war ja im Laufe der Woche verreist, und nur an Freitagabenden und am Schabbos nahm er mich zur Hand. Er betete stets, aber wie ich bald bemerken konnte, mit wenig Andacht. Das Gebet kam bei­nahe gewohnheitsmäßig über seine Lippen, und ich muss gestehen, dass ich mich eigentlich gekränkt fühlte. Ich wusste doch, dass die Menschen in der Tefilloh für jede Stunde das richtige Wort finden können, und es tat mir leid, dass mein Herr es nicht zu wissen schien. Denn die Tefilloh soll den Men­schen zu jeder Zeit begleiten und auf seine Fragen Antwort geben; Freude und Leid versteht sie, sie kennt das Menschenherz mit seinen Wünschen und Hoffnungen, mit seinem Glück und seinem Kummer, und keiner ist je be­drückt zu ihr gekommen, ohne dass sie ihn getröstet hätte.

Aber ich fügte mich bald darein und wunderte mich nur, dass nach nicht allzu langer Zeit mein Besitzer immer seltener zur Synagoge kam, bis er ganz fortblieb, und als ich eines Tages wieder aus dem Pult genommen wurde, da sah ich mich in der Hand meines jungen Freundes Theodor. Er machte ein trauriges Gesicht und schlug das Kaddisch-Gebet[9] auf, und da wusste ich, dass ich meinen Herrn nie mehr wieder­sehen würde.

Der arme Junge trat mit mir vor die Stufen des Oraun-Hakaudesch[10] und sagte Kaddisch. Seine Stimme klang leise und traurig, und als er geendet, ging er mit unsicheren Schritten auf seinen Platz zurück. An diesen Kaddisch muss ich immer noch denken; ein Gebet für die Toten und doch in ihm kein Wort von Tod und Trauer, sondern nur von dem Ruhm des Schöpfers. Und das ist eben das Schöne an ihm: Gott gibt dem Men­schen das Leben und nimmt es ihm, und der Mensch geht von dannen, wenn sein Herr ihn ruft. Und wenn ein Vater gestorben ist und eine Mutter, dann tritt der Sohn in seinem Schmerze vor die Gemeinde und preist den Schöpfer, der es gut meint mit seinen Menschen im Nehmen und Geben, er spricht es aus, und die Gemeinde spricht ihr Omen[11], und der Vater oder die Mutter droben freuen sich ihres Kindes. — Theodor kam alle Tage zur Synagoge, aber mit Erstaunen sah ich, dass er das Pult, in dem ich lag, nach und nach zu leeren begann. Es hatten darin Tefillaus und Chumoschim und Machsaurim[12] gele­gen und zwischen ihnen ein alter Tallis[13]; den größten Teil nahm er mit sich und ließ nur mich und ein paar alte Tefillaus zurück. Eines nachmittags, es war im Sommer, und man ging erst am späten Nachmittag zu Minchoh[14], hörte ich, wie er sich bei seinen Nachbarn verabschie­dete; von einer Reise nach Amerika sprachen sie, und ich horchte auf, um kein Wort des Gesprächs zu verlieren. Ich freute mich schon auf die Abwechs­lung, die mir bevorstand, denn ich hatte das Meer noch nie gesehen und nur gehört, wie groß und mächtig es sei. Aber meine Hoffnung sollte sich nicht erfüllen.

Nach dem Kaddisch[15] hielt mich Theodor noch eine kleine Weile in der Hand; er durchblätterte meine Seiten, seine Finger strichen liebkosend über das Papier und er sagte: Ja, du liebe Tefilloh, du bist alt geworden, und ich kann dich nicht mitnehmen; in dir habe ich lesen gelernt, in dir Vater Kaddisch nachgesagt, leb’ wohl! magst du hierbleiben, und mancher wird noch in dir beten können.“ Ich fühlte seine Lippen die mich küssten; dann legte er mich in das Pult und ging eilends davon.

Die Zeit verging, niemand kümmerte sich um mich, bis der Pultdeckel eines Tages geöffnet wurde, und ein fremdes Gesicht über ihm erschien. Es war ein junger Mann, den ich noch niemals gese­hen hatte, denn der Platz war in andere Hände gekommen[16]. Es war Erew Jom­kippur[17], und mein neuer Besitzer war ausnahmsweise zur Synagoge gekommen. Ich schien ihm sehr zu missfallen, denn er nahm mich mit zwei Fingern — als ob er mich anzufassen scheute — aus dem Pulte heraus und verglich mich mit einem neuen Machsor in Goldschnitt, das er in der Hand hielt. Das sah freilich schöner aus. Dann brachte er mich dem Schammes[18], der mich erstaunt betrachtete. „Behalten Sie sie nur,“ sagte er, und „die hat Theodor gewiss vergessen,“ meinte er für sich. Ich wusste es besser; ich wusste, dass er mich nicht vergessen hatte, und dass er gehofft, ich würde gute Menschen finden, die sich meiner annähmen; aber er hatte sich geirrt; ich war alt und hässlich geworden, und es ist einmal der Welten Lauf, was alt und hässlich geworden ist, muss fortgehen, um dem Jungen und Schönen Platz zu machen.

Als die Synagoge zu Ende war, wickelte mich der junge Mann in eine Zeitung, und zu Hause ließ er mich in eine Bodenkammer bringen; „ich brauche sie doch nicht,“ sagte er, „und dann ist sie auch furchtbar schmutzig.“

In der Synagoge rüsteten sie sich, den Jomkippur zu empfangen, und ich lag verlassen in einem staubigen Win­kel. Wie hässlich hatte man an mir gehandelt, und wer weiß, was dem jungen Mann einstmals eine Tefilloh bedeutet hatte, wie er sie liebevoll geküsst, und wie er sich gefreut, in ihr beten zu können, und nun heute! es muss schon Jomkippur sein, wenn er zur Synagoge kommt, und eine alte Tefilloh lässt er zum Gerümpel legen; und es tat mir weh; nicht allein um meinetwillen, son­dern auch für ihn, der mit den Kinder­kleidern auch die Treue für die ewigen Gesetze seines Volkes abgelegt hatte, und heute war doch Jomkippur, und in der Synagoge standen sie in Sterbe­kleidern[19] und beteten.

Lange lag ich in der finsteren Ecke, bis ich eines Tages von rohen Fäusten mit schmutzigem Trödlerkram zusam­men eingepackt wurde, um in eine andere Kammer geworfen zu werden. Ich war von dem Fall betäubt, und nur langsam kam ich wieder zu mir. In der Kammer war es still und nur selten hörte ich Schritte, die aber stets an der Türe vorübergingen. — Was ich geduldet, vermag ich nicht zu sagen; manches Jahr habe ich dort oben ge­legen; der Staub bedeckte mich, und Spinnen krochen über mich hinweg. Draußen ward es Sommer und Winter, allein ich merkte nichts davon. Da wurde es vor kurzer Zeit hier lebendig; ich hörte oft Dein Lachen, kleiner Max; ich sah, wie Du begierig die Rumpel­kammer durchstöberst, und ich begann zu hoffen, dass ich doch noch einmal den schönen Sonnenschein sehen würde. Und ich habe mich ja nicht getäuscht. Du fandest mich, Du warfst mich nicht bei Seite, Du brachtest mich behutsam Dei­ner Mutter, und Du gabst mir die Sprache da Du mich küsstest.

Wie wehmütig verklingendes Frohlocken kam es aus dem zerrissenen Buch, als die Tefilloh jetzt merklich schwächer fort­fuhr: „Du bist ein guter Knabe, kleiner Max, und ich danke Dir für Deine Lie­be; sei immer folgsam gegen die Eltern, gut zu den Geschwistern und freundlich zu allen Menschen, dann wird Dich ein jeder gerne haben. Und nun erfülle meine letzte Bitte: begrabe mich; wenn ein Mensch müde geworden ist vom Leben, und er ist gestorben, dann legt man ihn in die Erde, damit er dort schlafen möge; ich bin kein Mensch, aber der Menschen Freund, ich bin alt und müde geworden, gleich ihnen und ich möchte in der Erde schlafen wie sie.[20]“ — Noch einmal bewegten sich die zer­rissenen Blätter leise und langsam, dann waren sie still.

Da nahm der kleine Max die alte Tefilloh und trug sie in den Garten hin­aus; mit seinen kleinen Händen grub er die Erde auf, küsste die Teffilloh noch einmal und legte sie in ihr kleines Grab. Dann bedeckte er es mit grünem Moos und merkte sich den Platz, da sie be­graben lag, und wenn die Sonne auf den kleinen Hügel schien, da freute er sich, denn den Sonnenschein hatte sie ja so gerngehabt, die alte Tefilloh.

Manches Jahr ist seitdem vergangen; der kleine Max ist groß geworden, er hat manches erlebt und vieles gesehen und gehört, aber die Tefilloh und ihre Geschichte wird er nimmer vergessen.

Hermann Schwab

Wikipedia:

Hermann Schwab (geboren 7. April 1879 in Frankfurt am Main; gestorben 1. Juli 1962 in London) war ein deutscher Journalist und Begründer des Mitteldeutschen Presse- und Bilderdienstes. „Zweimal baute sich Schwab eine aussichtsreiche Pressekorrespondenz bzw. einen Bilderdienst aus kleinsten Anfängen auf, erst zerstörte ihm Hitlers Machtergreifung, dann Englands Eintritt in den Zweiten Weltkrieg das mühsam Aufgebaute.“ (Guy Stern, 2000)

Leben

Erst im reiferen Alter von 46 Jahren begann Hermann Schwab seine Karriere in der Journalistik. Auslöser war die durch die Deflation bedingte Schwächung der Halberstädter Metallhandelsfirma Aron Hirsch & Söhne, die deren Verlegung nach Berlin zur Folge hatte.

Hermann Schwab war inzwischen in Halberstadt verwurzelt und entschied sich deshalb gegen einen Umzug nach Berlin. Da Schwab schon als Lehrling begonnen hatte, für Zeitungen zu schreiben und auch während seiner Tätigkeit bei der Firma Hirsch als Theaterrezensent u. a. für die renommierte Frankfurter Zeitung tätig war, wagte er die Gründung des Mitteldeutschen Presse- und Bilderdienstes. Seine Artikel waren populär und deshalb verfasste er auf Drängen des Stadtrates einen literarisch-kulturellen Halberstädter Reiseführer, der es auf eine Auflage von 30.000 Exemplaren brachte. „Glücklich das Halberstadt, das solchen Führer hat“, hieß es in einer im Gleimhaus vorgetragenen Laudatio auf Hermann Schwab.

Bald nach seiner Gründung erhielt Schwabs Pressedienst einen buchstäblich raketenhaften Auftrieb. In der Nähe von Blankenburg sollte das erste Raketenauto vorgeführt werden. Spektakulär durchlief das Vehikel seine Schienenbahn, explodierte aber dann und löste sich in seine Bestandteile auf. Schwab eilte zur Post und berichtete telefonisch an die Hauptorgane des deutschen Blätterwalds. Als er sich einige Wochen später bei den führenden Zeitungsverlegern in Berlin vorstellte und man in ihm den „Raketenautor“ erkannte, wurden sowohl der Ullstein Verlag wie auch Mosse Abnehmer seines Pressedienstes. Er verstärkte seine Verbindungen zur Auslandspresse, etwa zu AP in Berlin, zu Reuters sowie zu Schweizer und Londoner Blättern.

Im Januar 1934 erhielt Schwab Berufsverbot, im März reiste Schwab nach London aus. Dort im Exil verfasste er ein Tagebuch, in dem er rückblickend seine Erfahrungen im Jahr 1933 in Halberstadt schilderte.

Im englischen Exil führte Schwab seine journalistische Tätigkeit fort und begann gleich wieder mit dem Aufbau eines Pressedienstes. Es gelang ihm 58 Zeitungen und Zeitschriften als Abnehmer zu gewinnen, vom Londoner Daily Telegraph bis zu Fachzeitschriften. Allerdings musste sich Schwab in der Regel mit kleineren Aufträgen begnügen. Die journalistische Arbeit begleitete Schwab bis ins hohe Alter, sein Pressedienst jedoch führte seit Ausbruch des Weltkriegs nur noch ein Schattendasein. Der Enthusiasmus und die Freude mit denen Schwab über seine Wahlheimat Halberstadt und den Harz berichtet hatte, waren in England einem angemessenen Ernst und Wertschätzung seines Asyllandes gewichen.


[1] Das alte Gebetsbuch (Sidur)

[2] Deutsch-Aschkenasische Aussprache für Tefilah (Gebet hier: Gebetsbuch)

[3] Deutsch-Aschkenasische Aussprache für Schabbat

[4] Deutsch-Aschkenasische Aussprache für Semirot (Lieder)

[5] Abendgebet

[6] Deutsch-Aschkenasische Aussprache für Mesusa

[7] Mehrzahl von Tefilloh

[8] In den meisten Synagogen ist dem jeweiligen Synagogenplatz ein Fach für private Gebetsbücher zugeordnet.

[9] Gebet zur Erinnerung an einen Verstorbenen

[10] Deutsch-Aschkenasische Aussprache für Aron-Hakodesch (Schrank in der Synagoge in der die Thorarollen aufbewahrt werden)

[11] Amen

[12] Deutsch-Aschkenasische Aussprache für Chumaschim und Machsorim (Pentateuch und Gebetsbuch für die Feiertage)

[13] Deutsch-Aschkenasische Aussprache für Talith (Gebetsschal)

[14] Deutsch-Aschkenasische Aussprache für Mincha (Nachmittagsgebet)

[15] Das Kaddischgebet nach dem Tod der Eltern wird 11 Monate täglich gesagt

[16] Ein Synagogenplatz muss jährlich käuflich erworben werden, um die Ausgaben der Synagoge zu decken

[17] Der Vorabend des Versöhnungsfestes

[18] Synagogendiener

[19] Man bekleidet sich am Jom Kippur mit einen weißen Kittel (Sterbegewand)

[20] Gebetsbücher und alle Schriften die den Namen Gottes enthalten werden nach jüdischem Gesetz beerdigt

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