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	<title>Hirschinitiative e.V.</title>
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	<description>Rabbiner S. R. Hirsch Plattform zur Wiederbelebung des orthodoxen deutschen Judentums</description>
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	<title>Hirschinitiative e.V.</title>
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		<title>Willkommen zur 8. Ausgabe des 5. Jahrgangs der Monatszeitschrift</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 17:35:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Willkommen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>für den Monat Ijar 5786 Die Zeit zwischen Pessach und Schawuoth ist die sogenannte Omerzeit. Sie bezeichnet den Zeitraum der beginnenden Gerstenernte (neues Korn) und der endenden Weizenernte (altes Korn). 49 Tage wurde täglich ein Omer (eine Garbe) des neues Kornes als Opfer zum Tempel gebracht. Da in dieser Zeit viel Leid und Elend über [&#8230;]</p>
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<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2022/08/image.png" alt="Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist image.png"/></figure>



<p class="has-text-align-center has-large-font-size"><strong>für den Monat Ijar 5786</strong></p>



<p>Die Zeit zwischen Pessach und Schawuoth ist die sogenannte Omerzeit. Sie bezeichnet den Zeitraum der beginnenden Gerstenernte (neues Korn) und der endenden Weizenernte (altes Korn). 49 Tage wurde täglich ein Omer (eine Garbe) des neues Kornes als Opfer zum Tempel gebracht. Da in dieser Zeit viel Leid und Elend über die jüdischen Gemeinden weltweit sich verbreiteten, ist diese Zeit auch eine Trauerzeit für uns Juden.</p>



<p>Das Monatsblatt von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l beschäftigt sich mit der Wanderung der Juden von dem Sklavenhaus in Ägypten zum Berg Sinai während genau dieser Omerzeit. Es galt in dieser Zeit ein Volk von Priestern und Heiligen zu werden. An dieser Aufgabe sind wir Juden bis zum heutigen Tag gescheitert, daher, so Hirsch, beginnt immer wieder unsere Wanderung von neuem im Sklavenhaus. &nbsp;<br><strong>Das Monatsblatt für den Monat Ijar finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/ijar-57876/">hier.</a></strong></p>



<p>In dem Monatsblatt von Rabbiner Hirsch s“l nimmt der Psalm 90 einen breiten Raum ein. Ich habe den Psalm 90 hier mit zwei Übersetzungen und einem Auszug aus dem Kommentar von Rabbiner Hirsch s“l zu diesem Psalm abgedruckt.<br><strong>Den Psalm 90 finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/psalm-90/">hier.</a></strong></p>



<p>Bereits mehrfach veröffentlicht: Eine Rückschau auf das Pessachfest in Form einer Glosse, also eines Märchens, nicht ernst zu nehmen.<br><strong>Die „Nachbetrachtung zum Pessachfest“ finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/nachbetrachtung-zum-pessachfest-3/">hier.</a></strong></p>



<p>Die Kinderecke nimmt uns mit in den Palast von König Salomon. Er lädt die Königin von Saba zu sich ein. Das alles ist im Buch „Targum Sheni“, ein Midrasch zum Buch Ester nachzulesen.<br><strong>Die Kinderecke mit der Geschichte vom „König Salomo und Königin Saba“ finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/kinderecke-ijar-5786/" data-type="link" data-id="https://hirschinitiative.de/kinderecke-ijar-5786/">hier.</a></strong></p>



<p>Wie immer haben Sie die Möglichkeit das komplette Magazin herunterzuladen<br><strong>Das Magazin für den Monat Nissan finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-ijar-5786/">hier.</a></strong></p>



<p></p>
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		<title>Psalm 90</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/psalm-90/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 17:29:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich habe hier den Psalm 90, auf den sich Rabbiner Hirsch s“l im vorherigen Artikel bezieht, wiedergegeben. Einmal in der Übersetzung von Rabbiner Hirsch und einmal in der Übersetzung von Raw Joseph Scheuer (Siddur Schma Kolenu). Zwischen den Übersetzungen liegen mehr als 100 Jahre. Aber beide Übersetzer wussten die richtigen Worte zu finden, um die [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hirschinitiative.de/psalm-90/">Psalm 90</a> erschien zuerst auf <a href="https://hirschinitiative.de">Hirschinitiative e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ich habe hier den Psalm 90, auf den sich Rabbiner Hirsch s“l im vorherigen Artikel bezieht, wiedergegeben. Einmal in der Übersetzung von Rabbiner Hirsch und <em>einmal in der Übersetzung von Raw Joseph Scheuer (Siddur Schma Kolenu). </em>Zwischen den Übersetzungen liegen mehr als 100 Jahre. Aber beide Übersetzer wussten die richtigen Worte zu finden, um die Leser in ihrer Zeit zu fesseln. Die Sprache mag sich ändern, die Inhalte nicht. Wenn man noch berücksichtigt, dass der Verfasser des Originals vor mehr als 3000 Jahren lebte, berühren mich diese hier vorgetragenen Gedanken zutiefst. Es sei dahingestellt, ob Moses selbst diesen Psalm geschrieben, ob König David, Moses diese Worte in den Mund gelegt hat, oder wer auch immer meinte im Namen Moses aufzutreten, — diese Worte zeugen von einer so tiefen Wahrheit, dass es ein durch und durch gottesfürchtiger Mann gewesen sein muss, mit einer großen Lebenserfahrung, der diese Worte einst niederschrieb.</p>



<p>Nach dem Psalm habe ich noch einen kurzen Auszug aus dem Kommentar zu diesem Psalm von Rabbiner Hirsch s“l wiedergegeben, in dem er wiederum auf einen Kommentar zu Deuteronomium 30:2 hinweist.</p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>תְּפִלָּה֮ לְמֹשֶׁ֢ה אִֽישׁ־הָאֱלֹ֫קים אֲֽדֹנָ֗י מָע֣וֹן אַ֭תָּה הָיִ֥יתָ לָּ֗נוּ בְּדֹ֣ר וָדֹֽר׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Gebet von Mosche, dem Mann Gottes.<br>Mein Herr, Träger der verrinnenden Zeitmomente bist Du, Du warst uns in jeglichem Geschlecht.</p>



<p class="has-text-align-center"><em>Ein Gebet von Mosche, dem Gottesmann:<br>Mein Herr, Zuflucht warst du uns in jeder Generation.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>בְּטֶ֤רֶם ׀ הָ֘רִ֤ים יֻלָּ֗דוּ וַתְּח֣וֹלֵֽל אֶ֣רֶץ וְתֵבֵ֑ל וּֽמֵעוֹלָ֥ם עַד־ע֝וֹלָ֗ם אַתָּ֥ה אֵֽל׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Bevor Berge erzeugt wurden, ließest Du kreisen Erde und Menschenwelt, und von aller Vergangenheit bis in alle Zukunft hin bist Du die alles bewegende Kraft.<strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Noch bevor Berge geboren wurden, Du Erde und Weltall geschaffen hast — warst du und bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.</em><strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>תָּשֵׁ֣ב אֱ֭נוֹשׁ עַד־דַּכָּ֑א וַ֝תֹּ֗אמֶר שׁ֣וּבוּ בְנֵֽי־אָדָֽם׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Entartete Menschheit, lässt Du bis zur Zermalmung zurücksinken, wenn Du sprachst: kehret wieder Menschensöhne!</p>



<p class="has-text-align-center"><em>Du führst den Sterblichen bis zur Zerknirschung und sprichst: Kehret um, Menschenkinder.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>כִּ֤י אֶ֪לֶף שָׁנִ֡ים בְּֽעֵינֶ֗יךָ כְּי֣וֹם אֶ֭תְמוֹל כִּ֣י יַעֲבֹ֑ר וְאַשְׁמוּרָ֥ה בַלָּֽיְלָה׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Denn tausend Jahre in Deinen Augen, sind wie ein gestriger Tag, wann er vorübergehen will, ja, sind eine Nachtwache in der Nacht.</p>



<p class="has-text-align-center"><em>Denn tausend Jahre sind in Deinen Augen wie ein gestriger Tag, der vergangen und wie eine Wache in der Nacht.</em><strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>זְ֭רַמְתָּם שֵׁנָ֣ה יִהְי֑וּ בַּ֝בֹּ֗קֶר כֶּחָצִ֥יר יַחֲלֹֽף׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Du lässt sie dahinströmen, ein Schlaf werden sie, aber am Morgen erneut es frisch wie Gras die Kraft,</p>



<p class="has-text-align-center"><em>Du lässt (die Menschenleben) dahin strömen, als wären sie im Schlaf, am Morgen sprießt es wie Gras.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>בַּ֭בֹּקֶר יָצִ֣יץ וְחָלָ֑ף לָ֝עֶ֗רֶב יְמוֹלֵ֥ל וְיָבֵֽשׁ׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">am Morgen sprosst und gewinnt frische Kraft, was, dem Abend zugewendet, dieser knickt und es dorrt.</p>



<p class="has-text-align-center"><em>Am Morgen sprießt es, am Abend welkt es und verdorrt.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>כִּי־כָלִ֥ינוּ בְאַפֶּ֑ךָ וּֽבַחֲמָתְךָ֥ נִבְהָֽלְנוּ׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Denn wir gingen zugrunde durch Deinen Zorn, und durch Deinen Unwillen waren wir in Bestürzung.</p>



<p class="has-text-align-center"><em>Ja, wir vergehen durch deinen Zorn, durch deinen Grimm sind wir erschrocken.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>שַׁתָּ֣</strong><strong>ה</strong><strong> </strong>&nbsp;<strong>עֲוֺנֹתֵ֣ינוּ לְנֶגְדֶּ֑ךָ עֲ֝לֻמֵ֗נוּ לִמְא֥וֹר פָּנֶֽיךָ׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Du hattest unsere Verkehrtheiten Dir gegenübergestellt, den in uns schlummernden Kern vor die Leuchte Deines Angesichts.</p>



<p class="has-text-align-center"><em>Du stellst unsere Vergehen vor dich hin, unser heimliches Tun vor das Licht Deines Angesichtes.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>כִּ֣י כׇל־יָ֭מֵינוּ פָּנ֣וּ בְעֶבְרָתֶ֑ךָ כִּלִּ֖ינוּ שָׁנֵ֣ינוּ כְמוֹ־הֶֽגֶה׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Denn alle unsere Tage gingen zur Wende durch Dein Hinausschreiten, wir endigten unsere Jahre wie in einem unausgesprochen Gedanken.</p>



<p class="has-text-align-center"><em>All unsere Tages schwanden in Deinem Grimm, unsere Jahre vergehen wie ein Hauch.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>יְמֵֽי־שְׁנוֹתֵ֨ינוּ בָהֶ֥ם שִׁבְעִ֪ים שָׁנָ֡ה וְאִ֤ם בִּגְבוּרֹ֨ת ׀ שְׁמ֘וֹנִ֤ים שָׁנָ֗ה וְ֭רׇהְבָּם עָמָ֣ל וָאָ֑וֶן כִּי־גָ֥ז חִ֝֗ישׁ וַנָּעֻֽפָה׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Unter ihnen waren die Tage unserer Jahre siebzig Jahr, und wenn mit Anstrengung achtzig Jahr, ward ihr Stolz Mühseligkeit und Gewalt. Denn die Schnelle schnitt ab, und wir flogen dahin.</p>



<p class="has-text-align-center"><em>Die Tage unserer Lebensjahre sind siebzig, mit Anstrengung achtzig Jahre, auch zur Zeit ihrer Stärke ist es Mühe und Kummer, wie abgeschnitten schnell fliegen wir dahin.</em><strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>מִֽי־י֭וֹדֵעַ עֹ֣ז אַפֶּ֑ךָ וּ֝כְיִרְאָתְךָ֗ עֶבְרָתֶֽךָ׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Wer aber kennt das unwiderstehliche Ziel Deines Zornes und dass Du nur so weit hinausschreitest als Du gefürchtet sein willst!</p>



<p class="has-text-align-center"><em>Wer kennt die Macht Deines Zornes und weiß, wie Dein Grimm zu fürchten ist?</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>לִמְנ֣וֹת יָ֭מֵינוּ כֵּ֣ן הוֹדַ֑ע וְ֝נָבִ֗א לְבַ֣ב חׇכְמָֽה׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Unsere Tage zu zählen lehre uns so, dann bringen wir dein Herz der Weisheit heim.</p>



<p class="has-text-align-center"><em>Lehre uns, unsere Tage richtig zu zählen, damit wir es zu einem weisen Herzen bringen.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>שׁוּבָ֣ה ה</strong>&#8218;<strong> </strong>&nbsp;<strong>עַד־מָתָ֑י וְ֝הִנָּחֵ֗ם עַל־עֲבָדֶֽיךָ׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Kehre wieder, Gott! Bis zu welchem Ende denn? Lasse dich zu anderem bestimmen über Deine Diener.</p>



<p class="has-text-align-center"><em>Wende Dich uns zu, Ewiger, viel lange noch; erbarme dich deiner Knechte.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>שַׂבְּעֵ֣נוּ בַבֹּ֣קֶר חַסְדֶּ֑ךָ וּֽנְרַנְּנָ֥ה וְ֝נִשְׂמְחָ֗ה בְּכׇל־יָמֵֽינוּ׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Sättige uns am Morgen mit Deiner Liebe, so werden wir lauten Frohsinns und freudig sein an allen unseren Tagen.<strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Sättige uns am Morgen mit Deiner Liebe, damit wir jubeln und uns all unsere Tage freuen.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>שַׂ֭מְּחֵנוּ כִּימ֣וֹת עִנִּיתָ֑נוּ שְׁ֝נ֗וֹת רָאִ֥ינוּ רָעָֽה׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Gib uns Freude wie die Tage, in denen Du uns Leid gegeben, die Jahre, in denen wir Unglück sahen.<strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Erfreue uns gleich den Tagen, da du uns gebeugt, den Jahren da wir Böses sahen.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>יֵרָאֶ֣ה אֶל־עֲבָדֶ֣יךָ פׇעֳלֶ֑ךָ וַ֝הֲדָרְךָ֗ עַל־בְּנֵיהֶֽם׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Lass Deinen Dienern Dein Wirken sichtbar werden und deine Herrlichkeit über ihren Kindern.<strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Dein Wirken werde Deinen Knechten sichtbar, Deine Herrlichkeit über ihren Kindern.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>וִיהִ֤י ׀ נֹ֤עַם אֲדֹנָ֥י אֱלֹקינוּ עָ֫לֵ֥ינוּ וּמַעֲשֵׂ֣ה יָ֭דֵינוּ כּוֹנְנָ֥ה עָלֵ֑ינוּ וּֽמַעֲשֵׂ֥ה יָ֝דֵ֗ינוּ כּוֹנְנֵֽהוּ׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Werde uns, Herr unser Gott, das Beglückende: das Tun unserer Hände gründe auf uns, und das Tun unserer Hände stelle Du fest!<strong></strong></p>



<p><em>Es sei das Beglückende meines Herrn, unseres Gottes, über uns, und das Werk unserer Hände fördere Er uns bei uns, und das Werk unserer Hände festige Er.</em></p>



<p><strong>Aus dem Kommentar zu V.1. </strong><strong>&nbsp;,תפלה למשה</strong> eine <strong>תפלה</strong>, in welcher Mosche als <strong>איש אלוקים</strong> als von Gott zum Werkzeug für Seine Waltung Erwählter, sich die Bedeutung dieser seiner Sendung für die Geschichte der Menschheit aus einem Hinblick auf die Bedeutung der bis zu seiner Sendung verflossenen Jahrhunderte der Menschenentwicklung zur Erkenntnis bringt…. Mehr als 2000 Jahre lagen aus der Geschichte der Menschheit zurück. Die Welt war geistig und sittlich wieder in <strong>,תהו</strong> ins Chaos zurückgesunken. Mit der Erwählung Abrahams waren nach dem Ausdruck der Weisen die <strong>,שני אלפי תהו</strong> die 2000 Jahre des menschengeschichtlichen Chaos zu Ende und der Anfang der <strong>שני אלפי תורה</strong>, der Anfang der 2000 Jahre der Einbürgerung des Gottesgesetzes zunächst in ein für die geistige und sittliche Auferstehung der Menschheit ausgesandte Volk angebahnt (siehe Pent. Dewarim S. 560). Aber erst mit Mosches Sendung trat dieser Anfang mit deutlicher Sichtbarkeit hervor.</p>



<p><strong>Dewarim S. 560:</strong> Wenn erst alles, was ein Segen und Fluch über die Gestaltung deiner Zukunft Jahrtausende voraus in diesem Buch des Gesetzes völlig ausgesprochen ist, sich an dir erfüllt hat, dann wirst du die Summe dieser tausendjährigen Erfahrungen deiner äußeren Schicksalsgänge zum Nachdenken in dein Inneres zurückbringen, und das Resultat davon wird sein, dass du mit ganzem Herzen und ganzer Seele zu deinem Gott und Seinem Gesetze zurückkehrst und deine Kinder zur gleichen Treue an Gott und Seinem Gesetz gewinnst. Denn die Erfahrung deiner Jahrtausende wird dir endlich „Gott“ und die „Göttlichkeit deines Gesetzes“ für immer besiegelt haben.</p>



<p>Unter allen Völkern, wohin dich Gott zerstreut, bleibst du trotz aller Wandlungen bis ans Ende der Jahrtausende das „Gottesvolk mit dem Gottesgesetz in den Händen“, und das ermöglicht und bewirkt zusammen mit der Erfüllung deines Geschickes, deine endliche Umkehr und Aufkehr und Rückkehr zu Gott und Seinem Gesetz.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kinderecke Ijar 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/kinderecke-ijar-5786/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 17:21:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://hirschinitiative.de/kinderecke-ijar-5786/">Kinderecke Ijar 5786</a> erschien zuerst auf <a href="https://hirschinitiative.de">Hirschinitiative e.V.</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nachbetrachtung zum Pessachfest</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/nachbetrachtung-zum-pessachfest-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 17:12:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom Auszug aus Ägypten und wie es danach bis heute weiterging Eine Glosse von Michael Bleiberg Wir haben noch den Geschmack von Mazza und Maror im Mund vom letzten Pessachfest. In der Hagada haben wir vom Auszug der, wie Rabbiner Hirsch sie zuweilen nennt, „Ziegelbrennerhorde“[1] aus Ägypten gelesen. Die 10 Plagen, mit denen Gott den [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>Vom Auszug aus Ägypten und wie es danach bis heute weiterging</strong></p>



<p class="has-text-align-center">Eine Glosse von Michael Bleiberg</p>



<p>Wir haben noch den Geschmack von Mazza und Maror im Mund vom letzten Pessachfest. In der Hagada haben wir vom Auszug der, wie Rabbiner Hirsch sie zuweilen nennt, „Ziegelbrennerhorde“<a href="#_ftn1" id="_ftnref1"><sup>[1]</sup></a> aus Ägypten gelesen. Die 10 Plagen, mit denen Gott den Pharao maßregelte, sind uns noch in Erinnerung. So erlaube ich mir, Ihnen die Geschichte vom Auszug aus Ägypten in einer anderen Version vorzustellen und wie es dann bis zum heutigen Tage weiterging.</p>



<p>Da für Gott 1000 Jahre so wie der gestrige Tag sind<a href="#_ftn2" id="_ftnref2"><sup>[2]</sup></a>, sind für die Juden die etwa 210 bzw. 240 Jahre Sklaverei in Ägypten<a href="#_ftn3" id="_ftnref3"><sup>[3]</sup></a> so gesehen eine relativ kurze Zeitspanne. Jedenfalls erinnerte sich Gott eines Tages an sein Versprechen, das er Abraham gegeben hatte, seine Nachkommen aus der Sklaverei zu erlösen<a href="#_ftn4" id="_ftnref4"><sup>[4]</sup></a>. Also beauftragte er Moses und Aron dementsprechend bei Pharao vorzusprechen und ihn zu bitten: „Let my people go!“ Da dieser nicht einwilligte, verhängte Gott 10 Plagen über ihn und sein Volk.</p>



<p>Dabei fällt dem Bibelkundigen auf, dass die ersten neun Plagen<a href="#_ftn5" id="_ftnref5"><sup>[5]</sup></a> sich grundsätzlich von der zehnten Plage<a href="#_ftn6" id="_ftnref6"><sup>[6]</sup></a> unterscheiden. Allen neun Plagen ist gemein, dass die Juden nichts zu unternehmen brauchten, um von den Plagen verschont zu bleiben. Sie, die Juden, blieben stets passiv. Darüber hinaus erteilt die Heilige Schrift expliziert darüber Auskunft, dass Gott die Plagen 4, 5 und 9 nicht auf das Gebiet Goschen, wo die Juden wohnten, ausgedehnte.</p>



<p>Bei der 10. Plage, der Tötung der Erstgeborenen, war es jedoch komplett anders. Gott wollte von seinen Juden wissen, ob sie bereit wären, seinen Anordnungen, jetzt und für immer, Folge zu leisten. Deshalb befahl er: Jede Familie nehme sich am 10. Nissan, je nach Anzahl der Familienangehörigen, ein oder mehrere Lämmer. Die Lämmer können entweder von Ziegen oder Schafen sein, müssen einjährig, fehlerlos und männlich sein. Ist die Familie zu klein für ein Lamm, so schließe sie sich mit einer anderen Familie zusammen. Das Lämmchen solle 4 Tage lang bei der Familie bleiben. Gegen Abend des 14. auf den 15. Nissan, soll es geschächtet werden und sein Blut an die Pfosten und den Oberbalken des Eingangsbereiches gestrichen werden. Das Lamm soll sodann in einem Stück gegrillt&nbsp; und bis Mitternacht von den Familienangehörigen gegessen werden. – Wenn dann Gott durch Ägypten zieht, um die Erstgeborenen zu töten, werden die Häuser, die das Blutzeichen am Eingang haben, überschritten (ausgelassen) <a href="#_ftn7" id="_ftnref7"><sup>[7]</sup></a>.</p>



<p>Sofort bildeten sich unter den Juden mindestens 4 Gruppen. Die Orthodoxen, die Konservativen, die Liberalen und die Egalitären.</p>



<p>Die Orthodoxen sagten: „Genauso wie es Gott angeordnet hat, so wollen wir es tun“. Die anderen Gruppierungen bekamen jedoch Zweifel bezüglich dieser Anweisung.</p>



<p>Die Konservativen sagten: „Also im Hinblick auf unsere Kinder, können wir das so nicht genau befolgen. Denn, wenn wir das Lämmchen bei uns zuhause 4 Tage aufbewahren, werden die Kinder es füttern und streicheln. Sie werden mit ihm spielen und es liebgewinnen. Und ich als Vater soll dann am 14. abends mit dem Schächtmesser kommen und dem Lämmchen den „Garaus“ machen? Die Kinder bekommen dann ja einen Schock fürs Leben. Sie werden mich dafür hassen. Was soll ich ihnen sagen, Gott hat das so gewollt? Sie werden auch Gott dafür hassen. Nein, wenn schon ein Lamm, dann besorge ich es frühestens am 14. morgens und nicht schon 4 Tage vorher.&nbsp; Ich werde es verstecken, damit die Kinder es gar nicht erst sehen. Dann, wenn es keiner sieht, werde ich es schächten, die Eingangstür mit dem Blut kennzeichnen, es grillen und wir werden dann alle zusammen zu Abend essen. – ­­Oder besser noch, ich werde zu den Orthodoxen gehen und mir von Ihnen etwas Blut ausbitten. Damit werde ich die Eingangstür bestreichen – wer wird schon den Unterschied mitbekommen. Außerdem soll man sowieso so spät abends nicht mehr so viel essen.“</p>



<p>Die Liberalen sagten: „Also, zum einen sind die meisten von uns Vegetarier und wir essen deshalb gar kein Fleisch. Zum anderen verträgt sich diese Vorschrift nicht mit dem Tierschutz! Bevor man ein Tier auf so grausame Art und Weise tötet, sollte es mit einem Bolzenschussgerät betäubt werden. Und dann, mit dem Blut die Eingangstür von <strong>außen</strong> beschmieren, was werden die Nachbarn von uns denken. Also diese Vorschriften sind aus der „Zopfzeit“ und bestimmt nicht mehr auf unsere heutige Zeit zu übertragen!“</p>



<p>Die Egalitären sagten: „Das ist mal wieder typisch…ein <strong>männliches</strong> Lamm soll es sein. Das haben sich die Rabbiner (hier: Moses und Aron) doch nur wieder ausgedacht um die männliche Nuance der jüdischen Religion in den Vordergrund zu spielen. Gott hätte so etwas nie angeordnet. Er hätte gesagt nehmt ein Lamm und fertig. Frauen an den Herd und die Männer an die Thora – diese Zeiten sind schon längst vorbei. Wir machen hier nicht mit!“</p>



<p>Und so kam es, als Gott in dieser Nacht durch Ägypten zog, er auch die Häuser der Konservativen, Liberalen und Egalitären <strong><u>nicht</u></strong> verschonte. Überall hatten auch Sie einen toten Erstgeborenen zu beklagen!</p>



<p>Am anderen Morgen, als die Ägypter die vielen Leichen überall sahen, erschraken sie sehr, denn sie wussten nicht, haben die Russen oder die Ukrainer das angerichtet?! Sie wussten aber, die Juden waren daran schuld. Und so beschlossen sie, Ägypten judenrein zu machen und warfen die Juden, und zwar alle, die Orthodoxen, die Konservativen, die Liberalen und die Egalitären, obwohl ja einige von ihnen ebenfalls Tote in den eigenen Reihen zu beklagen hatten, mir nichts dir nichts aus Ägypten<a href="#_ftn8" id="_ftnref8"><sup>[8]</sup></a>.</p>



<p>Die Juden aber hatten nichts anderes zu tun, als Ägypten zu plündern<a href="#_ftn9" id="_ftnref9"><sup>[9]</sup></a>. Sie steckten sich die Taschen voll mit Gold, Silber und schönen Kleidern und vergaßen dabei, sich auch etwas als Wegzehrung vorzubereiten. Da keine Zeit mehr war, Brot zu backen, mussten Sie mit Mazze vorliebnehmen.</p>



<p>Seit dieser Zeit, kann man sagen, sind die Juden nun auf Wanderschaft. Zunächst mussten sie 40 Jahre in der Wüste umherwandern, damit aus den Orthodoxen, Konservativen, Liberalen und Egalitären <strong>ein</strong> Gottesvolk heranwachse, das bereit war, das Gotteswort zu beherzigen und zu praktizieren. Und das darüber hinaus bereit war im gelobten Land eines Tages einen Gottesstaat, nicht etwa einen Judenstaat, zu errichten.</p>



<p>Das gelang ihnen dann auch mit der Zeit. Immerhin zu Zeiten König Davids und König Salomons war der Gottesstaat, in dem die Menschen in Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit nach Gottes Wort, d.h. nach den Geboten Gottes miteinander lebten, verwirklicht worden. Von überall her kamen Menschen um im Tempel von Jerusalem dem Alleinen Gott zu opfern und anzuerkennen, dass Gott der König der Welt sei<a href="#_ftn10" id="_ftnref10"><sup>[10]</sup></a>. Und sie bewunderten die Juden und sagten, was für ein weises und kluges Volk doch die Juden sind<a href="#_ftn11" id="_ftnref11"><sup>[11]</sup></a>, wir wollen auch so leben wie sie, in Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.</p>



<p>Aber wie es so ist, „wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis tanzen“. Und trotz der Mahnung der vielen Propheten, teilten sich die Juden wieder mindestens in Orthodoxe, Konservative, Liberale und Egalitäre. Das war nun doch Gott zu viel – und er jagte seine Juden aus dem Heiligen Land. Sie bekamen zwar nach 70 Jahren<a href="#_ftn12" id="_ftnref12"><sup>[12]</sup></a>, andere meinen nach 58 Jahren<a href="#_ftn13" id="_ftnref13"><sup>[13]</sup></a>, eine zweite Chance, aber sie wussten sie nicht zu nutzen. So ließ Gott den Tempel<a href="#_ftn14" id="_ftnref14"><sup>[14]</sup></a> und Jerusalem ein zweites Mal zerstören und schickte seine Kinder letztendlich wieder auf Wanderschaft. Die einen gingen nach links, die anderen gingen nach rechts. So verstreute Gott sie über die ganze Erde. Die Konservativen, Liberalen und Egalitären assimilierten sich sehr schnell in den Ländern ihres jeweiligen Aufenthalts. Nur die Orthodoxen blieben als winzige, kleine Minderheit in ihren Beherbergungsländern bestehen, solange sie dort jedenfalls geduldet wurden. Sie hielten fest an dem Gotteswort, das sie in ihren kleinen Gemeinden praktizierten und träumten davon, eines Tages wieder einen Gottesstaat für alle Menschen zu errichten: Sie träumten von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. So vergingen fast zweitausend Jahre.</p>



<p>Und dann, plötzlich im Jahre 1789 schwappte der Gedanke dieser kleinen jüdischen Minderheit über und entfachte einen Weltenbrand. Die Französische Revolution schrieb genau das auf ihre Fahnen, was die orthodoxen Juden schon immer als lebens- und erstrebenswert hielten: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit! Jetzt, dachten vor allem die jüngeren Juden, ist es so weit. Jetzt entsteht der langersehnte Gottesstaat. Und sie verließen ihre kleinen Gemeinden um sich dem großen Gedanken von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit für alle Menschen anzuschließen. Und wurden so wieder zu Konservative, Liberale und Egalitäre, denn in der Französischen Revolution spielte Gott keine Rolle. Und einen Gottesstaat ohne Gott zu errichten ist ja wohl schlecht möglich.</p>



<p>Anstatt sich ihre Verirrung einzugestehen, und in ihre Gemeinden zurückzukehren, assimilierte sich ein großer Teil von Ihnen und die anderen vereinigten sich zu den sogenannte Reformjuden. Wie eine Seuche verbreitete sich das Reformjudentum in Mittel- und Osteuropa. Diese Reformjuden verloren mehr und mehr den Kontakt zu Gott, weil sie sich nicht mehr an das Gotteswort und somit an das Gottesgesetz gebunden fühlten. Und das führte dazu, dass sie sich von den Orthodoxen angewidert fühlten, weil diese noch immer am Gotteswort hingen und immer noch davon träumten, von diesem Gottesreich auf Erden.</p>



<p>Je mehr sich die Reformer vor den Orthodoxen angewidert fühlten, umso mehr ekelte sich Gott vor den Reformern. Und er beschloss, diesen Reformern ein Ende zu bereiten und den Orthodoxen gleich mit, weil sie sich nicht entschiedener gegen die Reformer zur Wehr setzten. Die Juden Europas wurden zu Sklaven erklärt und mussten Fronarbeit leisten, genau wie damals in Ägypten. 6 Millionen kamen durch Gottes Fügung um. Doch am Ende hatte Gott, wie immer, ein Nachsehen mit seinen Kindern. Und er schaffte Ihnen die Möglichkeit wieder einen Gottesstaat auf heiligem Boden zu gründen. – Doch am Ende kam dabei doch kein Gottessaat zustande, sondern nur ein Judenstaat – ein Staat halt, so wie all die anderen Staaten auch – ohne Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit im jüdisch-göttlichen Sinne.</p>



<p>p.s.: Ich habe eine Gruppierung vergessen zu erwähnen, die sich innerhalb der Gruppe der Orthodoxen schon vor sehr langer Zeit gebildet hat: Die Schein-Orthodoxen. Diese Gruppe kleidet sich wie die Orthodoxen, lebt wie die Orthodoxen, spricht wie die Orthodoxen. Sie sind oft erst nach reichlicher Prüfung als Scheinorthodoxe zu erkennen. Sie lügen und betrügen sich und andere. Sie sind der Meinung, vor allem die Nichtjuden belügen und betrügen zu dürfen, da sie denken, das Gotteswort hätte nur Weisung innerhalb der jüdischen Gemeinschaft. Eigens für diese Schwindler wurde in der Schmone Esre (18-Gebet) nach Anweisung von Rabban Gamliel in Jawne eine zusätzliche Beracha eingeführt, sodass die Schmone Esre jetzt 19 Verse hat. Diese Beracha beginnt mit <strong>וְלַמַּלְשִׁינִים אַל תְּהִי תִקְוָה</strong><strong> – </strong>gib Verrätern keine Chance, — modern übersetzt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Jeschurun, Jhrg. 3, Heft 9; Jeschurun, Jhrg. 8, Heft 7</p>



<p><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> Psalm 90:4</p>



<p><a href="#_ftnref3" id="_ftn3">[3]</a> siehe hierzu: Jüd. Allgemeine, Lea Himelfarb, 02.02.2006, „Der Ewige berechnete das Ende“, https://www.juedische-allgemeine.de/allgemein/der-ewige-berechnete-das-ende/</p>



<p><a href="#_ftnref4" id="_ftn4">[4]</a> Genesis 19:13-14</p>



<p><a href="#_ftnref5" id="_ftn5">[5]</a> Exodus 7-10</p>



<p><a href="#_ftnref6" id="_ftn6">[6]</a> Exodus 11</p>



<p><a href="#_ftnref7" id="_ftn7">[7]</a> Exodus 12:1-20; Maftir zu Schabbat Hachodesch</p>



<p><a href="#_ftnref8" id="_ftn8">[8]</a> Exodus 12:30-31</p>



<p><a href="#_ftnref9" id="_ftn9">[9]</a> Exodus 12:35-36</p>



<p><a href="#_ftnref10" id="_ftn10">[10]</a> Könige 8:41-43</p>



<p><a href="#_ftnref11" id="_ftn11">[11]</a> Deuteronomium 4:6</p>



<p><a href="#_ftnref12" id="_ftn12">[12]</a> Jeremia 25:11</p>



<p><a href="#_ftnref13" id="_ftn13">[13]</a> Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Babylonisches_Exil</p>



<p><a href="#_ftnref14" id="_ftn14">[14]</a> im Jahre 70 n.d.Z.; Mischna Traktat Taʿanit 4:6</p>
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		<title>Ijar 57876</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/ijar-57876/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 17:09:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Monatsblatt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://hirschinitiative.de/?p=5499</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Tage zwischen Pessach und Schawuoth, die sogenannte Omerzeit, in der die Juden von Ägypten zum Gottesberg wanderten, ist der Aufhänger dieses Aufsatzes von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l. Immer wenn wir meinen, schon fast am Ziel, am Berg Sinai zu sein, fallen wir von dem von Gott uns vorbezeichneten Weg ab, und beginnen wieder [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-small-font-size">Die Tage zwischen Pessach und Schawuoth, die sogenannte Omerzeit, in der die Juden von Ägypten zum Gottesberg wanderten, ist der Aufhänger dieses Aufsatzes von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l. Immer wenn wir meinen, schon fast am Ziel, am Berg Sinai zu sein, fallen wir von dem von Gott uns vorbezeichneten Weg ab, und beginnen wieder unsere Wanderung im Sklavenhaus. — Die Zeit, die Gott uns auf Erden schenkt, richtig nutzen, das bedeutet das „Zählen von Tagen und Wochen“ während dieser Periode.</p>



<p class="has-small-font-size">Dieser Artikel stammt aus der Zeitschrift „Jeschurun“, 2. Jahrgang, Heft 8, Mai 1856. Der Text wurde dem heutigen Sprachgebrauch leicht angepasst, wo nötig mit KI überarbeitet und mit Erklärungen versehen von Michael Bleiberg. Das Original finden Sie in der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main unter: <strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center"><a href="https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/2939783">https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/2939783</a></p>



<p><em>Mit KI habe ich eine kurze Inhaltsangabe gefertigt:</em></p>



<p><em>Der Text beschäftigt sich mit den „Wochen und Tagen der Übergangs-Periode“, mit der Zeit zwischen Pessach und Schawuoth, der sogenannten Omerzeit. In dieser Zeit wanderten die Juden von der Befreiung aus Ägypten bis zum Empfang der Tora am Berg Sinai. Das Zählen von Tagen und Wochen, wie es religiös geboten ist, wird als Sinnbild für das richtige Nutzen der Zeit und als Prüfung dargestellt.</em></p>



<p><em>Der Autor beschreibt, wie das Alte vergangen ist und das Neue noch nicht vollendet wurde. Oft scheitert die Hoffnung auf eine bessere Zukunft an den Prüfungen der Zeit, und alte Missstände kehren in neuen Formen zurück. In dunklen Perioden, in denen die Menschheit den Sinn und Halt verliert, richtet sich das Gebet an Gott, der als einziger unveränderlicher Angelpunkt der Zeiten erscheint. Die Geschichte der Menschheit wird aus göttlicher Perspektive betrachtet: Jahrtausende sind für Gott wie flüchtige Momente, und der Mensch erkennt seine Ohnmacht gegenüber dem göttlichen Willen.</em></p>



<p><em>Die zentrale Botschaft ist, dass wahre Weisheit und Seligkeit nicht aus der äußeren Erforschung der Welt, sondern aus der inneren Verbindung zu Gott entstehen. Die Menschheit kann erst dann Frieden und Erfüllung finden, wenn sie ihre Taten im Einklang mit dem göttlichen Gesetz vollbringt und jeden Augenblick bewusst und treu lebt. Solange Menschen versuchen, aus eigener Kraft Recht und Wahrheit zu definieren, bleiben sie gefangen in den Kreisläufen von Macht, Schwäche und Leidenschaft.</em></p>



<p><em>Erst wenn die Menschheit ihre Grenzen erkennt und sich nach einem höheren, göttlichen Gesetz sehnt, kann sie wirklichen Frieden und Beständigkeit erlangen. Diese Erkenntnis spiegelt sich im Gebet Mosches (Psalm 90) wider, der um göttliche Führung und Gesetz bittet. Die Geschichte Israels wird als Beispiel genommen: Nur durch Prüfungen, Wüstenwanderungen und Selbsterkenntnis reifte das Volk zur Empfängnis des Gesetzes und zum Gesetzesvolk.</em></p>



<p><em>Die Bedeutung der Omerwochen liegt darin, dass Israel gerade in Zeiten der Prüfung und Umwandlung lernen muss, seine Tage und Wochen zu zählen – als Zeichen für die fortwährende Wanderschaft und Entwicklung auf dem Weg zum Ziel. Dabei wird betont, dass nicht nur die Wochen als größere Zeitabschnitte, sondern auch die einzelnen Tage voller Bedeutung sind: Jeder Tag des Ausharrens, der Treue und des Kampfes trägt zur Erfüllung des göttlichen Plans bei.</em></p>



<p><em>Abschließend wird deutlich gemacht, dass Gott die Treue und den Zusammenhalt der wenigen Gerechten in Zeiten der allgemeinen Verirrung besonders wertschätzt und das geistige Band zwischen Vergangenheit und Zukunft bewahrt. Die Gedanken und das Gebet der Gottesfürchtigen werden von Gott gehört und in einem „Buch des Gedächtnisses“ festgehalten. So bleibt die Hoffnung bestehen, dass das Ziel – die Versammlung am Sinai und die Ernte der Früchte aus den Mühen der Vorfahren – eines Tages erreicht wird.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-large-font-size"><strong>Wochen und Tage der Übergangs-Perioden.</strong></p>



<p class="has-text-align-right"><strong>מִצְוָה לְמִימְנֵי יוֹמֵי,<br>וּמִצְוָה לְמִימְנֵי שָׁבוּעֵי<a href="#_ftn1" id="_ftnref1"><sup><strong><sup>[1]</sup></strong></sup></a></strong></p>



<p class="has-text-align-right">Zählet Tage<br>Und zählet Wochen!</p>



<p>Das Alte ist geschwunden — das Neue noch nicht da. Und was noch trüber ist, auch das Neue ist schon alt geworden. Woran die Menschen ihre Hoffnungen für die neue Zukunft geknüpft, es hat die erste Probe nicht bestanden, es war nur in wenigen Gemütern in sittlicher Klarheit und Wahrheit aufgegangen und war den anderen nur eine neue Maske für das alte morsche Unrecht, für den alten morschen Wahn. Darum hat es nicht Stand gehalten in den Geburtswehen der Zeiten und aus seinen Trümmern haben sich die Menschen den Sarg für ihre Hoffnungen gezimmert und haben die Hoffnung begraben und haben gelernt sich ihrer Hoffnung zu schämen.</p>



<p>Und die morgenrotlose Nacht der Gemüter weckt all das Nachtgetier, all das Ungetüm der Nachtgespenster aus ihren kaum verschütteten Gräbern, das alte Unrecht und den alten Wahn und die dumm zutappende Gewalt und die Blindschleichen der Geisterverdumpfung und die kalte schmalstirnige Selbstsucht — auf dem Grabe der Morgenröte beginnen sie ihre nächtlichen Orgien zu feiern, ihnen, den Wiederauferstandenen, meinen sie, sei nun erst recht das Reich ihrer ewigen Herrschaft, gekommen, darum feiern sie schamlos nackt ihre nächtlichen Orgien. Die Erlösungsideen der Wahrheit und des Rechts, der Heiligung und der Sitte, der Menschenwürde und des göttlichen Adels der Menschenseelen sind ja zum Gelächter geworden. Darum verschmähen sie die Hüllen, mit denen sie einst auf ihrem ersten Grabesgang ihre Blößen noch gedeckt, die kindischen Lappen lassen sie den Särgen, zeigen der erschreckten Zeit die alten Schwären<a href="#_ftn2" id="_ftnref2"><sup>[2]</sup></a> und den alten Moder in ihrer ganzen unverhüllten Schreckensgestalt — und sehen nicht in ihrem Taumel, wie sie eben in dieser Verblendung sich das Grab noch tiefer graben, die alte Sehnsucht nach Erlösung nur umso mächtiger wecken und einen Herold mit der Morgenrotbitte an den Thron des Weltenrichters senden, der noch immer Einlass gefunden — die Träne, die die gedrückte, die verkümmerte Menschheit weint.</p>



<p>Eine solche Zeit, in welcher der Genius der Menschheit verzweiflungsvoll in die Nacht ausschaut und vergebens den Schimmerpunkt im Osten sucht, an welchen sich die Hoffnung klammern könnte, es habe schon die Sonne den Nadir<a href="#_ftn3" id="_ftnref3"><sup>[3]</sup></a> überschritten und sende bereits den Dämmerhauch ihres Heranzuges hinter den Rücken der nächtlichen Schläfer voraus — eine solche Zeit, in welcher das Gefühl der Unzulänglichkeit des Bestehenden alle erfüllt, ohne dass einem die Zuversicht inne wohne, die Menschheit werde nun auch fähig sein, aus eigenem Schoße das Neue, das Bessere dauernd zu gebären, — eine solche Angstperiode des Überganges, in welcher die Jahrtausende der Vergangenheit zu versinken scheinen und die Gegenwart verzweiflungsvoll die Hände ringt und sich nicht zu sagen wagt, ob sie als der letzte müde Ausläufer dieser Vergangenheit mit in das Geröll der alten Nacht verschüttet zu werden bestimmt sei, oder die Erschütterungen, die sie fühlt, schon den Geburtswehen einer jungen, frischen Zukunft angehören, vor der sie gleichwohl wie vor jedem Unbekannten nicht minder zittert, weil sie es fühlt, dass, wenn diese Zukunft kommt, sie ohne ihr Zutun nur als Gnadengeschenk einer höheren Macht ihr komme, der sie willenlos wie das Kind im kreisenden Mutterschoß in den Armen liegt — eine solche Zeit war es, in welcher der erste jüdische Seher einst sein Gebet hinaus- betete in die Nacht.</p>



<p>Zu dem einen Einzigen flüchtete er sich hinaus, der „der einzige feste unwandelbare Angelpunkt ist in dem wechselnden Gang der dahin rollenden Zeiten! Wie die Erde, so lässt Er auch die Menschenwelt kreisen, wenn neue Bergeshöhen sich in ihr erzeugen sollen, — sei immer dunkel die Vergangenheit, dunkel die Zukunft, von verhülltem Zeitanfang bis zum verhüllten Zeitenende ist Er allein die alles bewegende Kraft, die alles tragende Macht, ist Er allein — Gott! Bis zur Vernichtung lässt Er die alternde Menschheit schwinden wenn Er gesprochen: kehret wieder als neue Adamssöhne. Tage und Jahre zählt der kurzatmige Mensch; aber von Gottes Augen überschaut gruppiert sich die Geschichte nach Jahrtausenden, und da sind tausend Jahre oft nur wie der Wendepunkt, der den gestrigen Tag von dem heutigen scheidet, sind oft nur eine Nachtwache in der Nacht! Er lässt sie dahin strömen — ihre Bedeutung ist: Schlaf — der Morgen kommt und es steht erfrischt auf wie Kraut — am Morgen blüht es und treibts — es geht zum Abend wieder, dann bricht man die Frucht ab — und wieder dorrt es hin. Wenn es aber mit einem Geschlechte zu Ende geht und es sich ratlos unterm göttlichen Unwillen fühlt, dann sind seine Verkehrtheiten vor Gott getreten, zugleich aber auch die in ihm schlummernde bessere Zukunft vor das Licht seines Angesichts gekommen. Denn wenn erst unsere Tage nichts mehr bedeuten, dann vollenden wir auch unsere Jahre wie einen Traum. Wenn unsere Tage in unsere Jahre und unsere Jahre in jene Jahrtausende aufgehen, wir siebzig und wenn es hoch geht achtzig Jahre in diesen Ozean der Zeiten zählen, Jahre, deren Kern Elend und Unrecht ist, Unrecht ist das wir leiden, oder Unrecht das wir üben, dann — wenn dann die rasche Eile uns abmäht — dann freilich fliegen wir dahin! Wer aber,“ so betete vor mehr als dreitausend Jahren der Seher, „wer aber begreift die stärkende Kraft deines Zornes und dass du nur so viel zürnst, als du verehrt sein willst! Unsere Tage zählen, <strong>das</strong> mögen wir lernen, und dann ein weises Herz mit heimbringen; dann wende dich wieder o Gott, und gib andere Zeiten deinen Dienern. Lasse, wenn es dann wiederum tagt, uns im Bewusstsein deiner Liebe unsere Befriedigung finden, dann werden wir an <strong>jedem</strong> Tage unserer Tage fröhlich sein und froh. Wie du uns Tage gabst, in denen du uns unser Elend fühlen ließest, Jahre, in denen wir nur Unglück kannten, so gib Du uns Freude wieder. Lasse deinen Dienern sich dein Werk erschließen und deine Herrlichkeit über ihre Kinder sich offenbaren, dass an uns die Seligkeit, die du Gott, unser Gott, allein verleihst, sich bewähre: Begründe unserer Hände Werk auf uns, und das Wirken unserer Hände bestimme du es!“ <a href="#_ftn4" id="_ftnref4"><sup>[4]</sup></a></p>



<p>Es ist das Gebet Mosches, des göttlichen Mannes, das wir in schwach nachlallenden Worten wiederzugeben versucht, es ist das Gebet, dessen Kommentar die Weltgeschichte bildet und dessen gottgehobener Blick auf das letzte Ziel aller Menschheitsentwicklung hinweist, aber auch Geist und Gemüt mit einer Weisheit zu rüsten vermag, die die dunkelsten Perioden des Übergangs zu dem einst lichtig tagenden Ziel heiteren Mutes zu bestehen lehrt.</p>



<p>Wohl ist es tröstlich beruhigend, die Jahre der Menschheit aus der göttlichen Himmelsperspektive zu beschauen, in welcher Jahrtausende zu einzelnen Übergangsmomenten in dem großen Entwicklungsdrama der Menschheitsbestimmung zusammenschwinden, wohl ist es tröstlich beruhigend sich sagen zu können: „die Gänge der Zeiten sind sein!&#8220;, sein allmächtiger Wille trägt die Welt und seine ewige Weisheit führt alles herrlich zum Ziel, aus der Nacht zum Tag, aus dem Moder zur Blüte, aus dem Tod zum Leben, wohl mag unser Kleinmut beschämt verstummen, wenn wir auch in der kurzen Spanne unserer siebzig, achtzig Jahre nur so wenig Erfüllung der heißesten Wünsche für das Heil der Menschheit zu erspähen vermögen, indem wir bedenken, wie das, was uns in unserer Beschränktheit nur als Misston erscheint, sich in harmonischen Einklang im Akkord der Äonen<a href="#_ftn5" id="_ftnref5"><sup>[5]</sup></a> auflöst, und was wir als Grabesgang der Vernichtung betrauern, als Vorbereitung ihrer Auferstehung von unseren Urenkeln begrüßt werden werde, und wohl mag hohe Seligkeit den Sterblichen durchschauern, dem es vergönnt wäre, diesen „Gängen Gottes in dem Heiligtum&#8220; der Zeiten denkend, anbetend, zu folgen — allein die Menschheit erlösende Weisheit ist dieser Jahrtausende umspannende Gedanke — nicht. So lange das Heute seinen Trost im „Morgen&#8220; und der morgende Tag nur in dem sich zu versprechen vermag, was ihm der folgende bringen könne, so lange werden Jahre, Jahrhunderte, Jahrtausende dahinschwinden, und Geschlechter vergehen — und haben den Trost nicht gefunden. Erst wenn wir die Weisheit gefunden, die uns <strong>Tage</strong> zählen lehrt, erst wenn <strong>jeder</strong> treu erfüllte Augenblick unseres Daseins in sich uns seine volle Seligkeit zu bringen vermag, wenn wir das Bewusstsein gefunden, das in jeden dahinschwindenden Augenblick die ganze Wonne aller Ewigkeiten zu legen versteht, erst dann wird in jedem Augenblick die ewige Seligkeit reifen und nicht Jahrtausende erst zu sühnen haben, was Jahrtausende gefehlt. Das ist aber die Weisheit, die sich nicht erst aus der Wissenschaft des Himmels und der Erde, nicht aus dem in den Lineamenten<a href="#_ftn6" id="_ftnref6"><sup>[6]</sup></a> des Erdballs, in dem Adergeflecht der Wanzen und Tiere und Menschen erspähten Leben, nicht aus den durchforschten Geheimnissen der Sphären in den Höhen, der Schachten in der Tiefe, der mikroskopischen Wunder im Reich der Lebendigen und der Toten mühsam zusammenbuchstabiert, das ist überall die Weisheit nicht, die dem Menschen erst aus dem sich in die Ferne der Zeiten und Räume verlierenden Blick erwächst, das ist die Weisheit, die dem Menschen aus dem Blick in das <strong>eigene</strong> Innere erblüht, wenn ihm dort das Gottesbewusstsein aufgegangen, und ihm die Welt als Gotteswelt und ihn sich als Gotteskind und Diener gelehrt und er die Frage hinaus ruft an seinen und aller Welten, aller Zeiten Gott: was willst du, dass ich in meiner Spanne Zeit, auf meiner Spanne Raum, mit meiner Spanne Mitteln vollbringe, und er die Stimme Gottes vernimmt, und er der Stimme Gottes gehorcht. Das ist die Weisheit, die in die Sehnsucht nach dem göttlichen Gesetz aufgeht, die die großen Gänge der Zeiten Gott überlässt, und dem Menschen die Seligkeit, die frohe ungetrübte Heiterkeit bringt, die selbst die kurze Spanne eines Eintagslebens durch das Bewusstsein voll zu verleihen vermag: an dieser Stelle, in dieser Zeit, mit diesem kurzen Maß von Kräften den Willen Gottes erfüllt, seiner Bestimmung genügt zu haben. Das ist die Weisheit, die der alte Seher in den einen Wunsch zusammenfasst: Gründe unsere Taten auf uns, mache uns selbstständig, mache uns frei, mache uns unabhängig von der Willkür, von dem Zwang der Gewalten und Mächte und von dem erst im Laufe der Zeiten reifenden Erfolg, lege die Bedingung unseres Handels und den Wert unserer Taten in <strong>uns</strong>, gründe unsere Taten auf <strong>uns</strong>, aber das Tun unserer Hände bestimme <strong>du</strong>, gib du uns das Gesetz für unsere Taten, auf dass jeder einzelne Moment unseres Schaffens und Tuns uns die Beruhigung, uns die Überzeugung, die Gewissheit verleihe, mit jedem Kleinsten und Größten unserer Lebensäußerungen im Einklang mit deinem Willen, deinen großen und ewigen Zwecken und unserer heiligen, ewigen Bestimmung zu stehen und so &nbsp;&nbsp;<strong>&#8222;</strong> <strong>נוֹעָם &#8222;</strong>, die süße Melodie des harmonischen Einklangs unser ganzes Wesen und Leben durchdringe und wir die Seligkeit ganz empfinden, in dem verschwindendsten Augenblick der Tage den uns zugewiesenen Ton gewissenhaft und treu, rein und klar in das große Konzert der Jahrhunderte gespendet zu haben —</p>



<p>Das ist aber auch die Weisheit, in der allein einst der in immer wiederkehrenden Stürmen bewegte Wellenschlag der Gesellschaft zur Ruhe kommen wird. So lange die Freiheit und das Recht, die Selbstständigkeit und die alle gleich adelnde Menschenwürde nur von Menschen und aus dem Menschen heraus gelehrt, demonstriert und verfochten werden wird, so lange wird dies alles immer wieder und wieder, — und oft von denselben Menschen in anderer Glückslage — von Menschen und aus dem Menschen, aus der natürlichen äußerlichen Verschiedenheit der Menschen heraus, bestritten und geleugnet, bekämpft und vernichtet werden, so lange wird immer wieder und wieder der Stärkere zu dem Schwachen, der Herr zu dem Diener sprechen: ich bin mehr als du; sonst wäre ich nicht dein Herr! Und so lange von Menschen das Gesetz für den Menschen gefunden werden soll, so lange die ganze Arbeit der Menschheit noch darin aufgehen soll erst festzustellen, was denn das Wahre und das Rechte, das Edle und das Gute sei, durch welche Formel denn endgültig das Maß für die Tätigkeit und die Bestrebungen der Einzelnen und der Gesamtheit zum dauernden Heile der Gesamtheit und der Einzelnen zu suchen wäre, so lange wird jeder Tag ein anderes Recht und eine andere Wahrheit statuieren, so lange wird der morgende Tag — und oft von denselben Menschen in inzwischen veränderter Stellung — das in Frage gestellt finden, was der gestrige geheiligt, so lange werden Einseitigkeit und Schwäche, Beschränktheit und Leidenschaft, Selbstsucht und Interesse die Gesetze der Menschheit diktieren, so lange wird sich immer wieder und wieder der Blick der Menschen trüben, und ihnen nur das Recht heilig sein, das sie fordern und genießen, in ganz anderem Licht aber ihnen das Recht erscheinen, das sie zu zollen hätten und zu üben — so lange werden die Annalen der Menschheit mit Tränen und Blut geschrieben werden, so lange wird der Kern ihrer Geschichte in &nbsp;<strong>עָמָל וָאָוֶן</strong>, in Elend oder Gewalt aufgehen, und der Friede nur in der Brust des Vereinsamten wohnen. Und so lange noch die Menschen an ihre Zulänglichkeit und ihren Beruf glauben, aus sich heraus die Gesellschaft und den Staat, die Welt und die Gottheit zu gebären und auf ihren Kinderarm den Atlas des Weltalls zu tragen, so lange wird ihre Welt, die Welt des Menschen auf einem feuerdurchglühten Vulkan stehen, und Leidenschaft und Schwäche die umwälzenden Faktoren der Weltgeschichte bleiben. So lange ferner die Erforschung der Wunder der Natur den Menschen immer wieder und wieder zur Anbetung seiner selbst führt, und er vor der Majestät des eignen Geistes kniet, der die Sterne in den Höhen und den Keim in der Tiefe in ihren Gängen und Entwicklungen belauscht, und ihn der Glanz des eigenen Geistes blendet, die überwältigende Strahlenglorie des Geistes nicht zu schauen, dessen Gedanken eben in diesen Wundern sich offenbaren, und dessen Größe und Allmacht und Weisheit und Herrlichkeit und Waltung und Herrschaft in diesen Wundern und in dem Wunder aller Wunder: in dem erkennenden Menschengeist und in dem empfindenden Menschengemüt strahlt und dessen Geist zu unserem Geist aus den Wundern seiner Schöpfung spricht — so lange werden die Angelegenheiten der Menschen jenem Spiel der Leidenschaften, jenem Kampf der Interessen und jenem Gaukelspiel wechselnden Wahnes unrettbar verfallen bleiben, weil ihnen der ewige, feste, unwandelbare Angelpunkt außerhalb und über der Menschheit fehlt, dessen allmächtiger Wille was wahr ist und recht, was rein ist und gut, unantastbar festsetzt, und dessen allmächtige Weisheit und Güte immer bereit ist, das Reich der Weisheit und des Rechts, der Reinheit und Güte auf Erden segnend und schirmend zu fördern, sobald die Menschen sich dem Dienst dieses Reiches mit Aufrichtigkeit und Treue weihen.</p>



<p>Wenn aber einst die Menschen an das Ende ihrer vergeblichen „weltschaffenden&#8220; Versuche angelangt, und ihrer Schwäche und Ohnmacht inne sie die Sehnsucht nach einem <strong>über</strong> ihren Leidenschaften und Schwächen, über ihren Verirrungen und Irrtümern weit hinaus stehenden festen Höhepunkt fassen wird, an welchen sie die Angelegenheiten ihrer kleinen und doch so großen Welt sicher knüpfen könnten — und ihnen gleichzeitig die Schuppen von den Augen fallen und ihnen aus der immer wachsenden Erkenntnis der Welt und ihrer Gesetze endlich, endlich der <strong>Gesetzgeber</strong> in seiner Glorie entgegenstrahlen wird, dann werden sie ihm anbetend entgegenjauchzen, und es wird sie die Sehnsucht nach der Seligkeit einer Ephemeride<a href="#_ftn7" id="_ftnref7"><sup>[7]</sup></a> fassen, die, vom Gesetz des großen Einzigen getragen, selig in seinem Dienst ihr Eintagsleben verlebt, und sie werden hinausbeten zu dem Weltschöpfer und Gesetzgeber: Lasse uns Teil haben an deiner, deiner Welt verliehenen Seligkeit, das Werk unserer Hände gründe auf uns, aber unserer Hände Werk stelle <strong>du</strong> fest, — gib uns dein <strong>Gesetz</strong>, auf dass wir teilhaben an deinem Frieden: <a href="#_ftn8" id="_ftnref8"><sup>[8]</sup></a>   <strong>וִיהִ֤י</strong> <strong>נֹ֤עַם אֲדֹנָ֥י אֱלֹקינוּ עָ֫לֵ֥ינוּ וּמַעֲשֵׂ֣ה יָ֭דֵינוּ כּוֹנְנָ֥ה עָלֵ֑ינוּ וּֽמַעֲשֵׂ֥ה יָ֝דֵ֗ינוּ כּוֹנְנֵֽהוּ</strong>, und dann wird Gott das Gebet seiner Kinder erhören, wie er einst das Gebet seines Dieners Mosche erhört, ja durch ihn schon im Voraus auch ihrem einstigen Gebet Erfüllung bereitete.</p>



<p>Denn Mosches Sehnsucht nach dem Gesetz und nach dem ,,Frieden auf Erden durch das Gesetz aus der Höhe&#8220; ward erhört. Ihn selber erwählte Gott zum Werkzeug der Erfüllung seines Gebets. Er ward gesendet die <strong>שְׁנֵי אַלְפֵי תֹּוהוּ</strong> , die zwei Jahrtausende chaotischer Geschichtsnacht abzuschließen, die <strong>שְׁנֵי אַלְפֵי תּוֹרָה </strong>, die zwei Jahrtausende der Pflanzung des Gesetzes in den Schoß eines Volkes zu begründen, das dann, hinausgestreut in alle Welt, die <strong>שְׁנֵי אַלְפֵי יְמוֹת הַמָּשִׁיחַ</strong> ; die zwei Jahrtausende der Vorbereitung der Erlösung aller Völker durch dies Gesetz vermittelnd durchzuleben bestimmt sein sollte.</p>



<p>Aber nur durch lange und bange Prüfungsnächte der Selbsterkenntnis reift die Menschheit der Sehnsucht und dem Licht Gottes entgegen.</p>



<p>Nur in bangen Prüfungsnächten reifte auch Israel zur Empfängnis des Gesetzes empor. Nur in bangen Prüfungsnächten erstarkte es und erstarkt es in dem göttlichen Beruf, das Gesetzes-Volk zu sein.</p>



<p>Nur durch die Wüste ging — und geht der Weg zum Sinai. Es genügte nicht, im einzig hervorragenden Rettungsmoment die „starke Gotteshand&#8220; zu schauen, die dem Ross und dem Mann und dem Weltmeer gebietet, es genügte nicht sie „fürchten&#8220; und ihr „vertrauen&#8220; gelernt zu haben, — in der Wüste und durch die Wüste musste Mosche das Volk zum Sinai führen, in „Marah&#8220;, dort, wo die Wüste starrt und das Wasser bitter, und nur durch den „von Gott gelehrten Baum&#8220; süß geworden, dort, wo Israel die eigene Ohnmacht und die Kraft des göttlichen Wortes, und die diesem Worte ewig Nahe Bundesallmacht Gottes kennen gelernt — dort,<strong> <a href="#_ftn9" id="_ftnref9"><sup><strong><sup>[9]</sup></strong></sup></a>שָׁ֣ם שָׂ֥ם ל֛וֹ חֹ֥ק וּמִשְׁפָּ֖ט וְשָׁ֥ם נִסָּֽהוּ</strong>, dort legte Gott den Grund, dort gründete er ihm Gesetz und Recht und dort führte Er es in die Prüfungsschule und sprach: „Wirst du der Stimme Gottes, deines Gottes horchen und was in seinen Augen das Rechte ist üben , seinen Geboten dein Ohr entgegen bringen und alle seine Gesetze hüten: so werde ich all das Siechtum, das ich in Mizrajim gegeben, über dich nicht verhängen; denn Ich, Gott, bin dein Arzt.<a href="#_ftn10" id="_ftnref10"><sup>[10]</sup></a>&#8222;</p>



<p>Und so oft Israel an der Kraft dieses göttlichen Wortes irre geworden und das gesetzlose Siechtum der Völker als ungebundene Fülle der Gesundheit beneidete, führte Gott es immer wieder und wieder in die Wüste, zerstreute es zuletzt hin in die <strong>מִדְבַּר הָעַמִּים</strong> , in „die Wüste der Völker&#8220;, ließ es kennen lernen die von ihm beneideten siechen Zustände der Völker, ließ es die öden Jahrhunderte der Völkergeschichte durchwandern und in der Wüste der Zeiten, am Bitterbrunnen, stets die wunderbar erhaltende und beseligende Kraft des Gesetzes erfahren, das es trug.</p>



<p>Die Wochen vor allem, in welchen es von Mizrajim durch die Wüste zu dem Sinai gewandert und am Schilfmeer, am Bitterbrunnen, bei Manna und Wachteln, am Haderfels und unterm Amaleks- schwert die immer nahe Wundermacht Gottes — aber auch die eigene Ohnmacht, und den eigenen Ungehorsam und den eigenen Kleinmut erfuhr, der immer noch zweifelnd sich fragte: ob wohl Gott bei mir ist oder nicht? — diese sieben Wochen waren es vor allem, in welchen es noch nach Jahrtausenden stets die höchsten Prüfungen zu bestehen hatte, so oft es das Banner seines Gesetzes verloren hatte und erst wieder durch die Wüste — zum Sinai wandern sollte.</p>



<p>Und durch diese Wochen des Überganges, der Wanderung und Prüfung geleitet uns das <strong>Gebot</strong>: <strong>Wochen und Tage zu zählen.</strong></p>



<p>Wir zählen <strong>Wochen</strong> und sagen uns, wie glücklich auch die äußeren Zustände sich zu gestalten scheinen mögen, — mögen sie uns nimmer blenden! Nur auf den Höhen des Gesetzes winkt uns das Ziel, bedeutungslos sind unsere Tage, so wie noch fernab vom Sinai. Und wenn auch Äcker blühen und Sicheln sich regen, für Israel blüht kein Acker, für Israel grünt keine Saat, „Israels Händewerk steht nimmer selbstständig und fest auf seine freie Kraft gegründet, so ihm Gott nicht dies Händewerk begründet,&#8220; so ihm Gottes Gesetz nicht feststellt das Wirken seiner Hand, so es Gott nicht dient mit seinem Wirken und Schaffen. Israel hat sein Ziel nicht erreicht bis es seine Prüfungswochen durchgezählt und einmütig wieder um den im Gesetzesfeuer leuchtenden Sinai-Gipfel lagert.</p>



<p>Wir zählen <strong>Wochen</strong> und sagen uns, wie trübe sich auch die Zeiten gestalten und wenn auch Druck und Hohn, Verkennung und Gewalt uns die Tage unserer Wanderschaft umdüstern — Tage runden sich zu Wochen, — vorwärts liegt unser Ziel, — vollenden wir nur mutig und stark die Wochen der eigenen Umwandlung, der eigenen Prüfung und Läuterung, wandern wir nur mitten durch die Wüste zu den Höhen des Sinai heran, auf dem Gipfel des Gottesberges wohnt das Gesetz und die Freiheit, — die Hand, die das Werk unserer Hände festigt, festigt auch die Hand für das Werk.</p>



<p><strong>Wochen</strong> zählen wir. Lasst den Kleinmut am Kummertuch der Gegenwart nagen, lasst den Kleinmut über die trüben Gestaltungen des Tages an der lichteren Zukunft verzweifeln, lasst die Ungeduld in dem langsamen Fortschritt der Zeiten die Hoffnung verlieren, jeder Tag bringt uns dennoch vorwärts! Und wenn auch derer immer weniger werden, die den Tag ihrer Wanderung nach ihrer Entfernung vom Sinai zählen und schätzen, immer weniger derer, die sich nach der Sinai-Höhe sehnen und von dem leuchtenden Sinai-Gipfel Licht und Wärme, Glut und Leben erhoffen, und immer stärker wird die Zahl derer, die die durch die Wüste zum Sinai wandernde Jakobsfamilie verlassen, und seitabwärts zu Ammon und Moab, Amalek und Edom pilgern, oder sich eine Oase in der Wüste erwählen, oder sich in den Irrgängen der Einöde verlieren — wir wissen es, Wochen des Übergangs, der Prüfung und Läuterung zählen wir, die Periode der Nacht und der Nichtigkeit geht herum, es kommt das Ende, es winkt das Ziel, die Enkel, die Urenkel finden sich einst alle wieder am Sinai zusammen und ernten in Freuden die Garben, die die Väter in Tränen und Seufzen gesät.</p>



<p><strong>Aber wir zählen auch Tage!</strong> Mögen auch erst Enkel, Urenkel erst sich der heiteren, besseren, glücklicheren Zeit in Israel erfreuen, mögen erst ihnen die Saaten reifen, für die die Väter den Boden erst unter Tränen und Seufzern erkämpfen, auch die Tage der Tränen und des Seufzens, auch die Tage des Kämpfens und Ringens, die Tage des mutigen Ausharrens und der vereinsamten Festigkeit, auch die nur im Hinzählen zur Woche ihre Bedeutung suchenden und erst im Abschluss der Woche ihre Bedeutung findenden Tage sind bedeutungsvoll und wiegen inhaltsschwer auf der gerechten Wage des ewigen Zeitenrichters. <a href="#_ftn11" id="_ftnref11"><sup>[11]</sup></a> <strong>יָ֭קָר בְּעֵינֵ֣י ה&#8216; הַ֝מָּ֗וְתָה לַחֲסִידָֽיו</strong> &nbsp;„auch ein solcher Tod der Gott-Treuen wiegt schwer in Gottes Augen&#8220;, er zählt nicht nur die schaffende Tat, das vollendende Wirken, den verwirklichenden Aufbau seines Reiches auf Erden — in Zeiten des Überganges, wo das Schaffen so schwer, das Wirken so gehemmt, der vollendende Aufbau und Ausbau fast unmöglich, gilt ihm auch die Treue der Gesinnung, die Wahrheit der Gedanken, die Kraft des Beharrens, der Sieg des Gewissens, und auch die haben ihm gelebt, die in Zeiten des Leichtsinns und des Abfalls, des Irrtums und des Wahns, die <strong>Gedanken</strong> des Ernstes und der Treue, der Wahrheit und des in Gott zu vollendenden Lebens und damit das geistige Band gerettet, das einst die bessere, erleuchtetere Zukunft mit dem von Gott gelegten Boden der Vergangenheit zu verknüpfen vermag, aus welchem dann das richtigere, vollere Heil den Urenkeln erblühen wird. An dem stillen, geistigen, sich gegenseitig weckenden und ermutigenden Zusammenhalten weniger Treuen spinnt Gott in Zeiten allgemeiner Verirrung das Band <strong>seiner</strong> Geschichte fort,</p>



<p class="has-text-align-center">&nbsp;<strong>אָ֧ז נִדְבְּר֛וּ יִרְאֵ֥י ה&#8216; אִ֣ישׁ אֶל־רֵעֵ֑הוּ וַיַּקְשֵׁ֤ב ה&#8216; וַיִּשְׁמָ֔ע וַ֠יִּכָּתֵ֠ב סֵ֣פֶר זִכָּר֤וֹן לְפָנָיו֙ לְיִרְאֵ֣י ה&#8216; וּלְחֹשְׁבֵ֖י שְׁמֽוֹ׃</strong><strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center"><strong>וְהָ֣יוּ לִ֗י אָמַר֙ ה&#8216; צְבָא֔וֹ&#8216; לַיּ֕וֹם אֲשֶׁ֥ר אֲנִ֖י עֹשֶׂ֣ה סְגֻלָּ֑ה וְחָמַלְתִּ֣י עֲלֵיהֶ֔ם כַּֽאֲשֶׁר֙ יַחְמֹ֣ל אִ֔ישׁ עַל־בְּנ֖וֹ הָעֹבֵ֥ד אֹתֽוֹ׃</strong><strong></strong></p>



<p>im still trauten Verkehr tauschen die Gottesfürchtigen dann ihre Gedanken aus einer gegen den anderen, und Gott merket auf und hört es und daraus schreibt sich das Buch des Gedächtnisses vor ihm für die, die ihn fürchten und seinen Namen denken. ״Das sind die Meinen!&#8220; spricht Gott, „für die Zeit, die ich mir zubilde, und ich schone ihrer, wie der Vater seines Sohnes schont, der ihm dient.&#8220;<a href="#_ftn12" id="_ftnref12"><sup>[12]</sup></a></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Menachot 66a;</p>



<p><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> eiterndes Geschwür</p>



<p><a href="#_ftnref3" id="_ftn3">[3]</a> KI: Der Nadir (aus dem Arabischen für „Gegenstück“) bezeichnet astronomisch den Punkt senkrecht unter einem Beobachter, entgegengesetzt zum Zenit. ….und figürlich … einen absoluten Tiefpunkt.</p>



<p><a href="#_ftnref4" id="_ftn4">[4]</a> Psalm 90</p>



<p><a href="#_ftnref5" id="_ftn5">[5]</a> KI: Äonen (Plural von Äon, griech. <em>aiṓn</em> = Ewigkeit/Zeitalter) bezeichnet extrem lange Zeiträume, oft verwendet für geologische Zeitalter (Hunderte Millionen bis Milliarden Jahre). Es bedeutet Weltalter, Unendlichkeit oder eine Ära. <strong>Synonyme</strong> sind Zeitalter, Ära, Epoche, Ewigkeit, Weltalter</p>



<p><a href="#_ftnref6" id="_ftn6">[6]</a> Wikipedia: Ein Lineament ist eine gerade oder leicht gebogene, linienhafte Struktur, an der eine Oberfläche oder ein Körper charakteristische Merkmale aufweist oder an der sich der Aufbau ändert. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird als Lineament auch ein Charakterzug bezeichnet. Früher bezeichnete man auch den Umriss, den Gesichtszug oder auch die Linien der Hand als Lineament.</p>



<p><a href="#_ftnref7" id="_ftn7">[7]</a> KI: Eine Ephemeride (Plural: Ephemeriden) ist eine Tabelle, die die vorausberechneten Positionen von Himmelskörpern (Sonne, Mond, Planeten, Satelliten) zu bestimmten Zeitpunkten angibt.</p>



<p><a href="#_ftnref8" id="_ftn8">[8]</a> Psalm 90:17</p>



<p><a href="#_ftnref9" id="_ftn9">[9]</a> Exodus 15:24</p>



<p><a href="#_ftnref10" id="_ftn10">[10]</a> Exodus 15:25</p>



<p><a href="#_ftnref11" id="_ftn11">[11]</a> Psalm 115:15; „Selten lässt der Herr seine Frommen [frühzeitig] sterben.“ (Übersetzung Rabbiner Dr. S. Bernfeld); „Wertvoll ist in Gottes Augen auch dies hinsterbende Geschick, das den Ihm sich Weihenden geworden.“ (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p><a href="#_ftnref12" id="_ftn12">[12]</a> Melachi 3: 16-17; „Da sprachen sich die Gottesfürchtigen einer gegen den anderen aus und Gott horschte hin und hörte auf sie und das schrieb sich zusammen zu einem Buch des Gedächtnisses vor Ihm für die, die Gott fürchten und Seinen Namen hochhalten. Und die bleiben Mein sprach Gott der Schöpfungsscharen, für den Tag, da Ich ein ausschließlich Mir Angehöriges bilde und Ich sorge schonen für sie, wie ein Mann schonend sorgt für seinen Sohn, der ihm dient.“ (Übersetzung Dr. Mendel Hirsch)</p>
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		<title>Magazin für den Monat Ijar 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-ijar-5786/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 16:31:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
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		<title>Willkommen zur 7. Ausgabe des 5. Jahrgangs der Monatszeitschrift</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/willkommen-zur-7-ausgabe-des-5-jahrgangs-der-monatszeitschrift/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 15:43:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Willkommen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>für den Monat Nissan 5786 Allen unseren jüdischen Lesern, Förderern und Freunden wünschen wir פסח כשר ושמח &#160; ein koscheres und fröhliches Pessachfest Allen unseren nichtjüdischen Lesern, Förderern und Freunden wünschen wir ein frohes Osterfest Natürlich steht das Pessachfest, der Geburtstag des jüdischen Volkes, im Mittelpunkt dieser Ausgabe. Das Monatsblatt von Rabbiner Samson Raphael Hirsch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2022/08/image.png" alt="Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist image.png"/></figure>



<p class="has-text-align-center has-large-font-size"><strong>für den Monat Nissan 5786</strong></p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:25px"><strong>Allen unseren jüdischen Lesern, Förderern und Freunden wünschen wir</strong></p>



<p class="has-text-align-center has-large-font-size"><strong>פסח כשר ושמח</strong> &nbsp;</p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:25px"><strong>ein koscheres und fröhliches Pessachfest</strong></p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:25px"><strong>Allen unseren nichtjüdischen Lesern, Förderern und Freunden wünschen wir</strong></p>



<p class="has-text-align-center" style="font-size:35px"><strong>ein frohes Osterfest</strong><strong></strong></p>



<p>Natürlich steht das Pessachfest, der Geburtstag des jüdischen Volkes, im Mittelpunkt dieser Ausgabe.</p>



<p>Das Monatsblatt von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l beschäftigt sich mit der Frage, ob es uns gelingen wird, die Juden, die sich vom orthodoxen Judentum abgewendet haben, wieder zum Judentum zurückzuführen. Das Pessachfest wird dabei helfen.<br><strong>Das Monatsblatt für den Monat Nissan finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/nissan-5786/" data-type="link" data-id="https://hirschinitiative.de/nissan-5786/">hier.</a></strong></p>



<p>Auch die Kinderecke befasst sich mit dem Pessachfest. Die Autorin dieser Märchengeschichte nimmt uns mit ins „Traumland“, ins Reich der Feen und Elfen.<br><strong>Die Kinderecke mit einem „Feenpessach“ finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/kinderecke-nissan-5786/" data-type="link" data-id="https://hirschinitiative.de/kinderecke-nissan-5786/">hier.</a></strong></p>



<p>Die Sederschüssel ist der Mittelpunkt des Sedertisches. Welche Unterschiede gibt es diesbezügl. zwischen dem sefardischen und aschkenasischen Ritus.<br><strong>Alles über die „Sederschüssel“ finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/die-sederschuessel/" data-type="link" data-id="https://hirschinitiative.de/die-sederschuessel/">hier.</a></strong></p>



<p>Last but not least eine Buchvorstellung.<br><strong>Die Buchbespechung „Falk Nefts Heimkehr“ und „Mein Weg“ finden <a href="https://hirschinitiative.de/buchbesprechung/" data-type="link" data-id="https://hirschinitiative.de/buchbesprechung/">hier.</a></strong></p>



<p>Wie immer haben Sie die Möglichkeit das komplette Magazin herunterzuladen<br><strong>Das Magazin für den Monat Nissan finden Sie</strong> <strong><a href="https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-nissan-5786/" data-type="link" data-id="https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-nissan-5786/">hier.</a></strong></p>



<p></p>
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		<title>Nissan 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/nissan-5786/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 15:29:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Monatsblatt]]></category>
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		<title>Buchbesprechung</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/buchbesprechung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 15:21:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verlag Morascha]]></category>
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		<title>Die Sederschüssel</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/die-sederschuessel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 15:13:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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		<title>Kinderecke Nissan 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/kinderecke-nissan-5786/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 15:07:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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		<item>
		<title>Magazin für den Monat Nissan 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-nissan-5786/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 14:17:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="_df_book df-lite" id="df_5450"  _slug="" data-title="magazin-nissan-5786" wpoptions="true" thumbtype="" ></div><script class="df-shortcode-script" nowprocket type="application/javascript">window.option_df_5450 = {"outline":[],"autoEnableOutline":"false","autoEnableThumbnail":"false","overwritePDFOutline":"false","direction":"1","pageSize":"0","source":"https:\/\/hirschinitiative.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Magazin-Nissan-5786.pdf","wpOptions":"true"}; if(window.DFLIP && window.DFLIP.parseBooks){window.DFLIP.parseBooks();}</script>



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			</item>
		<item>
		<title>Willkommen zur 6. Ausgabe des 5. Jahrgangs der Monatszeitschrift</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/willkommen-zur-6-ausgabe-des-5-jahrgangs-der-monatszeitschrift/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Feb 2026 09:30:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Willkommen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>für den Monat Adar 5786 Allen unseren Lesern, Förderern und Freunden wünschen wir חג פורים שמח &#8211; ein fröhliches Purim-Fest Natürlich steht das Purimfest im Mittelpunkt dieser Ausgabe. Jedoch im Monatsblatt für diesen Monat befasst sich Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l mit der Bedeutung der Paraschat Sachor. Es geht um den Kampf der Amalekiter gegen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1000" height="209" src="https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2022/08/image.png" alt="" class="wp-image-3467" srcset="https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2022/08/image.png 1000w, https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2022/08/image-300x63.png 300w, https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2022/08/image-768x161.png 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>



<h1 class="wp-block-heading has-text-align-center has-large-font-size">für den Monat Adar 5786</h1>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>Allen unseren Lesern, Förderern und Freunden wünschen wir</strong></p>



<p class="has-text-align-center has-large-font-size"><strong>חג פורים שמח</strong><strong> </strong><strong>&#8211; ein fröhliches Purim-Fest</strong></p>



<p>Natürlich steht das Purimfest im Mittelpunkt dieser Ausgabe.</p>



<p>Jedoch im Monatsblatt für diesen Monat befasst sich Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l mit der Bedeutung der Paraschat Sachor. Es geht um den Kampf der Amalekiter gegen das gerade in die Freiheit entsandte Volk der Kinder Israels.<br><strong>Das Monatsblatt für den Monat Adar finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/adar-5786/">hier.</a></strong></p>



<p>Die Zeit zwischen Purim und Peßach betrachtet ein Autor in der Zeitschrift Nachalat Zwi.<br><strong>Den Artikel „Zwischen Purim und Peßach“ finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/zwischen-purim-und-pessach/" data-type="link" data-id="https://hirschinitiative.de/zwischen-purim-und-pessach/">hier.</a></strong></p>



<p>Die Kinderecke darf natürlich nicht fehlen. Um einen Kinderstreich, wie bei „Max und Moritz“ geht es dabei.<br><strong>Die „Kinderecke“ mit einem misslungenen Purimstreich finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/kinderecke-purim-5786/">hier.</a></strong></p>



<p>Zur Jahrzeit von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l waren wir in Frankfurt am Main.<br><strong>Die „Danksagung“ finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/danksagung/">hier.</a></strong></p>



<p>Wie immer haben Sie die Möglichkeit das komplette Magazin herunterzuladen<br><strong>Das Magazin für den Monat Schewat finden Sie</strong> <a href="https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-adar-5786/">hier.</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Danksagung</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/danksagung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Feb 2026 09:16:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://hirschinitiative.de/?p=5437</guid>

					<description><![CDATA[<p>An dieser Stelle möchten wir uns bei der Gemeinde Frankfurt am Main für die Ausrichtung der Haskarafeierlichkeiten anlässlich der Jahrzeit von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l am 27. Teweth bedanken. Insbesondere bei Herrn Rabbiner Apel, Herrn Rabbiner Sousan und Herrn Chajm Sharvit die dafür sorgten, dass wir uns in Frankfurt wie zu Hause fühlen konnten. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>An dieser Stelle möchten wir uns bei der Gemeinde Frankfurt am Main für die Ausrichtung der Haskarafeierlichkeiten anlässlich der Jahrzeit von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l am 27. Teweth bedanken. Insbesondere bei Herrn Rabbiner Apel, Herrn Rabbiner Sousan und Herrn Chajm Sharvit die dafür sorgten, dass wir uns in Frankfurt wie zu Hause fühlen konnten. Bedanken möchten wir uns auch bei Herrn Abraham Ben der den Kontakt zum „Altenzentrum der Jüdische Gemeinde Frankfurt/M“ herstellte, damit wir dort auch nächtigen konnten. Und auch bei Herrn Fiszel Ajnwojner für die Ausrichtung des Tikkun in der Westend Synagoge.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2026/02/Grabstelle-Hirsch-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-5438" srcset="https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2026/02/Grabstelle-Hirsch-768x1024.jpg 768w, https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2026/02/Grabstelle-Hirsch-225x300.jpg 225w, https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2026/02/Grabstelle-Hirsch-1152x1536.jpg 1152w, https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2026/02/Grabstelle-Hirsch-1536x2048.jpg 1536w, https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2026/02/Grabstelle-Hirsch-scaled.jpg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Kinderecke Purim 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/kinderecke-purim-5786/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Feb 2026 09:13:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://hirschinitiative.de/?p=5431</guid>

					<description><![CDATA[<p>„Der Israelit“ war die Zeitung für das orthodoxe deutsche Judentum bis zu seiner Auflösung im Jahre 1936 schlechthin. Wie sehr das orthodoxe deutsche Judentum auch mit der deutschen Kultur verwurzelt war, mag dieses Purimgedicht zeigen, das mich sofort an Wilhelm Busch (1832-1908) erinnerte, dessen Verhältnis zu Juden zumindest strittig erscheint[1]. Der Autor dieses Gedichtes heißt [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-small-font-size">„Der Israelit“ war die Zeitung für das orthodoxe deutsche Judentum bis zu seiner Auflösung im Jahre 1936 schlechthin. Wie sehr das orthodoxe deutsche Judentum auch mit der deutschen Kultur verwurzelt war, mag dieses Purimgedicht zeigen, das mich sofort an Wilhelm Busch (1832-1908) erinnerte, dessen Verhältnis zu Juden zumindest strittig erscheint<a id="_ftnref1" href="#_ftn1"><sup>[1]</sup></a>. Der Autor dieses Gedichtes heißt nicht Bählam, wie er uns zunächst einreden will — die Verse sind am Ende mit I. C, Hambg. unterzeichnet — sondern sollen eine Anspielung auf Buschs vorletzte Bildergeschichte „Balduin Bählamm, der verhinderte Dichter“ anspielen.</p>



<p class="has-small-font-size">Bei dem Autor des Gedichtes „I. C. aus Hamburg“ handelt es sich wahrscheinlich um Issak Cohn.<a id="_ftnref2" href="#_ftn2">[2]</a></p>



<p class="has-small-font-size">Den Artikel habe ich in der Zeitschrift der „Der Israelit“, 52. Jahrgang, Heft 10, vom 9. März 1911 gefunden</p>



<p class="has-small-font-size">Der Text wurde <strong>im Original belassen</strong> und mit Erklärungen versehen von Michael Bleiberg. Das Original finden Sie in der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main unter:</p>



<p class="has-text-align-center has-small-font-size"><p><a href="https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pagetext/2494541">https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pagetext/2494541</a></p></p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><p><strong>Ein mißlungener Purimstreich</strong></p></p>
</div></div>



<p class="has-text-align-center"><p><strong>Von Bählam.</strong></p></p>



<p class="has-text-align-center"><p>(Nach einer wahren Begebenheit.)</p></p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p>Wenn nach Winters trüben Plagen<br>Man sich naht den Frühlingstagen,<br>Jubelt Knab&#8216; wie Mägdelein:<br>Bald wirds wieder Purim sein!<br>Auch im Städtchen Frankenort<br>Hörte man dies frohe Wort,<br>Und zumeist im Hause Ruben:<br><strong>„Pensionat für böse Buben.&#8220;</strong><br><strong>Lehrer Ruben</strong> war bekannt<br>Als ein strenger Mann im Land,<br>Er erzog zu Sitt&#8216; und Tugend<br>Die ihm anvertraute Jugend.<br>Bei dem Werk, das hart und schwer<br>Stützt ihn die <strong>Frau Ruben</strong> sehr.<br>War er streng und nimmermüde,<br>So zerfloß sie ganz vor Güte.<br>Auch im Kochen war sie groß.<br>Kurz: Frau Ruben hat&#8216; was los.</p>
</div></div>
</div></div>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p>Trotz des Taanith Esther<a id="_ftnref3" href="#_ftn3">[3]</a> steht se<br>Und backt Kuchen, das versteht se.<br>Doch die sieben bösen Buben<br>Aus dem Pensionate Ruben<br>Sind heut schulfrei und zuhaus —<br>Und da wird nichts Gutes draus!<br>Immer Einer hinterm Andern<br>Sieht man sie zur Küche wandern,<br>Wo Frau Ruben grad voll Eifer<br>Ihren Schnee schlägt steif und steifer.<br>Böses brütend im Gemüt<br>Stell&#8216; sie sich in Reih&#8216; und Glied,<br>Und voll arger Neugier plagen<br>Sie die gute Frau mit Fragen,<br>Ob der Kuchen wie alljährlich<br>Sei bestimmt dem Lehrer <strong>Ehrlich</strong>.<br>Als dies hat bejaht Frau Ruben,<br>Freuten sich die losen Buben,<br>Denn es plant ihr Schelmenherz<br>Einen argen Purimscherz.<br>Einer holt vom Bord die Tüte,<br>Voll mit Pfeffer erster Güte:<br>Tiefen Inhalt werfen sie<br>In die Masse sonder Müh&#8216;,<br>Als Frau Ruben sorgsam sehr<br>Nochmals prüft die Ofenröhr&#8216;,<br>Ob sie sei genug erhitzt.<br>Wie es ihrem Kuchen nützt.<br>Des Gewürzes scharfer Duft<br>Füllt die warme Küchenluft,<br>Daß Frau Ruben unbewußt<br>Dreimal „hazzi&#8220; niesen mußt.<br>Leider kann sie nicht versuchen.<br>Weil sie fastet, ihren Kuchen,<br>Doch die Buben tun&#8217;s für sie<br>Und beteuern: „Gut, wie nie,&#8220;<br>Rührn ihn auch noch einmal um,<br>Ach, sie wissen wohl, warum.</p>
</div></div>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p>Ahnungslos in ihren Stuben<br>Putzt für Purim die Frau Ruben,<br>Sieht auch mal so nebenher<br>Nach dem Kuchen in der Röhr&#8216;.<br>Der geht hoch und bräunt sich schön,<br>Ein Vergnügen ists zu sehn.<br>Doch die Buben, die sind heute<br>Voll von innrer Schadenfreude.<br>Als der Purim kommt heran,<br>Sieht man&#8217;s ihnen deutlich an.<br>Und Frau Ruben meinet weise:<br>Sehr in Sorgen um se sei se,<br>Denn sie lächeln so versteckt.<br>Als ob sie was ausgeheckt.<br>Doch ihr Mißtraun rasch verfleucht sich,<br>Als Herr Ruben sagt, sie täuscht sich,<br>Weils doch einmal Purim heute,<br>Gönn&#8216; er Jedem seine Freude,<br>Allerdings, worum er bitte.<br>In den Grenzen guter Sitte.<br>Drauf, so sieht man diese Knaben<br>Nach Herrn Ehrlichs Hause traben<br>Mit dem Kuchen in den Händen,<br>Den zu Purim Rubens senden<br>Dem Kollegen Meier Ehrlich<br>Als Schelach-Monaus<a id="_ftnref4" href="#_ftn4">[4]</a> wie alljährlich.<br>Und es sagt der gute Lehrer,<br>Sehr zu Dank gerühret wär&#8216; er.<br>So gelang der böse Scherz —<br>Ach ihr loses Bubenherz<br>Fühlt von Reue keine Spur<br>Und sie denken: „Iß du nur!&#8220;</p>
</div></div>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<p>Als am selben Nachmittage<br>Von des Purims Küchenplage<br>Ruhet grad Frau Ruben aus,<br>Tritt Herr Ehrlich in ihr Haus.<br>Fürs Schelach-Monaus danken möcht&#8216; er<br>Und es wär&#8216; das Beste, dächt&#8216; er,<br>Kämen Herr und Madame Ruben<br>Heut zu ihm mit ihren Buben.<br>Als mans diesen anvertraut,<br>Sind sie nicht davon erbaut.<br>Und mit Zittern nur und Zagen<br>Abends den Besuch sie wagen,<br>Und sie tuscheln sich ins Ohr:<br>„Du, mir ist recht mies davor!&#8220;<br>Ihr Gewissen mächtig drückt se,<br>Doch Herr Ehrlich kaum erblickt se,<br>Als er spricht voll Freundlichkeit:<br>„Was Besondres gibt es heut.<br>Jedes Jahr, zum Purimfeste<br>Hab&#8216; allein ich, ohne Gäste<br>Solches Kunstwerk schon verzehrt,<br>Wies Frau Ruben mir verehrt.<br>Heut jedoch tat ich versuchen<br>Nur ein Stückchen von dem Kuchen,<br>Als dann faßt&#8216; ich den Beschluß,<br>Daß ich diesen Hochgenuß<br>Auch verschaffen müßt&#8216; den Buben<br>Aus dem Pensionate Ruben,<br>Weil sie sichtlich so voll Freude<br>Mir den Kuchen brachten heute.&#8220;<br>Tiefe drückt&#8217;s Gewissen heiß.<br>Ach, kein Zweifel, daß er&#8217;s weiß,<br>Ihr Gesicht wird lang und länger,<br>Und ihr Herz schlägt bang und bänger.<br>„Nun, langt zu und laßts Euch schmecken.&#8220;<br>Doch für seine andren Gäste<br>Holt herbei er&#8217;s Allerbeste,<br>Zwischendurch dann nötigt er:<br>„Jungens, esset doch noch mehr!&#8220;<br>Und sie essen voller Grauen,<br>Wagen kaum mehr aufzuschauen.<br>Und mit unterdrücktem Pusten.<br>Denn der Kuchen reizt zum Husten.<br>Drauf recht würdig spricht Herr Ruben:<br>„Ich versteh&#8216; nicht diese Buben,<br>Schwärmen sonst für Kuchen sehr.<br>Und am Purim gehts so schwer!&#8220;<br>Seine Frau voll Freundlichkeit<br>Sagt: „Das ist nur Schüchternheit!&#8220;<br>Als der Kuchen geht zu Ende.<br>Reibt Herr Ehrlich sich die Hände<br>Und dann spricht er voll Gemüt:<br>„Ihr habt Mut, soviel man sieht!&#8220;<br>Als die Kuchenplatte leer.<br>Plagt ein Durstgefühl sie sehr.<br>Ehrlich fragt infolgedessen:<br>„Habt Ihr heut wohl scharf gegessen?&#8220;<br>Was nach ihrem besten Wissen<br>Rubens glatt verneinen müssen.<br>Und er spricht noch salbungsvoll,<br>Er sei gegen Alkohol<br>Bei der ihm vertrauten Jugend.<br>Nur im Wasser läg&#8216; die Tugend.</p>
</div></div>



<p>Magenbrennen ist nicht schön,<br>Sich die Buben still gestehn.<br>Einer immer hinterm Andern<br>Sieht man sie zur Küche wandern.<br>Zu der Leitung edlem Naß!<br>„Siehste wohl, das kommt von das!&#8220;</p>



<p>Als man dann vom Tische geht,<br>Weils Herr Ruben findet spät.<br>Dankt man, wie das heischt die Pflicht,<br>Die Gefühle sind gemischt.<br>Herzlich dankt Familie Ruben,<br>Schändlich findens ihre Buben,<br>Daß man schließlich trotz Verdruß<br>Auch noch höflich danken muß.</p>



<p>Lehrer Ehrlich gibts Geleite,<br>Draußen nimmt er sie beiseite —<br>Während heimwärts lenkt die Wege<br>Mit der Gattin der College —<br>Spricht er: „Seht ihrs nun, ihr Buben,<br>Grabt ihr Andern solche Gruben,<br>Fallt wie Haman<a id="_ftnref5" href="#_ftn5">[5]</a> ihr hinein;<br>Laßt euch dies &#8217;ne Lehre sein!<br>Zwar nicht an den Galgen müßt &#8218;r.<br>Wie Achaschweroschs Minister,<br>Doch es gibt zu unserem Glücke<br>Auch für solche Galgenstricke<br>Einen Pranger, weit zu sehn,<br>Dran sollt Ihr zur Strafe stehn:<br>Fort mit Euch, zu Nutz&#8216; und Schrecke<br>In die Purim-Kinder-Ecke!</p>



<p class="has-text-align-right">I. C, Hambg.</p>



<p><strong>Wilhelm Busch Antisemitismusvorwurf </strong> (aus Wikipedia)</p>



<p>Der sogenannte Gründerkrach von 1873 führte zu einer wachsenden Kritik an der Hochfinanz, verbunden mit einer Ausbreitung und Radikalisierung des modernen Antisemitismus, der in den 1880er Jahren zu einer starken Unterströmung in den Meinungen und Einstellungen der Deutschen wurde. Antisemitische Agitatoren wie Theodor Fritsch unterschieden zwischen „raffendem“ Finanzkapital und „schaffendem“ Produktionskapital, zwischen den „guten“, „bodenständigen“ „deutschen“ Fabrikanten und den „raffenden“, „gierigen“, „blutsaugenden“ „jüdischen“ Finanzkapitalisten, die als „Plutokraten“ und „Wucherer“ bezeichnet wurden. Antisemitismusvorwurf</p>



<p>Der sogenannte Gründerkrach von 1873 führte zu einer wachsenden Kritik an der Hochfinanz, verbunden mit einer Ausbreitung und Radikalisierung des modernen Antisemitismus, der in den 1880er Jahren zu einer starken Unterströmung in den Meinungen und Einstellungen der Deutschen wurde.</p>



<p>Auch Wilhelm Busch wird vorgeworfen, diese antisemitischen Klischees bedient zu haben. Als Beleg werden dafür meist zwei Stellen herangezogen. In der frommen Helene heißt es:</p>



<p>Einleitung zum 5. Kapitel von Plisch und Plum</p>



<p>Und der Jud mit krummer Ferse,<br>Krummer Nas’ und krummer Hos’<br>Schlängelt sich zur hohen Börse<br>Tiefverderbt und seelenlos.</p>



<p>Der Dichter und Busch-Verehrer Robert Gernhardt weist darauf hin, dass diese Stelle, im Kontext gelesen, nicht Buschs eigene Sichtweise wiedergibt, sondern diejenige der Dörfler karikiert, unter denen Helene lebt. Denn im Weiteren malt der liberale, antiklerikale und dem Alkohol nicht abgeneigte Busch weitere angebliche Gefahren des Stadtlebens in ironisch schwarzen Farben aus:</p>



<p>Schweigen will ich von Lokalen,<br>Wo der Böse nächtlich praßt,<br>Wo im Kreis der Liberalen<br>Man den Heilgen Vater haßt.</p>



<p>Ebenso ironisch karikiert Busch das ländliche Gegenbild als falsches Idyll:</p>



<p>Komm’ auf’s Land, wo sanfte Schafe<br>Und die frommen Lämmer sind.</p>



<p>Die zweite, noch deutlichere Karikierung „des Juden“ findet sich in der Erzählung Plisch und Plum:</p>



<p>Kurz die Hose, lang der Rock<br>Krumm die Nase und der Stock<br>Augen schwarz und Seele grau,<br>Hut nach hinten, Miene schlau –<br>So ist Schmulchen Schiefelbeiner<br>(Schöner ist doch unsereiner!)</p>



<p>Nach Ansicht des Busch-Biografen Joseph Kraus könnten diese Verse auch in einem antisemitischen Hetzblatt stehen. Die Biographin Eva Weissweiler sieht in ihnen eines der einprägsamsten und hässlichsten Porträts eines Ostjuden, das die deutsche Satirelandschaft zu bieten habe.</p>



<p>Aber auch hier zeigt der Kontext, insbesondere der ironische letzte Vers der zitierten Passage – „Schöner ist doch unsereiner!“ –, dass Busch die Nichtjuden keineswegs als die edlere Sorte Mensch betrachtete. Robert Gernhardt weist darauf hin, wie überaus selten Karikaturen von Juden in Buschs Werk zu finden sind. Insgesamt gibt es außer den genannten nur noch eine weitere Zeichnung in den Fliegenden Blättern von 1860, die überdies den Text eines anderen Autors illustrierte. Nach Gernhardts Ansicht sind die jüdischen Figuren Wilhelm Buschs nichts anderes als Stereotype wie der beschränkte bayerische Bauer oder der preußische Tourist.</p>



<p>Diese Ansicht teilt auch Joseph Kraus: Wilhelm Busch habe sich gegen gerissene Geschäftemacher überhaupt gewendet und dafür in einigen Bildergeschichten Karikaturen von Juden, aber nicht nur von ihnen, genutzt. Das zeigt sich an einem Zweizeiler aus der Bildergeschichte</p>



<p>Die Haarbeutel. Danach sind gewinnsüchtige Mitmenschen</p>



<p>Vornehmlich Juden, Weiber, Christen,<br>Die dich ganz schrecklich überlisten.</p>



<p>Erik de Smedt spricht von einer „gewissen ambivalenten Haltung Buschs den Juden gegenüber“. In Eduards Traum beispielsweise legt er dem Titelhelden den Satz in den Mund: „Das Geschäft steht in Blüte, der Israelit gleichfalls. Schlau ist er wie nur was, und wo’s was zu verdienen gibt, da läßt er nichts aus …“ Dagegen ist in der vorangehenden Textpassage über das Haus und die Mieter eines „antisemitischen Bauunternehmers“ von Lastern aller Art die Rede, z. B. von Mordversuch, Neid, Hass, Betrug und Ehestreit. Vorurteile Buschs zeigen sich wiederum dort, wo Eduard den Tierkreiszeichen begegnet:</p>



<p>„Nicht weit davon in seiner Butike saß der schlaue krummnasige ‚Wassermann‘ – Juden gibt’s doch allerwärts! – und regulierte die ‚Waage‘ zu seinen Gunsten.“</p>



<p>Joseph Kraus meint, Busch habe – wie die meisten seiner Zeitgenossen – Juden als Fremdkörper empfunden und einige ihrer antisemitischen Denkmuster geteilt. Dies habe aber enge Freundschaften mit Juden, etwa mit dem Dirigenten Hermann Levi, nicht ausgeschlossen.</p>



<p><strong>Biografische Details zu Isaak Cohn </strong></p>



<p>Aus historischen Quellen (u. a. Stolpersteine-Datenbank Hamburg, Holocaust-Opfer-Listen und genealogischen Aufzeichnungen) lässt sich ein prominenter Träger dieses Namens identifizieren:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Geboren</strong>: 19. März 1862 in Altona (damals Preußen/Dänemark, später Hamburg).</li>



<li><strong>Beruf/Hintergrund</strong>: Mitglied der jüdischen Gemeinde Hamburg-Altona; er war Teil der deutsch-jüdischen Orthodoxie, die in Hamburg eine starke Präsenz hatte (u. a. Israelitische Gemeinde, später getrennte orthodoxe Strömungen).</li>



<li><strong>Schicksal</strong>: Als Opfer des Nationalsozialismus deportiert – er wurde am 16. Juli 1942 von Hamburg nach Theresienstadt transportiert und starb dort am 7. Dezember 1942 im Alter von 80 Jahren.</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><a id="_ftn1" href="#_ftnref1">[1]</a> Siehe Anhang zu diesen Artikel</p>



<p><a id="_ftn2" href="#_ftnref2">[2]</a> Was ich mit „Grok“ über ihn ermitteln konnte, finde Sie ebenfalls im Anhang</p>



<p><a id="_ftn3" href="#_ftnref3">[3]</a> Ein Fastentag vor dem Purimfest</p>



<p><a id="_ftn4" href="#_ftnref4">[4]</a> <strong>שלח מנות</strong> Schelach Manot; hier die jiddische Aussprache; zu Purin werden kleine Lebensmittelpakete an Freunde und Verwandte mit Boten verschickt</p>



<p><a id="_ftn5" href="#_ftnref5">[5]</a> Minister unter dem w.u. genannten König Achaschwerosch, Figuren aus der Megilat Ester</p>



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			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Purim und Pessach</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/zwischen-purim-und-pessach/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Feb 2026 08:46:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://hirschinitiative.de/?p=5429</guid>

					<description><![CDATA[<p>Den nachfolgenden Artikel von P.K.[1] habe ich der Zeitschrift „Nachalat Zwi“, 4. Jahrgang, Heft 5-6, Februar 1934 gefunden. An beiden Feiertagen kommt der Erlösungsgedanke zum Ausdruck den der Autor hier vergleichend bearbeitet. Der Autor stellt aber auch den Bezug auf die Gegenwart (NS-Zeit 1934!) her. Der Text wurde dem heutigen Sprachgebrauch leicht angepasst und mit [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-small-font-size">Den nachfolgenden Artikel von P.K.<a href="#_ftn1" id="_ftnref1"><sup>[1]</sup></a> habe ich der Zeitschrift „Nachalat Zwi“, 4. Jahrgang, Heft 5-6, Februar 1934 gefunden. An beiden Feiertagen kommt der Erlösungsgedanke zum Ausdruck den der Autor hier vergleichend bearbeitet. Der Autor stellt aber auch den Bezug auf die Gegenwart (NS-Zeit 1934!) her.</p>



<p class="has-small-font-size">Der Text wurde dem heutigen Sprachgebrauch leicht angepasst und mit Erklärungen versehen von Michael Bleiberg. Das Original finden Sie in der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main unter:</p>



<p class="has-text-align-center has-small-font-size"><a href="https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pagetext/2552937">https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pagetext/2552937</a></p>



<p class="has-small-font-size">Für den schnellen Leser habe ich über KI eine Zusammenfassung und Analyse des Textes anfertigen lassen, die den Artikel auch in dem zeitlichen Rahmen (NS-Zeit, 1934!) betrachtet.</p>



<p><em>Der Beitrag ist ein klassischer, polemischer Essay der neo-orthodoxen (Austritts-)Orthodoxie der Hirsch-Breuer-Tradition in der frühen NS-Zeit: theologisch-historisch, kritisch gegenüber Liberalismus, Zionismus und Assimilation, mit einem starken Appell an die „Thoratreue“ (strenge Tora-Treue).</em></p>



<p><strong><em>Gesamtthema und zentrale These</em></strong></p>



<p><em>Der Autor kontrastiert zwei Modelle jüdischer <strong>Erlösung</strong> (Geula):</em></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong><em>Purim (Susa/Persien)</em></strong><em>: Schnelle, einheitliche, gläubige Unterwerfung unter Gottes Willen → Sofortige Rettung durch kollektive Hingabe („</em><strong><em>קיימו וקבלו</em></strong><em>“ – sie nahmen es an und akzeptierten es freiwillig, Ester 9:27). Das ganze Volk (inkl. „hoffähige Neologen“) akzeptiert die Führung durch „Thorajuden“ (Mordechai/Esther) ohne Vorbehalte.</em></li>



<li><strong><em>Peßach (Ägypten)</em></strong><em>: Langsame, qualvolle, von Spannungen und Rückschlägen geprägte Erlösung → Viele Juden lehnen anfangs die göttliche (nicht pharaonische) Führung ab, wollen Emanzipation „von Pharaos Gnaden“, bleiben zurück, werden „hoffähig“ und kollaborieren sogar mit dem Feind.</em></li>
</ul>



<p><em>Der <strong>Unterschied</strong> liegt in der <strong>inneren Haltung</strong> des Volkes:</em></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><em>In Susa: Volle, demütige Akzeptanz Gottes und seiner Führer (auch wenn „altfränkisch/unmodern“) → Einheit und schnelle Erlösung.</em></li>



<li><em>In Ägypten: Widerstand gegen reine Gottesherrschaft, Vorliebe für säkulare/äußere Lösungen, Groll gegen Moses → Verlängertes Leiden als <strong>Erziehungswerk</strong>.</em></li>
</ul>



<p><em>Diese Dualität dient als Spiegel für die <strong>Gegenwart (1934)</strong>: Die jüdische Gemeinde in Deutschland (und Palästina) wiederholt das <strong>ägyptische Modell</strong> – Sehnsucht nach Assimilation, Ablehnung der „Altgläubigkeit“ (Orthodoxie), Zerstörung orthodoxer Erziehungswerke durch Liberale und Zionisten.</em></p>



<p><strong><em>Struktur und Hauptteile</em></strong></p>



<ol start="1" class="wp-block-list">
<li><strong><em>Einleitung und Fragestellung</em></strong><em> Nicht die kalendarische Zwischenzeit, sondern der <strong>qualitative Unterschied</strong> der Erlösungsprozesse (schnell vs. langwierig).</em></li>



<li><strong><em>Die ägyptische Szene</em></strong><em> Midrasch-ähnliche Erzählung: Einige Juden bleiben zurück, wollen Emanzipation ohne Gott/Moses, kollaborieren mit Pharao. Später: Rückschläge (z. B. bei Mara), ständige Klagen, wirtschaftliche statt religiöse Erwartungen an Führer.</em></li>



<li><strong><em>Die susanische Szene</em></strong><em> Einheit durch Glauben: Alle unterwerfen sich, auch die assimilierten. Ergebnis: Erfüllung des „Einheitstraums“.</em></li>



<li><strong><em>Aktuelle Parallelen (1930er Jahre)</em></strong>
<ul class="wp-block-list">
<li><em>Keine echte „Renaissance des Religiösen“ in Deutschland, da keine Anerkennung des Thora-Primats.</em></li>



<li><em>Liberale/Zionisten zerstören orthodoxe Institutionen.</em></li>



<li><em>In Palästina: „Zerrbild einer Erlösung“ ohne messianische Weihe, Sabbathentweihung, säkulare Mittel (wie bei den „Ephraimsöhnen Seved und Schuselach“ – Midrasch-Referenz auf verfrühte, gewaltsame Rückkehr).</em></li>



<li><em>Appell: Wenn Gott das „Ghetto“ wieder auferlegt, sollen die Orthodoxen wenigstens „susanische Grundtöne“ (Einheit unter Thora) mitbringen.</em></li>
</ul>
</li>



<li><strong><em>Pflicht des Vergessens und Erinnerns</em></strong>
<ul class="wp-block-list">
<li><em>Purim: Vergessen der Feinde/Ägypten als Dank (Freude trotz Leid).</em></li>



<li><em>Beide Feste: Erinnerungspflicht („Zachor“-Gebot).</em></li>



<li><em>Susa als <strong>Wiederholung der Sinaioffenbarung</strong> (Kabbalat ha-Tora, Demut vor Gott).</em></li>
</ul>
</li>



<li><strong><em>Schluss: Appell an die Thoratreue</em></strong><em> Die endgültige Erlösung wird langsam kommen (wie Peßach), orientiert an biblischen Vorbildern. Frage: Ist die Orthodoxie bereit, Verantwortung zu übernehmen? Rückkehr zum Anfang: Verständnis für „zagende Seelen“, die Esther (Leid ohne sichtbare Erlösung) und Mordechai (zarte, heilige Düfte/Feuer) in der Thora symbolisieren. Die Thoratreue <strong>muß</strong> und <strong>wird</strong> diese sensiblen Regungen verstehen.</em></li>
</ol>



<p><strong><em>Stil, Ton und Kontext 1934</em></strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong><em>Ton</em></strong><em>: Mahnend, kritisch, fast verzweifelt-polemisch gegenüber Liberalen, Zionisten und assimilatorischen Tendenzen. Stark anti-zionistisch (Palästina als „Zerrbild“ ohne Thora-Führung), anti-liberal („Neologen“, „Altgläubigkeit“-Feinde).</em></li>



<li><strong><em>Stil</em></strong><em>: Dicht, mit Midraschim (z. B. zu Zurückbleibenden in Ägypten, Ephraimsöhne, Sinaioffenbarung in Susa aus Shabbat 88a), Bibelzitaten, hebräischen Begriffen. Typisch für Nachalat Zwi: intellektuell, erbaulich, aber mit scharfer Gemeindekritik.</em></li>



<li><strong><em>Historischer Hintergrund</em></strong><em>: 1934 – ein Jahr nach NS-Machtübernahme. Viele Juden hofften auf „Emanzipation“ oder Auswanderung, Orthodoxe (bes. Frankfurter Hirsch-Kreis) sahen darin Gefahr der Assimilation. Der Text ist ein Aufruf zur inneren Einheit unter Thora, statt säkularer Lösungen.</em></li>
</ul>



<p><em>Kurz gesagt: Der Aufsatz ist keine reine Festbetrachtung, sondern eine <strong>theologische Gesellschaftskritik</strong> – Purim als Ideal der demütigen Einheit, Peßach als Warnung vor halber Hingabe. Die „zagenden Seelen“ am Ende sind die Leser, die vielleicht zweifeln oder leiden, aber von der Orthodoxie verstanden und geführt werden sollen.</em></p>



<p class="has-text-align-center">***</p>



<p>Wir meinen nicht etwa die Zeitspanne der vier Wochen, die zwischen diesen beiden Zeiten abläuft, wir haben eine andere Frage im Auge.</p>



<p>Warum in Susa diese plötzliche Lösung der bangen Frage, warum in Ägypten diese langausholende, für die Beteiligten fast unerträgliche Spannung bis zur Stunde des Auszuges? Nicht als ob wir so vermessen wären, des Allmächtigen Wege restlos erforschen zu wollen. Nur anhand der Gedankengänge alt- jüdischen Schrifttums möge der Unterschied klargelegt werden.</p>



<p>Da gibt es eine Mitteilung, die zu denken gibt. Es wird erzählt, zwei Juden machten den Auszug anfänglich gar nicht mit. Sie blieben zurück. Ja, eine Emanzipation von Pharaos Gnaden hätten sie gerne, leidenschaftlich gerne mitgemacht, als Pharaos Mandatare an die Spitze des Volkes zu kommen, das hätte ihren glühenden Wünschen entsprochen; aber eine Erlösung, die im Namen des Allmächtigen gefordert und erzwungen ward, das behagte ihnen nicht, doppelt nicht, als sie sahen, dass nun gar einer dieser altfränkischen, unmodernen Menschen das Volk führte. Sie blieben also zunächst zurück, und was taten sie? Sie wurden hoffähig, und sie zuckten nicht mit den Wimpern, als Pharao ihnen die Mitteilung machte, man habe beschlossen, mit Israel aufs Neue abzurechnen.</p>



<p>In Susa war es anders. Als da schlicht dem Volke gesagt wurde, Bettung könne nur vom Lenker aller Geschicke kommen, da glaubten sie daran, alle, Mann, Weib und Kind, und unterstellten ihr ganzes Leben diesem Gedanken. Sie suchten nicht nach anderen Wegen und unterwarfen sich alle, selbst die hoffähigen Neologen, die gestern noch stolz darauf gewesen waren, von Ahasver zur Tafel gezogen zu werden, obwohl die Führung in die Hände eines Thorajuden geglitten war. So ward der Einheitstraum der Juden Persiens erfüllt. Das ist der wesentliche Unterschied zwischen Purim und Peßach.</p>



<p>Wenn wir im weiteren Verlauf der Geschichte so oft der Tatsache einer Sehnsucht nach Ägypten begegnen, so wirft auch dies ein Licht auf die innere Verfassung während des Aufenthaltes in Ägypten. Viele gab es, denen die Gottesferne behagte und welche dieselbe gern in Kauf nahmen. Namentlich als dem ersten Auftreten Moses’ nicht die unmittelbare Erlösung folgte. Die Erlösung war ein Erziehungswerk, dessen volles Resultat sich zunächst nur 10 Tage lang wirksam zeigte. Denn schon bei Mara begann des Volkes Einstellung gegen den Führer Moses. Schon damals meinte man, der religiöse Führer müßte auch die wirtschaftlichen Probleme lösen.</p>



<p>Es liegt sehr nahe, eine Parallele zu unseren Tagen zu ziehen. Man spricht so viel von einer Renaissance des religiösen Elementes innerhalb der deutschen Judenheit. Leider trifft das nicht zu. Denn die natürliche Folge eines solchen Zustandes wäre die restlose Anerkennung des Primates der Thora in allen jüdischen Belangen. Wie würde wohl ein Diktat Esthers und Mordechais von unseren Zeitgenossen aufgenommen werden? Wissen wir denn nicht, daß gerade das Gegenteil der Fall ist? Wissen wir denn nicht, daß Feinde und Gegner der <strong>״</strong>Altgläubigkeit<strong>״</strong> hurtig und emsig am Werke sind? Was die Orthodoxie mit unsäglichen Opfern an Erziehungswerken aufgebaut hat, man sucht es ihr zu zerstören oder zu entwinden. Ganz einerlei, welcher Erfolg ihm beschieden ist, es müsste die Tatsache dieses Versuches allein genügen, um wenigstens der Orthodoxie die Augen zu öffnen, die sich nur all- zu gerne von der Einheitssymphonie der Liberalen und Zionisten betören ließ. Wenn es im Erziehungsplane des Allmächtigen steht, den jüdischen Menschen die Rückkehr in das Ghetto aufzuerlegen, dann sollte der spätere Historiker wenigstens darlegen können, was diese &nbsp;„revenants<a href="#_ftn2" id="_ftnref2">[2]</a>“ nun eigentlich in das Ghetto mitgebracht haben. In jeder Golah gibt es Geula-Auftakte. Und es wäre ein Erlösungsmoment sondergleichen, wenn susanische Grundtöne dabei mitschwingen würden.</p>



<p>Die Vorgänge in Palästina sind allzu sehr von ägyptischen Erinnerungen beherrscht. Es gab schlechterdings noch keine Periode in der jüdischen Geschichte, in der die mit Palästina unlöslich verbundene messianische Gedankenweihe so außer Acht gelassen wurde. Das ist es ja, was die Thoratreuen so sehr schmerzt, dieses Zerrbild einer <strong>״</strong> Erlösung“. Da erinnert man sich unwillkürlich der Ephraimsöhne Seved und Schuselach, die da glaubten, mit den säkularen Mitteln ihrer Zeit Palästina erobern zu können<a href="#_ftn3" id="_ftnref3">[3]</a>. Wenn je, so hätte in diesem Aufschwung die Führung der Thoratreue anvertraut werden müssen. Wenn also die Altgläubigen, der alte Jischuw und seine Gesinnungsgenossen, die Sabbathentweihung und ähnliche Irrungen auf heiligem Boden so sehr bedauern, so ist es nicht sowohl der Schmerz über die Thorauntreue einzelner, sondern vielmehr die entsetzenerregende Gewissheit, dass wieder einmal eine Frage des Allmächtigen an sein Volk nicht verstanden wurde. —-</p>



<p>Beide Bilder, beide Erlösungsformen zeigt uns die Vergangenheit, Susa und Ägypten; beiden gemeinsam ist eine Pflicht — das Vergessen, künstlich herbeigeführt am Purim, also, dass ein erheitertes Gemüt sogar der Menschen, die damals eine Rolle spielten, in ihrem Einfluss auf den Gang der Ereignisse vergessen soll, als Dankbarkeitspflicht, sogar gegen Ägypten in dem Kreis der Mizwoth, welche sich an den Aufenthalt in Ägypten anschließen.</p>



<p>Einen scharfen Kontrast hierzu bildet bei beiden die Pflicht der Erinnerung. Es ist seltsam dieser große Zug in Ägypten, und in Susa diese Bindung aller Geschlechter für alle Ewigkeit. Der liest sich so schlicht, das: <strong>קַיְּמוּ וְקַבְּלוּ</strong> (Ester IX, 27) „Zustimmend nehmen es die Juden auf sich und ihre Nachkommen“. 2500 Jahre hat es sich bewährt bisher. Es war, als ob Moses wieder auferstanden wäre, der Moses, der zum Volke sprach: (Ex. XII, 24) Wahret diese Norm für Euch und Eure Kinder in Ewigkeit. Fast 3500 Jahre hat es sich bisher bewährt. In unzähligen Variationen hat sich bisher das ägyptische Epos und das susanische Drama wiederholt, ob es Teile des jüdischen Volkes, wie in Susa, ob das ganze, wie in Ägypten, traf. Die Stetigkeit der Erinnerung gab allen stets Mut und sieghafte Kraft. Indessen hat diese Bewährung noch eine sehr ernste Seite. Allezeit, wenn im Laufe der geschichtlichen Entwicklung Umwälzungen und Umstellungen erfolgen, ist für das jüdische Volk die Gefahr groß in Bezug auf seine innere Einstellung zu seiner Geschichte. Was aber geschah in Susa? Wie alte Kunde (Sabbat 88a) meldet, war es eine Wiederholung der Unterstellung alles Wollens unter das Diktat der Sinaistunde, eine Wiederholung des ergreifenden Augenblicks, in dem einst in Ägypten ein ganzes Volk in demütiger Haltung im Morgenrot seiner Freiheit sich an den Willen des Schöpfers band. Man sagt im Allgemeinen, man wisse so wenig von der inneren Haltung der Juden während der langwährenden ägyptischen Periode. Wenn wir aber bedenken, dass damals, als das erste Echo der Verheißung an sein Ohr drang, das Volk „sich neigte und bückte“, und dass derselbe Akt sich wiederholte, als es, noch im Banne Pharaos, jene Bindung auf sich nahm, die aus dem Peßach Ägyptens ein Peßach aller Geschlechter machte, dann liegt die Seele unserer Ahnen klar vor uns, und es wundert uns gar nicht mehr, wenn die Erlösung in Susa mit dem Fasten Esthers begann und in einem Neuerlebnis der Sinaistunde ausklang.</p>



<p>Was aber, so fragt man, soll all dieses rückblickende Betrachten? Ist es an der Zeit, sich ihm müßig hinzugeben, und heischt der Augenblick nicht erlösende Tat? Vielleicht aber werden wir leichter verstanden, wenn wir daran erinnern, dass nach der Auffassung unserer Weisen s. A. die endgültige Erlösung, welche in gleicher Weise Israel und die ganze Menschheit umfassen wird, sich in langsamer, allmählicher Weise entwickeln wird, dass also die großen Momente der Geschichte sich an dem Vorbild der Peßacherinneruugen orientieren werden.</p>



<p>So vieles ist versucht worden, warum sollte eigentlich die Judenheit nicht einmal wieder auch den Weg zu gehen sich bereit erklären, welcher die gemeinsame Note von Susa und Ägypten darstellt?</p>



<p>Ist aber die Thoratreue auch bereit, die Verantwortung zu übernehmen? Von Purim bis Peßach, von Peßach bis Purim branden die Erinnerungen an unserem Gemüt. Wissen wir denn, wie viele zagende Seelen auf uns warten? Sie sind zu keusch, als dass sie ihrer Sehnsucht Ausdruck verleihen könnten. Wir wollen sie verstehen, vielleicht an der Hand einer alten Deutung, welche besagt, dass Esther in der Thora selbst dort zu finden sei, wo dem äußeren Anschein nach schweres Leid vergebens nach Erlösung schreit, Mordechai hingegen dort, wo von den feinsten, zartesten Duftwellen die Rede ist, die getragen vom heiligen Feuer sich ausbreiten.</p>



<p class="has-text-align-right">Wir wiederholen, die Thoratreue muss, die Thoratreue wird die zartesten Regungen jüdischer Seelen verstehen. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <strong>P.K</strong></p>



<p class="has-text-align-center">***</p>



<p>Grok: <strong>Pinchas Katz</strong> (manchmal auch Pinkus Katz oder P. Katz geschrieben) war ein orthodoxer Rabbiner und Gelehrter aus dem Umfeld der streng neo-orthodoxen Frankfurter Gemeinde (Israelitische Religionsgesellschaft / Austrittsorthodoxie) in den 1930er Jahren.</p>



<p>Er gehörte zum engeren Kreis der <strong>Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft</strong> (der Trägerin der Zeitschrift <em>Nachalat Zwi</em>) und publizierte in den 1930er Jahren mehrmals unter den Initialen <strong>P. K.</strong> in dieser Zeitschrift – darunter eben der hier genannte Aufsatz „Zwischen Purim und Peßach“ (Jahrgang 4, Heft 5/6, Februar 1934).</p>



<p>Leider ist über ihn biographisch sehr wenig öffentlich dokumentiert. Es gibt keine ausführliche Biografie, keinen Eintrag in der Encyclopaedia Judaica und keine größere Erwähnung in der Standardliteratur zur deutschen Orthodoxie der NS-Zeit. Das ist typisch für viele mittlere Gelehrte und Gemeinderabbiner dieser kleinen, aber intellektuell hochstehenden Frankfurter Breuer-/Hirsch-Gruppe: Die prominenten Namen (Joseph Breuer, Isaac Breuer, Raphael Breuer, Moses Marcus, Esriel Hildesheimer usw.) sind bekannt, die „zweite Reihe“ (zu der P. K. / Pinchas Katz gehörte) taucht fast nur in den Zeitschriften selbst oder in internen Gemeindeunterlagen auf.</p>



<p>Bekannte Fakten/Geburten-Daten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Aktiv in den 1930er Jahren in Frankfurt am Main.</li>



<li>Stand in der Tradition von Samson Raphael Hirsch und Salomon Breuer.</li>



<li>Verfasste vor allem kürzere erbauliche, homiletische und halachische Beiträge (typisch für die Rubrik, in der auch dieser Artikel erschien).</li>



<li>1934/35 noch korrespondierend aktiv (es gibt einen Brief von Rabbi Pinchas Katz vom November 1934 im Kontext jüdischer Gesellschaften/Aktivitäten).</li>
</ul>



<p>Weiteres Schicksal unbekannt – wie bei vielen Frankfurter Orthodoxen wahrscheinlich Emigration (USA oder Israel) oder Ermordung in der Shoah, aber ohne konkrete Spur in den gängigen Datenbanken.</p>



<p>In israelisch-orthodoxen Kreisen (Moreshet Ashkenaz, Breuer-Gemeinde Jerusalem/New York) wird er gelegentlich als <strong>Rabbiner Pinchas Katz (Frankfurt)</strong> erwähnt, wenn alte <em>Nachalat Zwi</em>-Hefte nachgedruckt oder zitiert werden, aber auch dort meist nur mit den Initialen oder dem Namen ohne weitere Lebensdaten.</p>



<p>Fazit: Es handelt sich um einen soliden, aber nicht prominenten Torawissenschaftler der letzten Phase der Frankfurter Austrittsgemeinde, der vor allem durch seine Beiträge in <em>Nachalat Zwi</em> bekannt ist. Eine detailliertere Biografie ist (zumindest online und in den üblichen Quellen) nicht verfügbar.</p>



<p>In der frühen NS-Zeit dienten solche Artikel oft als geistliche Stärkung: Die jüdische Gemeinde stand unter zunehmendem Druck, und Texte über Erlösung, Umkehrung des Schicksals (wie bei Purim) und innere Freiheit (Peßach) hatten eine doppelte Botschaft – historisch und aktuell.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Siehe zum Autor P.K. den Anhang zu diesem Artikel</p>



<p><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> Geister</p>



<p><a href="#_ftnref3" id="_ftn3">[3]</a> Grok KI: Der Satz ist also eine typische anti-zionistische Bibel-Polemik, die sagen will:</p>



<p>„Genauso wie diese unbedeutenden Ephraimsöhne damals dachten, sie könnten mit Gewalt und ohne Gottes Stunde das Land nehmen – und dabei umkamen –, genauso dachten die säkularen Zionisten Ende 19./Anfang 20. Jh., sie könnten Palästina durch Kongresse, Siedlungen, Balfour-Deklaration und später durch Staatsgründung erzwingen – und das wird (nach dieser Sicht) auch nicht gut gehen / ist Sünde / bringt Unglück.“</p>
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		<item>
		<title>Adar 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/adar-5786/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Feb 2026 08:42:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Monatsblatt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://hirschinitiative.de/?p=5426</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Gotteskampf gegen Amalek. Der Schabbat vor Purim wird Schabbat Sachor, „Schabbat der Erinnerung“, genannt. Man nimmt zwei Thorarollen aus dem Schrein. Aus der ersten liest man den Wochenabschnitt und aus der zweiten Deuteronomium 25:17-19[1], den Abschnitt über den Überfall von Amalek. Man liest diesen Abschnitt u.a. deshalb, weil in der Purimgeschichte der Minister Haman [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-center has-large-font-size"><strong>Der Gotteskampf gegen Amalek.</strong></p>



<p class="has-small-font-size">Der Schabbat vor Purim wird Schabbat Sachor, „Schabbat der Erinnerung“, genannt. Man nimmt zwei Thorarollen aus dem Schrein. Aus der ersten liest man den Wochenabschnitt und aus der zweiten Deuteronomium 25:17-19<a href="#_ftn1" id="_ftnref1"><sup>[1]</sup></a>, den Abschnitt über den Überfall von Amalek. Man liest diesen Abschnitt u.a. deshalb, weil in der Purimgeschichte der Minister Haman ein Nachfahre der Amalekiter war.</p>



<p class="has-small-font-size">Dieser Artikel von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l beschäftigt sich genau mit diesem Thema. Er wurde in der Zeitschrift „Jeschurun“, 7. Jahrgang, Heft 6, im März 1861 veröffentlicht.</p>



<p class="has-small-font-size">Der Text wurde dem heutigen Sprachgebrauch leicht angepasst und mit Erklärungen versehen von Michael Bleiberg. Das Original finden Sie in der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main unter:</p>



<p class="has-text-align-center has-small-font-size"><a href="https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/2945657">https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/2945657</a></p>



<p class="has-small-font-size">Für den schnellen Leser habe ich über KI eine Inhaltsangabe des Textes anfertigen lassen.</p>



<p><strong>Inhaltszusammenfassung des Artikels &#8222;Der Gotteskampf gegen Amalek&#8220;</strong></p>



<p><em>Der Artikel aus der Zeitschrift „Jeschurun“ ist eine theologische und philosophische Abhandlung über den biblischen Konflikt zwischen Gott und Amalek. Er interpretiert diesen als einen ewigen, göttlichen Kampf gegen das Prinzip der rohen Gewalt und egoistischen Macht, das Amalek symbolisiert. Der Text basiert auf biblischen Zitaten (z. B. aus Exodus 17 und Deuteronomium 25) und verbindet jüdische Geschichte mit universellen moralischen Prinzipien.</em></p>



<p><strong><em>Hauptstruktur und zentrale Themen:</em></strong></p>



<p><em>1. Einleitung und historischer Kontext: Der Autor erinnert an Moses&#8216; Altar nach dem Sieg über Amalek und den göttlichen Schwur, Amalek von Generation zu Generation zu bekämpfen. Dieser Krieg wird nicht als physischer Kampf gesehen, sondern als göttliches Gericht in der Weltgeschichte gegen alle Mächte, die Amaleks Erbe – die Verehrung von Macht über Moral – fortsetzen.</em></p>



<p><em>2. Amalek als Symbol der Gewalt: Amalek wird als unehelicher Enkel Esaus dargestellt, der das &#8222;Schwert&#8220; (Gewalt) erbt, im Gegensatz zu Jakob, der das &#8222;Wort&#8220; (göttliches Gesetz) repräsentiert. Der Text kontrastiert dies mit Figuren wie Nimrod, dem &#8222;Jäger der Menschen&#8220;, der falschen Ruhm und Macht als höchste Tugend etablierte. Abraham und seine Nachkommen stehen für das Prinzip des Rechts, der Pflicht und des Segens, das Gewalt ablehnt und durch sittliches Handeln siegt.</em></p>



<p><em>3. Der Antagonismus zwischen Schwert und Wort: Die Weltgeschichte wird als Pendel zwischen diesen Prinzipien beschrieben. Amalek hasst instinktiv das abrahamitische Ideal, da es eine Größe lehrt, die für alle erreichbar ist – durch innere Erhebung, nicht durch Zerstörung. Der Sieg des Rechts über die Gewalt wird als göttliches Versprechen dargestellt, das letztendlich triumphiert.</em></p>



<p><em>4. Biblische Beispiele und Lehren:</em></p>



<p><em>&nbsp;&nbsp; &#8211; Der Kampf in Rephidim: Israels Sieg hängt vom Glauben ab (Moses&#8216; erhobene Hände symbolisieren Hingabe an Gott). Der Text betont, dass Gottes Präsenz in Israel von moralischer Reinheit abhängt: Keine &#8222;Blöße&#8220; (Unwürdigkeit) darf sichtbar sein. Der innere Kampf gegen Zweifel und Erschlaffung führt zu äußeren Siegen.</em></p>



<p><em>&nbsp;&nbsp; &#8211; Zweiter Konflikt (im Buch Esther impliziert): Amaleks Antagonismus tritt bei Israels Eintritt in die Nationen und in der Diaspora auf, als warnende Leuchttürme.</em></p>



<p><em>5. Botschaft an Israel und die Völker: Für Israel bedeutet es, durch sittliches Leben Gottes Präsenz zu verdienen. Für die Welt ist die Geschichte ein fortwährender Gotteskampf gegen Amalek: Keine Hoffnung für Gewalt, da Gott Gerechtigkeit und Liebe auch in Staaten und Nationen durchsetzt. Egoismus und Machtmissbrauch scheitern langfristig; selbst der &#8222;Nachruhm&#8220; (irdische Unsterblichkeit) von Tyrannen wird ausgelöscht.</em></p>



<p><em>6. Schluss und prophetische Vision: Der Autor zitiert Psalmen (z. B. Psalm 9) und Propheten, um zu zeigen, dass dasselbe Sittengesetz für Individuen und Nationen gilt. Die Zukunft gehört dem Recht; Amaleks Andenken wird unter dem Himmel vernichtet, und Gottes Thron wird als Richter der Welt errichtet.</em></p>



<p><em>Der Text ist stark exegetisch, mit hebräischen Zitaten und rabbinischen Interpretationen (z. B. aus dem Midrasch). Er plädiert für eine moralische Weltsicht, in der Gewalt letztlich unterliegt, und dient als Ermahnung für jüdisches Leben in Haus, Gemeinde und Schule. Die Sprache ist archaisch und philosophisch, mit einem Fokus auf spirituelle Erhebung über materielle Macht.</em></p>



<p class="has-text-align-right"><strong>מִלְחָמָ֥ה לַה&#8216; בַּֽעֲמָלֵ֑ק</strong><br>&nbsp;<strong>מִדֹּ֖ר דֹּֽר<a href="#_ftn2" id="_ftnref2"><sup><strong><sup>[2]</sup></strong></sup></a></strong></p>



<p>Mehr als dreißig Jahrhunderte sind verflossen, seitdem Moses einen Altar baute, den er „Gott, mein Banner“ nannte und aussprach, „dass Gott die Hand auf seinen Thron gelegt: Gottes Krieg wider Amalek von Geschlecht zu Geschlecht.“</p>



<p>Führt Gott aber einen unausgesetzten Krieg gegen Amalek, so kann das nicht der besondere, durch Menschen auszuführende Schlachtenkampf sein, der 5. B. M. 25:19 für eine bestimmte Periode Israel aufgetragen, so muss das vielmehr ein Kampf sein, den Gottes Welt-Gericht, das die Menschen Welt-Geschichte nennen, unaufhörlich gegen Amalek führt, und es kann hier wiederum nicht bloß Amalek in seinen konkreten Völkersprossen, sondern in all den Völkermächten begriffen sein, die als die geistigen Amalekssöhne Erben seines Prinzips, Vorträger seiner Fahne sind.</p>



<p>Amalek ist der unechte Enkel Esaus, jenes Zwillingsbruders Jakobs, dem das „Schwert“ zum Versuch des Völkersiegs gereicht war, wie Jakob das „Wort“, nach dem alten Wahlspruch, „<strong>הַקֹּל֙ ק֣וֹל יַעֲקֹ֔ב וְהַיָּדַ֖יִם יְדֵ֥י עֵשָֽׂו</strong> <a href="#_ftn3" id="_ftnref3"><strong><sup><strong><sup>[3]</sup></strong></sup></strong></a> : Jakob das Wort, Esau die Hand!“</p>



<p>Der Wettkampf dieses Wortes und jenes Schwertes um die Herrschaft der Welt, das ist das wahrhaftige Motiv jener divina Comödia<a href="#_ftn4" id="_ftnref4"><sup>[4]</sup></a>, deren Zuschauer und Mitspieler zugleich wir, wie die Geschlechter alle sind, die seit Jahrtausenden über die Bühne der Zeiten wandern.</p>



<p>Gleichzeitig mit Nimrod<a href="#_ftn5" id="_ftnref5"><sup>[5]</sup></a>, dem ersten „Jäger der Menschen vor dem Herrn“, der, vorgeblich im Dienste und in Stellvertretung des „Herrn“, die Menschen an die Fessel seiner Macht und an den Wagen seines Ruhmes schmiedete, indem er sie beredete, seine Macht sei ihre Macht und sein Ruhm der ihrige, der überhaupt zuerst jenes, seitdem dominierende, und die Geschlechter der Menschen und Völker so tief gestaltende Prinzip des falschen Ruhmes und der unechten Ehre in die Welt schleuderte, das sich in dem himmelan seinen Turm bauenden: „Wir wollen uns einen Namen machen!“ aussprach, jenes Prinzip, das Macht und Größe nicht als Werkzeuge der „Tugend“, sondern „Tugend“ nur als Werkzeug der Macht und Größe gelten lässt, — gleichzeitig mit dem Schöpfer dieses Prinzips „weckte Gott aus Osten den Mann, der Tugend mit seinem Eintritte verkünden sollte“, der alles, was die Menschen mit dem Schwerte und der machtdienenden Klugheit erobern, Vaterland, Bürgertum und Familienglück, preisgeben, sein „Geburtsrecht und seinen Namen!“ Gott überlassen sollte, und im diametralen Gegensatz zur nimrodischen Welt nur in dem einen: <a href="#_ftn6" id="_ftnref6"><sup>[6]</sup></a> &nbsp;<strong>הְיֵ֖ה בְּרָכָֽה</strong> „Werde Segen!“ den Hebel und das Ziel seines Lebens und Strebens erblicken sollte.</p>



<p>Die Zwillingsenkel dieses Mannes (Abraham) wählten zwischen diesen einander bekämpfenden Lebens- und Bestimmungs-Anschauungen. Während der eine sich für den Ausbau der Tugenden entschied, die sich der Menschheit vollenden, erbte der andere den „Nimrodsmantel“ und das Nimrodsschwert, und ein Erbe dieses Schwertes ist Amalek.</p>



<p>Amalek ist Repräsentant jenes Prinzips, das nur in äußerer Machtstellung und Hoheit die Würde des Menschen und der Nationen erblickt, das alles entschuldigt so es zur Macht und Hoheit führt das nichts verzeiht, so es Macht und Hoheit kürzt oder auch nur wagt einer anderen Größe zu huldigen. Es duldet nur, was es fürchten muss oder verachten kann. Es ist instinktmäßig feind allen, was es achten soll ohne es fürchten zu müssen; denn es fühlt: in dieser Achtung ist es selber gerichtet. Es ist instinktmäßig Feind jedem Prinzip, das eine Größe lehrt, zu welcher jeder das Zeug im eigenen Busen trägt, die jeder zu erringen vermag, die nicht in Vernichtung, sondern in möglichst gleicher Erhebung aller zu sich ihre Triumphe feiert; es ist instinktmäßig Feind jedem Prinzip, dem, wenn es zur Herrschaft käme, auch sein Schwert und sein Mantel huldigen, von dem, wenn es zur Herrschaft käme, auch sein Schwert und sein Mantel erst den Ritterschlag der Adelung erhalten, die Berechtigung zu sein sich erst erbitten müsste; es ist instinktmäßig dem Abrahamsprinzip feind, das nicht für „Mantel und Schwert“, das</p>



<p class="has-text-align-center"><strong>צֶ֖דֶק יִקְרָאֵ֣הוּ לְרַגְל֑וֹ<br>יִתֵּ֨ן לְפָנָ֤יו גּוֹיִם֙ וּמְלָכִ֣ים יַ֔רְדְּ<br>יִתֵּ֤ן כֶּֽעָפָר֙ חַרְבּ֔וֹ כְּקַ֥שׁ נִדָּ֖ף קַשְׁתּֽוֹ<br>יִרְדְּפֵ֖ם יַעֲב֣וֹר שָׁל֑וֹם<br>אֹ֥רַח בְּרַגְלָ֖יו לֹ֥א יָבֽוֹא <a href="#_ftn7" id="_ftnref7"><sup><strong><sup>[7]</sup></strong></sup></a></strong></p>



<p>das, von vornherein bei seinem Eintreten in die Geschichte für „<strong>Recht</strong>“, für die „<strong>Menschenpflicht</strong>“, als Herold auftrat, ihm, diesem Rechte, den Sieg über Völker und Könige verhieß, zu seinem Sieg aber Schwert und Bogen verschmäht, im friedlichsten Wandel Völker und Könige besiegt, auf Pfaden selbst, wohin der irdische Fuß seiner Träger nicht kommt — kurz, Amalek ist instinktiv Israel feind. Es fühlt, es gilt einem Entweder-Oder. Entweder das <strong>Schwert</strong>, und diesem Schwerte, alles andere, Göttliches und Menschliches, Geistiges und Sittliches als nichtsbedeutender Plunder geopfert, höchstens als verbrämende Staffage geduldet — oder das <strong>Wort</strong>, das an den Menschen und in dem Menschen gesprochene göttliche Wort, und diesem Worte, diesem kategorischen Imperative des gottdienenden Sittengesetzes, alles, auch Geist und Macht, auch Schwert und Mantel als Werkzeug dienen, oder vor seinem Hauche verschwindend. Zwischen diesem Entweder-Oder bewegt sich der Pendelschlag der Geschichte. Dass aber kein Zweifel sei, wo einst der Meister der Zeiten stille stehen wird, dazu hat Gott <strong>sein</strong> Volk unter die Völker gesendet, hat es als dienende, Ferse haltende, nur auf den Gottessieg harrende — <strong>יִשְׂרָ אֵל</strong> — Jakobs-Familie dem Schwertgerüsteten Esaugenius vorgeworfen — Alle Nachtjahrhunderte ringt Esau mit Jakob, lässt es nur hinkend seinen Weg auf Erden vollbringen. Allein, wenn die Nacht vorüber, wirft Esau sein Schwert weg und huldigt segnend dem Prinzip, das Jakob-Israel getragen — <a href="#_ftn8" id="_ftnref8"><sup>[8]</sup></a></p>



<p>Zweimal trat dieser Amalek-Antagonismus in bedeutsamen, gottoffenbarenden Ereignissen hervor. Sie stehen wie warnende und tröstende Leuchttürme am Eingang Israels, als Nation in den Kreis der Nationen, und am Eingang Israels als zerstreute Völkerfamilie unter die Staaten und Familien der Völker.</p>



<p>Israel war auf seinem Zug durch die Wüste. Das einzige Moment, das es unantastbar in die Mitte der Völker hinstellen sollte, jenes geistige sittliche Moment, das alle Völker der Erde gewähren und sich vor ihm fürchten sollten — <strong>וְרָאוּ֙ כׇּל־עַמֵּ֣י הָאָ֔רֶץ כִּ֛י שֵׁ֥ם ה&#8216; נִקְרָ֣א עָלֶ֑יךָ וְיָֽרְא֖וּ מִמֶּֽךָּ<a href="#_ftn9" id="_ftnref9"><sup><strong><sup>[9]</sup></strong></sup></a></strong> &nbsp;— jenes sich der göttlichen Leitung ganz hingebende Vertrauen, noch in seiner schwankenden Entwicklung in ihm begriffen. Sie hatten soeben gezweifelt <strong>&#8222;הֲיֵ֧שׁ ה&#8216; בְּקִרְבֵּ֖נוּ אִם־אָֽיִן<a href="#_ftn10" id="_ftnref10"><sup><strong><sup>[10]</sup></strong></sup></a>&#8222;</strong> &nbsp;„Ob wohl Gott in unserer Mitte ist oder nicht?“ <strong>,וַיָּבֹ֖א עֲמָלֵ֑ק וַיִּלָּ֥חֶם עִם־יִשְׂרָאֵ֖ל בִּרְפִידִֽם<a href="#_ftn11" id="_ftnref11"><sup><strong><sup>[11]</sup></strong></sup></a></strong> &nbsp;da kam Amalek und stritt mit Israel in <strong>רְפִידִֽם</strong>, in ihrem <a href="#_ftn12" id="_ftnref12">[12]</a><strong>רִפְיוֹן יָדַיִם</strong>, in ihrer geistig sittlichen Erschlaffung, woraus dem Orte der Name erwuchs, und zeigte ihnen, dass <strong>&#8222;יֵ֧שׁ ה&#8216; בְּקִרְבֵּ֖נוּ&#8220;</strong>, <strong>dass</strong> Gott in unserer Mitte ist, und unter welchen Bedingungen Er in unserer Mitte sei. <strong>וְהָיָ֗ה כַּאֲשֶׁ֨ר יָרִ֥ים מֹשֶׁ֛ה יָד֖וֹ וְגָבַ֣ר יִשְׂרָאֵ֑ל וְכַאֲשֶׁ֥ר יָנִ֛יחַ יָד֖וֹ וְגָבַ֥ר עֲמָלֵֽק</strong> <a href="#_ftn13" id="_ftnref13"><strong><sup><strong><sup>[13]</sup></strong></sup></strong></a> &nbsp;„Ob Moses seine Hand erhob siegte Israel, so aber die Moses-Hand erschlaffte siegte Amalek.“ „<strong>וְכִי יָדָיו שֶׁל מֹשֶׁה עוֹשׂוֹת מִלְחָמָה אוֹ שׁוֹבְרוֹת אֶלָּא לוֹמַר לָךְ בִּזְמַן שֶׁיִּשְׂרָאֵל מִסְתַּכְּלִין כְּלַפֵּי מַעְלָה וּמְשַׁעְבְּדִין אֶת לִבָּם לַאֲבִיהֶם שֶׁבַּשָּׁמַיִם הָיוּ מִתְגַּבְּרִין וְאִם לָאו הָיוּ נוֹפְלִין</strong> <a href="#_ftn14" id="_ftnref14"><strong><sup><strong><sup>[14]</sup></strong></sup></strong></a> &nbsp;„Nicht als ob Moses Hände führten oder brächen den Krieg, sondern dir zu sagen: so oft Israel nach oben blickte und sein Herz dem Dienste seines Vaters im Himmel hingab, so oft siegten sie, so oft dies eben nicht geschah, fielen sie“.</p>



<p>Das war die Erfahrung für Israel, das war die Antwort auf ihren Zweifel, ob Gott wohl in ihrer Mitte sei. Er ist in ihrer Mitte, so oft sie an seiner Gegenwart nicht zweifeln, so oft sie diese Gegenwart durch ihre tätige Hingebung, durch Bereitstellung ihres ganzen Wesens zu seinem Dienste verdienen; Er ist „unter ihnen“ und „wandelt in ihrer Mitte“ und „begleitet sie“, und verteidigt sie und schützt sie und segnet sie, und segnet all ihr Tun mit der Blüte der Vollendung, wenn er kein <strong>דִּבֵּר רַע</strong>, wenn er kein „böses Wort“, wenn er keine <strong>עֶרְוַת דָּבָר</strong>, wenn er in keiner Beziehung menschenunwürdige Blöße an ihnen erblickt. Er ist in ihrem Kreis, wenn ihr Kreis ein durch und durch sittlich heiliger ist, wenn sie die Heroldschaft Abrahams forttragen und durch ihren ganzen Wandel nur den Sieg des „Rechten und Pflichtgemäßen“ verkünden wollen, wie er es verheißen und gewarnt: „<strong>ה&#8216;</strong> dein Gott wandelt in der Mitte deines Lagers dich zu retten und deine Feinde vor dich hinzugeben, darum seien deine Lager <strong>heilig</strong>, dass Er keinerlei Blöße an dir schaue und dich nicht ferner begleite.“ Er <strong>ist</strong> unter ihnen, so sie Gott nicht nur in äußeren Wunderzeichen suchen, so sie vor allem zuerst in den eignen Busen greifen, dort nach der Würdigkeit für die Gottes-Gegenwart fragen. So oft sie ihr Herz dem Dienst ihres Vaters im Himmel weihen, ist auch Er ihnen mit seiner Wundermacht nahe, sie alles ihnen Feindliche bezwingen zu lassen. Nicht durch äußere Kämpfe, durch den Kampf im eigenen Innern, durch den Sieg über sich selbst erstreiten sie die äußern Siege. Indem sie sich Gott unterwerfen, unterwerfen sie sich die Welt. Diesen Sieg der wehrlosen Sittlichkeit über die schwertgegürtete Gewalt in Mitte der Völker durch ihr Leben und ihr Geschick zu verkünden, das ist ja die Bedeutung dieser, „Gott“ durch den Sieg des Rechts auf Erden zu verkünden gesandte Abrahamsfamilie — die ganze freud- und tränenreiche Geschichte ihrer Jahrtausende: <strong>כַּאֲשֶׁ֨ר יָרִ֥ים מֹשֶׁ֛ה יָד֖וֹ וְגָבַ֣ר יִשְׂרָאֵ֑ל וְכַאֲשֶׁ֥ר יָנִ֛יחַ יָד֖וֹ וְגָבַ֥ר עֲמָלֵֽק</strong>, da habt ihr ihr Bild und den Schlüssel zu ihrem pragmatischen Verständnis.</p>



<p>So der Wahrspruch aus diesem Amalekkampfe für Israel. Den Völkern aber zugewandt lautet er also: <strong>מִלְחָמָ֥ה לה&#8216; בַּֽעֲמָלֵ֑ק מִדֹּ֖ר דֹּֽר</strong> <a href="#_ftn15" id="_ftnref15"><strong><sup><strong><sup>[15]</sup></strong></sup></strong></a> , die ganze, von Gott gelenkte Weltgeschichte ist ein fortgesetzter <strong>Gottes</strong>kampf wider Amalek von Geschlecht zu Geschlecht.</p>



<p>Wären die Welt und alle die Geschlechter in der Welt nur das Ergebnis mechanisch physischer Wechselwirkung, gäbe es keinen Gott, der frei über diese Welt und ihre Geschlechter gebietet und deren Gänge zu seinem Ziele hin leitet: es gäbe eine Hoffnung für Amalek; des Gewaltigsten und Listigsten wäre die Welt; dem vollendeten, rücksichtslosen, alles nach seinem Interesse berechnenden,&nbsp; und für sein Interesse ausbeutenden, egoistischen Kalkül winkte die Hoffnung des Sieges; man brauchte nur die Welt und ihre Erscheinungen, die Menschen in ihren Leidenschaften sich dienstbar zu machen, könnte seine Weltverrichtungspläne fertig rechnen ohne Gott — Amalek hätte recht.</p>



<p>Und wiederum, wäre dieser Gott nur der Gewaltige, etwa der Gewaltigste unter allen Gewaltigen, der Amalek über allen Amaleks, dessen Wesen nur Kraft und Macht und Gewalt, nicht in erster Linie Gerechtigkeit und Liebe bedeutete; es blühte wiederum den kleinen Amaleks einige Hoffnung auf Erden; es dürften dem Gewaltigen dort oben vor allem die Gewaltigen auf Erden gefallen, er dürfte in ihnen ihr Ebenbild erblicken und fördern; es dürfte ein Nimrod sich einbilden, „er triebe die Menschenjagd vor dem Angesichte des Herrn“, und es wäre der Gewaltigste der Göttlichste auf Erden.</p>



<p>Und selbst wenn der Herr in der Höhe ein Gott der Gerechtigkeit und Liebe wäre für den Einzelmenschen, für das Einzel- und Familien-Leben; so aber die Menschen ihre Kräfte vereinten, als Völker, Nationen, Staaten und deren Repräsentanten: Regierungen und Reiche, kurz für die Menschen in ihren Gesamtbeziehungen gegen den Einzelnen und in ihren Gesamtbeziehungen gegen einander verloren Gerechtigkeit und Liebe ihren Wert, hätten die sittlichen Mächte nur untergeordneten Wert, träten egoistische Macht und Gewalt in ihr Recht ein; nur der schwache Einzelne hätte „brav“ zu sein, der starken Gesamtheit aber wäre alles erlaubt; nur im Kreis des Einzelnen und des Familienlebens wäre der Sittliche der Brave, aber die Wahrheit der Völker und Staaten bedeutete Schwertschlag und Gewalt — auch dann wäre für Amalek eine Hoffnung auf Erden; die Gewalt, aus dem Privatleben gebannt, dürfte ihre lorbeerbekränzte Siege in der Blutbahn der Staaten und Völker feiern.</p>



<p>So aber nicht. Nicht nur wenn im Kreise des bürgerlichen Einzellebens wir vor jeglichem Unrecht und jeder Gewalt gewarnt und gemahnt werden sollen, dass <strong>תוֹעֲבַ֛ת ה&#8216; אֱלֹקיךָ כׇּל־עֹ֣שֵׂה אֵ֑לֶּה כֹּ֖ל עֹ֥שֵׂה עָֽוֶל</strong>&nbsp; <a href="#_ftn16" id="_ftnref16"><strong><sup><strong><sup>[16]</sup></strong></sup></strong></a> , dass von unserem Gott jeder verabscheut sei, der solches tut, jeder, der Gewalt ausübt, nicht nur dann werden wir erinnert: <strong>זָכ֕וֹר אֵ֛ת אֲשֶׁר־עָשָׂ֥ה לְךָ֖ עֲמָלֵ֑ק</strong> <a href="#_ftn17" id="_ftnref17"><strong><sup><strong><sup>[17]</sup></strong></sup></strong></a> &nbsp;„gedenke was dir Amalek getan!“&nbsp; und hüte dich selber ein Amalek in deinem Kreise zu sein; sondern <strong>מָחֹ֤ה אֶמְחֶה֙ אֶת־זֵ֣כֶר עֲמָלֵ֔ק מִתַּ֖חַת</strong> <strong>הַשָּׁמָֽיִם</strong> <a href="#_ftn18" id="_ftnref18">[18]</a>, sprach Gott nach dem ersten Mosessieg über Amalek, „unterm ganzen Himmel vernichte ich Amaleks Andenken“ — „<strong>זכר</strong>“ Andenken, Nachruhm, Namenverehrung, irdische Unsterblichkeit, das ist ja zuletzt das Letzte, das die schwertgegürtete Amalekgewalt von der mit ihren Trümmern bedeckten Erde erwartet; und dieser Nachruhm, diese Verewigung, diese Lorbeeren, die noch die späteste Nachwelt in ihrer Blindheit dem bluttriefenden Menschenwürger im Großen flicht, diese Verehrung der Gewalt, sie ist es ganz eigentlich, die die Gewaltherrschaft verewigt, die zur Nachfolge auf solchem Wege auffordert, die schon den Gemütern junger aufblühender Seelen einen über hunderttausend Trümmer- und Leichenzügen sein Schwert schwingenden Helden nicht als einen Gegenstand des Abscheus, sondern als einen Gegenstand ehrender Bewunderung zeigt, und jedem kommenden Geschlecht von früh an das Bewusstsein einprägt: es gebe eine Größe der Gewalttat, vor welcher selbst die Stimme der Sittlichkeit schweigt, und das Verbrechen verliere sein Verbrecherisches in je größerem Umfange man es übe und in je größere, weitere Kreise es den Fluch seiner Taten streut.&nbsp;&nbsp;&nbsp; <strong>,זֵכֶר עֲמָלֵק</strong> der Nachruhm Amaleks, der macht erst recht eigentlich die Amalekstat zum Menschheitsfluch. Erst wenn <a href="#_ftn19" id="_ftnref19">[19]</a> <strong>,</strong> <strong>שֵׁ֖ם רְשָׁעִ֣ים יִרְקָֽב</strong> wenn mit der Leiche des Bösewichts auch sein Name eingescharrt wird, wenn keines Bösewichts Name mehr im Andenken der Menschen blüht, erst dann kann das Reich gottdienender Sittlichkeit auf Erden beginnen. Solange ist, wie es das sinnigtiefe Wort des Weisen ausdrückt, weder <a href="#_ftn20" id="_ftnref20">[20]</a> <strong>שְׁמוֹ שֶׁל ה&#8216; שָׁלֵם</strong> noch&nbsp; <strong>כִּסְאוֹ שָׁלֵם</strong> ist weder die Anerkennung Gottes, noch sein Reich auf Erden zur Vollendung gebracht. So lange ist sein Name nicht der <strong>alles</strong> belebende, <strong>jeden</strong> Moment des Daseins durchhauchende, so lange ist sein Name nur die von Zeit zu Zeit durchblitzende, in seltenen, großen welterschütternden Ereignissen den Menschen zum Bewusstsein kommende Macht, und so lange ist sein Reich, das der alles beherrschende, einzige Welten<strong>thron</strong> sein soll, nur — ein <strong>Stuhl</strong>, den man auch der göttlichen Macht, als <strong>auch</strong> einer, nicht ganz außer Rücksicht zu lassenden Potenz einräumt, neben welcher man aber noch gar viel anderen Menschen, und vor allem der eigenen Macht und der eigenen Klugheit den Sitz der Hoheit bereitet. Darum hat Gott die ganze Heilszukunft der Menschheit und sein eigenes Reich auf Erden an die Verheißung geknüpft, dass Er „das Andenken Amaleks bis zur Vernichtung verlöschen werde unter dem ganzen Himmel“, hat es verheißen, dass „auf den noch unausgebauten Thron seiner nur erst unvollkommen erkannten Gottheit „der Gottesschwur niedergelegt ist: Gotteskrieg wider Amalek von Geschlecht zu Geschlecht!“ <strong>כִּֽי־יָד֙ עַל־כֵּ֣ס יָ֔&#8216; מִלְחָמָ֥ה לַה&#8216; בַּֽעֲמָלֵ֑ק מִדֹּ֖ר דֹּֽר<a href="#_ftn21" id="_ftnref21"><sup><strong><sup>[21]</sup></strong></sup></a></strong></p>



<p>Und darum wollen die von Gottes Geist diktierten Worte unserer Sänger und Propheten vor allem den Gedanken zum lebendigsten Bewusstsein bringen, dass nicht nur derselbe Gott, der die Gesetze der Natur geschrieben und handhabt, auch dem Menschen sein Gesetz gegeben — <strong>מַגִּ֣יד דְּבָרָ֣יו לְיַעֲקֹ֑ב וגו&#8216;<a href="#_ftn22" id="_ftnref22"><sup><strong><sup>[22]</sup></strong></sup></a> = הַשֹּׁלֵ֣חַ אִמְרָת֣וֹ אָ֑רֶץ עַד־מְ֝הֵרָ֗ה יָר֥וּץ דְּבָרֽוֹ<a href="#_ftn23" id="_ftnref23"><sup><strong><sup>[23]</sup></strong></sup></a> וגו&#8216; וגו&#8216;</strong>&nbsp; sondern, dass auch dieses Sittengesetz, das Gesetz des Rechts und der Heiligung und der Liebe, für jede Menschengesamtheit dasselbe wie für den Einzelnen sei, dass es nicht zwei verschiedene Moralkodizes, den einen für das Privatleben und den andern für das öffentliche Leben gebe, sondern die Rechtschaffenheit des Völkerlebens auf derselben Waage wie die des Privatlebens gewogen werde, und dass dem Unrecht und der Gewalt im Völker- und Staatenleben ebenso der Stab gebrochen, ebenso jede Zukunft versagt sei, wie im Familien- und Einzel-Leben.</p>



<p>So singt David — <a href="#_ftn24" id="_ftnref24"><sup>[24]</sup></a> <strong>עַל־מ֥וּת לַבֵּ֗ן</strong> — in Erinnerung an den Tod seines Kindes, womit Gott sein, des Königs, Frevel gegen das Familienglück eines Untertanen gestraft hatte —</p>



<p>Ich huldige Gott mit meinem ganzen Herzen,<br>Möchte deine Wunder alle erzählen,<br>Möchte mich freuen, möchte fröhlich sein in dir,<br>Möchte deinen Namen singend verkünden, Höchster!</p>



<p class="has-text-align-left">Wenn meine Feinde zurückweichen,<br>Straucheln sie ja nur und gehen verloren vor <strong>deinem</strong> Angesicht.<br>Wenn du <strong>mein</strong> Urteil und <strong>mein</strong> Recht ausgeführt,<br>Hast du ja zum Throne dich hingesetzt als gerechter Richter,<br>Hast ja damit Völkern gedroht, Vernichtung für jeden Bösen ausgesprochen,<br>Hast damit ihren Nachruhm verlöscht für alle Ewigkeit.<br>Ja, Feind! In jener endlosen Zukunft ist es zu Ende mit Trümmern,<br>Und deiner Städte-Zerstörungen, man denkt ihrer nicht mehr und damit sind sie selber vernichtet.<br>Gott aber thront dann für immer,<br>Stellt jetzt nur erst zum Gerichte seinen Thron.<br>Er richtet dann die Menschenwelt nach dem Recht,<br>Spricht Urteil über Staaten nach Geradheit —</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Gedenke, was dir Amalek getan auf dem Wege bei eurem Auszuge aus Ägypten. Der dich traf auf dem Wege, und deinen Nachtrab erschlug, all die Schwachen hinter dir — du aber warst matt und müde; — und fürchtete Gott nicht. Es soll nun geschehen, wenn der Herr, dein Gott, dir Ruhe schafft von all deinen Feinden rings herum in dem Lande, das der Herr, dein Gott, dir als Besitz gibt, es einzunehmen, sollst du auslöschen das Gedächtnis Amaleks unter dem Himmel. Vergiß nicht! (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> Exodus 17:16; „Krieg des Herrn wider Amalek von Geschlecht zu Geschlecht!” (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p><a href="#_ftnref3" id="_ftn3">[3]</a> Genesis 27:22; „Die Stimme ist Jaakobs Stimme, und die Hände sind Esaws Hände.“ (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p><a href="#_ftnref4" id="_ftn4">[4]</a> „Göttlichen Komödie“ siehe hierzu Kommentar von Rabbiner Hirsch zu Genesis 27:1</p>



<p><a href="#_ftnref5" id="_ftn5">[5]</a> Zu Nimrod siehe Hirschkommentar zu Genesis 10:8-18</p>



<p><a href="#_ftnref6" id="_ftn6">[6]</a> Genesis 12:2</p>



<p><a href="#_ftnref7" id="_ftn7">[7]</a> Jesaja 41:2-3; „(Wer hat [Cyrus] von Osten herbeigerufen?) Wer ihn mit Sieg in seinem Gefolge berufen, Völker vor ihm niederzuwerfen und Könige zu unterjochen. Zu Staub macht alles sein Schwert, zu wehenden Stoppeln sein Bogen. Er verfolgt sie, er ziehet hin unversehrt einen Pfad, den sein Fuß nie betreten.“ (Übersetzung Rabbiner Dr. S. Bernfeld)</p>



<p><a href="#_ftnref8" id="_ftn8">[8]</a> Siehe hierzu Hirschkommentar zu Genesis 32:25</p>



<p><a href="#_ftnref9" id="_ftn9">[9]</a> Deuteronomium 28:10; „und es sehen es alle Nationen der Erde, daß Gottes Name über dich genannt ist, und fürchten sich vor dir.“ (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p><a href="#_ftnref10" id="_ftn10">[10]</a> Exodus 17:7; „Ob wohl Gott in unserer Mitte ist, oder nicht?“ (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p><a href="#_ftnref11" id="_ftn11">[11]</a> Exodus 17:8; „Es kam Amalek und kämpfte mit Jisrael in Refidim. (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p><a href="#_ftnref12" id="_ftn12">[12]</a> Ohnmacht, Schwäche</p>



<p><a href="#_ftnref13" id="_ftn13">[13]</a> Exodus 17:11; „Und es war, wenn Mosche seine Hand in der Höhe hielt, siegte Jisrael, und wenn er seine Hand ruhen ließ, siegte Amalek.“ (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p><a href="#_ftnref14" id="_ftn14">[14]</a> Sefat Emet (Kommentar von Rabbiner Aryeh Leib Alter), Exodus, Parashat Sachor;</p>



<p>Sefaria.org: Yehudah Aryeh Leib Alter, bekannt als „Sefat Emet“ (nach seinem bekanntesten Werk), war ein polnischer Rabbiner, chassidischer Meister und Rebbe der Gerer Chassidim. Sein Vater starb, als er noch ein Junge war, und er wurde von seinem Großvater, Yitzchak Meir Rotenberg-Alter, bekannt als „Chiddushei HaRim“ (nach seinem berühmtesten Werk), erzogen. Dieser leitete auch das Rabbinatsgericht der Stadt. Nach dem Tod seines Großvaters im Jahr 1866 lehnte er dessen Amt ab und unterstellte sich stattdessen der Führung von Rabbi Chanoch Henoch von Alexander. Als der Rebbe von Alexander 1870 starb, übernahm er widerwillig die Führung der Gerer Chassidim. Unter seiner Leitung entwickelte sich Ger zum größten und einflussreichsten chassidischen Hof in Polen. Seine zahlreichen Werke wurden posthum unter dem Titel „Sefat Emet“ veröffentlicht. Sie umfassen eine bedeutende Sammlung chassidischer Einsichten und Lehren, basierend auf dem wöchentlichen Toraabschnitt, sowie einen gelehrten Kommentar zum Talmud. Diese Werke werden bis heute in der jüdischen Welt eingehend studiert. Anders als viele chassidische Meister lehnte er freiwilliges Geld seiner Anhänger ab und bestritt seinen Lebensunterhalt mit einem kleinen Laden, den seine Frau betrieb. Obwohl er den Aufbau und die Besiedlung des Landes Israel förderte, war er ein Gegner der aufkeimenden zionistischen Bewegung. Er starb 1905 und wurde von seinem ältesten Sohn Avraham Mordechai, bekannt als „Imrei Emet“, beerbt.</p>



<p><a href="#_ftnref15" id="_ftn15">[15]</a> Exodus 17:16; „Krieg für Gott wider Amalek von Geschlecht zu Geschlecht.“ (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p><a href="#_ftnref16" id="_ftn16">[16]</a> Deuteronomium 25:16; „ein Abscheu <em>Gottes</em>, deines Gottes ist jeder, der solche Dinge tut, jeder, der Unrecht tut.“ (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p><a href="#_ftnref17" id="_ftn17">[17]</a> Deuteronomium 25:17; „Gedenke dessen, was dir Amalek getan“ (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p><a href="#_ftnref18" id="_ftn18">[18]</a> Exodus 17:14; „(daß) ich Amaleks Gedächtnis gänzlich von unter dem Himmel forttilgen werde.“ (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p><a href="#_ftnref19" id="_ftn19">[19]</a> Mischle 10:7; „der Name der Gesetzlosen vermodert”</p>



<p><a href="#_ftnref20" id="_ftn20">[20]</a> Der Name Gottes noch sein Thron vollendet; d.h. Gottes Schöpfung wartet noch immer der Vollendung</p>



<p><a href="#_ftnref21" id="_ftn21">[21]</a> Exodus 17:16; „denn die Waltung auf Gottes Thron heißt: Krieg für <em>Gott</em> wider Amalek von Geschlecht zu Geschlecht.“ (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p><a href="#_ftnref22" id="_ftn22">[22]</a> Psalm 147:19; “Er kündigt Sein einheitlich manigfaltiges Wort Jakow“ (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p><a href="#_ftnref23" id="_ftn23">[23]</a> Psalm 147:15; „Denn Er, der Seine Weisung zur Erde schickt, — gar rasch eilt Sein Wort! —“ (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p><a href="#_ftnref24" id="_ftn24">[24]</a> Psalm 9:1</p>



<p></p>
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		<title>Magazin für den Monat Adar 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-adar-5786/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Feb 2026 08:32:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
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		<title>Willkommen zur 5. Ausgabe des 5. Jahrgangs der Monatszeitschrift</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/willkommen-zur-5-ausgabe-des-5-jahrgangs-der-monatszeitschrift/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jan 2026 19:17:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Willkommen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>für den Monat Schwat 5786 In diesem Monat gibt es „Tu Bi Schewat“, das Neujahrfest der Bäume zu feiern. Es ist der erste Frühlingsgruß in unserem Kalender und soll uns bereits jetzt auf unseren Geburtstag im Nissan hinweisen. Im Monatsblatt für diesen Monat verweist Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l auf die Bedeutung der Paraschat Schekalim [&#8230;]</p>
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<h1 class="wp-block-heading has-text-align-center has-large-font-size">für den Monat Schwat 5786</h1>



<p>In diesem Monat gibt es „Tu Bi Schewat“, das Neujahrfest der Bäume zu feiern. Es ist der erste Frühlingsgruß in unserem Kalender und soll uns bereits jetzt auf unseren Geburtstag im Nissan hinweisen.</p>



<p>Im Monatsblatt für diesen Monat verweist Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l auf die Bedeutung der Paraschat Schekalim hin, die ebenfalls uns auf die Geburtsstunde des jüdischen Volkes hinweisen soll.<br><strong>Das Monatsblatt für den Monat Schewat finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/schewat-5786/">hier</a>.</strong></p>



<p>Ein Zeitungsartikel aus der Zeitschrift „Der Israelit“ befasst sich ausschließlich mit „Tu Bi Schewat“.<br><strong>Den Artikel „Frühlingsgruß im Winter.“ finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/fruehlingsgruss-im-winter/">hier</a>.</strong></p>



<p>Die Kinderecke mit einem Märchen zu „Tu bi Schewat“ nimmt in dieser Ausgabe den größten Platz ein. Seien Sie versichert, der Artikel ist nicht nur für Kinder.<br><strong>Die „Kinderecke“ finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/kinderecke-schwat/">hier</a>.</strong></p>



<p>Wie immer haben Sie die Möglichkeit das komplette Magazin herunterzuladen<br><strong>Das Magazin für den Monat Schewat finden Sie</strong> <strong><a href="https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-schwat-5786/">hier</a>.</strong></p>
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		<title>Kinderecke Schwat</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/kinderecke-schwat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jan 2026 19:09:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In zwei Folgen ist diese nette Geschichte für Kinder über Tu Bi Schewat in der Zeitschrift „Der Israelit“ erschienen. Der erste Teil am 29.01.1920 und der zweite am 05.02.1920. Über den Autor Max Speier finden sie im Anschluss an dieses Märchen, was ich im Zusammenhang mit der Verlegung der „Stolpersteine“ über ihn gefunden habe. Der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-small-font-size">In zwei Folgen ist diese nette Geschichte für Kinder über Tu Bi Schewat in der Zeitschrift „Der Israelit“ erschienen. Der erste Teil am 29.01.1920 und der zweite am 05.02.1920.</p>



<p class="has-small-font-size">Über den Autor Max Speier finden sie im Anschluss an dieses Märchen, was ich im Zusammenhang mit der Verlegung der „Stolpersteine“ über ihn gefunden habe.</p>



<p class="has-small-font-size">Der Text wurde dem heutigen Sprachgebrauch leicht angepasst und mit Erklärungen versehen von Michael Bleiberg. Das Original finden Sie in der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main unter:</p>



<p class="has-text-align-center has-small-font-size"><a href="https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pagetext/2525094">https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pagetext/2525094</a></p>



<p class="has-text-align-center has-small-font-size"><a href="https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/2525108">https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/2525108</a></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><strong>Das Neujahrsfest der Bäume.</strong></p>



<p class="has-text-align-center"><strong>Ein Märchen von Max Speier.</strong></p>



<p>„Aber natürlich,&#8220; sagte das pausbäckige Äpfelchen und blähte sich breit, „ich bin dabei!&#8220;</p>



<p>„Und an mir soll&#8217;s auch nicht fehlen,&#8220; zirpte die Grünnase von Birne mit dem länglichen Kinn.</p>



<p>„Ich halt mit,&#8220; kollerte die braunnackige Nuss und schiebelte sich ein Stückchen vorwärts.</p>



<p>„Und ich durchdufte dann das Ganze,&#8220; meinte gelassen die stolze Goldorange.</p>



<p>„Also heut&#8216; Nacht pünktlich um 12 Uhr draußen im Garten,&#8220; rief errötend die Zwetschke und ließ sich im Vorgeschmack des erwarteten Vergnügens den Saft von den Wangen her­unterlaufen.</p>



<p>„Aber wer schließt uns die Türen auf?&#8220; krachte die Mandel auf einmal dazwischen.</p>



<p>„Das ist eine Frage, die wohl bedacht werden muss,&#8220; brummte der behäbige Kürbis.</p>



<p>„Schon gelöst,&#8220; lachte die glutvolle Ananas, die zwar eingemacht, aber doch reichlich süß und frisch gebettet war, „der Nussknacker!&#8220;</p>



<p>Der lag faul und steckensteif zwischen den Obstkörben und Konservengläsern, unter denen das heimliche Gespräch stattfand, rührte kein Glied und machte als hörte er nichts.</p>



<p>„Hedda,&#8220; zupfte ihn die bärtige Kastanie, „mach&#8216; er doch die Ohren auf, er bequemer, unwirscher Geselle.&#8220;</p>



<p>„Ich bin so müde&#8220;, knarrte der blanke Bursche, zu dem die blaue Traube mit verliebtem Wohl­gefallen hinsah, „lass mich in Ruh!&#8220;</p>



<p>„Wird nichts draus&#8220;, richtete sich die Banane in ihrer ganzen schlanken Größe auf, „wir wollen heut&#8216; Nacht unsere Väter und Mütter und son­stigen Anverwandten im Freien besuchen und uns mit ihnen über das vergangene Jahr und unsere zukünftigen Hoffnungen unterhalten, da musst du uns beistehen&#8220;.</p>



<p>„Meinethalben&#8220;, bollerte er heraus, „was ist denn eigentlich los?&#8220;</p>



<p>„Chamischo Osor b&#8217;schwat<a href="#_ftn1" id="_ftnref1"><sup>[1]</sup></a>&#8222;, antwortete kurz das Johannisbrot und rollte ihm einige Kerne an die Rippen, „unser Neujahrsfest&#8220;.</p>



<p>„Du brichst die Türen auf, damit wir heraus­können&#8220;, sagte hellstimmig die blanke Kirsche, „und geht&#8217;s nicht gutwillig, so krachst du Schloss und Schlüssel entzwei&#8220;.</p>



<p>„Gute Nacht, weckt mich dann, wenn&#8217;s Zeit ist&#8220;.</p>



<p>Der Nussknacker streckte sich, und die geschwätzige Gesellschaft ward auch stumm, weil eben das Töchterlein des Hauses mit der Lampe ins Zimmer trat.</p>



<p class="has-text-align-center"><strong>* * *</strong></p>



<p>Der riesige Schneemann starrte mit seinen schwarzen Augen neugierig in den dunklen Hof hinaus. „Was geht denn da vor? Was drängt sich denn da, was schiebt sich denn da, was wackelt denn da und fackelt denn da? Sonst kann man doch wenigstens in Frieden ruhen, wenn man den ganzen Tag das Gelärm von den wilden Buben um sich herum gehört hat, und heut plötzlich zu nachtschlafender Zeit, wenn alle bewaffneten und unbewaffneten Bürger sich be­schaulicher Stille hingeben, sowas von Getöse! Bin doch gespannt, was da kommt!&#8220; Er wollte gerade mit dem Stock drohen, als ein leises, süßes Stimmchen ertönte: „Ach bitte, bitte, lieber Herr Schneemann, tue uns doch den Gefallen und kehre uns mit deinem großen Besen einmal den Weg vom Schnee frei, damit wir zu unserer lieben Familie können.</p>



<p>„Potztausend, wer bist du denn&#8220;, murmelte der Weißbart und wollte sich niederbeugen. „Ei, Fräulein Rosinchen! Guck mal an, so spät und so wach! Bist wohl aus dem leckeren Geburtstags­kuchen herausgekrochen, den die Mutter fürs Nesthäkchen gebacken hat? Der kleine Kerl hat es mir freudestrahlend erzählt.</p>



<p>„Aber wo wollt ihr denn hin, Ihr Nacht­schwärmer?&#8220;</p>



<p>„O bitte, bitte, nicht böse sein, guter Herr Schneemann&#8220;, bettelte das niedliche Rosinchen, „die Apfelsine setzt dir auch ganz gewiss eine schöne rote Kappe auf, wenn du uns durchlässt!&#8220; „Recht also, weil du&#8217;s bist, liebes Kind.&#8220; Der Schneemann fegte mit dem alten Besen eine Gasse rein. „Vorwärts marsch!&#8220; kommandierte der Kürbis als Korporal der kleinen Schar, die sich gemächlich und in gleichmäßigem Takt zu den Bäumen des großen Gartens hintrollte. Die hatten&#8217;s schon gespürt, dass ihnen was Besonderes bevorstand. „Ich weiß nicht&#8220;, hatte schon am Tag der Apfelbaum zu seiner Nachbarin, der grünen Edeltanne, gesagt, „mir ist’s eben so seltsam zu Mut, ich glaub&#8216;, ich hab&#8216; Wachs­schmerzen.&#8220; „Ja&#8220;, hatte drauf der Zwetschgenbaum zustimmend genickt, „mir ist&#8217;s auch heut auf einmal bei dem starken Schneegestöber so warm und eigen geworden, dass ich meine, der Frühling kommt.&#8220;</p>



<p>„Du, Eiche&#8220;, rief die wissbegierige Pappel in den benachbarten Wald hinüber, „schau doch mal bei deinen Ringen im Jahreskalender nach, was denn für ein Tag ist.&#8220;</p>



<p>„Der vierzehnte Schewat&#8220;, brummte die Eiche gravitätisch und vernehmlich. „Also der Chamischo Osor vor der Tür!&#8220; jauchzte das Aprikosen­bäumchen, „Kinder, das ist fein!&#8220; „Naseweis&#8220;, gaben die Nussbüsche zurück, „weißt viel, was ein Neujahrsfest ist!&#8220;</p>



<p>„Heut hat sich die Katze vor mich in den Schnee gesetzt und ihren borstigen Bart geputzt&#8220;, erzählte der Birnbaum, „das bedeutet Besuch.&#8220;</p>



<p>Da dröhnte auch schon ganz in der Nähe der verschlafenen Ranke vom Weinlaub die Stimme des Kürbisses: „Stillgestanden! Mamsell Birne, melde sie uns!&#8220; „Alle zur Stelle!&#8220; erstattete die Birne gehorsam und militärisch Rapport. Der Jubel kannte keine Grenzen. Die Bäume streckten ihre Zweige ihren Kindern und Freunden zu herzlichem Willkommen entgegen, manche hoben ihre treuen Früchtlein empor und ließen sie auf den Ästen schaukeln, der Wind sang ihnen ein fröhliches Lied dazu, und die Fichte vergoss sogar vor lauter Rührung ein paar dicke Harztränen. Jetzt gab´s ein Fragen und Liebkosen und Berichten ohne Ende, man hatte sich seit Monaten nicht gesehen und war um das Schicksal jedes Einzelnen natürlich aufs ängstlichste besorgt. Der Schnee­mann spitzte von der Ferne seine Ohren aus Apfelschalen und machte ein immer freundlicheres Gesicht trotz der unerlaubten Störung.</p>



<p>Aber in das Geplauder hinein, das wohl ein halbes Stündchen gewährt haben mochte, rauschte unvermutet der Apfelbaum mit feierlichem Klang und sprach in gehaltenem Ernst: „Liebe Genossen, Nachbarn und Freunde! Liebe Kinder, Brüder und Schwestern! Vergesst über der Freude des Wiedersehens nicht, dass heute unser Rausch-haschonoh<a href="#_ftn2" id="_ftnref2"><sup>[2]</sup></a> ist, der Tag, an dem wir uns erinnern sollen, was wir im vergangenen Jahr an Gutem und Schönem erfüllt haben und was wir im kommenden Jahr reicher und trefflicher voll­bringen wollen. Nichts auf der Welt kann aus eigener Kraft gedeihen und groß werden, auch wir nicht. Alles wird stark und groß, trägt Blüte und Frucht, spendet Schatten und Segen auf Gottes Geheiß und nach Gottes Willen. Und was den Menschen der erste Tischri ist, das ist für uns der fünfzehnte Schewat. So wollen wir uns denn erzählen, wie wir das Jahr verbracht und ob wir es wert sind, weiter lustig zu grünen und zu blühen und uns des lieben Sonnenscheins zu erfreuen und des befruchtenden Regens. Wohlan denn, du Weinranke, beginne, deine Beeren sind vor allen wertgeschätzt!&#8220;</p>



<p>Die Rebe summte: „Ende August war’s. Ich war üppig voll behängt und meine Trauben waren von einem Saft und von einer Süßigkeit, dass ich selbst ganz entzückt davon war. Und die Sonne brannte mir immer weiter auf den Rücken, ich kochte einfach. Doch ging eines Mittags ein kleines, schwaches Kind durch meine Reihen. Es schlich langsam auf einen Krückstock gestützt, und ein zartes, feines Mädchen führte es. Die kleine Begleiterin war wie Rosenrot und Himmelsblau, von duftig überhauchten Bäcklein und schimmernden Äuglein. Sie beugte sich so sanft und freundlich zu der armen Freundin nieder, sie reichte ihr so zierlich und behände die Ärmchen, ich war außer mir vor Seligkeit, soviel Liebe walten zu sehen. Das kranke Mädchen sandte warme, verlangende Blicke nach meinen Früchten, die wie schwere, dunkle Perlen aufgeschnürt waren. Ich hielt mit meinen Ranken das Kind aus Rosenrot und Himmelsblau fest. Man konnte fast meinen, dass es mich verstand. „Da, brich meine Trauben“, wollte ich ihm sagen, „da, schichte sie auf zu dichtem, fröhlichem Haufen und erquicke deine arme Freundin“. Das Mägdelein sah mich lange an. „Ich möcht&#8216; schon gerne,&#8220; sagte sie silberstimmig, „aber ich weiß nicht recht, ob ich darf. Die Trauben werden doch gebraucht. Man macht doch so klaren, köstlichen Wein daraus, mit dem dann der Vater den Sabbath segnet. . . . doch es gibt ja noch mehr&#8220;, rief sie plötzlich beherzt, pflückte die besten meiner Sprösslinge vom Laub und reichte sie der Kleinen. Das arme Kind tat sich gütlich. Ich aber bat unseren Herrn droben, er solle meiner lieblichen Freundin lohnen, was sie Gutes getan, und solle mit diesem Sinne und mit diesem Herzen sie weiter emporblühen lassen.&#8220;</p>



<p>„Ich mische mich lieber unter die kichernde gesunde Gesellschaft&#8220; rief der Nussbaum fidel von seiner Höhe herab. „Mir knackts in allen Gliedern, wenn ich so eine Kinderschar hier herumtollen sehe. Pardauz — mach&#8216; ich und fall&#8216; ihnen vor die Füße? Vielmehr, ich bleibe grad und aufrecht, nur meine Nüsse schick ich ihnen, dass sie damit in der Sukkoh<a href="#_ftn3" id="_ftnref3"><sup>[3]</sup></a> Häuflein spielen und sich deshalb noch einmal so gern an das liebe, lustige Laub­hüttenfest erinnern. So geht&#8217;s bei mir ein Jahr um das andere, ich erleb&#8216; nicht viel Neues, aber ich freue mich meines Daseins und werde mich freuen, solange es Gott gefällt.&#8220;</p>



<p>„Unter mir haben ein Vater und eine Mutter lange, ernste und nachdenkliche Rast gehalten, zu der ich lindernden und kühlenden Schatten ge­spendet habe&#8220;, hub der Kastanienbaum langsam an. „Ich hab&#8216; von schweren, herzbrechenden Sorgen und von tiefer, zehrender Kümmernis gehört. Sie haben zwei Kinder, einen Knaben und ein Mädchen. Und sie haben immer ihr Trachten darauf gerichtet, sie in Gottesfurcht und in Gottesliebe großzuziehen. Und sie hatten gejauchzt bei jedem Keim und Reis, das sie ent­deckt, und sie hatten gejubelt bei jeder Blüte, die ihrer Obhut entsprossen war. Nun sind die Blüten vernichtet und abgefallen, denn die Kinder sind in die Fremde gegangen und haben Gottes Wort und der Eltern Lehren schnell vergessen. Und nun saßen die alten Leute traurig zusammen und haben sich mit bitteren Tränen gefragt, wozu sie auf der Welt noch nütze seien. Das Mitleid hat mich gepackt, als ich das hörte, dass durch mich ein Rauschen ging, wie vom tiefsten eigenen Herzeleid.&#8220;</p>



<p>„Papperlapapp, nicht immer so sentimental!&#8220; fuhr hitzig der Kirschbaum in die schwermütige Stimmung, die die ganze Versammlung ergriffen hatte. „Mich hat ein Mädchen angefasst, ein Mädchen mit Lippen, so rot wie meine Kirschen, und hat mich gerüttelt und sich daraus einen Kranz in ihr schwarzes Haar gemacht aus meinen roten Früchten und ist hin und her getanzt und hat übermütig dazu gerufen: Starmatz<a href="#_ftn4" id="_ftnref4"><sup>[4]</sup></a>, pfeif&#8216; mal, jetzt gib&#8217;s bald Hochzeit! Kirschbaum, guck mal, was ich schön bin! Und ich — hab gewackelt vor lauter Lachen über die Munterkeit!&#8220;</p>



<p>„Leichtfuß&#8220;, sprach gemessen der Apfelbaum, und der Rosenstrauch reichte ihm verstohlen die dornige Hand. „Bist nicht gut beraten, wenn du meinst, der Übermut und die Schönheit allein tun&#8217;s. Schön ist das Lachen, beim Himmel, wer möcht es missen? Und herrlich ist die Schön­heit, wer möcht ihr Prangen entbehren? Aber Schönheit und Lachen können schnell vorüber­gehen — des Herzens Reinheit und der Seele heitere Freude, sie sollen uns durchs ganze Leben geleiten. Wie ich unter den Bäumen des Waldes, wie die Rose unter den Dornen — so sollte Israels Jugend blühen unter den Völkern. Still blüht die Rose und möchte schamhaft ihren Kelch vor Menschenaugen schließen, den Kelch, den sie nur Gott und Seinem blauen Himmel frei zu­wendet. Und, mit zarten, rosigen Blüten übersäet, bin ich ein Wohlgefallen dem klaren Blick und mit meinen leckeren Früchten feine, duftige Labe dem Kranken, dem Genesenden, den Ge­heilten. Klar aber muss der Blick sein, der mich anschaut, und nur mit reinen Lippen wollen meine Früchte berührt sein.&#8220;</p>



<p>„Aus der Jugendzeit — aus der Jugendzeit — klingt ein Lied mir immerdar. — O, wie liegt so weit, o wie liegt so weit — was mein einst war!<a href="#_ftn5" id="_ftnref5"><sup>[5]</sup></a>&#8220; zwitscherte eine muntere Stimme. Es war gar nicht so traurig und hoffnungslos, wie&#8217;s die Worte hätten vermuten lassen, was der Esrog<a href="#_ftn6" id="_ftnref6"><sup>[6]</sup></a> sang. „Ich bin allerdings eingemacht in sauer und süß&#8220;, unterbrach&#8217;s sich, wie um Entschul­digung bittend, „es ist mir auch manchmal recht bitter zu Mut, wenn ich so künstlich und über­mütig verzuckert werde. Doch das geht halt so und muss ertragen werden. Ja, ich hab&#8216; mal in ganzen Wäldern geblüht und geleuchtet, dort weit überm Meer, im heiligen Lande, woher man mich geholt hat. Mein Stamm hat stolze Juden ge­sehen und aufrechte Gottesdiener und hat den Scharen fröhlichen Gruß entboten, die hingewallt<a href="#_ftn7" id="_ftnref7"><sup>[7]</sup></a> sind zum Tempel und sich dort Befreiung geholt von Sorgen und von Sünden. Und dann, viele Jahrhunderte lang, ist mein Stamm fast verdorrt von all der Einöde, die ihn umgab, und von dem schweren Weh das er erlitt, weil er, trotz allem sehnlichen Auslugen<a href="#_ftn8" id="_ftnref8"><sup>[8]</sup></a>, nichts wahrnehmen, konnte, als Trümmer und Wüstenei. Nun wächst er erfrischt und erfreut neu empor, weil er wieder fröhliche Lieder hört von heimischen Zungen, und weil sich wieder rührige Hände regen und zu ackern beginnen und zu pflügen, zu pflanzen und zu jäten, um die Wüstenei mit Gottes Hilfe wieder urbar zu machen und die Einöde mit seinem Beistand umzuwandeln in geselligen jüdischen Menschenboden, bis Gottes ganzer Segen sich ausgießt über unser Heimatland und Gottes ganzer Segen uns dort versammelt. Ach, Kinder, ich bin so glücklich darüber und bin so selig, dass man mich hätschelt und hochträgt mit starken Armen am heiligen Sukkothfest!&#8220;</p>



<p>Die Mandel sprengte ihre Schale vor Lust über das Bekenntnis des Esrogs. „Brüderlein, ich umarme dich! Aus leblosem Holz, das nicht meines Stammes war, bin ich emporgeblüht in Ahrons Tagen als Zeichen der Wunderwaltung und der Liebe des Herrn<a href="#_ftn9" id="_ftnref9"><sup>[9]</sup></a>. An geweihtester Stätte hat man mit meinem Abbild die goldene Menauroh<a href="#_ftn10" id="_ftnref10"><sup>[10]</sup></a> verziert, die dem Glück Israels leuchtete und ihm Geist und Herz erhellte.</p>



<p>Der Leuchter in Sacharjas Vision (Buchmalerei von Josef Asarfati, Biblia de Cervera, um 1300, Biblioteca Nacional de Portugal)</p>



<p>Nun sind wir und unsere Lieblinge in der Fremde. Dieses Jahr hier — in Schnee und Winter. Im kommenden Jahre in Jerusalem — in Sonne und ewigem Frühling!&#8220; Ehrfürchtig neigten alle Bäume ihre Häupter und stimmten einträchtig an:</p>



<p>„Führet der Herr heim<br>Zions Gefangene,<br>Füllt sich mit Lachen<br>Wieder der Mund.<br>Füllt sich mit Jubel<br>Unsere Zunge<br>Sprechen die Völker:<br>Großes wirkt Gott!&#8220; — — —<a href="#_ftn11" id="_ftnref11"><sup>[11]</sup></a></p>



<p>Der Schneemann wartete keine Aufforderung ab. Er sputete sich von selbst, um schleunigst die neuverwehten Pfade zu säubern, damit die Schar heimkehren konnte.</p>



<p>Und der Garten lag wieder in tiefer Stille im Schein des Vollmonds.</p>



<p class="has-medium-font-size"><strong>Max Speier</strong></p>



<p class="has-small-font-size">Dies ist ein Auszug aus einem Bericht von Gudrun Schmidt vom Verein „Stolpersteine in Kassel e.V.“ den Sie unter <a href="https://www.kassel-stolper.com/biografien/olga-max-u-lieselotte-speier-ida-wertheim/"><strong>https://www.kassel-stolper.com/biografien/olga-max-u-lieselotte-speier-ida-wertheim/</strong></a> komplett lesen können.</p>



<p>geb. am 23. Juni 1897, stammt aus einer bekannten Hoofer Familie. Seine Eltern, der Handelsmann Julius und Jettchen Speier, geb. Rosenbach wohnten mit Sohn Simon Speier, geb. 1888, Schwiegertochter Selma und Enkelin Brunhilde (geb. 1920) in der Hoofer Fuckelgasse, jetzt Herkulesstraße. Max Speier wurde mit 18 Jahren Soldat und nahm von 1915 bis 1918 wie viele aus dem Dorf am 1. Weltkrieg teil. Später war er als Vertreter tätig. Mit 26 Jahren heiratete er.</p>



<p><strong><em>Hoof</em></strong></p>



<p><em>Früher zum adligen Gericht Schauenburg gehörig, ist Hoof mit etwa 3.000 Einwohnern seit 1972 eines der fünf Dörfer der Gemeinde Schauenburg. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus 1250 n. Ch. Im späten 16. Jh. ließen sich sogenannte Schutzjuden unter der Ortsherrschaft der Familie von Dalwigk nieder. Sie trieben Kleinhandel und etwas Landwirtschaft. Platz für den gemeinsamen Friedhof – den ältesten jüdischen in Hessen – überließ ihnen die Herrscherfamilie im nahen Breitenbach. Die jüdische Gemeinde entwickelte sich im 19. Jahrhundert zur größten Gemeinde im Landkreis Kassel mit bis zu 230 Mitgliedern. 1840 wurden eine Synagoge, eine Mikwe und ein Schulraum mit Lehrerwohnung eingerichtet. Die jüdische Elementarschule, deren Lehrer in Kassel ausgebildet wurden, bestand seit 1827, um 1890 mit bis zu 60 Schülern. Nach dem Tod des letzten Lehrers wurde sie 1934 geschlossen. Das Zusammenleben mit der christlichen Bevölkerungsmehrheit war weitgehend unproblematisch. Jüdische Bürger waren im Gemeinderat, den Vereinen, der Feuerwehr, selbst in dem stramm nationalen Kyffhäuser Bund usw. Die Gaststätte des Juden Meinhard Gumpert war Treffpunkt für alle.</em></p>



<p>Ab 1933 machten die Juden Hoofs zwiespältige Erfahrungen. Auf der einen Seite gab es offenkundig Nichtjuden, die an der im Dorf gelebten Integration der jüdischen Bevölkerung in das Vereins- und auch Gemeindeleben keine Abstriche machten, was die Aufmerksamkeit des antisemitischen Hetzblattes der Nationalsozialisten „Der Stürmer“ im Jahr 1934 erregte, in dem ein Hetzartikel über das Dorfleben in Hoof erschien.</p>



<p>&nbsp;Auf der anderen Seite standen Erfahrungen von Diskriminierung, vor allem auch bei Kindern, Aufforderungen zum Boykott, 1935 sogar von gewalttätigen Ausschreitungen. Bis 1935 emigrierten deshalb bereits einige Familien ins Ausland, andere verließen danach den Heimatort oder konnten vor allem 1938 ihre Kinder mit Hilfe der Kindertransporte ins sichere Ausland bringen. Am 8. November 1938 wüteten aus anderen Dörfern angereiste SA-Leute in Hoof, fanden dort aber auch Mittäter aus dem Ort. Nach dem Pogrom hatten die Hoofer Juden innerhalb kurzer Zeit die Gemeinde zu verlassen, Hauseigentümer unter ihnen ihr Eigentum zu verkaufen. Eine Erfassungsstelle in Kassel wies sie in Häuser im Bereich zwischen Altmarkt und Grünem Weg ein.</p>



<p>Max Speier war mit Frau und Tochter sowie den Schwiegereltern Wertheim noch vor dem Pogrom im Sommer 1938 nach Kassel gezogen. Am 10. November 1938 wurde er zusammen mit etwa 250 jüdischen Männern in Kassel verhaftet und anschließend in einem Sonderlager innerhalb des KZ Buchenwald bis zum 16.12.1938 unter Bedingungen inhaftiert, die noch schrecklicher waren, als es in Buchenwald ohnehin der Fall war.</p>



<p>Laut Hausstandsbuch war die Familie zwar in der Moltkestraße registriert, tatsächlich war Max Speier dann aber wie seine Frau und seine verwitwete Schwiegermutter ab dem 11. April 1941 im „Arbeitserziehungslager Breitenau“. Statt eines Fotos fanden wir im Gestapo-Aufnahmebuch Nr. 412 des „Arbeitserziehungslagers Breitenau“ diese Personalbeschreibung des Schutzhäftlings: 1,73 m groß, dunkle Haare und Augenbrauen, Stutzbart, Kinn normal, Gesicht voll, Farbe braun, 6 Goldzähne, Statur kräftig, keine besonderen Merkmale.“ Und im Hinterlegeblatt heißt es: „je 1 Mütze, Mantel, Weste, je 2 Hemden, Unterhosen, Handtücher, 1 Uhr mit Kette“. Zurück in der Moltkestr. 10, wurde er am 1. Juni 1942 – also vor 80 Jahren &#8211; nach Majdanek deportiert und am 29. Juli 1942 dort ermordet. Max Speier wurde 45 Jahre alt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Deutsch-jüdische Aussprache für „Chamischa Esre be Schwat“ <strong>כמישע עזרי בשבט</strong><strong>, </strong>der 15. Schewat</p>



<p><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> Rosch-Ha´schana <strong>ראש השנה </strong><strong>&nbsp;</strong>deutsch-jüdische Aussprache</p>



<p><a href="#_ftnref3" id="_ftn3">[3]</a> Sukkah <strong>סוכה</strong></p>



<p><a href="#_ftnref4" id="_ftn4">[4]</a> (im Käfig gehaltener) Star</p>



<p><a href="#_ftnref5" id="_ftn5">[5]</a> &#8222;O, wie liegt so weit&#8220; ist ein berühmter Vers aus dem Gedicht &#8222;Aus der Jugendzeit&#8220; von Friedrich Rückert, das oft als volkstümliches Lied (oder Kunstlied) vertont wurde, das die Sehnsucht nach der verlorenen Heimat und der Kindheit ausdrückt, wo die Schwalben immer noch singen, aber das Herz leer geblieben ist. Der komplette Vers lautet meist: &#8222;O wie liegt so weit, o wie liegt so weit, Was mein einst war! Was die Schwalbe sang, was die Schwalbe sang&#8220;.</p>



<p><a href="#_ftnref6" id="_ftn6">[6]</a> Etrog, <strong>אֶתְרוֹג</strong>, zitronenähnliche Frucht, eine der 4 Arten am Sukkotfest.</p>



<p><a href="#_ftnref7" id="_ftn7">[7]</a> gepilgert</p>



<p><a href="#_ftnref8" id="_ftn8">[8]</a> Umherschauen</p>



<p><a href="#_ftnref9" id="_ftn9">[9]</a> Numeri 17:17-25. Aus dem Kommentar von Rabbiner Hirsch zu Exodus 25:39: <strong>משוקדים</strong>, mandelförmig oder mandelartig werden die Kelche der Menora wiederholt charakterisiert, und ist, …, die Überlieferung schwankend, ob nicht Schmot 25, 34 — wie auch die Akzentstellung zeigt — dies <strong>משוקדים</strong> auch zum Charakter der <strong>כפתורים</strong> und <strong>פרהים</strong> gehört. Nun ist aber <strong>שקד</strong>, sowohl sprachlich als Verbum, als sachlich, Mandel, im symbolischen Gebrauch, der <em>spezifische Ausdruck für die intensivste Richtung und Dahingebung der Geistestätigkeit an einen Gegenstand oder einen Zweck</em>. Sowie der Mandelbaum am frühesten blüht (bei uns schon im März) und früher Blüten als Blätter hat, so ist <strong>שקד</strong>, sein Name, überhaupt Ausdruck für eifrige, rastlose, rasch zum Ziele strebende, wache und fleißige Geistesanstrengung, Ausdruck für das, was wir Fleiß und Studium nennen würden. &#8222;Wenn Gott die Stadt nicht schützt, vergebens <strong>שקד</strong>, wacht der Wächter&#8220; (Ps. 127, 1). &#8222;Glücklich der Mensch&#8220;, spricht Prov. 8, 34 die Weisheit, &#8222;der mir zuhört, <strong>לשקוד</strong>, emsig an meinen Türen Tag für Tag zu wachen&#8220;: &#8222;Wie ich <strong>שקדתי</strong> <strong>עליהם</strong>, über sie mit Eifer, rastlos zu zertrümmern und zu zerstören gestrebt&#8220;, heißt es Jerem. 31, 28, &#8222;so <strong>אשקד עליהם לבנות ולנטוע</strong>, so werde ich rastlos, mit Eifer, über sie streben zu bauen und zu pflanzen&#8220;. &#8222;Was siehst du&#8220;, wurde Jirmijahu Kap. 1, 11 gleich bei seiner ersten Berufung gefragt, &#8222;<strong>מקל שקד</strong>, einen Mandelstab sehe ich&#8220;, lautete die Antwort. &#8222;Du hast gut geschaut&#8220;, erwiderte Gott, &#8222;denn <strong>שקד אני על דברי לעשתו</strong>, eifrig betreibe ich mein Wort zu erfüllen&#8220;: Bamidbar 17, 16 ff. sollte der Stammesfürst als der geistig Erwählte von Gott bezeichnet sein, dessen Stab blühen werde, und dieser Stab sollte als ewiges Denkmal vor dem Zeugnis bewahrt bleiben. Aarons Stab nun, durch dessen Blühen der Stamm Levi und in diesem Stamm das Haus Aaron als die für das Priestertum geistig Erwählten dokumentiert sein sollten, <strong>ויצא פרח ויצץ ציץ ויגמל ,&#8220;שקד</strong><strong>&#8220; </strong>&#8222;<em>!brachte Blumen, trieb Staubfäden und reifte Mandeln!</em>&#8220; <strong>שקדים</strong> die ernste, rastlose, eifrige, tätige und erfolgreiche Hingebung an den Beruf sehen wir also hier als denjenigen Charakter bezeichnet, der den Stamm der Aaroniden für die Erwählung zu dem hohen geistigen Berufe des jüdischen Priestertums befähigt zeigte, und glauben wir hierin eine nicht geringe Bestätigung für unsere Auffassung der mandelartigen Blütengebilde an der Menora zu finden. Tragen ja Schaft und Arme des Leuchters eben dieselben Symbole, die den vor dem Zeugnis ruhenden Aaronsstab als Priesterstamm charakterisierten. Hier wie dort Mandeln reifende Blüten!</p>



<p><a href="#_ftnref10" id="_ftn10">[10]</a> Menora</p>



<p><a href="#_ftnref11" id="_ftn11">[11]</a> Psalm 126</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hirschinitiative.de/kinderecke-schwat/">Kinderecke Schwat</a> erschien zuerst auf <a href="https://hirschinitiative.de">Hirschinitiative e.V.</a>.</p>
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