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	<title>Hirschinitiative e.V.</title>
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	<description>Rabbiner S. R. Hirsch Plattform zur Wiederbelebung des orthodoxen deutschen Judentums</description>
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	<title>Hirschinitiative e.V.</title>
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	<item>
		<title>Willkommen zur 10. Ausgabe des 5. Jahrgangs der Monatszeitschrift</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/willkommen-zur-10-ausgabe-des-5-jahrgangs-der-monatszeitschrift/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 11:46:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Willkommen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>für den Monat Thamus 5786 Viermal im Jahr gedenken wir der Zerstörung des Tempels. Schon der Prophet Secharja fragte: „Soll ich noch weinen und fasten?“ Diese Frage greift Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l auf und beleuchtet die Hintergründe der Zerstörungen Jerusalems.Das Monatsblatt für den Monat Thamus finden Sie hier. Einen besonders interessanten Artikel von Rabbiner [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hirschinitiative.de/willkommen-zur-10-ausgabe-des-5-jahrgangs-der-monatszeitschrift/">Willkommen zur 10. Ausgabe des 5. Jahrgangs der Monatszeitschrift</a> erschien zuerst auf <a href="https://hirschinitiative.de">Hirschinitiative e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2022/08/image.png" alt="Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist image.png"/></figure>



<p class="has-text-align-center has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>für den Monat Thamus 5786</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Viermal im Jahr gedenken wir der Zerstörung des Tempels. Schon der Prophet Secharja fragte: „Soll ich noch weinen und fasten?“ Diese Frage greift Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l auf und beleuchtet die Hintergründe der Zerstörungen Jerusalems.<br><strong>Das Monatsblatt für den Monat Thamus finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/thamus-5786/">hier</a>.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen besonders interessanten Artikel von Rabbiner Benedikt Pinchas Wolf s“l über einen Vergleich des „Liberalen Christentums und des „liberalen“ Judentums“ habe ich in der Zeitschrift „Der Israelit“ gefunden.<br><strong>Den Artikel von Rabbiner Wolf finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/liberales-christentum-und-liberales-judentum/">hier</a>.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kinderecke darf natürlich nicht fehlen. Heinrich Einstädter beschreibt eine Klassenfahrt von München nach Bad Reichenhall vor genau 120 Jahren.<br><strong>Die Kinderecke finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/kinderecke-thamus-5786/">hier.</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie immer haben Sie die Möglichkeit das komplette Magazin herunterzuladen<br><strong>Das Magazin für den Monat Thamus finden Sie</strong><a href="https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-thamus-5786/"> hier.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hirschinitiative.de/willkommen-zur-10-ausgabe-des-5-jahrgangs-der-monatszeitschrift/">Willkommen zur 10. Ausgabe des 5. Jahrgangs der Monatszeitschrift</a> erschien zuerst auf <a href="https://hirschinitiative.de">Hirschinitiative e.V.</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kinderecke Thamus 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/kinderecke-thamus-5786/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 11:32:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Sommerferien. Diesen Kinderecken-Aufsatz, wahrscheinlich von Heinrich Einstädter[1] verfasst, habe ich in der Zeitschrift „Der Israelit“ vom 6.9.1906 gefunden. Ein jüdisches Mädchen beschreibt eine Klassenfahrt von München nach Bad Reichenhall. Im ersten Teil des Aufsatzes beschreibt sie die Bahnfahrt, vorbei an Ortschaften, Tälern und Bergen. Im zweiten Teil ihre Erlebnisse in Bad Reichenhall. Hier kommt [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hirschinitiative.de/kinderecke-thamus-5786/">Kinderecke Thamus 5786</a> erschien zuerst auf <a href="https://hirschinitiative.de">Hirschinitiative e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-center has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Meine Sommerferien.</strong></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Diesen Kinderecken-Aufsatz, wahrscheinlich von Heinrich Einstädter<a href="#_ftn1" id="_ftnref1"><sup>[1]</sup></a> verfasst, habe ich in der Zeitschrift „Der Israelit“ vom 6.9.1906 gefunden. Ein jüdisches Mädchen beschreibt eine Klassenfahrt von München nach Bad Reichenhall. Im ersten Teil des Aufsatzes beschreibt sie die Bahnfahrt, vorbei an Ortschaften, Tälern und Bergen. Im zweiten Teil ihre Erlebnisse in Bad Reichenhall.</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Hier kommt eine große Verbundenheit, ja Liebe, zu Deutschland zum Ausdruck. Es wird klar – für die Juden, ob orthodox oder liberal war Deutschland Heimat.</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Der Text wurde dem heutigen Sprachgebrauch leicht angepasst und mit Erklärungen versehen von Michael Bleiberg. Das Original finden Sie in der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main unter:</p>



<p class="has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/7375181">https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/7375181</a></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph">Tagebuchblätter Juli 1906</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Reichenhall!</strong> Ich kann Dir nicht sagen, wie ich mich freue. Aber ich gebe mir Mühe, ruhig und gesetzt zu erscheinen. Und während in mir alles singt und klingt und der wunderbaren Bergwelt entgegenjauchst, bekümmere ich mich um Gepäck, Billet usw., um zu zeigen, dass ich schon ein großes Mädchen bin und mitgenommen werden kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben uns einige Tage in München aufgehalten, und nun soll es weiter gehen. Tefillat Haderech<a href="#_ftn2" id="_ftnref2"><sup>[2]</sup></a> ist gesagt, und am Ostbahnhof steigen wir zur Weiterfahrt ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Freilassing!</strong> Im Coupé halte ich´s nicht aus, ich stehe auf der Plattform und schaue, schaue, schaue! Schon bei Prien war ich außen. Da ist ja der wunderbare Chiemsee und auf der Herren-Insel eines der Prachtschlösser König Ludwigs II. von Bayern<a href="#_ftn3" id="_ftnref3"><sup>[3]</sup></a>. Ist&#8217;s Wahrheit, ist´s Sage, was sich an diesen Namen knüpft? —&nbsp; Die Eltern erzählen´s, und doch — man glaubt sich in eine Märchenwelt versetzt, es war einmal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie mich der Wind zerzaust, der frisch, kräftige Bergwind! Und da sind sie auch, der Staufen, der Zwiesel, der Untersberg, die Reitalp, ich kenne sie nicht alle. Ich fragte nach den Watzmann, weiß aber nicht, ob der Herr und König sich gezeigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hammerau, Piding</strong> , langsamer fährt der Zug, enger wird das Tal, es weitet sich wieder — <strong>Reichenhall</strong>. Ein sonniger, wonniger, herrlicher Tag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber glaube nur nicht, dass sie alle so sind, die Tage in diesem Eden. Weißt Du, wie die Winde heulen von den Bergen herab, aus den Schlünden hervor, wie es stürmt und tobt, wie die Blitze zucken und zünden, der Donner rollt, lang hingezogen, im Echo widerhallend von Bergwand zu Bergwand wie der Regen in Fluten herabstürzt! — Kennst Du es? — Ja, es ist ein anderes, ein Wetter in den Bergen oder eines in der Ebene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hoch zurück zum Bahnhof! Du mein liebes Buch sollst ja später meinem Gedächtnis nachhelfen, selbst eine Art Gedächtnis sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies Sprachgewirr! Natürlich deutsch vor allem, dabei auch die schwer verständliche Mundart der Einheimischen, dann französisch, englisch, rumänisch, serbisch, bulgarisch, russisch, polnisch, spanisch, italienisch, auch das jüdisch-deutsche<a href="#_ftn4" id="_ftnref4"><sup>[4]</sup></a> fehlt nicht, und ich weiß nicht, was noch. Neugierig bin ich nicht, aber wenn rings um Dich die angeregteste Unterhaltung ist, und Du verstehst nichts davon, ist&#8217;s doch ärgerlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Else und Paula sind mit ihren Eltern hier, wir wollen viel zusammen sein. Heute, während wir im Kurgarten der Musik zuhören, haben wir Pläne gemacht — Pläne!&nbsp; ja, wenn wir die ausführen dürfen, sind wir jeden Tag auf dem Gipfel eines anderen Berges. Schade, dass es in der Nähe keine gefährlichen Gletschertouren gibt. Es muss doch einzig sein, später zu erzählen, wie man angeseilt ganz mutig über Schnee und Eisberge geklettert, wie man schon einmal beinahe in eine Spalte gefallen. Hu, wie gruselig!</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">— — — —</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rauschender Bergstrom, liebliches Tal,<br>Behüte Gott Dich, mein Reichenhall!</p>



<p class="wp-block-paragraph">So steht an einer hübschen Villa angeschrieben, in der Bahnhofstraße nahe beim Bismarck-Denkmal<a href="#_ftn5" id="_ftnref5"><sup>[5]</sup></a>. Das Bismarck-Denkmal, nein, ich will nicht Kritik üben, sonst heißt&#8217;s, ich sei ungebildet, verstehe nichts von der Bildhauerkunst, aber ich kann es nicht schön finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei fällt mir unsere Literaturstunde ein. Wir hatten „Prinz Friedrich von Homburg<a href="#_ftn6" id="_ftnref6"><sup>[6]</sup></a>“ von Heinrich von Kleist gelesen und der Herr Professor fragte, wie er uns gefalle. Er hatte uns nicht gefallen, doch wollten wir&#8217;s nicht sagen. Da rief eine von uns: „Es steht so oft gleichviel drin“. Der Herr Professor tat uns etwas deutlich seine Meinung kund, und zwischen den Lippen zerdrückte er ein Wort, es war keine Schmeichelei, es war etwas Zoologisches, ein Vogelname im Plural, wir verstanden ihn wohl, und unser Selbstbewusstsein fiel, fiel unter den Gefrierpunkt. Denn der Herr Professor, entzückend sind seine Stunden, man wird mit „Fräulein&#8220; und „Sie&#8220; angeredet und um seine Meinung gefragt. Um zwölf Uhr warteten wir auch, ob er uns noch grüße, oder ob wir zu sehr in seiner Achtung gesunken. Aber er zog den Hut und lachte sogar. —</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir waren in der Saline, unendlich belehrend und interessant ist es dort. Dankt doch Reichenhall seine Bedeutung den reichen Salzquellen der Tiefe. Und hier tief im Dunkeln der Erde, wie auf freien Bergeshöhn, im rauschenden Wald, am jäh abspringenden Fels drängt sich es uns überwältigend auf: „Wie groß sind Deine Werke, o Herr, alle hast Du sie mit Weisheit ausgeführt, voll ist die Erde Deiner Güter.“<a href="#_ftn7" id="_ftnref7"><sup>[7]</sup></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nett sahen wir aus als wir in grobe, weite, weiße Mäntel gehüllt, ein Filzhütchen auf dem Kopf, ein Grubenlicht in der Hand, hinabstiegen. Zweiundsiebzig ziemlich hohe Stufen gings hinunter ins Erdinnere, dann durch stockdunkle Schächte, spärlich beleuchtet von unserem Grubenlicht, zum Quellenbau, einer natürlichen großen nasskalten Felsenhöhle. Hier entspringen die meisten Quellen, ich glaube vierzehn, teils sprudeln sie von selbst hervor, teils werden sie herausgepumpt. Selbstverständlich habe ich von allen gekostet. Große Maschinen treiben diese Solequellen<strong> </strong>nach<strong> </strong>oben, doch<strong> </strong>nur<strong> </strong>die<strong> </strong>minderwertigen werden zum Kurgebrauch, am Gradierhaus, zu Bädern, zum Inhalieren usw. verwendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir kehrten zurück, legten unsere schöne Maskerade ab. — Schon fertig? — Noch hatten wir nicht ein Körnchen Salz gesehen. Da, aus dem Hintergrund eine Stimme: „Wollen die Herrschaften mir ins Sudhaus folgen?&#8220; Das wollten wir gerne. Aber war&#8217;s da heiß!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein hübsches Pfännchen von einigen Metern Durchmesser steht mit dem Wasser der Salzquellen gefüllt auf einer Höllenglut. Das Wasser siedet, es verdampft im Laufe dreier Stunden, das reine Salz bleibt zurück, wird mit großen Krücken in Holzkisten geschoben und dann auf den Trockenherd gebracht. Was liegen da Berge von Salz! Noch lange keine Not beim Fleisch koscher machen! Ein Teil des Salzes wird gemahlen und kommt als Tischsalz in den Handel, das grobe, das Kochsalz wird &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; in Zentnersäcke verpackt, plombiert usw. — Etwas Sole bleibt stehts beim Verdunsten zurück und wird als Mutterlauge zu Bädern verwendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir waren entlassen, nahmen noch jede ein Stückchen Pfannenstein mit, ihn den Freundinnen bei Gelegenheit als Zucker zu reichen, und gingen frohgemut.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> KI: Heinrich Einstädter war ein jüdischer Pädagoge, Autor und Übersetzer, der im frühen 20. Jahrhundert vor allem im Bereich der jüdischen Jugendliteratur und Religionspädagogik in Deutschland wirkte. Seine Werke erschienen größtenteils in renommierten Frankfurter Verlagen wie Kauffmann oder Sänger &amp; Friedberg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus verfasste er regelmäßig pädagogische und religiöse Beiträge für jüdische Zeitschriften und Periodika, wie etwa Essays zur Gestaltung von jüdischen Feiertagen und Trauertagen (z. B. über die jüdische Trauerzeit im Monat Aw) im familiären Umfeld.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach 1935 verliert sich seine Spur in den öffentlich zugänglichen Publikationsorganen. Mit dem Schulbesuchsverbot für jüdische Kinder im Juni 1942 und der systematischen Schließung und Liquidierung aller jüdischen Schulen und Verlage durch die Nationalsozialisten endete auch das gedruckte Erbe seiner pädagogischen Arbeit in Deutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> Ein Gebet vor Antritt einer Reise</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref3" id="_ftn3">[3]</a> Wikipedia: Ludwig II. Otto Friedrich Wilhelm von Bayern (* 25. August 1845 auf Schloss Nymphenburg, Nymphenburg, heute München; † 13. Juni 1886 im Starnberger See (damals Würmsee) bei Schloss Berg), aus dem Haus Wittelsbach stammend, war vom 10. März 1864 bis zu seinem Tod König von Bayern. Nach seiner Entmündigung am 9. Juni 1886 übernahm sein Onkel Luitpold als Prinzregent die Regierungsgeschäfte im Königreich Bayern, da Ludwigs jüngerer Bruder Otto wegen einer Geisteskrankheit regierungsunfähig war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ludwig II. hat sich in der Geschichte Bayerns als leidenschaftlicher Schlossbauherr, vor allem der Schlösser Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof, ein Denkmal gesetzt; er wird auch als Märchenkönig bezeichnet. Mit seinem Namen untrennbar verbunden ist auch die großzügige Förderung Richard Wagners. Während Ludwigs Regentschaft verlor Bayern als Verbündeter Österreichs 1866 den Preußisch-Österreichischen Krieg und vollzog nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 den Eintritt in das Deutsche Kaiserreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref4" id="_ftn4">[4]</a> Jiddisch</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref5" id="_ftn5">[5]</a> Bismarck-Brunnen – steht heute unter Denkmalschutz</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref6" id="_ftn6">[6]</a> Wikipedia: Prinz Friedrich von Homburg ist ein 1809/1810 von Heinrich von Kleist verfasstes Drama, das erst nach dem Tod des Autors 1821 in Wien uraufgeführt werden konnte. Eine Aufführung zu Lebzeiten scheiterte, denn Prinzessin Marianne von Preußen (geborene Hessen-Homburg), der Kleist das Werk mit Widmung überreichte, sah dadurch die Familienehre gekränkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref7" id="_ftn7">[7]</a> Psalm 104:24</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Liberales Christentum und &#8222;liberales&#8220; Judentum</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/liberales-christentum-und-liberales-judentum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 11:29:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://hirschinitiative.de/?p=5577</guid>

					<description><![CDATA[<p>Jüdischer Volksfreund Monatsbeilage zum „Israelit“ Verantwortliche Redaktion: Rabbiner Dr. B. Wolf in Köln Liberales Christentum und „liberales&#8220; Judentum Rabbiner Dr. Pinkas Benedikt Wolf s“l habe ich in der vorherigen Ausgabe unseren Lesern vorgestellt. Er ist einer der orthodoxen Rabbinen in der Tradition von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l. Hier habe ich einen höchst interessanten Artikel [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hirschinitiative.de/liberales-christentum-und-liberales-judentum/">Liberales Christentum und &#8222;liberales&#8220; Judentum</a> erschien zuerst auf <a href="https://hirschinitiative.de">Hirschinitiative e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-center has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Jüdischer Volksfreund</strong></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Monatsbeilage zum „Israelit“</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph" style="font-size:20px"><strong>Verantwortliche Redaktion: Rabbiner Dr. B. Wolf in Köln</strong></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Liberales Christentum</strong></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>und</strong></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>„liberales&#8220; Judentum</strong></p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Rabbiner Dr. Pinkas Benedikt Wolf s“l habe ich in der vorherigen Ausgabe unseren Lesern vorgestellt. Er ist einer der orthodoxen Rabbinen in der Tradition von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l. Hier habe ich einen höchst interessanten Artikel von ihm gefunden in dem er das Reformjudentum mit dem Christentum vergleicht.</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Der Artikel erschien als Beilage zur Zeitschrift „Der Israelit“ am 1.6.1911.</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Der Text wurde dem heutigen Sprachgebrauch leicht angepasst und mit Erklärungen versehen von Michael Bleiberg. Das Original finden Sie in der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main unter:</p>



<p class="has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/2494793">https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/2494793</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bewegung, welche heute die deutsche Christenheit beider Konfessionen ergriffen hat, beansprucht in hohem Maße das aufmerksame Interesse der ganzen gebildeten Welt, auch der Kreise, die keinem dieser Glaubensbekenntnisse angehören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbstverständlich haben wir nicht die Absicht, uns taktloserweise in die inneren Angelegen­heiten anderer Kirchengemeinschaften einzumischen. Es geht auch nicht an, über diese Bewegung heute schon ein geschichtliches Urteil zu fällen. Uns interessieren nur einige Gesichtspunkte rein menschlicher Art, die in den Kämpfen zur Sprache kommen, um zu untersuchen, ob diese rein mensch­lichen Ideen, die sich da aus der kirchlichen Form herausschälen, durch das bloße Schlagwort „li­beral&#8220; dem sogenannten liberalen, d. h. dem Reformjudentum oder der sogenannten Ortho­doxie, richtiger dem thoratreuen Judentum näher verwandt sind. Dabei wären die theoretischen und praktischen Seiten der Frage zu unterscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Bezug auf die Anschauung treffen sich die Linksliberalen beider Bekenntnisse bis fast zur Unmöglichkeit der Unterscheidung von einan­der. Das hat sich ja bei dem Meinungsaustausch Kohler-Maybaum<a href="#_ftn1" id="_ftnref1"><sup>[1]</sup></a> gezeigt. Die Verflüchtigung Gottes in Begriffe und Ideen sind beiden ge­meinsam. Nur Geburt und Rasse bildet noch einen Unterschied. Die völlige Negierung ist das einende Band, das sie verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es brauchte es allerdings nicht zu sein, wenn man sich jüdischerseits klar machen wollte, dass man nichtjüdischerseits „<strong>die Gottinnigkeit<a href="#_ftn2" id="_ftnref2"><strong>[2]</strong></a> für wichtiger als die Gotteserkenntnis hält</strong>.&#8220; Sieht man denn nicht, dass in einem solchen modernen Gedanken ein guter Schritt in der Geschichte der Gedankenwelt zu der Auffassung getan ist, die im Judentum immer vertreten war? Der Denker solcher „neuen&#8220; Gedanken entlehnt sie mit Bewusstsein freilich nicht dem Judentum und will auch mit ihnen durchaus nicht auf das Judentum zurückgreifen. Denn ihm, der sich Christ nennt, bleibt das Judentum eine Vorstufe des Christentums und ihm ist der ethische Inhalt des Christentums von keiner Religion übertroffen. Diese Ansicht verargen wir dem im Christentum geborenen Denker nicht, wir verstehen sogar das Interesse, dass er in einem solchen Gedankengang — auch mehr unbewusst — einnimmt in einer Zeit, in der, was an Juden und Jüdisches erinnert, auch im aufge­klärtesten und liberalsten nichtjüdischen Kreis geächtet ist. In unserer Zeit beherrscht die Politik auch das Gebiet der Wahrheit. Die Wahrheit verkriecht sich vor der Macht der Lüge. Das ändert aber an der Wahrheit selbst nichts. Ob anerkannt oder nicht — sie bleibt bestehen. So ist es Tatsache, dass die Unterscheidung von Gottinnigkeit und Gotteserkenntnis eine Lehre der Thora ist. Nach jüdischer Anschauung hat der Mensch keine theoretische Gotteserkenntnis. Der jüdische Mensch vermisst sich nicht, sich eine Anschauung über Dinge und Wesen anzumaßen, die über­sinnlich sind. Wir haben keinen Katechismus und keine Dogmen, die etwas über Gottes Wesen aussagen. Wir gehen damit mit dem deutschen Denker einig, dass wir das Ding an sich<a href="#_ftn3" id="_ftnref3"><sup>[3]</sup></a> über­haupt nicht kennen, nur das kennen wir — selbst in der Welt der Erscheinungen — was das Ding uns ist. Wie viel berechtigter ist dieser Satz auf eine Welt angewandt, die jenseits des Ver­mögens unserer Sinne liegt und unserem Be­greifen entzogen ist. Folgt nun daraus die Not­wendigkeit der Verflüchtigung eines menschlich unfassbaren Wesens in einen menschlich definier­baren Begriff? <strong>Für das Judentum kei­neswegs</strong>. Das Judentum hat ja stets die Erkenntnismöglichkeit Gottes geleugnet und ebensosehr die <strong>יִרְאָה</strong> das Gottschauen, das ständige Bewusstsein von Gott, kurz „Gottesfurcht&#8220;, besser Ehrfurcht vor Gott, d.h. ja Gottinnigkeit, betont und hat sie in der praktischen Betätigung der Liebe und des Gehorsams als unbedingte Postulate zum Ausdruck gebracht. Aber der geschicht­liche Ursprung dieser Gottinnigkeit war ein be­sonders gearteter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist das Judentum nämlich keine Religion und Judentum ist kein Glaube. Seine Grund­lage bildet mitnichten ein Wunderglaube. Die Wunder waren ja nur so lange nötig, bis Moses am Hofe eines „<strong>andersgläubigen</strong>&#8220; Königs akkreditiert war. Nachdem das jüdische Volk aus diesem wundergläubigen <strong>anderen</strong> Volk herausgeführt war, steht es erst am Berg der Offenbarung. Für das jüdische Volk waren die Wunder kein Offenbarungsinhalt — sein <strong>Gesetz</strong> ist Inhalt seiner Offenbarung. Und diese Offenbarung fand am hellen Tage vor den Augen und den Ohren des gesamten Volkes statt. Das Volk in seiner Gesamtheit und seinen einzelnen Gliedern ist „durch sinnliche Wahrnehmung zur Erkenntnis gebracht worden, dass Gott Gott ist und niemand außer ihm.&#8220; Das Volk ist in seiner Gesamtheit und mit seinen einzelnen Glie­dern Zeuge eines <strong>geschichtlichen</strong> Ereignisses gewesen, von dem uns die Zeugen des Geschehens die Tatsache des Geschehens darum die glaubwürdigste geschichtliche Urkunde übermittelt haben, weil ausnahmslos das ganze damals lebende Geschlecht des jüdischen Volkes Zeuge dieses Erlebnisses war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie man eine geschichtliche Tatsache nicht zu beweisen braucht, so bedarf die geschichtliche Tat­sache der Offenbarung keines Beweises. Wie man das Dasein eines Wesens, dem man gegenübersteht, nicht zu beweisen braucht, so be­durfte es in Israel niemals eines Beweises für das Dasein Gottes. Mathematische Behauptungen, Begriffe reinen Denkens müssen <strong>bewiesen</strong> werden, geschichtliche Tatsachen werden <strong>bezeugt</strong>. Und hier im Judentum ist ein ganzes Volk Zeuge. Das Judentum ist keine Religion, und die Juden sind keine Schar Gläubiger. Das Judentum ist eine Gesetzesinstitution und die Juden sind ein Volk zur Hütung<a href="#_ftn4" id="_ftnref4">[4]</a> und Be­tätigung dieses Gesetzes. Das, was die Thora lehrt, spielt sich alles hier auf Erden ab und ist für die Erde da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Wunder ist freilich dabei. Dieses Wun­der ist aber nicht im Weltbild der Bibel, sondern in dem Weltbild der <strong>Gegenwart</strong> zu suchen. Und dies Wunder ist die Erhaltung der Judenheit und des Judentums durch alle ihm meistens äußerlich und innerlich ungünstigen Zeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wenn man so will, so lassen wir dieses Wunder wohl als einen Beweis gelten, als Beweis für die Wahrheit vom Judentum, seiner Gesetzesoffenbarung und seines Schöpfers und Gesetzgebers. Ein Beweis, wie es keinen zweiten in der Weltgeschichte gibt, ein Beweis — nicht wegzuleugnen, nicht zu widerlegen —, weil es leibhaftig vorhanden ist und offenkundig in einem kleinen Volk, zerstreut, zerrissen, überall und nirgends sesshaft, ohne Macht und ohne Mittel, mit einer einzigen Erbschaft aus der Epoche seiner ehemaligen Selbständigkeit — und dieses Erbe ist einzig und allein seine Thora. Sie ist sein Sieg gewesen und geblieben. Sie ist der Sang seiner Lebensheiterkeit noch heute. Bedarf es eines größeren Beweises für den Besitz der Wahrheit?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere Wahrheiten aber gibt es nicht. Vielleicht ist diese eine Wahrheit in einzelnen Gedankensplittern anderen Systemen beigemischt worden. Mag sein, nun so ist es doch gerade wiederum die Thora, das Judentum, das für alle anderen Menschen nur die allgemeinen Menschenpflichten aufstellt. Man mag diese aus den Religionen „herausschälen&#8220; — — und hat die „Thora&#8220; des reinen Menschentums.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Menschenpflichten sind natürlich stetig und sind nicht beweglich. Sie beruhen auf der Gottinnigkeit des Menschen, die wiederum aus der Gotteserfahrung, d. h. wie wir gesehen, der geschichtlichen Erfahrung fließt. Eine Erfahrung kann aber nicht beweglich sein und auch nicht die Erinnerung daran. Dass wir keinen Glauben haben, dass wir eine Erkenntnis nicht suchen müssen, ist unser Vorzug und das Geheimnis nicht nur unserer Beständigkeit, sondern auch unseres Bestandes. Die nichtjüdischen Denker hätten davon schon längst lernen können, wenn sie aus ihrer Forschung die Betrachtung des ältesten Volkes und Kulturträgers nicht aus­schließen wollten und sich, falls sie das jüdische Volk in ihren Rundblick mit einbeziehen, an wirklich jüdischen Quellen der Thorawahrheit Rat einholen wollten. Dass die Neologie<a href="#_ftn5" id="_ftnref5"><sup>[5]</sup></a> des jüdischen Volkes nichts lernen <strong>will</strong>, liegt in ihrem Wesen. Die Verneinung ist ihr Inhalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn daher der nichtjüdische Denker durch die Brille der Neologie das Judentum betrachten wollte, so würde er eine in sich abgeschlossene Gotteslehre dort gewiss nicht finden. Dass es aber eine solche nicht gibt, vermag er darum nicht zu behaupten. Man muss dabei allerdings den Subjektivismus ausschalten. Eine Lehre, die der Mensch aufstellt, kann er nie als ge­schlossen betrachten. Eine objektive Lehre, die er, wie der Pfeil das Ziel, erreichen soll, gibt es zugestandenermaßen, wenn anders alle Menschen sich im Gebet vereinigen: „Dein Reich komme.&#8220; Auf dem Gebiet der Erziehung haben wir dafür das Vorbild. Und wenn auf dem Gebiet des religiösen Lebens das Verhältnis vom Vater zum Sohn eine geläufige Darstellungsweise ist, dann kann man füglich einen bloßen Vergleich mit dem Erziehungsgeschäft nicht ablehnen. Ja man muss folgerichtig noch einen Schritt weitergehen und zugeben, dass, wenn sonst im Leben Vater und Sohn zwei Personen sind, auch die Menschheit ihren Vater hat, der nicht mit ihr identisch ist. Die Immanenz Gottes in der Welt ist dieselbe Immanenz wie die der Seele im Körper. Und auch sind Seele und Körper nicht identisch. Möchte auch der Materialismus der Radikalen Seele und Körper identifizieren, so entstehen ihnen gerade von ihrem Standpunkt der Wissenschaft der experimentellen Psychologie so viel Rätsel, dass sie einsehen müssen, dass sie sich von einer Lösung derselben viel mehr ent­fernen als sich einer solchen nähern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das alles, wenn wir für einen Augenblick den Ausdruck und den Begriff „Lehre&#8220; an­nehmen wollten. Wir Juden können uns diese umständliche Beweisführung aber sparen. Wir lehnen die Lehre ab, weil wir ein Gesetz em­pfangen haben. Seine Vollendung bedeutet sicher nicht Untergang, weil die Ertüchtigung zu seiner Erfüllung Leben — schon seit Jahrtau­senden — jugendfrisches Leben erweckt, ein Leben, das in seinem sittlichen Streben die sittlichen Ideale der biblischen Zeit bei aller Veränderung des <strong>äußeren</strong> Weltbildes als Zukunftsideal vor sich hat und unter unsäglichen Opfern, die dieser Idealismus heute noch fordert, auch in der Gegenwart hochhält.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Idealismus kann ja doch nur aus Optimismus geboren sein, geboren aus der grundlegenden Überzeugung von dem guten Kern, der in der Menschheit liegt, getragen vom Vertrauen, dass in jedem Menschen der Gottes­hauch der Reinheit, der ihn ins Leben rief, ob­siegen wird über den Reiz und die Fähigkeit zur Sünde, die ihn betören können, angespornt durch die Verantwortung, die ein jeder vor seinem Gott fühlt, vor dem er unmittelbar steht in Schuld und Sühne, in Gutem und in Schlech­tem. Niemals kannte und vertrat das Juden­tum eine andere Anschauung, man musste sie nur erst, um als Neuschöpfer solcher Ideen dazu­stehen, für die Bibel leugnen und erst ganze Teile aus ihr für unecht erklären, um Gedanken zu verkünden, die dem Urteil der modernen Zeit standhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Bibel musste man sie streichen; in der <strong>Thora nicht</strong>. Man verwechsele beides nicht. <strong>An unrichtigen Übertragungen trägt das Judentum keine Schuld.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mögen andere Kreise die „Bibel&#8220; lesen, wie sie wollen. Die Angriffe, die infolge <strong>ihrer Auslegung</strong> gegen die Bibel geschleudert wer­den, <strong>treffen die Thora nicht</strong>. Wer immer die Thora in ihrem Urtext liest, wer die jüdische Literaturgeschichte nach der hergebrachten jüdischen Auffassung fragt, der kann vor die modernste Welt mit der alten jüdischen Thora treten, er wird noch immer ein noch <strong>modernen</strong> Mensch sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den modernsten Denkern und Dichtern, in den Ausgrabungen und Funden erstehen heute allerorts Kronzeugen für die Thora.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Würde man dort, wo die moderne Kritik der verschiedenen Religionssysteme heute einsetzt, den Gedankengang der Thora substituieren: die gei­stige Entwicklung und die harmonische Verstän­digung der Menschheit hätte größere Fortschritte gemacht, als es bisher der Fall ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber der Umstand, dass man die Thora nicht kennt, dieses Aschenbrödel in der Welt der all­gemeinen Bildung und Wissenschaft, verhindert die Möglichkeit, für negierende Kritik positive Werte einzutauschen. Wie leicht wäre es in den westeuropäischen Kulturländern das Augenmerk der Welt auf dieses sittliche Menschheitskleinod zu lenken und es nutzbar zu machen für die Staatengesetzgebung und das Völkerrecht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Statt dessen stößt man der Umwelt Abscheu vor dem Judentum ein, indem man statt den hehren Idealismus der Thora den krassesten Materialismus zur Schau trägt. Die Welt verwechselt natürlich Judenheit und Judentum. Es ist nur allzu begreiflich, dass der Sache zum allgemeinen Schaden der gesamten Menschheit der größte Nachteil daraus erwächst, dass ihre geborenen Vertreter zu Verrätern an ihr wer­den. Man verleumdet die Thora als rückständig und veraltet, wiewohl man selbst der höchsten Ignoranz sich schuldig macht. Man redet sich ein, so dem Judentum und dem Fortschritt zu dienen, und schmäht jenes und hemmt diesen. <strong>Nichtjüdische</strong> Kreise kommen da der Thora zu Hilfe und schildern das Menschenleid, um der Menschheit Erlösung zu fördern. <strong>Nichtjüdische</strong> Kreise propagieren die religiösen Ideen, während der Jude in den „Wahngeburten frem­der Gedanken sein Genüge&#8220; sucht und die Nach­ahmung fremder Sitten, für ihn inhaltlos, ja entwürdigend, als Erfolg preist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Würde man den <strong>denkenden</strong> Geist der Zeit kennen, statt immer die Gegenwart unter dem Zeichen der Technik und des rastlosen Ver­kehrs zu schauen, zu schauen als „rasendes Ross&#8220;, das nicht nach Zaum und Zügel fragt, dann würde man vielleicht in sich gehen — wenn die machtvolle Herrschaft der Sucht zu erwerben und zu genießen, nicht lieber auf einen Blick nach innen, so lange er vermeidlich ist, verzichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sagt z. B. die Neologie dazu, die sich so gern in heller Schadenfreude der Bibelkritik anschließt und sich in „verfeinertem Empfinden&#8220; vom „Rachegott des Alten Testaments&#8220; abwen­det, wenn sich Ibsen in „Brand“<a href="#_ftn6" id="_ftnref6"><sup>[6]</sup></a> I. 2 folgender­maßen vernehmen lässt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nicht zum Spott,<br>Ich zeichne nur nach der Natur<br>Des Landes, des Volks Familiengott.<br>Der Katholik stellt den Erlöser<br>Oft als ein kleines Kind sich vor.<br>Ihr lacht und macht es noch viel böser:<br>Nach euch ist Gott ein greiser Tor:<br>Ein wenig fehlt zum Kinde nur.<br>Und wie der Papst hat als Symbol<br>Der Herrschaft seine Doppelschlüssel,<br>So schaut ihr zwischen Pol und Pol<br>Die Welt in eurer Teuflingschüssel.<br>Ihr trennt vom Leben <strong>Glaub&#8216; und Lehre</strong>,<br>Als ob <strong>der Wandel</strong> gar nichts wäre,<br>Ihr möchtet euren Geist erheben,<br>und wagt nicht <strong>voll und ganz zu leben</strong> —<br>Braucht einen Gott der schwankend gehe,<br>Und der euch durch die Finger sehe.<br>Weil euer ganzes Leben Fratze,<br>Hat euer Gott Kalott&#8216; und Glatze! —<br>Mein Gott ist nicht so matt gesinnt.<br>Der mein&#8216; ist Sturm, der deine Wind;<br>Unbeugsam meiner — deiner dumpf,<br>Allliebend meiner — deiner stumpf.<br>Der meine jung und stark, ein Rächer,<br>Kein schwacher Alter, feiger Schächer.<br>Sein Ruf ist wie ein Sturmgetön,<br>Das aus dem Feuerbusch erscholl<br>Zu Moses auf des Horebs Höhn,<br>Ein Riese er, jedweder Zoll.<br>Die Sonne stand in Gideons Tal<br>Auf sein Geheiß. O ohne Zahl<br>Würd&#8216; er noch heute Wunder tun,<br>Wär&#8216; feige nicht die Welt wie du.&#8220;— —?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sind diese herrlichen Verse nicht von der jüdischen Erkenntnis diktiert, dass nicht Liebe das weltbeherrschende Prinzip sein kann, son­dern <strong>Gerechtigkeit</strong>? Liebe ist ein Gefühl. Gefühl ist dunkel. Heute kann ihm Liebe, mor­gen Hass entspringen. Zuneigung und Abnei­gung, unkontrollierbar und ungerecht, sind die Beherrscher der Welt. Ganz anders, wenn eine Intelligenz die Gerechtigkeit auf den Thron der Welt erhebt. Die Wahrheit ist ihr Ursprung und ihr Ziel, und ein wirklicher Ausgleich die wohltätige Wirkung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diesem Richter der Gerechtigkeit ist jede einzelne Seele verantwortlich. Kein anderes Wesen kann und darf zwischen sie und ihren Gott treten. Wie sollte ein Staubgeborener über seine Mitmenschen sich erheben dürfen und glau­ben, das Recht und die Fähigkeit zu besitzen, für die Seelen seiner Brüder und Schwestern „sorgen&#8220; zu können? So dachte stets das Ju­dentum und kannte keine Geistlichkeit. Es hatte Lehrer und eine große Reihe Mehrer seines Ge­setzes, die, in Lehre und Leben gleich ausge­zeichnet, als Vorbilder in Führung und Meister im Wissen glänzten. Je höher sie standen, je demutsvoller beugten sie sich vor Gott, so an­spruchsloser gestaltete sich ihr eigenes Dasein, so weniger kannten sie ihre Stufe und umso ent­schiedener wiesen sie jeglichen Personenkult weit von sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch dieser rein menschlichen Anschauung leiht Ibsen in seinem „Brand“ Ausdruck. Der Pfaffenherrschaft will er gründlich den Garaus machen und zeichnet deren Umstrickung der Seelen nach der Natur. Die fehlende Wahrheit und den frommen Betrug, die Unehrlichkeit und die Interessenpolitik geißelt er und erklärt daraus die Seltenheit von Persönlichkeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn der Idealist <strong>Brand</strong> meint IV. 1:<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; „Doch niemals wird, was schwarz ist, weiß,&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">dann antwortet der <strong>Vogt</strong>:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mein lieber Freund, was hilft&#8217;s, ich seh&#8216;<br>Der Schnee sei weiß und rein das Eis,<br>Wenn alle Welt ruft: schwarz wie Schnee!&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Brand</strong>: „Ihr ruft wohl mit?&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vogt</strong>: „Nicht so genau!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich rufe: schwarz zwar nicht, doch grau.<br>Wir sind human; weshalb erboßen?<br>Den Leuten vor die Köpfe stoßen?&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn <strong>Brand</strong> fragt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„So habt ihr eure beste Kunst<br>Nur ausgeübt um Volkesgunst?&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">dann antwortet der <strong>Vogt</strong>:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein, nein, weiß Gott, das war es nicht,<br>Der Leute Bestes ist mein Ziel,<br>Nur darauf war ich stets erpicht.<br>Doch leugn&#8216; ich nicht, zu diesem Spiel<br>Trat auch die Hoffnung auf Entgelt<br>Für alles, was ich angestellt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese wenigen Zitate, die einem großen Zu­sammenhang entlehnt sind, mögen die Kritik, die modernes Empfinden an hergebrachte, religiöse Zustände legt, beleuchten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Könnten wir Juden da nicht die Fahne er­greifen und führend und wegweisend voran mar­schieren und der Welt als die Modernsten der Modernen erscheinen, indem wir all die Nachahmungen fremder Sitten ablegten, welche sich in der Synagoge und auf dem Friedhof, bei der Trauung und sonstigen Handlungen, die im Judentum gar keine „kirchlichen&#8220; Funktionen sind, eingedrängt haben? Stattdessen haben wir das Wesentliche des Judentums, — das <strong>Lehr­haus</strong> — zu Grunde gehen lassen und die Syna­goge zum Mittelpunkt des Lebens erhoben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Merkwürdig und wie widerspruchsvoll, dass die Neologie vollends überhaupt nur noch ledig­lich das „Zeremoniell&#8220; — von anderswo her­übergenommen — als <strong>einzigen</strong> Inhalt des Judentums behalten hat, während sie das Sittengesetz des Lebens mit dem Spottnamen „Zeremonialgesetz&#8220; herabzusetzen sucht. <strong>Sie hat den Geist vertrieben und eine Farce an dessen Stelle gesetzt</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In anderen Religionskreisen ringt man sich zum Ernst der altjüdischen Anschauung durch; das <strong>„liberale&#8220; Judentum greift ohne denkenden Inhalt auf das zurück, was das liberale Christentum in strenger Logik und feinem Empfinden als überwunden erklärt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Neologie arbeitet nur äußerlich, von Geist, von Verständnis, von Gefühlsleben keine Spur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte die Neologie sich für die Praxis noch wenigstens das erhalten, was sie mit Vorliebe als ihr Wirkungsgebiet ansieht, die Pflege der „Wohltätigkeit&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir wollen gar nicht davon sprechen, dass sie den Begriff mit dem Wort verändert hat. „Wohltätigkeit&#8220; schließt eine gewisse Belobigung und Selbstzufriedenheit des Wohltäters in sich. „Pflichttat&#8220; ist die richtige Übersetzung des Wortes <strong>צְדָקָה</strong>. Mit der Veränderung des Wortes hat man den Begriff verschlechtert. An die Stelle der alten jüdischen <strong>צְדָקָה</strong> hat man hochtönende soziale Fürsorge gesetzt. Das <a href="#_ftn7" id="_ftnref7">[7]</a> <strong>גְּמִילוּת חֶסֶד</strong> „ver­bittet man sich dankend&#8220;. Allenfalls gibt man für die Linderung der leiblichen Not, für die <strong>Seelennot</strong> hat man kein Verständnis. Man scheint auch darin von anderen Kreisen gelernt zu haben, wenigstens nach der satirischen Szene zu urteilen, mit der Ibsen ebenfalls in „Brand“ so manche Schäden geißelt, die dem <strong>Zentra­lisationssystem</strong> des „Wohltuns&#8220; anhaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So mancher „Wohltätigkeits&#8220;-Apparat, der mit seinen Vorstehern und Angestellten nach Schema „F&#8220; arbeitet, könnte sich den ersten Auf­tritt des zweiten Auszuges von „Brand&#8220; ins Stammbuch schreiben. Die Herzlosigkeit und die Obszönitäten, die man da bei „mildtätigen&#8220; Ver­teilungen zu hören bekommt, die Behandlung der Armen, die man da erleben kann, lässt den Dich­ter durch den Mund seines Helden die Worte ausrufen: „<strong>Hat Seelennot nicht auch ihr Recht?</strong>&#8220; Meinen wir nicht Jesajah in der Haftarah zum Versöhnungstag zu vernehmen? Da heißt es ja auch: „Dem Darbenden bringe <strong>Dein</strong> Gemüt entgegen&#8220;. Jüdische Wohltat ist es, neben dem Hunger nach Brot auch den Durst nach Wahrheit zu stillen. Nicht das Tier im Menschen zu erhalten, den <strong>Menschen</strong> im Men­schen zu retten, ist soziale Pflicht, die das Juden­tum, verlangt. Dem Darbenden Brot reichen und ihm dafür den <strong>Sabbath</strong> nehmen, seinen <strong>Kör­per</strong> pflegen, dafür den <strong>sittlichen</strong> Halt ihm rauben, bedeutet den Todesstoß der menschlichen Gesellschaft versetzen, bedeutet den Materialismus zu einer Herrschaft erheben, die alles Höhere, Reinere in Frage stellt, bedeutet ja an sich den geistigen und sittlichen <strong>Tiefstand</strong> einer Welt <strong>erzwingen</strong>, in der Freiheit und Sitte, Wahr­heit und Recht, die Güter, die das <strong>Judentum</strong> der Welt zu bringen gesandt ist, keinen Anspruch mehr ans Dasein haben sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">O, lernten wir doch von den Vorkämpfern für soziales Denken und soziale Einrichtung der Ge­sellschaft, von den nichtjüdischen Großen <strong>un­serer</strong> Zeit, das <strong>Judentum</strong> verstehen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir könnten von ihnen den Wert der Per­sönlichkeit lernen, wie er von der Thora ver­kündet wird. Sie selbst beklagen sich und leiden schwer unter dem Druck der nivellierenden Gleich­heit im großen Beamtenheer des Staates und der Kirche. Die ganze Schulerziehung, oder besser Dressur genannt, ist auf diesen Drill schon zuge­schnitten, der uns bis zum Grabe geleitet. Man verlangt „Versöhnlichkeit&#8220; und will damit die Unterdrückung jeder „Persönlichkeit&#8220; erzwingen. Im ersten Auftritt des fünften Auszugs meint ja allen Ernstes der Vertreter der Zeit, wiederum ein <strong>Geistlicher, </strong>der<strong> Probst</strong>:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In jedem Fach wird sich enthüllen<br>Ein oberstes Gesetz, das man<br>Verschieden tauft, doch merken kann.<br>Man nennt es Schule in der Kunst,<br>Beim Militär zu halten Tritt;<br>Das ist die Rettung aus dem Dunst<br>Des allgemeinen: gleicher Schritt! —<br>So immerfort in Schritt und Tritt,<br>Da kommt der Kleine auch, wohl mit.<br>In jedem Fuß derselbe Takt:<br>Da gehts, und wär man selbst kontrakt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ironisch fügt <strong>Brand</strong> hinzu:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Aar im Rinnstein, und die Gans<br>Im Ätherblau, im Himmelsglanz.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen solche Gleichmachung — und Ver­nichtung erhebt die Thora durch das bloße Wort, das „gleich&#8220; und zugleich „vernichten&#8220; oder „gleich&#8220; und „unwahr&#8220; bedeutet — <strong>דָּמָה</strong> und <strong>שָׁוְא</strong> — den entschiedensten Protest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der moderne Mensch verlangt seine Frei­heit. Einem gewissen „Spruchkollegium&#8220;, das sich mit einer Lehre zu befassen hat, die angeblich mit dem Christentum nicht vereinbar ist, wird seitens des liberalen Christentums das Recht abgesprochen in die Freiheit und Unabhängigkeit der einzelnen Gemeinde sich einzumischen. Die <strong>Ge­meinde </strong><strong>sei</strong><strong> autonom</strong> und jede Gemeinde kann sich die Verfassung geben und sich die Be­amten anstellen, die sie will. So war es stets im Judentum.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und angesichts dieser Anerken­nung der althergebrachten Institu­tionen des Judentums seitens der ganzen modernen gebildeten Welt wagt es eine sich „liberal&#8220; nennende, in Wahrheit rückständige und reaktionäre Neologie, uns im deutschen Reich mit einer Zwangs-Organisation zu drohen, die jede Freiheit erdrosselt, jede Selbständigkeit der Gemeinden vernichtet und jedes Selbstbestim­mungsrecht begräbt?!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wer ist liberal — die Neologie oder die Orthodoxie?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">___________________________________</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zu Fußnote 1:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>KI: Meinungsaustausch Kohler-Maybaum</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Kontext der <strong>Judaistik und der jüdischen Zeitgeschichte</strong> des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts ist der Vergleich zwischen <strong>Kaufmann Kohler (1843–1926)</strong> und <strong>Siegmund Maybaum (1844–1919)</strong> ein hochinteressantes Feld. Der Begriff „Meinungsaustausch“ greift hier im historiografischen Sinne: Beide Rabbiner waren herausragende, prägende Denker des <strong>liberalen Reformjudentums</strong>, die einerseits eine fast identische theologische DNA teilten, deren Wirkungskreise sich jedoch geografisch und strukturell stark unterschieden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre historisch korrespondierenden Parallelen und vergleichenden Einordnungen lassen sich in vier zentrale Dimensionen unterteilen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>1. Radikale Antizionisten im Dienst der „Messianischen Idee“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die stärkste inhaltliche Korrespondenz zwischen Kohler und Maybaum liegt in ihrer <strong>vehementen Ablehnung des politischen Zionismus</strong> nach Theodor Herzl. Beide begründeten dies theologisch, nicht assimilationistisch:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Siegmund Maybaum</strong> war 1897 als Vorsitzender des deutschen Rabbinerverbandes maßgeblich an der Erklärung der sogenannten <strong>„Protestrabbiner“</strong> beteiligt. Diese Erklärung verhinderte, dass der erste Zionistenkongress wie geplant in München stattfand. Maybaum argumentierte, dass das Judentum eine religiöse Gemeinschaft und keine nationale Teilhabe sei; das Streben nach einem jüdischen Nationalstaat widerspreche den messianischen Verheißungen des Judentums.</li>



<li><strong>Kaufmann Kohler</strong> formierte auf der anderen Seite des Atlantiks dieselbe Front. Er war der theologische Kopf hinter der Pittsburgh Platform (1885), in der offiziell festgehalten wurde: <em>„Wir betrachten uns nicht mehr als Nation, sondern als religiöse Gemeinschaft“</em>.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Für beide war die Diaspora kein Exil, sondern der göttliche Auftrag (die „Mission Israels“), den ethischen Monotheismus unter den Völkern der Welt zu verbreiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>2. Geografische Spaltung des Reformjudentums (Berlin vs. Cincinnati)</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im vergleichenden Kontrast spiegelt die Biografie der beiden Gelehrten die institutionelle Spaltung und Evolution des liberalen Judentums wider:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Siegmund Maybaum</strong> repräsentiert das <strong>gemäßigtere, kontinentaleuropäische Reformjudentum</strong>. Als Rabbiner in Berlin und Dozent an der Berliner <em>Hochschule für die Wissenschaft des Judentums</em> agierte er in einem Umfeld, das trotz aller Modernisierung stets Rücksicht auf die jüdische Tradition, die hebräische Liturgie und die Einheit der Gemeindekonstrukte („Einheitsgemeinde“) nehmen musste.</li>



<li><strong>Kaufmann Kohler</strong> steht für das <strong>„Classical Reform Judaism“ in den USA</strong>. In Deutschland (unter anderem wegen seiner radikalen Dissertation) akademisch und rabbinisch blockiert, emigrierte er in die USA. Als Präsident des <em>Hebrew Union College</em> in Cincinnati trieb er Reformen voran, die in Europa undenkbar gewesen wären, wie die weitgehende Abschaffung von Speisegebote (Kaschrut) und die Einführung von Sonntagsgottesdiensten.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>3. Wegbereiter einer modernen jüdischen Homiletik und Methodik</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Männer professionalisierten die Ausbildung moderner Rabbiner und jüdischer Religionslehrer, indem sie die <em>Wissenschaft des Judentums</em> in die Praxis übertrug:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Maybaum</strong> verfasste mit seiner <em>„Jüdischen Homiletik“ (1890)</em> und der <em>„Methodik des jüdischen Religionsunterrichts“</em> absolute Standardwerke. Er lehrte Rabbiner, wie man zeitgemäß, wissenschaftlich fundiert und dennoch erbaulich auf Deutsch predigt.</li>



<li><strong>Kohler</strong> lieferte das theologische Fundament dazu. Mit seinem Hauptwerk <em>„Grundriß einer systematischen Theologie des Judentums auf geschichtlicher Grundlage“ (1910)</em> schuf er den ersten umfassenden Versuch, jüdische Glaubensinhalte systematisch-evolutionär für das moderne Bewusstsein aufzubereiten.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>4. Umgang mit der historisch-kritischen Bibelexegese</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl Kohler als auch Maybaum korrespondierten in der Überzeugung, dass die Tora ein historisch gewachsenes Dokument und nicht wortwörtlich von Gott diktiert worden sei.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Maybaum lehrte jüdische Religionslehrer explizit, dass sie sich vor der historisch-kritischen Forschung nicht fürchten müssten: Die religiöse und ethische Wahrheit der biblischen Erzählungen bleibe unberührt, selbst wenn Figuren oder Texte wissenschaftlich als „jüngere, sagenhafte Ausgestaltungen“ entlarvt würden.</li>



<li>Kohler nutzte genau diese Freiheit, um in den USA die Evolution der jüdischen Religion vom „Stammesgott“ zum universalen Weltgott wissenschaftlich zu begründen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zusammenfassung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Judaistik werden Kaufmann Kohler und Siegmund Maybaum als <strong>theologische Zwillinge in getrennten Welten</strong> eingeordnet. Während Maybaum im preußisch-deutschen Kontext den Spagat zwischen radikaler Wissenschaft und traditioneller Gemeinderealität bewahren musste, konnte Kohler im freien amerikanischen Raum die gemeinsamen liberalen Ideale bis zur radikalen Konsequenz institutionalisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zu Fußnote 6</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wikipedia: „Brand“ von Henrik Ibsen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Handlung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der junge Vikar Brand zieht durch ein Gebirge. Dort trifft er seinen Schulkameraden Einar und dessen Verlobte Agnes, deren Lebensweise er ablehnt. Als Nächstes begegnet er dem verrückten Zigeunermädchen Gerd. Er steigt in sein Heimatdorf ins Tal zurück. Dort herrscht eine Hungersnot, die er für eine Strafe Gottes für mangelnde Frömmigkeit hält. Die Dorfbewohner bitten ihn, als Pfarrer bei ihnen zu bleiben, was er tut. Durch die gefährliche Fahrt über einen Fjord kann er einem Sterbenden den letzten Trost spenden. Agnes ist von seinem Glauben und Engagement so beeindruckt, dass sie seine Frau wird. Die beiden bekommen einen Sohn Alf. Brand verweigert seiner sterbenden Mutter die letzten Sakramente, weil sie nicht bereit ist, seinen radikalen Glaubensforderungen zu entsprechen. Der junge Sohn Alf verträgt das raue Klima nicht und der Familie wird geraten, an einen milderen Ort zu ziehen. Brand lehnt dies ab. Der Junge stirbt. Die Frau verwindet dessen Tod nicht und stirbt auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Brand lässt eine große Kirche im Dorf bauen. Bei der Einweihung fordert er die Dorfbewohner auf, ihm in das Gebirge zu folgen, um dort Gott zu suchen. Diese lehnen das ab und Brand zieht allein in die Berge. Dort hat er eine Vision seiner verstorbenen Frau Agnes, die ihm rät, wieder zurück in das Dorf zu gehen. Er hält dies für eine Versuchung und zieht weiter. Brand begegnet wieder dem Zigeunermädchen Gerd, die ihn für den leibhaftigen Christus hält. Brand schießt auf einen vermeintlichen Habicht, von dem sich Gerd verfolgt fühlt. Eine dadurch ausgelöste Schneelawine begräbt die beiden unter sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Henrik Ibsen stellt einen radikalen jungen Geistlichen dar, der konsequent seinem Glauben folgen will. Die Halbheiten seiner Mitmenschen lehnt er ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;&nbsp;&nbsp; „Nicht ich bin&#8217;s, unsere lasche Zeit ist es, die nach Heilung schreit. Ihr wollt nur lachen, lieben, spielen, ein wenig glauben, ein bisschen fühlen, all eure Laster packt ihr auf den, der – wie man euch gelehrt – einst kam, und das Gericht fromm auf sich nahm. Ihm die Dornenkrone, euch der Spaß.“</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Meinungsaustausch Kohler-Maybaum siehe am Ende des Artikels</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> Ehrfurcht vor Gott, siehe w.u.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref3" id="_ftn3">[3]</a> Wikipedia: Das Ding an sich ist ein Begriff, der in der modernen Erkenntnistheorie wesentlich von Immanuel Kants dualistischer Philosophie geprägt ist, wobei er in dessen Gesamtwerk in zahlreichen, teils miteinander nicht vereinbaren Bedeutungen verwendet wird. Vorwiegend gilt der Terminus aber als Oberbegriff für sogenannte intelligible Gegenstände oder für die denkmögliche Entität einer intelligiblen Ursache, die beide dadurch bestimmt sind, keine Entsprechung in der reinen, folglich auch nicht in der sinnlichen Anschauung (Erfahrung) zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref4" id="_ftn4">[4]</a> Bewahrung</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref5" id="_ftn5">[5]</a> Das Reformjudentum</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref6" id="_ftn6">[6]</a> Wikipedia: “Brand” ist ein Drama von Henrik Ibsen von 1866. Zum Inhalt des Dramas siehe am Ende des Artikels</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref7" id="_ftn7">[7]</a> Das Erweisen von Wohltaten, nicht nur der materiellen sondern auch der Seelischen</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hirschinitiative.de/liberales-christentum-und-liberales-judentum/">Liberales Christentum und &#8222;liberales&#8220; Judentum</a> erschien zuerst auf <a href="https://hirschinitiative.de">Hirschinitiative e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Thamus 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/thamus-5786/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 11:20:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Monatsblatt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieser Artikel von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l erschien in dem Monatsblatt „Jeschurun“ Jahrgang 5, Heft 10, Juli 1859. Die Thematik ist damals wie heute die gleiche. „Welche Bedeutung haben die Fastentage für uns.“ Rabbiner Hirsch s“l stellt im Text die Verfehlungen der Juden während des 1. und 2. Tempel gegenüber. Aus unterschiedlichen Gründen wurde [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Dieser Artikel von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l erschien in dem Monatsblatt „Jeschurun“ Jahrgang 5, Heft 10, Juli 1859. Die Thematik ist damals wie heute die gleiche. „Welche Bedeutung haben die Fastentage für uns.“ Rabbiner Hirsch s“l stellt im Text die Verfehlungen der Juden während des 1. und 2. Tempel gegenüber. Aus unterschiedlichen Gründen wurde im 1. und 2. Tempel die Wahrheit unterdrückt. Jedoch nur „ die Wahrheit und der Friede, das ist das einzige siegverkündende Zeichen unserer heilversprechenden Zukunft“.</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Der Text ist vom deutschen Sprachgebrauch her für uns heute schwierig zu lesen. An einigen Stellen habe ich deshalb versucht den Text in ein moderneres Deutsch umzuschreiben, ohne den Inhalt zu verfälschen.</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Der Text wurde dem heutigen Sprachgebrauch leicht angepasst und mit Erklärungen versehen von Michael Bleiberg. Das Original finden Sie in der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main unter:</p>



<p class="has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pagetext/2943758">https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pagetext/2943758</a></p>



<p class="has-text-align-center has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Soll ich noch weinen und fasten?</strong></p>



<p class="has-text-align-right has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Secharjah<a href="#_ftn1" id="_ftnref1"><sup><strong><sup>[1]</sup></strong></sup></a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Soll ich noch weinen und fasten, wie ich seit vielen Jahren getan?“ — so lautete die Anfrage an die Priester und Propheten zu den Zeiten Secharjas, als unter der Milde persischer Herrscher<a href="#_ftn2" id="_ftnref2"><sup>[2]</sup></a> Israels Land wieder von Israels Söhnen bewohnt und der Tempel wieder gebaut war. „Soll ich noch weinen und fasten, wie ich seit vielen Jahren getan?“ — „Sprich zu dem Volk und den Priestern,“ lautete die Gottes-Antwort an Secharja, „wenn ihr euch kasteit und klagt, kasteit ihr da mich? Und wenn ihr esset und trinket, seid ihr da nicht die Essenden und Trinkenden? Kommt nicht alles auf die Worte an, die Gott schon durch die früheren Propheten verkündet, als auch Jerusalem wohl begründet und sicher ruhte, und ihre Städte ringsum, und auch der Süden und die Niederung ruhig bewohnt waren?“<a href="#_ftn3" id="_ftnref3"><sup>[3]</sup></a> Damals sprach Gott, sie aber machten ihr Herz kieselhart und hörten nicht auf die Lehre und die Worte, die Gott für den Frieden bestimmt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Zeiten des <strong>ersten</strong> Tempels entschieden sich die Führer des Volkes für den Frieden auf Kosten der Wahrheit, lockten die Reichen und Vornehmen und mit ihnen alle die von ihnen Abhängigen, alle die durch ihren Einfluss Gegängelten, mit hinein in das System des lügenhaften Friedens und der friedlich sich schmiegenden Lüge und gewannen auch feile Rhetoren, mit dem Heiligenschein des Prophetentums sich umgebende Prediger, die die Wahrheit zum Verbrechen, das System der Lüge zum Ausfluss der Wahrheit machten, den Zwiespalt mit Gott als Werk des Friedens im Himmel und auf Erden darzustellen und das Volk mit ihrem ‚Friede!‘ ‚Friede!‘ einzulullen wussten, in den sorglosesten Schlummer am Abhang der Vernichtung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da waren die Männer der Wahrheit die Störenfriede, die den Donnerkeil der Wahrheit hineinschleuderten in den lügendurchwobenen Kreis der Könige und Völker. Da war ein Michaja<a href="#_ftn4" id="_ftnref4"><sup>[4]</sup></a> mit seiner unliebsamen Wahrheit verloren inmitten vierhundert in harmonischer Lüge zusammenstimmender höfischer Lügenpropheten und musste den Wangenstreich hinnehmen von der Hand eines Zidkija ben Kenana<a href="#_ftn5" id="_ftnref5"><sup>[5]</sup></a>. Da galt es zu „sündigen und zu heucheln wider Gott“, da galt es „abzufallen von unserem Gott“, da galt es „den Treubruch und den Abfall zu predigen, zu produzieren, und zu deklamieren aus dem eigenen Herzen Worte der Lüge. Da ward das Recht zurückgestellt und die Pflicht blieb von ferne stehen; denn in den Straßen strauchelte die Wahrheit und das Gerade wagte nirgends den Eintritt. Da ward die Wahrheit zum Sonderling und der Unrechtscheue zum Verrückten. Das sah Gott, das war das Böse in seinen Augen, dass das Recht keinen Vertreter mehr hatte“ (Jes. 59) — da ward Gott sein Vertreter, da führte er die Wahrheit herbei und zerbrach das Gewebe der Lüge und des Friedens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<strong>Die Wahrheit, aber nicht den Frieden</strong>“, steht auf dem Leichenstein des <strong>zweiten</strong> Tempels.</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Wenn die Wahrheit gewahrt ist, dann steht unmittelbar in zweiter Linie der Friede. Wo der Friede die Wahrheit nicht verleugnet, nicht gefährdet, wo der Frieden nicht auf Kosten der Wahrheit zu erkaufen ist, da ist selbst in jenen getrübten Zeitabläufen, in welchen die Wahrheit nicht allgemein angestrebt wird, der Friede ein hohes Gut, dessen Wahrung und Förderung zur hohen Pflicht erwächst.</td><td>Wo die Wahrheit gewahrt wird, folgt der Frieden unmittelbar danach. Wo der Friede die Wahrheit nicht verleugnet und nicht gefährdet, wo er nicht auf ihre Kosten erkauft wird, da ist er auch in schwierigen Zeiten ein hohes Gut, dessen Schutz und Förderung zur wichtigen Pflicht wird.</td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Zur<strong> Rettung </strong>der Wahrheit ist der Kampf und der Streit, und gälte es der ganzen Welt gegenüber, nicht zu scheuen.</td><td>Zur <strong>Rettung</strong> der Wahrheit muss man kämpfen und streiten – notfalls gegen die ganze Welt.</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;Allein wenn die Wahrheit gerettet ist, gilt es auch dem Wahren den friedlichen Boden zu erringen. Denn auch das Wahre blüht nur auf einem Boden des Friedens. Ist <a href="#_ftn6" id="_ftnref6"><sup>[6]</sup></a> <strong>סוּר מֵרָע</strong> und das <strong>עֲשֵׂה טוֹב</strong> gesichert, gilt es nicht in dem Kampf dem Aufkommen des Schlechten entgegen und für das Gute in die Schranke zu treten, dann <strong>בַּקֵּשׁ שָׁלוֹם וְרָדְפֵהוּ</strong>, dann störe nicht nur nicht den Frieden, dann brich nicht nur nicht den Frieden, dann suche den Frieden, und wenn er entfliehen will, eile ihm nach, dass du ihn dir erhältst und sicherst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diesen Wert des Friedens hatte man während des zweiten Tempels in den maßgebenden Kreisen aus den Augen verloren und schon dadurch im Allgemeinen einen zwiespältigen Geist der Unversöhnlichkeit, einen sich vererbenden Familienhass, einen Geist zwistnährender Selbstsucht und Eifersucht, einen Geist der <a href="#_ftn7" id="_ftnref7"><sup>[7]</sup></a> <strong>שִׂנְאָה חִנָּם</strong> verbreitet. Allein dieser Geist friedensfeindlicher Eifersüchtelei hatte in maßgebenden einflussreichen Kreisen selbst die Liebe zur Wahrheit angegriffen. Es war bald im Kreis der Führer und Großen nicht mehr die Liebe zur Wahrheit in Wahrheit und um der Wahrheit willen. Es stellte sich gar bald die Persönlichkeit an die Stelle der Sache; die eigene Ehre, die eigene Würde, die eigene Macht, persönliches Interesse ward zum Ziel erhoben und die Vertretung der Wahrheit ward zum Mittel des Eigennutzes herabgewürdigt. Ja, man bekannte sich zur Wahrheit und verleugnete sie nach politischen Rücksichten, bildete Bekenntnisse zu Stichwörtern von Parteien, entschied sich für die eine oder die andere, je nachdem staatsmännische Diplomatie auf der einen oder der anderen Vorteil erblickte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hohepriesterliche Würden wurden ein Kaufpreis der Reichen, ein Kaufpreis der Mächtigen und selbst das hohepriesterliche Geschlecht, dessen Ahnen Gesetz und Heiligtum todesmutig aus den unreinen Händen hellenischer Schergen gerettet<a href="#_ftn8" id="_ftnref8"><sup>[8]</sup></a>, stellte, als die Rettung vollbracht, nicht Gott, sondern sich selbst den Thron im freien jüdischen Volke zurecht<a href="#_ftn9" id="_ftnref9"><sup>[9]</sup></a>, schwang das Schwert, das zuerst die Brüder und ihr Heiligtum verteidigt, nach errungenem Sieg zur Knechtung der eigenen Brüder und beutete die Siege seiner Ahnen nicht für Gott und Israel, sondern für die Gründung einer Dynastie und für seine eigenen dynastischen Interessen aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So ging zum zweiten Mal die Wahrheit in den Händen ihrer Vertreter verloren, zum zweiten Mal sah sich Israels Heiligtum durch das Verderbnis seiner aristokratischen Geschlechter verraten, zum zweiten Mal verließ die Wahrheit, verließ Gottes heiliges Gesetz die Kreise seiner Hohepriester, seiner Fürsten und Könige und flüchtete sich in die Kreise des Volkes und seiner Lehrer; Tempel und Thron stürzten zum zweiten Mal durch die eigenen Priester und Dynasten zusammen. Denn als nun eben diese Dynasten zur Schlichtung ihrer Händel und zur Wahrung ihrer persönlichen Interessen nicht an Gott, nicht an seine Wahrheit, nicht an sein heiliges Gesetz, nicht an dessen Träger und Vertreter, das Volk und seine Lehrer, sondern an die Entscheidung einer fremden Macht appellierten, jener Macht, die eben auf den inneren Verfall und Zwiespalt der Nation spekulierte, um mit schiedsrichterlicher Miene das Schwert der Eroberung und Knechtung über alle zu schwingen, und diese Macht unglückseligerweise eben Rom sein musste — Rom, dem die Wahrheit immer nur als Vehikel der Interessen gegolten, Rom, dem Religion nichts als Werkzeug zur Knechtung der Völker gegolten und dessen Cäsaren nur auf dem von Parteiwut und Entsittlichung gegrabenen Volksgrab ihre Erhebung feierten — da war die Wahrheit und der Frieden im jüdischen Staat begraben und dem jüdischen Staat zum zweiten Mal der Untergang bereitet. Roms Schwert eroberte nur das, dem bereits Roms Politik das innerste Leben vergiftet. Der jüdische Staat ging in Trümmer, damit der Wahrheit und dem Frieden im jüdischen Volke und seinen Lehrern das Asyl gerettet bliebe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Wahrheit <u>und</u> der Friede</strong>, das ist das einzige siegverkündende Zeichen unserer heilversprechenden Zukunft. Die volle Wahrheit, die ganze Wahrheit, die reine Wahrheit und eben darum und daraus der volle, reine, ganze, ewige Frieden, das ist das einzige gottverheißene Wahrzeichen unserer einstigen wahren Erlösung. Der Friede auf Kosten der Wahrheit hat unser erstes Staatenglück untergraben. Die Wahrheit als Deckmantel selbstsüchtiger, herrschsüchtiger Interessen hat unser zweites Staatenglück untergraben. Aus dem Doppelgrab unserer Vergangenheit wird unsere leuchtende Zukunft nur dann siegreich auferstehen, wenn wir die Wahrheit lieben und den Frieden, wenn uns die Wahrheit nicht einmal um den Preis des Friedens feil ist und wenn wir die Wahrheit nur um der Wahrheit willen lieben, uns alle persönlichen Interessen fremd sind und somit unsere glühendste Wahrheitsliebe Hand in Hand geht mit der aufrichtigsten Liebe des Friedens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ob wir noch lange fasten und trauern müssen?“ — Wie stehen wir zur Wahrheit und zum Frieden, wie verhält sich unsere Zeit zu den beiden Verirrungen, die zweimal das Grab unserer Wohlfahrt geworden?</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><td>Wie steht sie zur Wahrheit? Gilt ihr die Wahrheit als Höchstes, steht ihr die Wahrheit in erster Linie, dass sie den Frieden nur will, der nicht auf dem Grab der Wahrheit erbaut ist, oder steht ihr der Friede in erster Linie und will sie nur die Wahrheit, die sich mit allen und allem verträgt und möchte nur vor der Wahrheit sich beugen, die sich zuerst vor ihnen gebeugt?</td><td>Steht bei uns die Wahrheit an erster Stelle, sodass wir nur den Frieden wollen, der nicht auf dem Grab der Wahrheit errichtet ist? Oder steht der Friede an erster Stelle, und wir akzeptieren nur die Wahrheit, die sich mit allem und jedem verträgt?</td></tr><tr><td>Ist nicht „Akkommodation<a href="#_ftn10" id="_ftnref10"><sup>[10]</sup></a>“ das große Losungswort der Wissenschaft und des Lebens geworden, juste milieu<a href="#_ftn11" id="_ftnref11"><sup>[11]</sup></a> die Täuschungsformel des Geschlechts, Klugheit die Weisheit, die die Gemeinden von ihren Lehrern verlangen, und Schweigen der Preis, um den das Diplom der Klugheit sich erwirbt? Und ist Akkommodation, juste milieu und wie die beliebten savoir-faire<a href="#_ftn12" id="_ftnref12"><sup>[12]</sup></a>&#8211; und savoir-vivre<a href="#_ftn13" id="_ftnref13"><sup>[13]</sup></a>-Prinzipien alle heißen, die die Wahrheit sich aneignen muss, wenn sie „zeitgemäß“ sein will, sind sie etwas anderes als der schnödeste Trödel mit dem Heiligsten, als Verrat und Verleugnung der Wahrheit, die keinen Handel kennt und von einem Abfinden nichts weiß? &nbsp;</td><td>Steht bei uns die Wahrheit an erster Stelle, sodass wir nur den Frieden wollen, der nicht auf dem Grab der Wahrheit errichtet ist? Oder steht der Friede an erster Stelle, und wir akzeptieren nur die Wahrheit, die sich mit allem und jedem verträgt? Ist „Akkommodation“ nicht längst zum großen Losungswort von Wissenschaft und Leben geworden? Ist „juste milieu“, Klugheit und Schweigen nicht der Preis, den man heute für gesellschaftliche Anerkennung zahlt? All diese Prinzipien des „zeitgemäßen“ Umgangs mit der Wahrheit sind nichts anderes als Verrat am Heiligsten.</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Wahrheit liegt in der Mitte“ sagt ihr? Die Lüge liegt in der Mitte. Wahrheit ist etwas Extremes, Scharfes, da gibt’s kein Mehr noch Minder. Zwei mal zwei ist vier, nicht viereinhalb und nicht fünfeinhalb. Aber dazu darf sich heutzutage keiner bekennen, wenn er den „Zeitgemäßen“ gemäß sein will, darf das unwandelbare göttliche Einmaleins der jüdischen Wahrheit nicht als Prüfung anlegen an die Lebensrechnungen der Zeit. Das Einmaleins muss gefälscht werden, damit die <em>fait accompli<a href="#_ftn14" id="_ftnref14"><sup><strong><sup>[14]</sup></strong></sup></a></em>-Resultate gerechtfertigt erscheinen, und das ist der Mann und der Gott, der Priester und der Prophet der Zeit, der sich auf diese Fälschung am gewandtesten versteht und am kecksten es wagt, dem alten Einmaleins die Lüge aufzubürden. „Der Lehrer der Gemeinden muss über den Parteien stehen“, d. h. ihm muss die Wahrheit gar nichts gelten, es muss ihm alles recht sein, er muss für alles, für Rechts und Links, für Alt und Neu, für Wahr und Falsch sein Sprüchlein der Weihe und der Billigung bereit haben, indifferent gegen alles, muss er sich aus dem reichen Schatz göttlicher Wahrheit nur das Körnlein herausgelesen haben, das einmal jeder anerkennen kann, — weil es eben niemand geniert — und jeder anerkennen muss, wenn er überhaupt noch zu seiner Herde sich zählen soll. Er muss es verstanden haben, die Wahrheit auf dem Siebe des Friedens zu sichten<a href="#_ftn15" id="_ftnref15">[15]</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das Familienleben? Die Ehe? Die Erziehung? Das Haus? Die Schule? Diese Kreise und Stätten, in welchen über unser ganzes Heil in Gegenwart und Zukunft die Würfel fallen? Ist es die Wahrheit oder der Friede, die soziale Verträglichkeit, die dort alles beherrscht und alles diktiert, alles in Frage stellt und alle Fragen entscheidet? Um des Friedens willen duldet der „fromme“ Gatte, dass die Gattin, duldet die „fromme“ Gattin, dass der Gatte den Kindern das Beispiel eines gesetzentfremdeten Lebens bietet. Um des Friedens willen macht der Vater der Mutter, macht die Mutter dem Vater die Konzession, die Söhne oder die Töchter für ein „modernes israelitisches“ Leben unterrichten und bilden zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um des Friedens willen wagen die Eltern kein Wort gegen das unjüdische Leben ihrer erwachsenen Söhne und Töchter. Um des Friedens willen wird das „Ja“-Wort zur Verbindung mit unjüdischem Eidam, mit unjüdischer Schwiegertochter gegeben. Um des Friedens willen duldet man den verderblichsten Einfluss unjüdischer Onkel und Vettern, unjüdischer Freunde und Verwandten auf die ganze Richtung des Hauses und der Kinder. Um des Friedens willen muss auch die Schule über allen Parteien stehen, muss auch die Schule die Wahrheit verleugnen, damit sie dem Hause keinen Anstoß gebe, — jenes ganze heillose System der Konvenienz, die den Frieden mit Gott preisgibt um des Friedens mit den Menschen willen, die um die Gunst der Fremden und Großen buhlt und alles dem herrschenden Modeton mundgerecht zu machen strebt, jenes System des Wahrheit verschachernden Friedens, das einst an der äußersten „Linken“ zum Geiste der Lüge im Munde der „Hofprediger-Schar“ geworden, die sich im Glanze Ahabs und Isebels<a href="#_ftn16" id="_ftnref16"><sup>[16]</sup></a> sonnten, und zur <em>juste milieu</em>-Reform eines Ahas, die den „Hauptgottesdienst“ nach dem damaszenischen Muster eines Tiglat-Pileser<a href="#_ftn17" id="_ftnref17"><sup>[17]</sup></a> modelliert, dabei aber so tolerant ist, den alten Gottesaltar noch als „Nebengottesdienst“ vegetieren zu lassen — <a href="#_ftn18" id="_ftnref18"><sup>[18]</sup></a><strong> וּמִזְבַּ֧ח הַנְּחֹ֛שֶׁת יִֽהְיֶה־לִּ֖י לְבַקֵּֽר</strong> — jene ganze Zeit des ersten Tempels, ist sie nicht ganz eigentlich wieder erstanden in unseren Tagen; wären da nicht bereits die Tage des vierten und die Tage des fünften und die Tage des zehnten Monats Tage des Fastens und der Trauer — müssten wir uns solche Tage stiften, um unserer Verirrung inne und der Gefahr bewusst zu werden, die unser Heiligtum bedroht?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die Verirrungen des zweiten Tempels?? Ist unsere Liebe zur Wahrheit überall eine solche, eine so reine, so vollendete und ganze, dass sie von selbst die aufrichtigste Liebe des Friedens mit umschließt? Sind all die Kämpfe, die für die Wahrheit und im Namen der Wahrheit geführt werden, in Wahrheit Kämpfe um der Wahrheit willen, dass nirgends persönliche Interessen bewusst und unbewusst die eigentlich bewegenden Triebfedern bilden? Sind alle Hände rein, die die Standarte der Wahrheit erheben — hat sich die Wahrheit nirgend ihrer Kämpfer zu schämen? Gilt uns die Ehre unserer Sache mehr als die Ehre unserer eigenen Person, dass wir überall bereit sind unsere eigene Ehre und unseren eigenen Vorteil hintanzusetzen, wo die Sache der Wahrheit ein solches Opfer heischt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, sind wir in eben dem Maße gefügig und milde, versöhnlich, nachgebend, gelinde, bescheiden in Sachen unseres persönlichen Interesses, unseres Amtes, unserer Würde, unseres Rechts, unseres Vorteils, unserer Anerkennung, unseres Vermögens, überall ebenso friedlich, ohne Groll und ohne Hass, ohne Eigensinn und Starrsinn in Sachen unseres persönlichen Betreffs, wie wir fest und stark, unerschütterlich und unbestechlich, mutig und kühn, ohne Schwanken und Wanken, ohne Rücksicht und unnachgiebig dastehen, wo es gilt für die Sache der Wahrheit einzutreten und die Sache der Wahrheit zu verfechten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist unsere Friedensliebe, unsere Uneigennützigkeit, unsere Milde und Bescheidenheit im sozialen Leben Bürge für die Echtheit unseres Eifers um die Sache der Wahrheit? Nur der Mann, von dem die Schrift bezeugt, dass er der bescheidenste Mensch auf Erden gewesen, durfte sich ins Tor des jüdischen Lagers mit dem Rufe stellen: „<strong>מִי לָה&#8216; אֵלַי</strong>!“ Wer Gottes ist — zu mir! Die Männer, die er sich zu Mitträgern seiner Sache in der Mitte seines Volkes zu erkiesen hatte, sie sollten nicht nur tüchtige gottesfürchtige Männer sein, <a href="#_ftn19" id="_ftnref19"><sup>[19]</sup></a><strong>אַנְשֵׁי חַיִל יִרְאֵי אֱלֹקִים</strong>, sie sollten auch im sozialen Leben gekennzeichnet sein, als <a href="#_ftn20" id="_ftnref20"><sup>[20]</sup></a> <strong>אַנְשֵׁי אֱמֶת שֹׂנְאֵי בֶּצַע</strong>, als Männer der Wahrheit, jedem persönlichen Interesse feind — Und die Männer, die seine Nachfolger in Wahrheit waren, lehrten nicht nur: „<strong>הָעוֹסֵק בַּתּוֹרָה שֶׁלֹּא לִשְׁמָהּ נוֹחַ לוֹ שֶׁלֹּא נִבְרָא</strong>“ — wer sich mit der Tora in unreiner Absicht beschäftigt, dem wäre es besser, er wäre nie geboren, lehrten nicht nur: „<strong>אַל תַּעֲשֵׂם עֲטָרָה לְהִתְגַּדֵּל בָּהֶם וְלֹא קַרְדֹּם לַחְפֹּר בָּהֶם</strong>“ — mache sie nicht zum Ruhmeskranz dich zu verherrlichen, und nicht zur Axt damit zu graben, und „<strong>כָּל הֲנָאוֹת מד״ת נוֹטֵל חַיָּיו מִן הָעוֹלָם</strong>“ — mit jedem Eigennutz, zu welchem du die Worte der Tora missbrauchst, nimmst du dir das Leben aus deiner Ewigkeit, — sie lehrten dies nicht nur, ihr ganzes Leben war eine Besiegelung dieser Lehre —</p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>„Sollen wir noch weinen und fasten, wie wir seit Jahren getan?“ ——</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Wikipedia: Sacharja oder Secharja (hebräisch <strong>זְכַרְיָה</strong>, lateinisch Zacharia, oder Sacharia, vollständig: Secharja, Sohn Berechjas, des Sohnes Iddos, der Prophet) heißt ein biblischer Prophet. Das nach ihm benannte Buch im hebräischen Tanach entstand nach dem babylonischen Exil (ab etwa 520 v. Chr.) und gehört zum Zwölfprophetenbuch… Sacharja wirkte in der Zeit kurz nach dem babylonischen Exil in Jerusalem und war Zeitgenosse des Propheten Haggai. Er war der Sohn Berechjas und Enkel Iddos. Er kam also aus einer Priesterfamilie und war wahrscheinlich selbst Priester. Zur Zeit des Hohepriesters Jojakin war Sacharja das Oberhaupt seines Geschlechts.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> Der persische Herrscher Darius I. (* 549 v. Chr.; † 486 v. Chr.) erlaubte den Juden der babylonischen Gefangenschaft die Rückkehr nach Juda und den Bau des Zweiten Tempels.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref3" id="_ftn3">[3]</a> Secharja 7: 5-7</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref4" id="_ftn4">[4]</a> Wikipedia: Michajah der Sohn Jemlas <strong>מִיכָיְהוּ בֶן־יִמְלָה</strong> oder Sohn Jimlas oder Micha ben Jimla war eine biblische Person. Er wird in 1 Kön 22:8–28 und 2 Chr 18:7–27 als Prophet zur Regierungszeit Ahabs von Israel (873–853 v. Chr.) erwähnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Micha unterscheidet sich in seiner Aussage diametral von den offiziellen Kultpropheten, die dem König Erfolg bei einem Feldzug gegen Ramot-Gilead versprechen. Micha ist beim König unbeliebt, weil er nichts Gutes weissagt, sondern nur Böses. Er warnt den König vor einer großen Niederlage, die dann auch eintritt. Die Geschichte des Micha mit seinem Widersacher Zedekia ben Kenaana spiegelt den Widerspruch zwischen der offiziellen Heilsprophetie an den offiziellen Kultstätten und der opponierenden gesellschafts- und königskritischen Gerichtsprophetie jener Zeit. Beide Seiten berufen sich auf JHWH, aber nur eine Seite kann recht haben. Eine Seite wird vom König unterstützt, die andere unterdrückt. Die biblische Erzählung deutet die historischen Ereignisse so, dass sich am Ende zeigt, welche Seite recht hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref5" id="_ftn5">[5]</a>&nbsp; Zedekia ben Kenaana – s. vorherige Fussnote</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref6" id="_ftn6">[6]</a> Psalm 34:15; <strong>ס֣וּר מֵ֭רָע וַעֲשֵׂה־ט֑וֹב בַּקֵּ֖שׁ שָׁל֣וֹם וְרׇדְפֵֽהוּ׃ </strong>&nbsp;“halte dich fern von Schlechtem, und über Gutes ohne zaudern; suche Frieden und verfolge ihn.“ (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref7" id="_ftn7">[7]</a> Grundloser Hass</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref8" id="_ftn8">[8]</a> Chanukka: die Makkabäer</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref9" id="_ftn9">[9]</a> Aristobulos I. (hebräischer Name wohl <strong>יהודה</strong> Jehudah) war König von Judäa 104 bis 103 v. Chr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Tod seines Vaters, des Hohepriesters Johannes Hyrkanos I., wurde Aristobulos im Jahr 104 v. Chr. sein Nachfolger. Als erster judäischer Herrscher seit dem Babylonischen Exil nahm er den Königstitel an und regierte offiziell als König und Hohepriester. Er errichtete ein Königreich und setzte sich selbst auf den Thron. Der Thron steht aber nur den Nachkommen König Davids zu!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref10" id="_ftn10">[10]</a> KI: Unter Akkommodation versteht man das <strong>Scharfstellen des Auges</strong> auf unterschiedliche Entfernungen. Hier Anpassungsfähigkeit, Assimilation.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref11" id="_ftn11">[11]</a> Juste milieu (auch Justemilieu) ist ein französischer Begriff, der den goldenen Mittelweg, die „rechte Mitte“ oder ein maßvolles Gleichgewicht beschreibt. Er bezeichnet eine kompromissbereite, ausgleichende Haltung, die Extreme meidet</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref12" id="_ftn12">[12]</a> Der Begriff Savoir-faire stammt aus dem Französischen (wörtlich: wissen, wie man es macht) und beschreibt geschicktes, taktvolles Verhalten. Im Deutschen wird der Ausdruck meist als Synonym für Fingerspitzengefühl, Taktgefühl, Know-how oder soziale Kompetenz verwendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref13" id="_ftn13">[13]</a> Savoir-vivre (wörtlich „verstehen, zu leben“) ist die Kunst, das Leben bewusst, genussvoll und mit Stil zu gestalten. Im deutschsprachigen Raum steht es für Lebenskunst und Gelassenheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref14" id="_ftn14">[14]</a> Vollendete Tatsache</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref15" id="_ftn15">[15]</a> KI: Die „drei Siebe des Sokrates“ sind ein hervorragender Filter, um wahre, gute und notwendige Erkenntnisse im Alltag oder in den Medien zu sichten. Sie helfen dabei, achtsamer und klarer zu kommunizieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die drei Siebe im Überblick:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ist es wahr?</strong><br>Stellen Sie sicher, dass die Information, die Sie weitergeben oder empfangen möchten, tatsächlich den Tatsachen entspricht und nicht nur auf Hörensagen beruht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ist es gut?</strong><br>Ist das, was Sie sagen wollen, positiv oder hilfreich? Wenn es weder wahr noch positiv ist, sollte man es nicht weitererzählen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ist es notwendig?</strong><br>Ist es zwingend erforderlich, diese Information mitzuteilen? Wenn die Botschaft weder wahr, noch gut, noch nützlich ist, sollte man sie besser für sich behalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref16" id="_ftn16">[16]</a> König Ahab und Königin Isebel regierten im 9. Jahrhundert v. Chr. das Nordreich Israel. Ihre Ehe ging als Inbegriff politischer Machtgier und religiöser Verirrung in die Geschichte ein. Isebel, eine phönizische Prinzessin, brachte den Baalskult nach Israel. Beide wurden für ihre Unterdrückung des Gottesglaubens und brutale Machenschaften bekannt</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref17" id="_ftn17">[17]</a> Tukulti-apil-Ešarra III. (akkadisch) oder biblisch Tiglat Pileser, meist auch Tiglat-Pileser III. war von 745 bis 726 v. Chr. König des Assyrischen Reiches.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tiglat-Pileser gelang es, Assyrien – zu Beginn seiner Herrschaft eher eine lokale Macht – zur bedeutendsten Großmacht im Nahen Osten aufzubauen. Er reformierte die Reichsstruktur und hob Steuerprivilegien auf, um die Finanzierung der Militarisierung und die Expansionspolitik zu gewährleisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref18" id="_ftn18">[18]</a> 2. Könige 16:15; „Der kupferne Altar bleibe mir zum Ansehen“; (Übersetzung Rabbiner Dr. S. Bernfeld)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref19" id="_ftn19">[19]</a> Tatkräftige, gottesfürchtige Menschen</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref20" id="_ftn20">[20]</a> Wahrhaftige, den eigenen Vorteil verachtende Menschen</p>
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		<title>Magazin für den Monat Thamus 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-thamus-5786/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 11:08:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="_df_book df-lite" id="df_5568"  _slug="magazin-thamus-5786" data-title="magazin-thamus-5786" wpoptions="true" thumbtype="" ></div><script class="df-shortcode-script" nowprocket type="application/javascript">window.option_df_5568 = {"outline":[],"autoEnableOutline":"false","autoEnableThumbnail":"false","overwritePDFOutline":"false","direction":"1","pageSize":"0","source":"https:\/\/hirschinitiative.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Magazin-Thamus-5786.pdf","wpOptions":"true"}; if(window.DFLIP && window.DFLIP.parseBooks){window.DFLIP.parseBooks();}</script>


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		<title>Willkommen zur 9. Ausgabe des 5. Jahrgangs der Monatszeitschrift</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/willkommen-zur-9-ausgabe-des-5-jahrgangs-der-monatszeitschrift/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 11:01:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Willkommen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>für den Monat Siwan 5786 Allen unseren jüdischen Lesern, Förderern und Freunden wünschen wir חג שבועות שמח &#160; Allen unseren nichtjüdischen Lesern, Förderern und Freunden wünschen wir ein frohes Pfingstfest Im Monatsblatt hält Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l den sich vom orthodoxen Judentum Abgewandten den Spiegel vor Augen. Sinngemäß schreibt er: Sie sind nicht einmal [&#8230;]</p>
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<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2022/08/image.png" alt="Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist image.png"/></figure>



<p class="has-text-align-center has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>für den Monat Siwan 5786</strong></p>



<p class="has-text-align-center has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Allen unseren jüdischen Lesern, Förderern und Freunden wünschen wir</strong></p>



<p class="has-text-align-center has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>חג שבועות שמח</strong> &nbsp;<strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Allen unseren nichtjüdischen Lesern, Förderern und Freunden wünschen wir</strong></p>



<p class="has-text-align-center has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>ein frohes Pfingstfest</strong><strong></strong></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Im Monatsblatt hält Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l den sich vom orthodoxen Judentum Abgewandten den Spiegel vor Augen. Sinngemäß schreibt er: Sie sind nicht einmal in der Lage die 10 Gebote ohne wenn und aber zu akzeptieren. Wenn sie wie selbstverständlich „du sollst nicht töten, oder du sollst nicht stehlen, akzeptieren, kommen sie ins Trudeln, wenn da steht du sollst den Schabbat heiligen und an diesem Tag kein Werk verrichten“.<br><strong>Das Monatsblatt für den Monat Siwan finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/siwan-5786/" data-type="link" data-id="https://hirschinitiative.de/siwan-5786/">hier.</a></strong></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">In dem Monatsblatt von Rabbiner Hirsch s“l kommt er auf den Psalm 50 zu sprechen. Ich habe den Psalm 50 hier mit zwei Übersetzungen und Auszügen aus dem Kommentar von Rabbiner Hirsch s“l abgedruckt. Die eine Übersetzung ist auf Jiddisch.<br><strong>Den Psalm 50 finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/psalm-50/">hier.</a></strong></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Die Kinderecke besteht diesmal aus zwei Teilen. Im ersten Teil sind es agadische Geschichten aus dem Talmud im zweiten eine sehr rührende Geschichte zu Schawuot.<br><strong>Die Kinderecke finden Sie auf <a href="https://hirschinitiative.de/kinderecke-schawuoth/">hier.</a></strong></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der Morascha-Verlag hat u.a. mit der Unterstützung unseres Vereins „Mischle — Das Buch der Sprüche“ in der Übersetzung und dem Kommentar von Rabbiner Dr. Benedikt Pinchas Wolf s“l neu aufgelegt. Wir stellen hier das Buch sowie Rabbiner Dr. Wolf und seine in Petach Tikva gegründete Gemeinde „Mekor Chaim“ vor.<br><strong>Die Buchbesprechung finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/mischle-das-buch-der-sprueche/">hier.</a></strong></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Wie immer haben Sie die Möglichkeit das komplette Magazin herunterzuladen<br><strong>Das Magazin für den Monat Siwan finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-ijar-5786/"></a></strong><a href="https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-siwan-5786/"><strong>hier</strong>.</a></p>
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		<title>Mischle &#8211; Das Buch der Sprüche</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/mischle-das-buch-der-sprueche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 10:46:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verlag Morascha]]></category>
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		<title>Kinderecke Schawuoth</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/kinderecke-schawuoth/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 10:36:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[
<div data-wp-interactive="core/file" class="wp-block-file"><object data-wp-bind--hidden="!state.hasPdfPreview" hidden class="wp-block-file__embed" data="https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2026/05/Kinderecke-Schawuoth.pdf" type="application/pdf" style="width:100%;height:600px" aria-label="Einbettung von Kinderecke Schawuoth."></object><a id="wp-block-file--media-2c6dc630-e32a-4577-a698-c113c3780f3f" href="https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2026/05/Kinderecke-Schawuoth.pdf">Kinderecke Schawuoth</a><a href="https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2026/05/Kinderecke-Schawuoth.pdf" class="wp-block-file__button wp-element-button" download aria-describedby="wp-block-file--media-2c6dc630-e32a-4577-a698-c113c3780f3f">Herunterladen</a></div>
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		<item>
		<title>Psalm 50</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/psalm-50/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 10:27:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://hirschinitiative.de/?p=5548</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://hirschinitiative.de/psalm-50/">Psalm 50</a> erschien zuerst auf <a href="https://hirschinitiative.de">Hirschinitiative e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<div data-wp-interactive="core/file" class="wp-block-file"><object data-wp-bind--hidden="!state.hasPdfPreview" hidden class="wp-block-file__embed" data="https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2026/05/Psalm-50.pdf" type="application/pdf" style="width:100%;height:600px" aria-label="Einbettung von Psalm 50."></object><a id="wp-block-file--media-1614ffea-2532-4c2e-be37-db70630aa103" href="https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2026/05/Psalm-50.pdf">Psalm 50</a><a href="https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2026/05/Psalm-50.pdf" class="wp-block-file__button wp-element-button" download aria-describedby="wp-block-file--media-1614ffea-2532-4c2e-be37-db70630aa103">Herunterladen</a></div>
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		<item>
		<title>Siwan 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/siwan-5786/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 09:25:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Monatsblatt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für wen hat Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l  im Jahre 1858 diesen grundlegenden Artikel über die tiefe Bedeutung des Schawuot-Festes geschrieben? Den orthodoxen Juden seiner Zeit musste er die heilige Bedeutung dieses Festtages gewiss nicht erst vor Augen führen. Ihnen war Schawuot als das Fest der Thoraübergabe, als „Zman Matan Toratenu“, zutiefst vertraut. Wenn Rabbiner [&#8230;]</p>
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<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Für wen hat Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l  im Jahre 1858 diesen grundlegenden Artikel über die tiefe Bedeutung des Schawuot-Festes geschrieben? Den orthodoxen Juden seiner Zeit musste er die heilige Bedeutung dieses Festtages gewiss nicht erst vor Augen führen. Ihnen war Schawuot als das Fest der Thoraübergabe, als „Zman Matan Toratenu“, zutiefst vertraut. Wenn Rabbiner Hirsch s“l dennoch einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema verfasste, dann richtete er sich ganz bewusst an eine andere Leserschaft: an die nicht-orthodoxe, liberale und reformierte jüdische Öffentlichkeit seiner Zeit.</p>

<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Liebe Leser, stellen Sie sich einmal für einen Moment meine Fußnoten, Erklärungen und die hinzugefügte Punktierung der hebräischen Wörter und Zitate weg. Nehmen Sie den reinen Text von Rabbiner Hirsch, wie er 1858 erschien. Besitzen Sie wirklich das umfassende Hintergrundwissen, um diesen Artikel – und überhaupt alle anderen Aufsätze des Rabbiners, die ich in dieser Zeitschrift regelmäßig abdrucke – vollständig zu erfassen? Sind Ihnen die Prophetenworte, auf die Hirsch sich bezieht, geläufig? Kennen Sie die Psalmen, auf die er anspielt, zur Genüge? Verfügen Sie über jenes tiefe historische Wissen sowohl der jüdischen als auch der allgemeinen Geschichte, das nötig ist, um seine feinen Anspielungen auf vergangene Epochen und ihre Lehren wirklich zu verstehen?</p>

<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Ich selbst muss ehrlich gestehen: Ich kann es ohne diese Hilfestellungen nicht. Und doch ist es eine bemerkenswerte Tatsache, dass die liberalen und reformierten Juden zur Zeit Hirschs diese Texte ohne jede Schwierigkeit lesen und verstehen konnten. Sie brauchten weder ausführliche Fußnoten noch Punktierungen der hebräischen Begriffe. Ihr jüdisches Wissen, ihre Vertrautheit mit Tanach, Talmud und jüdischer Tradition war noch so lebendig, dass sie die anspruchsvollen Ausführungen des großen Rabbiners mühelos folgen konnten.</p>

<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Genau hier liegt die entscheidende Frage: Wenn die liberalen und reformierten Juden in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch über ein derart hohes Maß an jüdischem Wissen und innerer Jüdischkeit verfügten – wie war es dann möglich, dass sie sich dennoch mehr und mehr vom orthodoxen Judentum abwandten?</p>

<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Meine Antwort auf diese Frage lautet klar und deutlich: <strong>Antisemitismus.</strong></p>

<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Es war der Antisemitismus, der viele Juden dazu brachte, die Heiligung des Schabbats aufzugeben. Es war der Antisemitismus, der Orgel und gemischten Chor in die Synagogen einführte. Der Antisemitismus zwang oder verleitete Juden dazu, auf koschere Speisen zu verzichten und sich ihrer traditionellen jüdischen Kleidung zu entledigen. Viele derjenigen, die sich vom orthodoxen Weg abkehrten, taten dies in der aufrichtigen, wenn auch tragischen Überzeugung, durch Anpassung an die nichtjüdische Mehrheitsgesellschaft dem Antisemitismus wirksam begegnen zu können. Sie glaubten: Wenn es keine sichtbaren Unterschiede mehr zwischen Juden und ihren Mitbürgern gäbe, dann würde der Hass schwächer werden, dahinschmelzen und schließlich verschwinden.</p>

<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Die bittere historische Erfahrung hat jedoch das genaue Gegenteil gezeigt. Je mehr sich Juden vom orthodoxen Judentum entfernten und sich der Mehrheitsgesellschaft anpassten, desto stärker wurde in vielen Fällen der Antisemitismus. Denn das eigentliche Ziel des Judenhasses ist nicht die bloße Ablehnung bestimmter Bräuche oder Kleidungsstücke – sein letztes und tiefstes Ziel ist die vollständige Auslöschung des Judentums als solches.</p>

<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Gegen diese verhängnisvolle Entwicklung stellte sich Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l mit seiner ganzen Familie und seiner unermüdlichen Kraft. Sein Schwiegersohn, Rabbiner Salomon Breuer s“l, führte diesen geistigen und geistlichen Kampf wiederum mit seiner Familie entschlossen weiter. Dessen Nachfolger wurde Rabbiner Josef Jona Horovitz s“l, der die Israelitische Religionsgesellschaft (IRG) in Frankfurt bis in die dunkelsten Jahre des Holocausts hinein als mutiger und treuer Hirte leitete.</p>

<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Die Geschichte lehrt uns eine schmerzliche, aber unübersehbare Wahrheit: Je weiter sich Juden von der Orthodoxie entfernen, desto größer wird paradoxerweise der Antisemitismus – weil dieser Hass letztlich nicht auf Äußerlichkeiten, sondern auf der bloßen Existenz des jüdischen Volkes als Träger der Thora zielt.</p>

<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Dieser Artikel von Rabbiner Samson Raphael Hirch s“l wurde in der Zeitschrift Jeschurun, 4. Jahrgang, Heft 9, im Juni 1858 veröffentlicht.</p>

<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Der Text wurde dem heutigen Sprachgebrauch leicht angepasst und mit Erklärungen versehen von Michael Bleiberg. Das Original finden Sie in der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main unter:</p>

<p class="has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph"><a href="https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/titleinfo/2932859">https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/titleinfo/2932859</a></p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">„Es war im dreißigsten Jahr am fünften des vierten Monats, ich war mitten unter den Vertriebenen am Strome Kebar<a id="_ftnref1" href="#_ftn1"><sup>[1]</sup></a>, da öffneten sich die Himmel und ich sah Erscheinungen Gottes.<a id="_ftnref2" href="#_ftn2"><sup>[2]</sup></a>&#8220; — Das mit diesem Satz eingeleitete Prophetenwort Jecheskels ward uns am Siwan-Fest unserer Gesetzoffenbarung aus dem reichen Schatz des göttlichen Wortes zur Betrachtung gereicht.</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Dreißig Jahre waren verflossen, seitdem der Hohepriester Chilkijahu<a id="_ftnref3" href="#_ftn3"><sup>[3]</sup></a> bei einer Renovierung des Tempels eine Thora-Rolle im Heiligtum gefunden und sie als einen seltenen Fund dem jungen Fürsten Joschijahu<a id="_ftnref4" href="#_ftn4"><sup>[4]</sup></a> zugesandt hatte; dreißig Jahre, seitdem dessen Herz so von dem Inhalt dieses Buches ergriffen worden, dass es ihn zum heilbringenden Regenerator begeisterte.</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">In welch eine Zeit versetzt uns diese Notiz am Geburtsfeste unserer Thora! Diese Thora, deren dreitausend-einhundert-neunundsechzigsten Geburtstag wir in diesem Monate begingen<a id="_ftnref5" href="#_ftn5"><sup>[5]</sup></a>, die uns noch heute nach so vielen tausend Jahren mit immer frischer Begeisterung zusammenruft und welcher unsere Herzen, mit immer neuer Weihe und Hingebung entgegenschlagen, diese Thora hat schon Zeiten erlebt, in welchen  unseres Volkes ihr bereits, durch die Politik ihrer Führer und die Sophistik ihrer „Geistlichen&#8220; verführt, den Rücken gewandt und dadurch der ganzen glorreichen Sendung ihrer welthistorischen Bestimmung verlustig gegangen waren, und sie auch bei dem übrigen unter der siebenundfünfzigjährigen Regierungszeit eines gottvergessenen und leider nur zu spät in sich gegangenen Fürsten und seines Sohnes — wenigstens im Kreis der leitenden Hofluft<a id="_ftnref6" href="#_ftn6"><sup>[6]</sup></a> — fast in Vergessenheit geraten war.</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Fünfundfünfzig Jahre hatte Menascheh<a id="_ftnref7" href="#_ftn7"><sup>[7]</sup></a> mit dem ganzen Fanatismus eines in der Richtung des Baal-Kultus reformatorischen Systems rücksichtslos in Jerusalem und dem Gottesheiligtum gehaust. Die dem individuellen Egoismus schmeichelnde Bamoth-Zersplitterung<a id="_ftnref8" href="#_ftn8"><sup>[8]</sup></a> hatte er wieder hergestellt und auf deren Grund den ganzen Wust eines die himmlischen Naturkräfte verehrenden Kultus in seiner ganzen entsittlichenden Konsequenz bis in das Allerheiligste des einen Einzigen eingeführt. Es war ihm „Prinzip&#8220;, das Volk des einen Einzigen und seines geoffenbarten Gesetzes zum Niveau der emoritischen Völker rückschreitend zu reformieren und in diesem Reformbestreben die geschicktesten Könige des schon auf diesem Wege zu Grabe gegangenen „israelitischen&#8220; Reiches also zu überflügeln, dass auch über das „jüdische&#8220; Reich das bereits an dem „israelitischen&#8220; vollzogene Verhängnis unwiderruflich ausgesprochen worden.</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">War es ein Wunder, dass sein Sohn Amon, den er schon früh der Feuer-Weihe des Götzentums übergab, der Erziehung seiner Jugend treu blieb selbst als sein Vater im Alter seinen Sinn zum Besseren wandte? Und als nun, wahrlich wundergleich, von diesem Amon dem Menascheh im Joschijahu ein Enkel geboren war, der unter allen seinen Vorgängern keinen seines Gleichen gehabt, der also mit ganzem Herzen und ganzer Seele und allem Vermögen zu Gott und seinem heiligen Gesetz zurückgekehrt, — war&#8217;s ein Wunder, dass diesem Joschijahu zu seiner Jugend das Buch der Thora völlig fremd geblieben, dass es an ein Wunder grenzte, wenn in dem von Menaschehs und Amons Unwesen entweihten Heiligtum sich noch ein Exemplar des alten, heiligen Gottesgesetzes vorgefunden und dass erst aus dem Inhalte dieses Fundes dem Joschijahu die ganze Wucht des Abfalls klar geworden, in welchen Vater und Großvater ihr Volk hineingerissen?</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Und nun siehe die göttliche Kraft dieses göttlichen Gesetzes! Den <strong>Staat</strong> konnte es nicht mehr retten. Der erlag dem von Gott verhängten und verheißenen Geschick. Aber die Rettung des <strong>Volkes</strong> vermochte es zu vollbringen. Im vollen Bewusstsein, dass gleichwohl der Staat in Trümmer gehen werde, sammelte Joschijahu das ganze Volk, Priester und Propheten, das ganze Volk von Klein bis Groß um das Buch dieses Gesetzes. Mitten unter seinem Volk stand er hoch auf einer Säule und errichtete vor Gott das Bündnis, Ihm nachzufolgen und seine Gebote, seine Zeugnisse und seine Gesetze mit ganzem Herzen und ganzer Seele zu erfüllen und die Bundesbestimmungen alle aufrecht zu halten, die in diesem Buche verzeichnet waren. Und das ganze Volk trat ein in den Bund. Der Ernst aber, mit welchem Joschijahu in den letzten Jahren des jüdischen Staates das Volk wieder um die Thora versammelte und den Bund mit dem jüdischen Gesetz erneuerte, der Ernst, mit welchem er diese Bundeserneuerung in ihren letzten Konsequenzen verfolgte, dieser Ernst hatte in dem jüdischen Volk wieder seine Lebensseele wach gerufen, hatte es bewirkt, dass nun als Juda — wie es Jirmijahu bezeichnet — hinabstürzte, es von dem geistigen Erbgut, das Gott ihm gegeben, mit in diesem Hinabsturz in sich hinausrettete<strong>, וְשָׁמַטְתָּ֗ה וּבְךָ֙ מִנַּחֲלָֽתְךָ֙ אֲשֶׁ֣ר נָתַ֣תִּי לָ֔ךְ<a id="_ftnref9" href="#_ftn9"><sup><strong><sup>[9]</sup></strong></sup></a> , </strong>und als es ins Galuth ging<strong>, </strong>die Thora mit in die Verbannung wanderte. Wer weiß, ob nicht ohne diese Wiedererweckung durch Joschijahu Juda völlig das Geschick Israels geteilt hätte, und, ohne das geistige Band und den geistigen Odem des Gesetzes vom heimatlichen Boden vertrieben, gänzlich in der Fremde in die Masse der übrigen Völker verloren gegangen wäre. Wer weiß, ob wir es nicht eben diesem regeneratorischen Ernst des Joschijahu verdanken, dass wir noch heute nach mehr als dreiundzwanzig hundert (2.300) Jahren, umflutet von allen Strömungen eines europäischen Lebens mit vollster Begeisterung das Geburtsfest unserer Thora feiern und mit sinaitischem Ernst dem göttlichen Gesetz, als unserem einzigen geistigen Halt und Führer, unser ,,Naaßeh Wenischma<a id="_ftnref10" href="#_ftn10"><sup>[10]</sup></a>&#8220; zuwenden!</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Dieser regeneratorische Ernst des Joschijahu hatte es möglich gemacht, dass, als dreißig Jahre später bereits der bedeutendste Teil des jüdischen Volkes, auch seine „Bildner und Regler&#8220; mit dem König Zechanjah (Zedekia<a id="_ftnref11" href="#_ftn11"><sup>[11]</sup></a>) in die babylonische Gefangenschaft gewandert war, der Prophet auf fremdländischem Boden, an fremdländischem Strome mitten unter der Golah sich befand, sich <strong>dort</strong> ihm die Himmel öffneten und auch <strong>dort</strong> die Gotteshand auf ihn kam! War ja die Thora mitgewandert, und wo das Gottesgesetz weilt, da ist die Gottesherrlichkeit nicht fern. Wohl war in dieser außerjüdischen Welt eben diesem Gottesgesetz kein Heiligtum erbaut und ebendarum hatte die Gottesherrlichkeit dort keine Stätte im irdischen Kreis der Menschen<strong> — וְעָ֥שׂוּ לִ֖י מִקְדָּ֑שׁ וְשָׁכַנְתִּ֖י בְּתוֹכָֽם<a id="_ftnref12" href="#_ftn12"><sup><strong><sup>[12]</sup></strong></sup></a> — </strong>allein dennoch sah er und siehe! wie aus Mitternachtsturm und Wolke, Feuer und Glanz, psychisch-physisch-geistiges Leben sich entfaltet, wie alles Lebendige auf allen Stufen der Entwicklung sich vereinigt um Träger des Thrones der göttlichen Herrlichkeit zu sein, wie da jegliches — im Dienste Gottes — in gerader Richtung zu dem Ziel wandelt, wohin der Geist es weist und nimmer abweicht in seinem Wandel — — „und da mich der Geist emporhob, hörte ich mir nach in lautem Sturme den Ruf: Die Herrlichkeit Gottes ist gesegnet, wo sie ihre Stätte nimmt!&#8220;<a id="_ftnref13" href="#_ftn13"><sup>[13]</sup></a></p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Wollen wir es unseren Väter nicht danken, dass sie eben dieses Prophetenwort uns zu unserem Fest der Gesetzoffenbarung gereicht? Ist es ja eben dafür Bürge, dass auch im Exil <strong>כל מקום שגלו שכינה עמהם<a id="_ftnref14" href="#_ftn14"><sup><strong><sup>[14]</sup></strong></sup></a></strong> überall wohin wir auch den wandernden Fuß des Verbannten setzen, Gottes Herrlichkeit uns begleite, überall wo wir in seinem Namen uns versammeln Er in seiner Herrlichkeit uns nahe und überall, wie ja der letzte Nachruf der sinaitischen Offenbarung lautet:</p>

<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>בְּכׇל־הַמָּקוֹם֙ אֲשֶׁ֣ר אַזְכִּ֣יר אֶת־שְׁמִ֔י אָב֥וֹא אֵלֶ֖יךָ וּבֵרַכְתִּֽיךָ</strong><br />Überall wo ich meinen Namen nennen lasse komme Ich zu dir und segne dich!<a id="_ftnref15" href="#_ftn15"><sup>[15]</sup></a></p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Ist es ja eben dieses Bewusstsein, das unser Gesetzgebungsfest nicht zu einem Gedenkfest der Vergangenheit, sondern zu einem Weihefest für jegliche Gegenwart gestaltet, das auch jedem außerpalästinensischen Geschlecht den ewigen Gottesbund und die ewige Gottesnähe zuführt und eben dieses Gesetz für jede Zeit und jedes Geschlecht nicht als die Wurzel, aus welcher einst die „religiöse Bildung der Väter&#8220; erblüht, sondern als den einzigen Boden, auf welchem jedes kommende Geschlecht zu stehen hat und als die einzige Bedingung begreifen lässt, an welche für jedes kommende Geschlecht die Segensnähe der Gottesherrlichkeit geknüpft ist.</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">O, dass ein Joschijahu unter uns aufstünde, dem der ganze Bruch unserer Zeit zu Herzen ginge, dem der ganze Abfall unseres Geschlechts von dem ewigen Gottesgesetz vor die Augen träte, der das ganze Unwesen in seiner Hohlheit und Verwerflichkeit zu würdigen wüsste, mit welchem eine jerobeamisch menaschehische Rückschrittsreform unsere Heiligtümer entweiht, unser Familienleben entgöttlicht, unser Geistes- und Gemütsleben entheiligt, die Heiligkeit unseres Gesetzes zum Gelächter gemacht und indem sie unserem Volk den göttlichen, einheitlichen, alle, alle in weitester Ferne und in zerstreutester Vereinzelung zusammenhaltenden Mittelpunkt eben in diesem Gottesgesetz entrissen, die alte Bamoth-Wirtschaft kläglichster Zerrissenheit wieder heraufbeschworen<strong>,</strong> in welcher<strong> אִישׁ בּוֹנֶה בָּמָה לְעַצְמוֹ<a id="_ftnref16" href="#_ftn16"><sup><strong><sup>[16]</sup></strong></sup></a></strong> , in welcher jeder sich eine beliebige religiöse Weihe zusammenzimmert und in jeder Stadt, jedem Dorf, jedem Weiler ein gefirmeltes Schulmeisterlein sitzt, das für sich und seine Gemeinde ein modernes Heiligtümchen zurechtschneidet, je wie es den zufälligen Gelüsten und den <em>soi disant<a id="_ftnref17" href="#_ftn17"><sup><strong><sup>[17]</sup></strong></sup></a></em> Ansichten und „Überzeugungen&#8220; zusagt, und die Jugend für dieses <em>Credo<a id="_ftnref18" href="#_ftn18"><sup><strong><sup>[18]</sup></strong></sup></a></em> seiner Mache mit Sinne bestechendem Firlefanz konfirmiert.</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">O, dass ein solcher es verstünde an dem Fest der Offenbarung unseres Gesetzes, im Anblick des blitzeumleuchteten, dampfenden Sinai-Gipfels, unter dem Zürnen der dahinrollenden Horeb-Donner das Volk wieder hinanzuführen zu Gott und <strong>seinem</strong> Gesetz und den alten Bund zu erneuern, Ihm, Ihm, Ihm, dem einzigen <strong>Ihm</strong> nachzuwandeln und seine Gebote, seine Zeugnisse und seine Gesetze mit ganzem Herzen und ganzer Seele zu hüten und die Bundes-Worte alle aufrecht zu halten, die in dem Gesetz verzeichnet sind, dessen Offenbarung Israel eben feiert.</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Wir haben keine Chulda<a id="_ftnref19" href="#_ftn19"><sup>[19]</sup></a> und keinen Jeremias mehr, bei denen wir uns Rat einholen könnten über die nächste Zukunft, die unser wartet, nach dem Abfall, der in so erschreckenden Dimensionen sich in jüdischen Kreisen vollzogen.</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Das aber wissen wir, das bezeugt uns unsere ganze mehr als dreitausendjährige Vergangenheit, das ruft uns mahnend jedes Blatt dieses unseres geoffenbarten Gesetzes zu: Wie auch die Zeiten sich gestalten mögen, kein Heil für uns, wenn nicht in voller, aufrichtiger unverklausulierter Rückkehr zu diesem ganzen Gesetz!</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Vergebens rühmt sich unsere Zeit schönerer, zierlicherer Tempel, vergebens harmonischer gefügter, musikalischer Choräle, vergebens stilgewandterer, formgerechterer Predigten — von allem dem weiß das Gesetz, dessen Offenbarung wir feiern, nichts, nichts von einer mit ein Paar Minuten andächtiger Tempelrührung erfüllten Rechnungsabfindung mit Gott. Seine Erfüllung fordert es, Erfüllung seiner Gebote, Zeugnisse und Gesetze, Erfüllung derselben mit ganzem Herzen, ganzer Seele und allem Vermögen. Und so wir dieser Erfüllung nicht unsere Häuser, unsere Ehen, unsere Familien, unsere Kinder, unser Geschäft, unsere Mahlzeiten, unser Freud und Leid, unser ganzes Dasein in- und außerhalb der Tempeln hingeben; so unsere Tempel und unser Gottesdienst nicht bloß Vorbereitung, Rüst und Weihe sein sollen für den Dienst Gottes in einem gesetzestreuen Leben außerhalb des Tempels; so wir im Tempel nicht den Bund mit dem Gesetz erneuern, sondern der Tempelbesuch Stellvertreter der Gesetzerfüllung sein, und uns von unseren Tempelministranten den Tempelgottesdienst nicht als Mittel und Vorbereitung für den eigentlichen Bundesgottesdienst des Lebens, sondern als das All und die Summe, als Inhalt und Blüte unseres ganzen Bundes mit Gott ausschwatzen lassen wollen: ist dies dann nicht ganz wieder die alte heillose heidnische Überschätzung des Tempels und seines Gottesdienstes, gegen welche schon so manches alte Wort des jüdischen Geistes und der Gottesbotschaft aus dem Munde der Propheten gesprochen wurde?</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Wenn Aßaf<a id="_ftnref20" href="#_ftn20"><sup>[20]</sup></a> heutigen Tages wieder aufstünde, wenn er am Tag unseres Offenbarungsfestes unsere zur Konfirmation der Jugend festlich geschmückten modernen Tempel beträte, würde seinen Lippen ein anderes als sein<strong> ק&#8217;ל אלקים ה&#8216; דבר<a id="_ftnref21" href="#_ftn21"><sup><strong><sup>[21]</sup></strong></sup></a> , </strong>entströmen?</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="padding-left: 80px;">Gott, Gott, Gott sprach schon als er die Erde rief<br />Von Sonnen-Aufgang bis zum Niedergang;<br />Auch aus Zion der Schönheit Fülle,<br />Ist schon Gott erschienen.<br />Er wird <strong>wieder</strong> kommen, unser Gott, und wird nicht schweigen, —<br />Zehrend Feuer um ihn her,<br />Rings um ihn stürmend Beben.<br />Wird zum Himmel rufen aus der Höh&#8216;<br />Und zur Erde, sein Volk zu richten:<br /><strong>„Sammelt meine Frommen mir,<br />Die meinen Bund beim Opfer schließen!&#8220;</strong><br />Und die Himmel verkünden dann sein Recht,<br />Denn Gott ist Richter, Sela.</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Hör&#8216; mein Volk, ich will reden,<br />Israel, ich will zeugen wider dich!<br />Nicht um deine Opfer weis&#8216; ich dich zu rechte,<br />Deine Opfer — sind ja ununterbrochen vor mir!</p>

<ul class="wp-block-list">
<li>— — — —</li>
</ul>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Huldigung</strong> opfere Gott<br />Und löse dem Höchsten dein Gelübde,<br />Dann ruf mich an am Tage der Not,<br />Ich rette dich und du ehrest mich.</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="padding-left: 80px;">Aber zum Gesetzlosen spricht Gott:<br />Wie ziemt es dir meine Gesetze zu erzählen<br />Und meinen Bund in deinem Mund zu tragen?<br />Du hassest ja die Fessel<br />Und wirfst meine Worte hinter dich!</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Merkt doch dies, ihr Gottvergessenen,<br />Dass ich nicht rettungslos vernichte:</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="padding-left: 80px;"><strong>Nur wer Huldigung opfert</strong><br />Ehret mich,<br /><strong>Und nur wer darauf seinen Wandel gründet,<br /></strong>Den lasse ich schauen das Gottesheil!</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">In der Tat dürfte sich schwer begreifen lassen, wie in unseren modernen Tempeln am Tage des Gesetzoffenbarungsfestes auch nur die Zehngebote vorgelesen und auf die Zehngebote die Jugend konfirmiert werden konnte, in diesen Tempeln, in welchen nicht die Unterwerfung des Lebens unter das Gesetz, sondern die Akkommodation<a id="_ftnref22" href="#_ftn22"><sup>[22]</sup></a> des Gesetzes an das Leben als leitendes Prinzip dasteht und selbst die Zehngebote — im jüdischen Kreis keine höhere Geltung als alle übrigen Gesetze beanspruchend — nicht ohne jesuitische Reservatio mentalis<a id="_ftnref23" href="#_ftn23"><sup>[23]</sup></a> als Gottes Gebot gelehrt werden können.</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Ist nicht das Gebot der Sabbatheiligung eins dieser Zehngebote? Und wie muss nun der jüdische „Geistliche&#8220;, der den Ansichten, den „Überzeugungen&#8220; seiner Gemeinde, aufrichtig gesprochen, den Anforderungen des gesellschaftlichen Lebens Rechnung tragen will, wie muss er dieses Gebot mit jesuitischen Vorbehalten ausstatten, welch künstlichen Manipulationen mit „Wenn&#8220; und „Aber&#8220;, „Freilich&#8220; und „Jedoch&#8220; muss er es unterwerfen, bis er dieses Gebot, das nicht weniger als den Stillstand unseres ganzen arbeitenden und geschäftlichen Lebens von uns für die 24 Sabbatstunden fordert, bis er es zu den paar Stunden Tempelandacht mit obligater Predigt und Choralgesang herunterbringt! Wollt ihr euren Katechumenen und Konfirmanden, euren „andächtigen Zuhörern und Zuhörerinnen&#8220; dieselben jesuitischen Vorbehalte und Klauseln, dieselben das Gottesgesetz zur wächsernen Spielpuppe herabwürdigenden Manipulationen auch bei dem Verbot des Meineids, das vorangeht und dem Gebot der Elternehre, den Verboten des Mordes, des Ehebruchs, des Diebstahls, des falschen Zeugnisses, die ihm folgen, gestatten? Und was wollt ihr tun, wenn sie euch in „heiligster Stunde der Weihe&#8220; lediglich die Kunst abgelernt haben, wie man heiligsten, unzweideutigsten Gottes geboten irgend einen Zwickel andichtet, mit dem man sie, je wie es bequem ist, bei Seite schiebt, wie man sich für heilige Gewissenspflichten das bequemste Ruhekissen mit Rücksicht auf die Anforderungen des Lebens, der Zeit, der Mode, auf wirkliche und eingebildete Lebensbedürfnisse usw. zurechtlegt, wenn sie euch diese Kunst im Stillen abgelernt für Pflichten für die ihr es nicht gemeint, was wollt ihr tun?! Denn, dass Gott, den ihr doch am Schawuotfest als den Geber der Zehngebote preist, dass Gott das Sabbatgebot, und zwar eben in dem Untersagen <strong>jeglichen Werkes</strong>, etwa weniger ernst als die übrigen Gebote gemeint, das könnt ihr doch im Ernst nicht meinen und auch euere Katechumenen im Ernst nicht glauben. Ihr könnt, bei aller Unkunde des heiligen Textes, die ihr bei ihnen großzieht, ihnen ja doch einmal den Einblick in eine übersetzte Bibel nicht hindern. Und mit höchster diesseitiger und jenseitiger Strafe, mit Steinigungstod und Extermination lesen sie in ihrer Bibel die Entweihung des Sabbats bedroht und von allen anderen Todesstrafen finden sie nur zwei im Pentateuch ausgeführt — den Sabbatschänder und Gotteslästerer, — und was hatte der arme Sabbatschänder getan? War er zur Predigt ausgeblieben? Hatte er eine falsche Note im Chor gesungen? Hatte er gegen die „Synagogenordnung&#8220; verstoßen? Nein! Er hatte ein paar Reiser auf dem Feld aufgelesen!! Das steht auch in der Thora, aus deren Göttlichkeit ihr eure Jugend „konfirmiert&#8220; — —</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Das war wahrlich nicht der Sinn des alten<strong> &#8220; נַעֲשֶׂה וְנִשְׁמַע &#8220; </strong>mit welchem unsere Väter am allerersten Schawuotfest in den Gottesbund zur Thora traten, dass sie oder ihre Söhne und Enkel jeder- zeit<strong> כָּל אֲשֶׁר דָּבָר ה&#8216; , </strong>alles, was Gott geboten, erst vor das Forum ihrer Klugheit und Neigung, ihrer Einsicht und Ansicht laden und die alte ewige Verfassungsurkunde immer einer Revision unterziehen sollten um in Hinblick aus Zeit und Umstände, aus Lage und Verhältnis zu bestimmen was und wie viel noch von den Gesetzen Gottes zur Geltung zu kommen habe oder nicht.</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Das war nicht der jüdische „Leichtsinn&#8220;, um welchen die Heiden die Juden das<strong> עַמָּא פְּזִיזָא , </strong>das leichtfertige Volk schalten, das den Mund versprechen ließ, ohne dass das Ohr vernommen und geprüft, der aber in den Augen unserer Weisen eben Israel in den Chor der Gott dienenden Genien hob<strong>, </strong>die<strong>, גִּבֹּרֵי כֹחַ עֹשֵׂי דְבָרוֹ לִשְׁמֹעַ בְּקוֹל דְּבָרוֹ<a id="_ftnref24" href="#_ftn24"><sup><strong><sup>[24]</sup></strong></sup></a> , </strong>die „kraftgerüstet sein Wort vollstrecken um seinem Worte gehorsam zu sein,&#8220; die, wie Jesaias sie schaute, mit zwei Flügeln sich das Angesicht, mit zweien die Füße sich verhüllen und mit zweien dahin fliegen, im Dienste Gottes nicht fragen wo sie stehen, nicht fragen wohin es führt, Aug und Fuß verhüllt dahin eilen, wohin Gott sie ruft, die wie Jecheskel sie geschaut „geraden Fußes vor Gott stehen&#8220;, und wohin sein Geist sie weist dorthin wandeln und nimmer abweichen von ihrem Gange — das ist vielmehr die ganze heidnische Weisheit, die das Gottesgebot an den Menschen nicht kennt und nur dem Gott und seinem Orakel in der Menschenbrust lauscht — —</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Das war endlich nicht der Sinn jener seligen Verheißung, mit welcher Gott uns am Sinai entließ<strong> בְּכׇל־הַמָּקוֹם֙ אֲשֶׁ֣ר אַזְכִּ֣יר אֶת־שְׁמִ֔י אָב֥וֹא אֵלֶ֖יךָ וּבֵרַכְתִּֽיךָ<a id="_ftnref25" href="#_ftn25"><sup><strong><sup>[25]</sup></strong></sup></a>,</strong> es gleichgültig wäre, wie und wo und womit wir uns zu Gott erheben würden, dass — wie das so gerne von den Orakeln unserer modernen heidnischen Weisheit gepredigt wird — dass auf die andächtige Regung allein alles ankomme, alles Übrige nur Form, nur gleichgültige und gleichgeltende Form sei, die der Mensch nach seiner jeweiligen Bildungsstufe und seinem jeweiligen religiösen Bedürfnis sich zu erfinden habe, „Gott komme überall wo wir seinen Namen nennen&#8220; — dass Gott mit dieser letzten Verheißung sein ganzes Gesetz wieder über den Haufen und uns wieder in die Subjektivität unseres eigenen, jeweiligen, heidnischen Beliebens zurückgeworfen<strong> — אֲשֶׁר </strong><strong>תַּזְכִּיר</strong><strong> אֶת שְׁמִי אֵין כָּתוּב כַּאן אֶלָּא בְּכָל מָּקוֹם אֲשֶׁר </strong><strong>אַזְכִּיר</strong><a id="_ftnref26" href="#_ftn26"><strong><sup><strong><sup>[26]</sup></strong></sup></strong></a><strong> , </strong>mahnt schon Rabbi Jochanan im Jeruschalmi Berachoth IV.  „Nicht überall, wo du meinen Namen nennst, heißt es, sondern überall wo ich meinen Namen nenne, wo ich es bin, der ich dich meinen Namen nennen lasse, wo du meinen Namen in meinem Geheiß, nach meinem Willen nennst, wo <strong>nicht das subjektive Belieben, wo der Gehorsam dich leitet —: da komme ich zu dir und segne dich.</strong></p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Und alle unsere Tempel, alle unsere Feier, alle unsere Chöre und Gesänge, alle unsere Feste und gottesdienstlichen Veranstaltungen nützen alle nichts, so wir nicht zu diesem ersten Gehorsam zurückkehren, mit welchem wir einst das Gottesgesetz empfingen.</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Als es uns ward, da mussten wir uns reinigen und heiligen und unsere Kleider wechseln, mussten erst andere Menschen werden und aus der Subjektivität des Heidentums in die Dahingebung an den Dienst Gottes treten. In unnahbarer Höhe ward uns das Gesetz gezeigt, das uns <strong>gegeben</strong> werden sollte. Es ward das Volk, es wurden vor allem unsere Priester, die am nächsten zu Gott hintraten, gewarnt, die Grenze nicht zu überschreiten, ihrer Stellung bewusst zu bleiben, die ihnen Gott und seinem heiligen Gesetz gegenüber angewiesen ist<strong> &#8222;! יִתְקַדְּשׁוּ <a id="_ftnref27" href="#_ftn27"><sup><strong><sup>[27]</sup></strong></sup></a>&#8220; </strong>heißt diese Stellung. An die eigene Heiligung, an die eigene Vervollkommnung durch das Gesetz und zur Höhe des Gesetzes hin sind sie gewiesen, nicht aber dem Gesetz eine Weihe, eine Vollendung, eine fortschreitende Verbesserung zu bringen. Die Priester wie das Volk standen zurück als Gott das Gesetz <strong>gab</strong>. Priester wie Volk <strong>empfingen</strong> das Gesetz. Es war keine Religion ihrer Mache und wird nimmer eine solche werden<a id="_ftnref28" href="#_ftn28">[28]</a>.</p>

<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph" style="text-align: justify;">Und schritte der Abfall vom göttlichen Gesetz auch noch weiter im jüdischen Kreis, erstünde auch ein Menascheh wieder in unseren Zeiten, der mit prinzipiellem Fanatismus dem göttlichen Gesetze den Untergang in Israel geschworen, würde die Zerfahrenheit auch noch größer, dass jedes Haus sich eine Beneige amah<a id="_ftnref29" href="#_ftn29">[29]</a> des Abfalls erbaute, unsere Tempel Altäre des Baal empfingen und unsere Jugend dem heidnischen Feuer der Sinnlichkeit und des Wahns verfiele: so lange es nicht gelingt die Bücher des göttlichen Gesetzes bis auf das letzte Exemplar zu vernichten, so lange ist die Sache dieses ewigen Gesetzes gerettet. Ein Buch bleibt übrig und das findet seinen Joschijahu. Der liest es und liest den ganzen Ernst und die ganze göttliche Wahrheit, die die Baalskünste unserer Pfaffen unserem Geschlecht entzogen, unserem Geschlecht entstellt, und es geht ihm zu Herzen und er steht auf für Gott und sein heiliges Gesetz in Israel und es sammelt sich das ganze Volk um ihn und tritt wieder neu ein in den Bund des Gesetzes. Keine dreißig Jahre vergehen — das äußere Geschick geht an den bitteren Früchten des Abfalls zu Grunde — aber das Gottesgesetz und Israel für das Gottesgesetz ist gerettet — und es öffnen sich die Himmel und mitten in der Zerstreuung ist Gott uns nahe — und welche Stürme auch kommen, mitten durch die Stürme der Zeiten trägt uns der Geist, tönt uns der Ruf:</p>

<p class="has-text-align-center has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>בָּרוּךְ כְּבוֹד ה׳ מִמְּקוֹמוֹ !<a id="_ftnref30" href="#_ftn30"><sup><strong><sup>[30]</sup></strong></sup></a></strong></p>
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />
<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn1" href="#_ftnref1">[1]</a> KI: Der Kebar (auch Chebar) ist ein in der Bibel (Jecheskel 1:1) erwähnter „Strom“ oder Kanal im antiken Babylonien (Land der Chaldäer), an dem jüdische Exilanten lebten.</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn2" href="#_ftnref2">[2]</a> Jecheskel 1:1</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn3" href="#_ftnref3">[3]</a> KI: Chilkijahu (auch Hilkija, hebräisch <em>Ḥilqiyyāhû</em>) war Hohepriester im antiken Juda im Tempel von Jerusalem unter der Herrschaft von König Josia (ca. 640–609 v. Chr.). Chilkijahu wird besonders bekannt durch den Fund des „Buches der Tora“ (Gesetzbuch) im Tempel, was eine zentrale Rolle bei den religiösen Reformen des Königs Josia spielte. Er wirkte in der Zeit der letzten sieben Könige Judas, insbesondere im 13. Regierungsjahr des Josia (ca. 627 v. Chr. wird als Beginn der prophetischen Wirksamkeit in diesem Kontext genannt).</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn4" href="#_ftnref4">[4]</a> Wikipedia: Joschija oder Josia (auch Josias; hebräisch <strong>יֹאשִׁיָּהוּ</strong> Jôšijjā́hû; * um 647; † 609 v. Chr.) war von 640 bis 609 v. Chr. König des Reiches Juda (Südreich) aus der Dynastie der Davididen in der Königszeit Israels. Er war einer der prägendsten Gestalten in der Religionsgeschichte Israels.</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn5" href="#_ftnref5">[5]</a> Das war im Jahr 1858, heute wäre es der 3337. Geburtstag. Nach Isaac Breuer war der erste Schawuoth 1320 Jahre vor der Zeitrechnung. (Kampf um Gott; Seite 148)</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn6" href="#_ftnref6">[6]</a> KI: Die Redewendung „Hofluft schnuppern“ oder sich im „Kreis der Hofluft“ bewegen, bezieht sich metaphorisch auf die Nähe zu Machtzentren, elitären Kreisen oder einflussreichen Personen. Es beschreibt das Bestreben, Teil einer privilegierten Gesellschaft zu sein oder zumindest deren Atmosphäre zu erleben, oft verbunden mit dem Wunsch nach sozialem Aufstieg, Prestige oder Einflussnahme.</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn7" href="#_ftnref7">[7]</a> Wikipedia: König Manasse (hebräisch <strong>מְנַשֶּׁה</strong> Menashe; * um 708 v. Chr.; † um 642 oder 641 v. Chr., regierte zwischen 696/95 und 642/41 v. Chr. das Südreich Juda.</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn8" href="#_ftnref8">[8]</a> Das opfern auf und in persönlich individuell eingerichteten Opferstätten – nicht Teilnahme an den Opferungen zu  den Wallfahrtsfeiertagen usw.</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn9" href="#_ftnref9">[9]</a> Jecheskel 17:4; Du wirst durch dein eigenes Handeln das Erbe verlieren, das ich dir gegeben habe;</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn10" href="#_ftnref10">[10]</a> „Wir werden tun und hören“; Exodus 24:7</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn11" href="#_ftnref11">[11]</a> Wikipedia: Zedekia oder Zidkija (hebräisch <strong>צִדְקִיָּהוּ</strong> ṣidqîjāhû, deutsch Gott ist (meine) Gerechtigkeit‘; * 618; † nach 586 v. Chr.) war der letzte König des Reiches Juda (Südreich) in der Königszeit Israels. Er hieß als dritter Sohn Josias ursprünglich Mataniah. Der babylonische König Nebukadnezar II. änderte Mataniahs Namen nach der Inthronisierung in Zedekia.</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn12" href="#_ftnref12">[12]</a> Exodus 25:8; „Sie sollen mir ein Heiligtum schaffen, so werde ich unter ihnen wohnen.“ (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn13" href="#_ftnref13">[13]</a> Jecheskel 3:12</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn14" href="#_ftnref14">[14]</a> Megilla 29a: <strong>שֶׁבְּכָל מָקוֹם שֶׁגָּלוּ — שְׁכִינָה עִמָּהֶן</strong> „denn wohin sie auch verbannt wurden, war die Göttlichkeit immer bei ihnen.“ (Übersetzung L. Goldschmidt)</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn15" href="#_ftnref15">[15]</a> Exodus 20:21</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn16" href="#_ftnref16">[16]</a> Jeder baut sich seine „Bama“ selbst</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn17" href="#_ftnref17">[17]</a> angeblich</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn18" href="#_ftnref18">[18]</a> Glaubenssatz, Bekenntnis, Grundsatz, Prinzip, Überzeugung</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn19" href="#_ftnref19">[19]</a> Wikipedia: Nach 2 Kön 22,8–20 EU und 2 Chr 34,22–28 EU war Hulda die Frau Schallums. Sie lebte in Jerusalem während der Herrschaft des Königs Joschija von Juda und war eine Prophetin. Als man Joschija aus dem „Buch des Gesetzes“, das von dem Hohenpriester Hilkija während der Ausbesserungsarbeiten am Tempel gefunden worden war, vorlas, entsandte er eine Abordnung, um Gott zu befragen. Die Delegation wandte sich an Hulda, die daraufhin in prophetischer Rede ein zweiteiliges Wort Gottes ausrichtete. Zunächst wurde in einer Unheilsprophezeiung angekündigt, dass wegen ihres Ungehorsams all das im „Buch“ beschriebene Unglück über die abtrünnige Nation kommen werde. Im zweiten Teil übermittelte Hulda die persönliche Heilszusage an Joschija, wonach er das Unglück nicht mit ansehen müsse, da er sich vor Gott gedemütigt habe. Er werde sich mit seinen Vorvätern vereinen und in Frieden begraben werden.</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn20" href="#_ftnref20">[20]</a> Asaf, auch Asaph, ist in der Bibel ein Gesangsmeister Davids und der Ahnherr einer nachexilischen Sängergilde.</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn21" href="#_ftnref21">[21]</a> Psalm 50</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn22" href="#_ftnref22">[22]</a> Anpassung</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn23" href="#_ftnref23">[23]</a> KI: Reservatio mentalis (lateinisch für „geistiger Vorbehalt“) bezeichnet einen geheimen Vorbehalt, bei dem eine Person eine Willenserklärung abgibt, aber innerlich eine abweichende Absicht verfolgt, ohne dies dem Empfänger mitzuteilen.</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn24" href="#_ftnref24">[24]</a> Psalm 103:20</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn25" href="#_ftnref25">[25]</a> Exodus 20:21; „an jedem Orte, wo ich meines Namens gedacht wissen will, werde ich zu dir kommen und dich segnen.“ (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn26" href="#_ftnref26">[26]</a> Jeruschalmi Berachot 4:4; Es heißt nicht „wo du es erwähnen wirst“, sondern „an jedem Ort, wo ich meinen Namen erwähnen lassen werde“.</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn27" href="#_ftnref27">[27]</a> Macht euch heilig!</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn28" href="#_ftnref28">[28]</a> Siehe Leitmotiv unserer Broschüre: Das Judentum ist keine Religion (Umschlagseite)</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn29" href="#_ftnref29">[29]</a> jedes Haus würde sich eine eigene (heidnische) Kultstätte / Opferhöhe des Abfalls errichten</p>

<p class="wp-block-paragraph"><a id="_ftn30" href="#_ftnref30">[30]</a> Gepriesen sei die Herrlichkeit des Herrn von seinem Ort aus.</p>
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		<title>Magazin für den Monat Siwan 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-siwan-5786/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 08:56:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-siwan-5786/">Magazin für den Monat Siwan 5786</a> erschien zuerst auf <a href="https://hirschinitiative.de">Hirschinitiative e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="_df_book df-lite" id="df_5525"  _slug="magazin-siwan-5786" data-title="magazin-siwan-5786" wpoptions="true" thumbtype="" ></div><script class="df-shortcode-script" nowprocket type="application/javascript">window.option_df_5525 = {"outline":[],"autoEnableOutline":"false","autoEnableThumbnail":"false","overwritePDFOutline":"false","direction":"1","pageSize":"0","source":"https:\/\/hirschinitiative.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Magazin-Siwan-5786.pdf","wpOptions":"true"}; if(window.DFLIP && window.DFLIP.parseBooks){window.DFLIP.parseBooks();}</script>



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		<title>Willkommen zur 8. Ausgabe des 5. Jahrgangs der Monatszeitschrift</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/willkommen-zur-8-ausgabe-des-5-jahrgangs-der-monatszeitschrift/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 17:35:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Willkommen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>für den Monat Ijar 5786 Die Zeit zwischen Pessach und Schawuoth ist die sogenannte Omerzeit. Sie bezeichnet den Zeitraum der beginnenden Gerstenernte (neues Korn) und der endenden Weizenernte (altes Korn). 49 Tage wurde täglich ein Omer (eine Garbe) des neues Kornes als Opfer zum Tempel gebracht. Da in dieser Zeit viel Leid und Elend über [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2022/08/image.png" alt="Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist image.png"/></figure>



<p class="has-text-align-center has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>für den Monat Ijar 5786</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zeit zwischen Pessach und Schawuoth ist die sogenannte Omerzeit. Sie bezeichnet den Zeitraum der beginnenden Gerstenernte (neues Korn) und der endenden Weizenernte (altes Korn). 49 Tage wurde täglich ein Omer (eine Garbe) des neues Kornes als Opfer zum Tempel gebracht. Da in dieser Zeit viel Leid und Elend über die jüdischen Gemeinden weltweit sich verbreiteten, ist diese Zeit auch eine Trauerzeit für uns Juden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Monatsblatt von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l beschäftigt sich mit der Wanderung der Juden von dem Sklavenhaus in Ägypten zum Berg Sinai während genau dieser Omerzeit. Es galt in dieser Zeit ein Volk von Priestern und Heiligen zu werden. An dieser Aufgabe sind wir Juden bis zum heutigen Tag gescheitert, daher, so Hirsch, beginnt immer wieder unsere Wanderung von neuem im Sklavenhaus. &nbsp;<br><strong>Das Monatsblatt für den Monat Ijar finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/ijar-57876/">hier.</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem Monatsblatt von Rabbiner Hirsch s“l nimmt der Psalm 90 einen breiten Raum ein. Ich habe den Psalm 90 hier mit zwei Übersetzungen und einem Auszug aus dem Kommentar von Rabbiner Hirsch s“l zu diesem Psalm abgedruckt.<br><strong>Den Psalm 90 finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/psalm-90/">hier.</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits mehrfach veröffentlicht: Eine Rückschau auf das Pessachfest in Form einer Glosse, also eines Märchens, nicht ernst zu nehmen.<br><strong>Die „Nachbetrachtung zum Pessachfest“ finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/nachbetrachtung-zum-pessachfest-3/">hier.</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kinderecke nimmt uns mit in den Palast von König Salomon. Er lädt die Königin von Saba zu sich ein. Das alles ist im Buch „Targum Sheni“, ein Midrasch zum Buch Ester nachzulesen.<br><strong>Die Kinderecke mit der Geschichte vom „König Salomo und Königin Saba“ finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/kinderecke-ijar-5786/" data-type="link" data-id="https://hirschinitiative.de/kinderecke-ijar-5786/">hier.</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie immer haben Sie die Möglichkeit das komplette Magazin herunterzuladen<br><strong>Das Magazin für den Monat Ijar finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-ijar-5786/">hier.</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Psalm 90</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/psalm-90/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 17:29:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich habe hier den Psalm 90, auf den sich Rabbiner Hirsch s“l im vorherigen Artikel bezieht, wiedergegeben. Einmal in der Übersetzung von Rabbiner Hirsch und einmal in der Übersetzung von Raw Joseph Scheuer (Siddur Schma Kolenu). Zwischen den Übersetzungen liegen mehr als 100 Jahre. Aber beide Übersetzer wussten die richtigen Worte zu finden, um die [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ich habe hier den Psalm 90, auf den sich Rabbiner Hirsch s“l im vorherigen Artikel bezieht, wiedergegeben. Einmal in der Übersetzung von Rabbiner Hirsch und <em>einmal in der Übersetzung von Raw Joseph Scheuer (Siddur Schma Kolenu). </em>Zwischen den Übersetzungen liegen mehr als 100 Jahre. Aber beide Übersetzer wussten die richtigen Worte zu finden, um die Leser in ihrer Zeit zu fesseln. Die Sprache mag sich ändern, die Inhalte nicht. Wenn man noch berücksichtigt, dass der Verfasser des Originals vor mehr als 3000 Jahren lebte, berühren mich diese hier vorgetragenen Gedanken zutiefst. Es sei dahingestellt, ob Moses selbst diesen Psalm geschrieben, ob König David, Moses diese Worte in den Mund gelegt hat, oder wer auch immer meinte im Namen Moses aufzutreten, — diese Worte zeugen von einer so tiefen Wahrheit, dass es ein durch und durch gottesfürchtiger Mann gewesen sein muss, mit einer großen Lebenserfahrung, der diese Worte einst niederschrieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Psalm habe ich noch einen kurzen Auszug aus dem Kommentar zu diesem Psalm von Rabbiner Hirsch s“l wiedergegeben, in dem er wiederum auf einen Kommentar zu Deuteronomium 30:2 hinweist.</p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>תְּפִלָּה֮ לְמֹשֶׁ֢ה אִֽישׁ־הָאֱלֹ֫קים אֲֽדֹנָ֗י מָע֣וֹן אַ֭תָּה הָיִ֥יתָ לָּ֗נוּ בְּדֹ֣ר וָדֹֽר׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Gebet von Mosche, dem Mann Gottes.<br>Mein Herr, Träger der verrinnenden Zeitmomente bist Du, Du warst uns in jeglichem Geschlecht.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Ein Gebet von Mosche, dem Gottesmann:<br>Mein Herr, Zuflucht warst du uns in jeder Generation.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>בְּטֶ֤רֶם ׀ הָ֘רִ֤ים יֻלָּ֗דוּ וַתְּח֣וֹלֵֽל אֶ֣רֶץ וְתֵבֵ֑ל וּֽמֵעוֹלָ֥ם עַד־ע֝וֹלָ֗ם אַתָּ֥ה אֵֽל׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Bevor Berge erzeugt wurden, ließest Du kreisen Erde und Menschenwelt, und von aller Vergangenheit bis in alle Zukunft hin bist Du die alles bewegende Kraft.<strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Noch bevor Berge geboren wurden, Du Erde und Weltall geschaffen hast — warst du und bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.</em><strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>תָּשֵׁ֣ב אֱ֭נוֹשׁ עַד־דַּכָּ֑א וַ֝תֹּ֗אמֶר שׁ֣וּבוּ בְנֵֽי־אָדָֽם׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Entartete Menschheit, lässt Du bis zur Zermalmung zurücksinken, wenn Du sprachst: kehret wieder Menschensöhne!</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Du führst den Sterblichen bis zur Zerknirschung und sprichst: Kehret um, Menschenkinder.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>כִּ֤י אֶ֪לֶף שָׁנִ֡ים בְּֽעֵינֶ֗יךָ כְּי֣וֹם אֶ֭תְמוֹל כִּ֣י יַעֲבֹ֑ר וְאַשְׁמוּרָ֥ה בַלָּֽיְלָה׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Denn tausend Jahre in Deinen Augen, sind wie ein gestriger Tag, wann er vorübergehen will, ja, sind eine Nachtwache in der Nacht.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Denn tausend Jahre sind in Deinen Augen wie ein gestriger Tag, der vergangen und wie eine Wache in der Nacht.</em><strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>זְ֭רַמְתָּם שֵׁנָ֣ה יִהְי֑וּ בַּ֝בֹּ֗קֶר כֶּחָצִ֥יר יַחֲלֹֽף׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Du lässt sie dahinströmen, ein Schlaf werden sie, aber am Morgen erneut es frisch wie Gras die Kraft,</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Du lässt (die Menschenleben) dahin strömen, als wären sie im Schlaf, am Morgen sprießt es wie Gras.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>בַּ֭בֹּקֶר יָצִ֣יץ וְחָלָ֑ף לָ֝עֶ֗רֶב יְמוֹלֵ֥ל וְיָבֵֽשׁ׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">am Morgen sprosst und gewinnt frische Kraft, was, dem Abend zugewendet, dieser knickt und es dorrt.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Am Morgen sprießt es, am Abend welkt es und verdorrt.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>כִּי־כָלִ֥ינוּ בְאַפֶּ֑ךָ וּֽבַחֲמָתְךָ֥ נִבְהָֽלְנוּ׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Denn wir gingen zugrunde durch Deinen Zorn, und durch Deinen Unwillen waren wir in Bestürzung.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Ja, wir vergehen durch deinen Zorn, durch deinen Grimm sind wir erschrocken.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>שַׁתָּ֣</strong><strong>ה</strong><strong> </strong>&nbsp;<strong>עֲוֺנֹתֵ֣ינוּ לְנֶגְדֶּ֑ךָ עֲ֝לֻמֵ֗נוּ לִמְא֥וֹר פָּנֶֽיךָ׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Du hattest unsere Verkehrtheiten Dir gegenübergestellt, den in uns schlummernden Kern vor die Leuchte Deines Angesichts.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Du stellst unsere Vergehen vor dich hin, unser heimliches Tun vor das Licht Deines Angesichtes.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>כִּ֣י כׇל־יָ֭מֵינוּ פָּנ֣וּ בְעֶבְרָתֶ֑ךָ כִּלִּ֖ינוּ שָׁנֵ֣ינוּ כְמוֹ־הֶֽגֶה׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Denn alle unsere Tage gingen zur Wende durch Dein Hinausschreiten, wir endigten unsere Jahre wie in einem unausgesprochen Gedanken.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>All unsere Tages schwanden in Deinem Grimm, unsere Jahre vergehen wie ein Hauch.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>יְמֵֽי־שְׁנוֹתֵ֨ינוּ בָהֶ֥ם שִׁבְעִ֪ים שָׁנָ֡ה וְאִ֤ם בִּגְבוּרֹ֨ת ׀ שְׁמ֘וֹנִ֤ים שָׁנָ֗ה וְ֭רׇהְבָּם עָמָ֣ל וָאָ֑וֶן כִּי־גָ֥ז חִ֝֗ישׁ וַנָּעֻֽפָה׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Unter ihnen waren die Tage unserer Jahre siebzig Jahr, und wenn mit Anstrengung achtzig Jahr, ward ihr Stolz Mühseligkeit und Gewalt. Denn die Schnelle schnitt ab, und wir flogen dahin.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Die Tage unserer Lebensjahre sind siebzig, mit Anstrengung achtzig Jahre, auch zur Zeit ihrer Stärke ist es Mühe und Kummer, wie abgeschnitten schnell fliegen wir dahin.</em><strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>מִֽי־י֭וֹדֵעַ עֹ֣ז אַפֶּ֑ךָ וּ֝כְיִרְאָתְךָ֗ עֶבְרָתֶֽךָ׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Wer aber kennt das unwiderstehliche Ziel Deines Zornes und dass Du nur so weit hinausschreitest als Du gefürchtet sein willst!</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Wer kennt die Macht Deines Zornes und weiß, wie Dein Grimm zu fürchten ist?</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>לִמְנ֣וֹת יָ֭מֵינוּ כֵּ֣ן הוֹדַ֑ע וְ֝נָבִ֗א לְבַ֣ב חׇכְמָֽה׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Unsere Tage zu zählen lehre uns so, dann bringen wir dein Herz der Weisheit heim.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Lehre uns, unsere Tage richtig zu zählen, damit wir es zu einem weisen Herzen bringen.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>שׁוּבָ֣ה ה</strong>&#8218;<strong> </strong>&nbsp;<strong>עַד־מָתָ֑י וְ֝הִנָּחֵ֗ם עַל־עֲבָדֶֽיךָ׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Kehre wieder, Gott! Bis zu welchem Ende denn? Lasse dich zu anderem bestimmen über Deine Diener.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Wende Dich uns zu, Ewiger, viel lange noch; erbarme dich deiner Knechte.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>שַׂבְּעֵ֣נוּ בַבֹּ֣קֶר חַסְדֶּ֑ךָ וּֽנְרַנְּנָ֥ה וְ֝נִשְׂמְחָ֗ה בְּכׇל־יָמֵֽינוּ׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Sättige uns am Morgen mit Deiner Liebe, so werden wir lauten Frohsinns und freudig sein an allen unseren Tagen.<strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Sättige uns am Morgen mit Deiner Liebe, damit wir jubeln und uns all unsere Tage freuen.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>שַׂ֭מְּחֵנוּ כִּימ֣וֹת עִנִּיתָ֑נוּ שְׁ֝נ֗וֹת רָאִ֥ינוּ רָעָֽה׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Gib uns Freude wie die Tage, in denen Du uns Leid gegeben, die Jahre, in denen wir Unglück sahen.<strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Erfreue uns gleich den Tagen, da du uns gebeugt, den Jahren da wir Böses sahen.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>יֵרָאֶ֣ה אֶל־עֲבָדֶ֣יךָ פׇעֳלֶ֑ךָ וַ֝הֲדָרְךָ֗ עַל־בְּנֵיהֶֽם׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Lass Deinen Dienern Dein Wirken sichtbar werden und deine Herrlichkeit über ihren Kindern.<strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><em>Dein Wirken werde Deinen Knechten sichtbar, Deine Herrlichkeit über ihren Kindern.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>וִיהִ֤י ׀ נֹ֤עַם אֲדֹנָ֥י אֱלֹקינוּ עָ֫לֵ֥ינוּ וּמַעֲשֵׂ֣ה יָ֭דֵינוּ כּוֹנְנָ֥ה עָלֵ֑ינוּ וּֽמַעֲשֵׂ֥ה יָ֝דֵ֗ינוּ כּוֹנְנֵֽהוּ׃</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Werde uns, Herr unser Gott, das Beglückende: das Tun unserer Hände gründe auf uns, und das Tun unserer Hände stelle Du fest!<strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Es sei das Beglückende meines Herrn, unseres Gottes, über uns, und das Werk unserer Hände fördere Er uns bei uns, und das Werk unserer Hände festige Er.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus dem Kommentar zu V.1. </strong><strong>&nbsp;,תפלה למשה</strong> eine <strong>תפלה</strong>, in welcher Mosche als <strong>איש אלוקים</strong> als von Gott zum Werkzeug für Seine Waltung Erwählter, sich die Bedeutung dieser seiner Sendung für die Geschichte der Menschheit aus einem Hinblick auf die Bedeutung der bis zu seiner Sendung verflossenen Jahrhunderte der Menschenentwicklung zur Erkenntnis bringt…. Mehr als 2000 Jahre lagen aus der Geschichte der Menschheit zurück. Die Welt war geistig und sittlich wieder in <strong>,תהו</strong> ins Chaos zurückgesunken. Mit der Erwählung Abrahams waren nach dem Ausdruck der Weisen die <strong>,שני אלפי תהו</strong> die 2000 Jahre des menschengeschichtlichen Chaos zu Ende und der Anfang der <strong>שני אלפי תורה</strong>, der Anfang der 2000 Jahre der Einbürgerung des Gottesgesetzes zunächst in ein für die geistige und sittliche Auferstehung der Menschheit ausgesandte Volk angebahnt (siehe Pent. Dewarim S. 560). Aber erst mit Mosches Sendung trat dieser Anfang mit deutlicher Sichtbarkeit hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dewarim S. 560:</strong> Wenn erst alles, was ein Segen und Fluch über die Gestaltung deiner Zukunft Jahrtausende voraus in diesem Buch des Gesetzes völlig ausgesprochen ist, sich an dir erfüllt hat, dann wirst du die Summe dieser tausendjährigen Erfahrungen deiner äußeren Schicksalsgänge zum Nachdenken in dein Inneres zurückbringen, und das Resultat davon wird sein, dass du mit ganzem Herzen und ganzer Seele zu deinem Gott und Seinem Gesetze zurückkehrst und deine Kinder zur gleichen Treue an Gott und Seinem Gesetz gewinnst. Denn die Erfahrung deiner Jahrtausende wird dir endlich „Gott“ und die „Göttlichkeit deines Gesetzes“ für immer besiegelt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter allen Völkern, wohin dich Gott zerstreut, bleibst du trotz aller Wandlungen bis ans Ende der Jahrtausende das „Gottesvolk mit dem Gottesgesetz in den Händen“, und das ermöglicht und bewirkt zusammen mit der Erfüllung deines Geschickes, deine endliche Umkehr und Aufkehr und Rückkehr zu Gott und Seinem Gesetz.</p>
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		<item>
		<title>Kinderecke Ijar 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/kinderecke-ijar-5786/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 17:21:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://hirschinitiative.de/?p=5507</guid>

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		<title>Nachbetrachtung zum Pessachfest</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/nachbetrachtung-zum-pessachfest-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 17:12:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom Auszug aus Ägypten und wie es danach bis heute weiterging Eine Glosse von Michael Bleiberg Wir haben noch den Geschmack von Mazza und Maror im Mund vom letzten Pessachfest. In der Hagada haben wir vom Auszug der, wie Rabbiner Hirsch sie zuweilen nennt, „Ziegelbrennerhorde“[1] aus Ägypten gelesen. Die 10 Plagen, mit denen Gott den [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Vom Auszug aus Ägypten und wie es danach bis heute weiterging</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Eine Glosse von Michael Bleiberg</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben noch den Geschmack von Mazza und Maror im Mund vom letzten Pessachfest. In der Hagada haben wir vom Auszug der, wie Rabbiner Hirsch sie zuweilen nennt, „Ziegelbrennerhorde“<a href="#_ftn1" id="_ftnref1"><sup>[1]</sup></a> aus Ägypten gelesen. Die 10 Plagen, mit denen Gott den Pharao maßregelte, sind uns noch in Erinnerung. So erlaube ich mir, Ihnen die Geschichte vom Auszug aus Ägypten in einer anderen Version vorzustellen und wie es dann bis zum heutigen Tage weiterging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da für Gott 1000 Jahre so wie der gestrige Tag sind<a href="#_ftn2" id="_ftnref2"><sup>[2]</sup></a>, sind für die Juden die etwa 210 bzw. 240 Jahre Sklaverei in Ägypten<a href="#_ftn3" id="_ftnref3"><sup>[3]</sup></a> so gesehen eine relativ kurze Zeitspanne. Jedenfalls erinnerte sich Gott eines Tages an sein Versprechen, das er Abraham gegeben hatte, seine Nachkommen aus der Sklaverei zu erlösen<a href="#_ftn4" id="_ftnref4"><sup>[4]</sup></a>. Also beauftragte er Moses und Aron dementsprechend bei Pharao vorzusprechen und ihn zu bitten: „Let my people go!“ Da dieser nicht einwilligte, verhängte Gott 10 Plagen über ihn und sein Volk.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei fällt dem Bibelkundigen auf, dass die ersten neun Plagen<a href="#_ftn5" id="_ftnref5"><sup>[5]</sup></a> sich grundsätzlich von der zehnten Plage<a href="#_ftn6" id="_ftnref6"><sup>[6]</sup></a> unterscheiden. Allen neun Plagen ist gemein, dass die Juden nichts zu unternehmen brauchten, um von den Plagen verschont zu bleiben. Sie, die Juden, blieben stets passiv. Darüber hinaus erteilt die Heilige Schrift expliziert darüber Auskunft, dass Gott die Plagen 4, 5 und 9 nicht auf das Gebiet Goschen, wo die Juden wohnten, ausgedehnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der 10. Plage, der Tötung der Erstgeborenen, war es jedoch komplett anders. Gott wollte von seinen Juden wissen, ob sie bereit wären, seinen Anordnungen, jetzt und für immer, Folge zu leisten. Deshalb befahl er: Jede Familie nehme sich am 10. Nissan, je nach Anzahl der Familienangehörigen, ein oder mehrere Lämmer. Die Lämmer können entweder von Ziegen oder Schafen sein, müssen einjährig, fehlerlos und männlich sein. Ist die Familie zu klein für ein Lamm, so schließe sie sich mit einer anderen Familie zusammen. Das Lämmchen solle 4 Tage lang bei der Familie bleiben. Gegen Abend des 14. auf den 15. Nissan, soll es geschächtet werden und sein Blut an die Pfosten und den Oberbalken des Eingangsbereiches gestrichen werden. Das Lamm soll sodann in einem Stück gegrillt&nbsp; und bis Mitternacht von den Familienangehörigen gegessen werden. – Wenn dann Gott durch Ägypten zieht, um die Erstgeborenen zu töten, werden die Häuser, die das Blutzeichen am Eingang haben, überschritten (ausgelassen) <a href="#_ftn7" id="_ftnref7"><sup>[7]</sup></a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort bildeten sich unter den Juden mindestens 4 Gruppen. Die Orthodoxen, die Konservativen, die Liberalen und die Egalitären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Orthodoxen sagten: „Genauso wie es Gott angeordnet hat, so wollen wir es tun“. Die anderen Gruppierungen bekamen jedoch Zweifel bezüglich dieser Anweisung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Konservativen sagten: „Also im Hinblick auf unsere Kinder, können wir das so nicht genau befolgen. Denn, wenn wir das Lämmchen bei uns zuhause 4 Tage aufbewahren, werden die Kinder es füttern und streicheln. Sie werden mit ihm spielen und es liebgewinnen. Und ich als Vater soll dann am 14. abends mit dem Schächtmesser kommen und dem Lämmchen den „Garaus“ machen? Die Kinder bekommen dann ja einen Schock fürs Leben. Sie werden mich dafür hassen. Was soll ich ihnen sagen, Gott hat das so gewollt? Sie werden auch Gott dafür hassen. Nein, wenn schon ein Lamm, dann besorge ich es frühestens am 14. morgens und nicht schon 4 Tage vorher.&nbsp; Ich werde es verstecken, damit die Kinder es gar nicht erst sehen. Dann, wenn es keiner sieht, werde ich es schächten, die Eingangstür mit dem Blut kennzeichnen, es grillen und wir werden dann alle zusammen zu Abend essen. – ­­Oder besser noch, ich werde zu den Orthodoxen gehen und mir von Ihnen etwas Blut ausbitten. Damit werde ich die Eingangstür bestreichen – wer wird schon den Unterschied mitbekommen. Außerdem soll man sowieso so spät abends nicht mehr so viel essen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Liberalen sagten: „Also, zum einen sind die meisten von uns Vegetarier und wir essen deshalb gar kein Fleisch. Zum anderen verträgt sich diese Vorschrift nicht mit dem Tierschutz! Bevor man ein Tier auf so grausame Art und Weise tötet, sollte es mit einem Bolzenschussgerät betäubt werden. Und dann, mit dem Blut die Eingangstür von <strong>außen</strong> beschmieren, was werden die Nachbarn von uns denken. Also diese Vorschriften sind aus der „Zopfzeit“ und bestimmt nicht mehr auf unsere heutige Zeit zu übertragen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Egalitären sagten: „Das ist mal wieder typisch…ein <strong>männliches</strong> Lamm soll es sein. Das haben sich die Rabbiner (hier: Moses und Aron) doch nur wieder ausgedacht um die männliche Nuance der jüdischen Religion in den Vordergrund zu spielen. Gott hätte so etwas nie angeordnet. Er hätte gesagt nehmt ein Lamm und fertig. Frauen an den Herd und die Männer an die Thora – diese Zeiten sind schon längst vorbei. Wir machen hier nicht mit!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so kam es, als Gott in dieser Nacht durch Ägypten zog, er auch die Häuser der Konservativen, Liberalen und Egalitären <strong><u>nicht</u></strong> verschonte. Überall hatten auch Sie einen toten Erstgeborenen zu beklagen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am anderen Morgen, als die Ägypter die vielen Leichen überall sahen, erschraken sie sehr, denn sie wussten nicht, haben die Russen oder die Ukrainer das angerichtet?! Sie wussten aber, die Juden waren daran schuld. Und so beschlossen sie, Ägypten judenrein zu machen und warfen die Juden, und zwar alle, die Orthodoxen, die Konservativen, die Liberalen und die Egalitären, obwohl ja einige von ihnen ebenfalls Tote in den eigenen Reihen zu beklagen hatten, mir nichts dir nichts aus Ägypten<a href="#_ftn8" id="_ftnref8"><sup>[8]</sup></a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Juden aber hatten nichts anderes zu tun, als Ägypten zu plündern<a href="#_ftn9" id="_ftnref9"><sup>[9]</sup></a>. Sie steckten sich die Taschen voll mit Gold, Silber und schönen Kleidern und vergaßen dabei, sich auch etwas als Wegzehrung vorzubereiten. Da keine Zeit mehr war, Brot zu backen, mussten Sie mit Mazze vorliebnehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dieser Zeit, kann man sagen, sind die Juden nun auf Wanderschaft. Zunächst mussten sie 40 Jahre in der Wüste umherwandern, damit aus den Orthodoxen, Konservativen, Liberalen und Egalitären <strong>ein</strong> Gottesvolk heranwachse, das bereit war, das Gotteswort zu beherzigen und zu praktizieren. Und das darüber hinaus bereit war im gelobten Land eines Tages einen Gottesstaat, nicht etwa einen Judenstaat, zu errichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das gelang ihnen dann auch mit der Zeit. Immerhin zu Zeiten König Davids und König Salomons war der Gottesstaat, in dem die Menschen in Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit nach Gottes Wort, d.h. nach den Geboten Gottes miteinander lebten, verwirklicht worden. Von überall her kamen Menschen um im Tempel von Jerusalem dem Alleinen Gott zu opfern und anzuerkennen, dass Gott der König der Welt sei<a href="#_ftn10" id="_ftnref10"><sup>[10]</sup></a>. Und sie bewunderten die Juden und sagten, was für ein weises und kluges Volk doch die Juden sind<a href="#_ftn11" id="_ftnref11"><sup>[11]</sup></a>, wir wollen auch so leben wie sie, in Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wie es so ist, „wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis tanzen“. Und trotz der Mahnung der vielen Propheten, teilten sich die Juden wieder mindestens in Orthodoxe, Konservative, Liberale und Egalitäre. Das war nun doch Gott zu viel – und er jagte seine Juden aus dem Heiligen Land. Sie bekamen zwar nach 70 Jahren<a href="#_ftn12" id="_ftnref12"><sup>[12]</sup></a>, andere meinen nach 58 Jahren<a href="#_ftn13" id="_ftnref13"><sup>[13]</sup></a>, eine zweite Chance, aber sie wussten sie nicht zu nutzen. So ließ Gott den Tempel<a href="#_ftn14" id="_ftnref14"><sup>[14]</sup></a> und Jerusalem ein zweites Mal zerstören und schickte seine Kinder letztendlich wieder auf Wanderschaft. Die einen gingen nach links, die anderen gingen nach rechts. So verstreute Gott sie über die ganze Erde. Die Konservativen, Liberalen und Egalitären assimilierten sich sehr schnell in den Ländern ihres jeweiligen Aufenthalts. Nur die Orthodoxen blieben als winzige, kleine Minderheit in ihren Beherbergungsländern bestehen, solange sie dort jedenfalls geduldet wurden. Sie hielten fest an dem Gotteswort, das sie in ihren kleinen Gemeinden praktizierten und träumten davon, eines Tages wieder einen Gottesstaat für alle Menschen zu errichten: Sie träumten von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. So vergingen fast zweitausend Jahre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann, plötzlich im Jahre 1789 schwappte der Gedanke dieser kleinen jüdischen Minderheit über und entfachte einen Weltenbrand. Die Französische Revolution schrieb genau das auf ihre Fahnen, was die orthodoxen Juden schon immer als lebens- und erstrebenswert hielten: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit! Jetzt, dachten vor allem die jüngeren Juden, ist es so weit. Jetzt entsteht der langersehnte Gottesstaat. Und sie verließen ihre kleinen Gemeinden um sich dem großen Gedanken von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit für alle Menschen anzuschließen. Und wurden so wieder zu Konservative, Liberale und Egalitäre, denn in der Französischen Revolution spielte Gott keine Rolle. Und einen Gottesstaat ohne Gott zu errichten ist ja wohl schlecht möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anstatt sich ihre Verirrung einzugestehen, und in ihre Gemeinden zurückzukehren, assimilierte sich ein großer Teil von Ihnen und die anderen vereinigten sich zu den sogenannte Reformjuden. Wie eine Seuche verbreitete sich das Reformjudentum in Mittel- und Osteuropa. Diese Reformjuden verloren mehr und mehr den Kontakt zu Gott, weil sie sich nicht mehr an das Gotteswort und somit an das Gottesgesetz gebunden fühlten. Und das führte dazu, dass sie sich von den Orthodoxen angewidert fühlten, weil diese noch immer am Gotteswort hingen und immer noch davon träumten, von diesem Gottesreich auf Erden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je mehr sich die Reformer vor den Orthodoxen angewidert fühlten, umso mehr ekelte sich Gott vor den Reformern. Und er beschloss, diesen Reformern ein Ende zu bereiten und den Orthodoxen gleich mit, weil sie sich nicht entschiedener gegen die Reformer zur Wehr setzten. Die Juden Europas wurden zu Sklaven erklärt und mussten Fronarbeit leisten, genau wie damals in Ägypten. 6 Millionen kamen durch Gottes Fügung um. Doch am Ende hatte Gott, wie immer, ein Nachsehen mit seinen Kindern. Und er schaffte Ihnen die Möglichkeit wieder einen Gottesstaat auf heiligem Boden zu gründen. – Doch am Ende kam dabei doch kein Gottessaat zustande, sondern nur ein Judenstaat – ein Staat halt, so wie all die anderen Staaten auch – ohne Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit im jüdisch-göttlichen Sinne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">p.s.: Ich habe eine Gruppierung vergessen zu erwähnen, die sich innerhalb der Gruppe der Orthodoxen schon vor sehr langer Zeit gebildet hat: Die Schein-Orthodoxen. Diese Gruppe kleidet sich wie die Orthodoxen, lebt wie die Orthodoxen, spricht wie die Orthodoxen. Sie sind oft erst nach reichlicher Prüfung als Scheinorthodoxe zu erkennen. Sie lügen und betrügen sich und andere. Sie sind der Meinung, vor allem die Nichtjuden belügen und betrügen zu dürfen, da sie denken, das Gotteswort hätte nur Weisung innerhalb der jüdischen Gemeinschaft. Eigens für diese Schwindler wurde in der Schmone Esre (18-Gebet) nach Anweisung von Rabban Gamliel in Jawne eine zusätzliche Beracha eingeführt, sodass die Schmone Esre jetzt 19 Verse hat. Diese Beracha beginnt mit <strong>וְלַמַּלְשִׁינִים אַל תְּהִי תִקְוָה</strong><strong> – </strong>gib Verrätern keine Chance, — modern übersetzt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Jeschurun, Jhrg. 3, Heft 9; Jeschurun, Jhrg. 8, Heft 7</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> Psalm 90:4</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref3" id="_ftn3">[3]</a> siehe hierzu: Jüd. Allgemeine, Lea Himelfarb, 02.02.2006, „Der Ewige berechnete das Ende“, https://www.juedische-allgemeine.de/allgemein/der-ewige-berechnete-das-ende/</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref4" id="_ftn4">[4]</a> Genesis 19:13-14</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref5" id="_ftn5">[5]</a> Exodus 7-10</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref6" id="_ftn6">[6]</a> Exodus 11</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref7" id="_ftn7">[7]</a> Exodus 12:1-20; Maftir zu Schabbat Hachodesch</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref8" id="_ftn8">[8]</a> Exodus 12:30-31</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref9" id="_ftn9">[9]</a> Exodus 12:35-36</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref10" id="_ftn10">[10]</a> Könige 8:41-43</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref11" id="_ftn11">[11]</a> Deuteronomium 4:6</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref12" id="_ftn12">[12]</a> Jeremia 25:11</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref13" id="_ftn13">[13]</a> Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Babylonisches_Exil</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref14" id="_ftn14">[14]</a> im Jahre 70 n.d.Z.; Mischna Traktat Taʿanit 4:6</p>
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		<title>Ijar 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/ijar-57876/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 17:09:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Monatsblatt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Tage zwischen Pessach und Schawuoth, die sogenannte Omerzeit, in der die Juden von Ägypten zum Gottesberg wanderten, ist der Aufhänger dieses Aufsatzes von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l. Immer wenn wir meinen, schon fast am Ziel, am Berg Sinai zu sein, fallen wir von dem von Gott uns vorbezeichneten Weg ab, und beginnen wieder [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://hirschinitiative.de/ijar-57876/">Ijar 5786</a> erschien zuerst auf <a href="https://hirschinitiative.de">Hirschinitiative e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Die Tage zwischen Pessach und Schawuoth, die sogenannte Omerzeit, in der die Juden von Ägypten zum Gottesberg wanderten, ist der Aufhänger dieses Aufsatzes von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l. Immer wenn wir meinen, schon fast am Ziel, am Berg Sinai zu sein, fallen wir von dem von Gott uns vorbezeichneten Weg ab, und beginnen wieder unsere Wanderung im Sklavenhaus. — Die Zeit, die Gott uns auf Erden schenkt, richtig nutzen, das bedeutet das „Zählen von Tagen und Wochen“ während dieser Periode.</p>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Dieser Artikel stammt aus der Zeitschrift „Jeschurun“, 2. Jahrgang, Heft 8, Mai 1856. Der Text wurde dem heutigen Sprachgebrauch leicht angepasst, wo nötig mit KI überarbeitet und mit Erklärungen versehen von Michael Bleiberg. Das Original finden Sie in der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main unter: <strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><a href="https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/2939783">https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/2939783</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mit KI habe ich eine kurze Inhaltsangabe gefertigt:</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Text beschäftigt sich mit den „Wochen und Tagen der Übergangs-Periode“, mit der Zeit zwischen Pessach und Schawuoth, der sogenannten Omerzeit. In dieser Zeit wanderten die Juden von der Befreiung aus Ägypten bis zum Empfang der Tora am Berg Sinai. Das Zählen von Tagen und Wochen, wie es religiös geboten ist, wird als Sinnbild für das richtige Nutzen der Zeit und als Prüfung dargestellt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Autor beschreibt, wie das Alte vergangen ist und das Neue noch nicht vollendet wurde. Oft scheitert die Hoffnung auf eine bessere Zukunft an den Prüfungen der Zeit, und alte Missstände kehren in neuen Formen zurück. In dunklen Perioden, in denen die Menschheit den Sinn und Halt verliert, richtet sich das Gebet an Gott, der als einziger unveränderlicher Angelpunkt der Zeiten erscheint. Die Geschichte der Menschheit wird aus göttlicher Perspektive betrachtet: Jahrtausende sind für Gott wie flüchtige Momente, und der Mensch erkennt seine Ohnmacht gegenüber dem göttlichen Willen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die zentrale Botschaft ist, dass wahre Weisheit und Seligkeit nicht aus der äußeren Erforschung der Welt, sondern aus der inneren Verbindung zu Gott entstehen. Die Menschheit kann erst dann Frieden und Erfüllung finden, wenn sie ihre Taten im Einklang mit dem göttlichen Gesetz vollbringt und jeden Augenblick bewusst und treu lebt. Solange Menschen versuchen, aus eigener Kraft Recht und Wahrheit zu definieren, bleiben sie gefangen in den Kreisläufen von Macht, Schwäche und Leidenschaft.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Erst wenn die Menschheit ihre Grenzen erkennt und sich nach einem höheren, göttlichen Gesetz sehnt, kann sie wirklichen Frieden und Beständigkeit erlangen. Diese Erkenntnis spiegelt sich im Gebet Mosches (Psalm 90) wider, der um göttliche Führung und Gesetz bittet. Die Geschichte Israels wird als Beispiel genommen: Nur durch Prüfungen, Wüstenwanderungen und Selbsterkenntnis reifte das Volk zur Empfängnis des Gesetzes und zum Gesetzesvolk.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Bedeutung der Omerwochen liegt darin, dass Israel gerade in Zeiten der Prüfung und Umwandlung lernen muss, seine Tage und Wochen zu zählen – als Zeichen für die fortwährende Wanderschaft und Entwicklung auf dem Weg zum Ziel. Dabei wird betont, dass nicht nur die Wochen als größere Zeitabschnitte, sondern auch die einzelnen Tage voller Bedeutung sind: Jeder Tag des Ausharrens, der Treue und des Kampfes trägt zur Erfüllung des göttlichen Plans bei.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Abschließend wird deutlich gemacht, dass Gott die Treue und den Zusammenhalt der wenigen Gerechten in Zeiten der allgemeinen Verirrung besonders wertschätzt und das geistige Band zwischen Vergangenheit und Zukunft bewahrt. Die Gedanken und das Gebet der Gottesfürchtigen werden von Gott gehört und in einem „Buch des Gedächtnisses“ festgehalten. So bleibt die Hoffnung bestehen, dass das Ziel – die Versammlung am Sinai und die Ernte der Früchte aus den Mühen der Vorfahren – eines Tages erreicht wird.</em></p>



<p class="has-text-align-center has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Wochen und Tage der Übergangs-Perioden.</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><strong>מִצְוָה לְמִימְנֵי יוֹמֵי,<br>וּמִצְוָה לְמִימְנֵי שָׁבוּעֵי<a href="#_ftn1" id="_ftnref1"><sup><strong><sup>[1]</sup></strong></sup></a></strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph">Zählet Tage<br>Und zählet Wochen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Alte ist geschwunden — das Neue noch nicht da. Und was noch trüber ist, auch das Neue ist schon alt geworden. Woran die Menschen ihre Hoffnungen für die neue Zukunft geknüpft, es hat die erste Probe nicht bestanden, es war nur in wenigen Gemütern in sittlicher Klarheit und Wahrheit aufgegangen und war den anderen nur eine neue Maske für das alte morsche Unrecht, für den alten morschen Wahn. Darum hat es nicht Stand gehalten in den Geburtswehen der Zeiten und aus seinen Trümmern haben sich die Menschen den Sarg für ihre Hoffnungen gezimmert und haben die Hoffnung begraben und haben gelernt sich ihrer Hoffnung zu schämen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die morgenrotlose Nacht der Gemüter weckt all das Nachtgetier, all das Ungetüm der Nachtgespenster aus ihren kaum verschütteten Gräbern, das alte Unrecht und den alten Wahn und die dumm zutappende Gewalt und die Blindschleichen der Geisterverdumpfung und die kalte schmalstirnige Selbstsucht — auf dem Grabe der Morgenröte beginnen sie ihre nächtlichen Orgien zu feiern, ihnen, den Wiederauferstandenen, meinen sie, sei nun erst recht das Reich ihrer ewigen Herrschaft, gekommen, darum feiern sie schamlos nackt ihre nächtlichen Orgien. Die Erlösungsideen der Wahrheit und des Rechts, der Heiligung und der Sitte, der Menschenwürde und des göttlichen Adels der Menschenseelen sind ja zum Gelächter geworden. Darum verschmähen sie die Hüllen, mit denen sie einst auf ihrem ersten Grabesgang ihre Blößen noch gedeckt, die kindischen Lappen lassen sie den Särgen, zeigen der erschreckten Zeit die alten Schwären<a href="#_ftn2" id="_ftnref2"><sup>[2]</sup></a> und den alten Moder in ihrer ganzen unverhüllten Schreckensgestalt — und sehen nicht in ihrem Taumel, wie sie eben in dieser Verblendung sich das Grab noch tiefer graben, die alte Sehnsucht nach Erlösung nur umso mächtiger wecken und einen Herold mit der Morgenrotbitte an den Thron des Weltenrichters senden, der noch immer Einlass gefunden — die Träne, die die gedrückte, die verkümmerte Menschheit weint.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine solche Zeit, in welcher der Genius der Menschheit verzweiflungsvoll in die Nacht ausschaut und vergebens den Schimmerpunkt im Osten sucht, an welchen sich die Hoffnung klammern könnte, es habe schon die Sonne den Nadir<a href="#_ftn3" id="_ftnref3"><sup>[3]</sup></a> überschritten und sende bereits den Dämmerhauch ihres Heranzuges hinter den Rücken der nächtlichen Schläfer voraus — eine solche Zeit, in welcher das Gefühl der Unzulänglichkeit des Bestehenden alle erfüllt, ohne dass einem die Zuversicht inne wohne, die Menschheit werde nun auch fähig sein, aus eigenem Schoße das Neue, das Bessere dauernd zu gebären, — eine solche Angstperiode des Überganges, in welcher die Jahrtausende der Vergangenheit zu versinken scheinen und die Gegenwart verzweiflungsvoll die Hände ringt und sich nicht zu sagen wagt, ob sie als der letzte müde Ausläufer dieser Vergangenheit mit in das Geröll der alten Nacht verschüttet zu werden bestimmt sei, oder die Erschütterungen, die sie fühlt, schon den Geburtswehen einer jungen, frischen Zukunft angehören, vor der sie gleichwohl wie vor jedem Unbekannten nicht minder zittert, weil sie es fühlt, dass, wenn diese Zukunft kommt, sie ohne ihr Zutun nur als Gnadengeschenk einer höheren Macht ihr komme, der sie willenlos wie das Kind im kreisenden Mutterschoß in den Armen liegt — eine solche Zeit war es, in welcher der erste jüdische Seher einst sein Gebet hinaus- betete in die Nacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu dem einen Einzigen flüchtete er sich hinaus, der „der einzige feste unwandelbare Angelpunkt ist in dem wechselnden Gang der dahin rollenden Zeiten! Wie die Erde, so lässt Er auch die Menschenwelt kreisen, wenn neue Bergeshöhen sich in ihr erzeugen sollen, — sei immer dunkel die Vergangenheit, dunkel die Zukunft, von verhülltem Zeitanfang bis zum verhüllten Zeitenende ist Er allein die alles bewegende Kraft, die alles tragende Macht, ist Er allein — Gott! Bis zur Vernichtung lässt Er die alternde Menschheit schwinden wenn Er gesprochen: kehret wieder als neue Adamssöhne. Tage und Jahre zählt der kurzatmige Mensch; aber von Gottes Augen überschaut gruppiert sich die Geschichte nach Jahrtausenden, und da sind tausend Jahre oft nur wie der Wendepunkt, der den gestrigen Tag von dem heutigen scheidet, sind oft nur eine Nachtwache in der Nacht! Er lässt sie dahin strömen — ihre Bedeutung ist: Schlaf — der Morgen kommt und es steht erfrischt auf wie Kraut — am Morgen blüht es und treibts — es geht zum Abend wieder, dann bricht man die Frucht ab — und wieder dorrt es hin. Wenn es aber mit einem Geschlechte zu Ende geht und es sich ratlos unterm göttlichen Unwillen fühlt, dann sind seine Verkehrtheiten vor Gott getreten, zugleich aber auch die in ihm schlummernde bessere Zukunft vor das Licht seines Angesichts gekommen. Denn wenn erst unsere Tage nichts mehr bedeuten, dann vollenden wir auch unsere Jahre wie einen Traum. Wenn unsere Tage in unsere Jahre und unsere Jahre in jene Jahrtausende aufgehen, wir siebzig und wenn es hoch geht achtzig Jahre in diesen Ozean der Zeiten zählen, Jahre, deren Kern Elend und Unrecht ist, Unrecht ist das wir leiden, oder Unrecht das wir üben, dann — wenn dann die rasche Eile uns abmäht — dann freilich fliegen wir dahin! Wer aber,“ so betete vor mehr als dreitausend Jahren der Seher, „wer aber begreift die stärkende Kraft deines Zornes und dass du nur so viel zürnst, als du verehrt sein willst! Unsere Tage zählen, <strong>das</strong> mögen wir lernen, und dann ein weises Herz mit heimbringen; dann wende dich wieder o Gott, und gib andere Zeiten deinen Dienern. Lasse, wenn es dann wiederum tagt, uns im Bewusstsein deiner Liebe unsere Befriedigung finden, dann werden wir an <strong>jedem</strong> Tage unserer Tage fröhlich sein und froh. Wie du uns Tage gabst, in denen du uns unser Elend fühlen ließest, Jahre, in denen wir nur Unglück kannten, so gib Du uns Freude wieder. Lasse deinen Dienern sich dein Werk erschließen und deine Herrlichkeit über ihre Kinder sich offenbaren, dass an uns die Seligkeit, die du Gott, unser Gott, allein verleihst, sich bewähre: Begründe unserer Hände Werk auf uns, und das Wirken unserer Hände bestimme du es!“ <a href="#_ftn4" id="_ftnref4"><sup>[4]</sup></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist das Gebet Mosches, des göttlichen Mannes, das wir in schwach nachlallenden Worten wiederzugeben versucht, es ist das Gebet, dessen Kommentar die Weltgeschichte bildet und dessen gottgehobener Blick auf das letzte Ziel aller Menschheitsentwicklung hinweist, aber auch Geist und Gemüt mit einer Weisheit zu rüsten vermag, die die dunkelsten Perioden des Übergangs zu dem einst lichtig tagenden Ziel heiteren Mutes zu bestehen lehrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wohl ist es tröstlich beruhigend, die Jahre der Menschheit aus der göttlichen Himmelsperspektive zu beschauen, in welcher Jahrtausende zu einzelnen Übergangsmomenten in dem großen Entwicklungsdrama der Menschheitsbestimmung zusammenschwinden, wohl ist es tröstlich beruhigend sich sagen zu können: „die Gänge der Zeiten sind sein!&#8220;, sein allmächtiger Wille trägt die Welt und seine ewige Weisheit führt alles herrlich zum Ziel, aus der Nacht zum Tag, aus dem Moder zur Blüte, aus dem Tod zum Leben, wohl mag unser Kleinmut beschämt verstummen, wenn wir auch in der kurzen Spanne unserer siebzig, achtzig Jahre nur so wenig Erfüllung der heißesten Wünsche für das Heil der Menschheit zu erspähen vermögen, indem wir bedenken, wie das, was uns in unserer Beschränktheit nur als Misston erscheint, sich in harmonischen Einklang im Akkord der Äonen<a href="#_ftn5" id="_ftnref5"><sup>[5]</sup></a> auflöst, und was wir als Grabesgang der Vernichtung betrauern, als Vorbereitung ihrer Auferstehung von unseren Urenkeln begrüßt werden werde, und wohl mag hohe Seligkeit den Sterblichen durchschauern, dem es vergönnt wäre, diesen „Gängen Gottes in dem Heiligtum&#8220; der Zeiten denkend, anbetend, zu folgen — allein die Menschheit erlösende Weisheit ist dieser Jahrtausende umspannende Gedanke — nicht. So lange das Heute seinen Trost im „Morgen&#8220; und der morgende Tag nur in dem sich zu versprechen vermag, was ihm der folgende bringen könne, so lange werden Jahre, Jahrhunderte, Jahrtausende dahinschwinden, und Geschlechter vergehen — und haben den Trost nicht gefunden. Erst wenn wir die Weisheit gefunden, die uns <strong>Tage</strong> zählen lehrt, erst wenn <strong>jeder</strong> treu erfüllte Augenblick unseres Daseins in sich uns seine volle Seligkeit zu bringen vermag, wenn wir das Bewusstsein gefunden, das in jeden dahinschwindenden Augenblick die ganze Wonne aller Ewigkeiten zu legen versteht, erst dann wird in jedem Augenblick die ewige Seligkeit reifen und nicht Jahrtausende erst zu sühnen haben, was Jahrtausende gefehlt. Das ist aber die Weisheit, die sich nicht erst aus der Wissenschaft des Himmels und der Erde, nicht aus dem in den Lineamenten<a href="#_ftn6" id="_ftnref6"><sup>[6]</sup></a> des Erdballs, in dem Adergeflecht der Wanzen und Tiere und Menschen erspähten Leben, nicht aus den durchforschten Geheimnissen der Sphären in den Höhen, der Schachten in der Tiefe, der mikroskopischen Wunder im Reich der Lebendigen und der Toten mühsam zusammenbuchstabiert, das ist überall die Weisheit nicht, die dem Menschen erst aus dem sich in die Ferne der Zeiten und Räume verlierenden Blick erwächst, das ist die Weisheit, die dem Menschen aus dem Blick in das <strong>eigene</strong> Innere erblüht, wenn ihm dort das Gottesbewusstsein aufgegangen, und ihm die Welt als Gotteswelt und ihn sich als Gotteskind und Diener gelehrt und er die Frage hinaus ruft an seinen und aller Welten, aller Zeiten Gott: was willst du, dass ich in meiner Spanne Zeit, auf meiner Spanne Raum, mit meiner Spanne Mitteln vollbringe, und er die Stimme Gottes vernimmt, und er der Stimme Gottes gehorcht. Das ist die Weisheit, die in die Sehnsucht nach dem göttlichen Gesetz aufgeht, die die großen Gänge der Zeiten Gott überlässt, und dem Menschen die Seligkeit, die frohe ungetrübte Heiterkeit bringt, die selbst die kurze Spanne eines Eintagslebens durch das Bewusstsein voll zu verleihen vermag: an dieser Stelle, in dieser Zeit, mit diesem kurzen Maß von Kräften den Willen Gottes erfüllt, seiner Bestimmung genügt zu haben. Das ist die Weisheit, die der alte Seher in den einen Wunsch zusammenfasst: Gründe unsere Taten auf uns, mache uns selbstständig, mache uns frei, mache uns unabhängig von der Willkür, von dem Zwang der Gewalten und Mächte und von dem erst im Laufe der Zeiten reifenden Erfolg, lege die Bedingung unseres Handels und den Wert unserer Taten in <strong>uns</strong>, gründe unsere Taten auf <strong>uns</strong>, aber das Tun unserer Hände bestimme <strong>du</strong>, gib du uns das Gesetz für unsere Taten, auf dass jeder einzelne Moment unseres Schaffens und Tuns uns die Beruhigung, uns die Überzeugung, die Gewissheit verleihe, mit jedem Kleinsten und Größten unserer Lebensäußerungen im Einklang mit deinem Willen, deinen großen und ewigen Zwecken und unserer heiligen, ewigen Bestimmung zu stehen und so &nbsp;&nbsp;<strong>&#8222;</strong> <strong>נוֹעָם &#8222;</strong>, die süße Melodie des harmonischen Einklangs unser ganzes Wesen und Leben durchdringe und wir die Seligkeit ganz empfinden, in dem verschwindendsten Augenblick der Tage den uns zugewiesenen Ton gewissenhaft und treu, rein und klar in das große Konzert der Jahrhunderte gespendet zu haben —</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist aber auch die Weisheit, in der allein einst der in immer wiederkehrenden Stürmen bewegte Wellenschlag der Gesellschaft zur Ruhe kommen wird. So lange die Freiheit und das Recht, die Selbstständigkeit und die alle gleich adelnde Menschenwürde nur von Menschen und aus dem Menschen heraus gelehrt, demonstriert und verfochten werden wird, so lange wird dies alles immer wieder und wieder, — und oft von denselben Menschen in anderer Glückslage — von Menschen und aus dem Menschen, aus der natürlichen äußerlichen Verschiedenheit der Menschen heraus, bestritten und geleugnet, bekämpft und vernichtet werden, so lange wird immer wieder und wieder der Stärkere zu dem Schwachen, der Herr zu dem Diener sprechen: ich bin mehr als du; sonst wäre ich nicht dein Herr! Und so lange von Menschen das Gesetz für den Menschen gefunden werden soll, so lange die ganze Arbeit der Menschheit noch darin aufgehen soll erst festzustellen, was denn das Wahre und das Rechte, das Edle und das Gute sei, durch welche Formel denn endgültig das Maß für die Tätigkeit und die Bestrebungen der Einzelnen und der Gesamtheit zum dauernden Heile der Gesamtheit und der Einzelnen zu suchen wäre, so lange wird jeder Tag ein anderes Recht und eine andere Wahrheit statuieren, so lange wird der morgende Tag — und oft von denselben Menschen in inzwischen veränderter Stellung — das in Frage gestellt finden, was der gestrige geheiligt, so lange werden Einseitigkeit und Schwäche, Beschränktheit und Leidenschaft, Selbstsucht und Interesse die Gesetze der Menschheit diktieren, so lange wird sich immer wieder und wieder der Blick der Menschen trüben, und ihnen nur das Recht heilig sein, das sie fordern und genießen, in ganz anderem Licht aber ihnen das Recht erscheinen, das sie zu zollen hätten und zu üben — so lange werden die Annalen der Menschheit mit Tränen und Blut geschrieben werden, so lange wird der Kern ihrer Geschichte in &nbsp;<strong>עָמָל וָאָוֶן</strong>, in Elend oder Gewalt aufgehen, und der Friede nur in der Brust des Vereinsamten wohnen. Und so lange noch die Menschen an ihre Zulänglichkeit und ihren Beruf glauben, aus sich heraus die Gesellschaft und den Staat, die Welt und die Gottheit zu gebären und auf ihren Kinderarm den Atlas des Weltalls zu tragen, so lange wird ihre Welt, die Welt des Menschen auf einem feuerdurchglühten Vulkan stehen, und Leidenschaft und Schwäche die umwälzenden Faktoren der Weltgeschichte bleiben. So lange ferner die Erforschung der Wunder der Natur den Menschen immer wieder und wieder zur Anbetung seiner selbst führt, und er vor der Majestät des eignen Geistes kniet, der die Sterne in den Höhen und den Keim in der Tiefe in ihren Gängen und Entwicklungen belauscht, und ihn der Glanz des eigenen Geistes blendet, die überwältigende Strahlenglorie des Geistes nicht zu schauen, dessen Gedanken eben in diesen Wundern sich offenbaren, und dessen Größe und Allmacht und Weisheit und Herrlichkeit und Waltung und Herrschaft in diesen Wundern und in dem Wunder aller Wunder: in dem erkennenden Menschengeist und in dem empfindenden Menschengemüt strahlt und dessen Geist zu unserem Geist aus den Wundern seiner Schöpfung spricht — so lange werden die Angelegenheiten der Menschen jenem Spiel der Leidenschaften, jenem Kampf der Interessen und jenem Gaukelspiel wechselnden Wahnes unrettbar verfallen bleiben, weil ihnen der ewige, feste, unwandelbare Angelpunkt außerhalb und über der Menschheit fehlt, dessen allmächtiger Wille was wahr ist und recht, was rein ist und gut, unantastbar festsetzt, und dessen allmächtige Weisheit und Güte immer bereit ist, das Reich der Weisheit und des Rechts, der Reinheit und Güte auf Erden segnend und schirmend zu fördern, sobald die Menschen sich dem Dienst dieses Reiches mit Aufrichtigkeit und Treue weihen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn aber einst die Menschen an das Ende ihrer vergeblichen „weltschaffenden&#8220; Versuche angelangt, und ihrer Schwäche und Ohnmacht inne sie die Sehnsucht nach einem <strong>über</strong> ihren Leidenschaften und Schwächen, über ihren Verirrungen und Irrtümern weit hinaus stehenden festen Höhepunkt fassen wird, an welchen sie die Angelegenheiten ihrer kleinen und doch so großen Welt sicher knüpfen könnten — und ihnen gleichzeitig die Schuppen von den Augen fallen und ihnen aus der immer wachsenden Erkenntnis der Welt und ihrer Gesetze endlich, endlich der <strong>Gesetzgeber</strong> in seiner Glorie entgegenstrahlen wird, dann werden sie ihm anbetend entgegenjauchzen, und es wird sie die Sehnsucht nach der Seligkeit einer Ephemeride<a href="#_ftn7" id="_ftnref7"><sup>[7]</sup></a> fassen, die, vom Gesetz des großen Einzigen getragen, selig in seinem Dienst ihr Eintagsleben verlebt, und sie werden hinausbeten zu dem Weltschöpfer und Gesetzgeber: Lasse uns Teil haben an deiner, deiner Welt verliehenen Seligkeit, das Werk unserer Hände gründe auf uns, aber unserer Hände Werk stelle <strong>du</strong> fest, — gib uns dein <strong>Gesetz</strong>, auf dass wir teilhaben an deinem Frieden: <a href="#_ftn8" id="_ftnref8"><sup>[8]</sup></a>   <strong>וִיהִ֤י</strong> <strong>נֹ֤עַם אֲדֹנָ֥י אֱלֹקינוּ עָ֫לֵ֥ינוּ וּמַעֲשֵׂ֣ה יָ֭דֵינוּ כּוֹנְנָ֥ה עָלֵ֑ינוּ וּֽמַעֲשֵׂ֥ה יָ֝דֵ֗ינוּ כּוֹנְנֵֽהוּ</strong>, und dann wird Gott das Gebet seiner Kinder erhören, wie er einst das Gebet seines Dieners Mosche erhört, ja durch ihn schon im Voraus auch ihrem einstigen Gebet Erfüllung bereitete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn Mosches Sehnsucht nach dem Gesetz und nach dem ,,Frieden auf Erden durch das Gesetz aus der Höhe&#8220; ward erhört. Ihn selber erwählte Gott zum Werkzeug der Erfüllung seines Gebets. Er ward gesendet die <strong>שְׁנֵי אַלְפֵי תֹּוהוּ</strong> , die zwei Jahrtausende chaotischer Geschichtsnacht abzuschließen, die <strong>שְׁנֵי אַלְפֵי תּוֹרָה </strong>, die zwei Jahrtausende der Pflanzung des Gesetzes in den Schoß eines Volkes zu begründen, das dann, hinausgestreut in alle Welt, die <strong>שְׁנֵי אַלְפֵי יְמוֹת הַמָּשִׁיחַ</strong> ; die zwei Jahrtausende der Vorbereitung der Erlösung aller Völker durch dies Gesetz vermittelnd durchzuleben bestimmt sein sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber nur durch lange und bange Prüfungsnächte der Selbsterkenntnis reift die Menschheit der Sehnsucht und dem Licht Gottes entgegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur in bangen Prüfungsnächten reifte auch Israel zur Empfängnis des Gesetzes empor. Nur in bangen Prüfungsnächten erstarkte es und erstarkt es in dem göttlichen Beruf, das Gesetzes-Volk zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur durch die Wüste ging — und geht der Weg zum Sinai. Es genügte nicht, im einzig hervorragenden Rettungsmoment die „starke Gotteshand&#8220; zu schauen, die dem Ross und dem Mann und dem Weltmeer gebietet, es genügte nicht sie „fürchten&#8220; und ihr „vertrauen&#8220; gelernt zu haben, — in der Wüste und durch die Wüste musste Mosche das Volk zum Sinai führen, in „Marah&#8220;, dort, wo die Wüste starrt und das Wasser bitter, und nur durch den „von Gott gelehrten Baum&#8220; süß geworden, dort, wo Israel die eigene Ohnmacht und die Kraft des göttlichen Wortes, und die diesem Worte ewig Nahe Bundesallmacht Gottes kennen gelernt — dort,<strong> <a href="#_ftn9" id="_ftnref9"><sup><strong><sup>[9]</sup></strong></sup></a>שָׁ֣ם שָׂ֥ם ל֛וֹ חֹ֥ק וּמִשְׁפָּ֖ט וְשָׁ֥ם נִסָּֽהוּ</strong>, dort legte Gott den Grund, dort gründete er ihm Gesetz und Recht und dort führte Er es in die Prüfungsschule und sprach: „Wirst du der Stimme Gottes, deines Gottes horchen und was in seinen Augen das Rechte ist üben , seinen Geboten dein Ohr entgegen bringen und alle seine Gesetze hüten: so werde ich all das Siechtum, das ich in Mizrajim gegeben, über dich nicht verhängen; denn Ich, Gott, bin dein Arzt.<a href="#_ftn10" id="_ftnref10"><sup>[10]</sup></a>&#8222;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so oft Israel an der Kraft dieses göttlichen Wortes irre geworden und das gesetzlose Siechtum der Völker als ungebundene Fülle der Gesundheit beneidete, führte Gott es immer wieder und wieder in die Wüste, zerstreute es zuletzt hin in die <strong>מִדְבַּר הָעַמִּים</strong> , in „die Wüste der Völker&#8220;, ließ es kennen lernen die von ihm beneideten siechen Zustände der Völker, ließ es die öden Jahrhunderte der Völkergeschichte durchwandern und in der Wüste der Zeiten, am Bitterbrunnen, stets die wunderbar erhaltende und beseligende Kraft des Gesetzes erfahren, das es trug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wochen vor allem, in welchen es von Mizrajim durch die Wüste zu dem Sinai gewandert und am Schilfmeer, am Bitterbrunnen, bei Manna und Wachteln, am Haderfels und unterm Amaleks- schwert die immer nahe Wundermacht Gottes — aber auch die eigene Ohnmacht, und den eigenen Ungehorsam und den eigenen Kleinmut erfuhr, der immer noch zweifelnd sich fragte: ob wohl Gott bei mir ist oder nicht? — diese sieben Wochen waren es vor allem, in welchen es noch nach Jahrtausenden stets die höchsten Prüfungen zu bestehen hatte, so oft es das Banner seines Gesetzes verloren hatte und erst wieder durch die Wüste — zum Sinai wandern sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und durch diese Wochen des Überganges, der Wanderung und Prüfung geleitet uns das <strong>Gebot</strong>: <strong>Wochen und Tage zu zählen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir zählen <strong>Wochen</strong> und sagen uns, wie glücklich auch die äußeren Zustände sich zu gestalten scheinen mögen, — mögen sie uns nimmer blenden! Nur auf den Höhen des Gesetzes winkt uns das Ziel, bedeutungslos sind unsere Tage, so wie noch fernab vom Sinai. Und wenn auch Äcker blühen und Sicheln sich regen, für Israel blüht kein Acker, für Israel grünt keine Saat, „Israels Händewerk steht nimmer selbstständig und fest auf seine freie Kraft gegründet, so ihm Gott nicht dies Händewerk begründet,&#8220; so ihm Gottes Gesetz nicht feststellt das Wirken seiner Hand, so es Gott nicht dient mit seinem Wirken und Schaffen. Israel hat sein Ziel nicht erreicht bis es seine Prüfungswochen durchgezählt und einmütig wieder um den im Gesetzesfeuer leuchtenden Sinai-Gipfel lagert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir zählen <strong>Wochen</strong> und sagen uns, wie trübe sich auch die Zeiten gestalten und wenn auch Druck und Hohn, Verkennung und Gewalt uns die Tage unserer Wanderschaft umdüstern — Tage runden sich zu Wochen, — vorwärts liegt unser Ziel, — vollenden wir nur mutig und stark die Wochen der eigenen Umwandlung, der eigenen Prüfung und Läuterung, wandern wir nur mitten durch die Wüste zu den Höhen des Sinai heran, auf dem Gipfel des Gottesberges wohnt das Gesetz und die Freiheit, — die Hand, die das Werk unserer Hände festigt, festigt auch die Hand für das Werk.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wochen</strong> zählen wir. Lasst den Kleinmut am Kummertuch der Gegenwart nagen, lasst den Kleinmut über die trüben Gestaltungen des Tages an der lichteren Zukunft verzweifeln, lasst die Ungeduld in dem langsamen Fortschritt der Zeiten die Hoffnung verlieren, jeder Tag bringt uns dennoch vorwärts! Und wenn auch derer immer weniger werden, die den Tag ihrer Wanderung nach ihrer Entfernung vom Sinai zählen und schätzen, immer weniger derer, die sich nach der Sinai-Höhe sehnen und von dem leuchtenden Sinai-Gipfel Licht und Wärme, Glut und Leben erhoffen, und immer stärker wird die Zahl derer, die die durch die Wüste zum Sinai wandernde Jakobsfamilie verlassen, und seitabwärts zu Ammon und Moab, Amalek und Edom pilgern, oder sich eine Oase in der Wüste erwählen, oder sich in den Irrgängen der Einöde verlieren — wir wissen es, Wochen des Übergangs, der Prüfung und Läuterung zählen wir, die Periode der Nacht und der Nichtigkeit geht herum, es kommt das Ende, es winkt das Ziel, die Enkel, die Urenkel finden sich einst alle wieder am Sinai zusammen und ernten in Freuden die Garben, die die Väter in Tränen und Seufzen gesät.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aber wir zählen auch Tage!</strong> Mögen auch erst Enkel, Urenkel erst sich der heiteren, besseren, glücklicheren Zeit in Israel erfreuen, mögen erst ihnen die Saaten reifen, für die die Väter den Boden erst unter Tränen und Seufzern erkämpfen, auch die Tage der Tränen und des Seufzens, auch die Tage des Kämpfens und Ringens, die Tage des mutigen Ausharrens und der vereinsamten Festigkeit, auch die nur im Hinzählen zur Woche ihre Bedeutung suchenden und erst im Abschluss der Woche ihre Bedeutung findenden Tage sind bedeutungsvoll und wiegen inhaltsschwer auf der gerechten Wage des ewigen Zeitenrichters. <a href="#_ftn11" id="_ftnref11"><sup>[11]</sup></a> <strong>יָ֭קָר בְּעֵינֵ֣י ה&#8216; הַ֝מָּ֗וְתָה לַחֲסִידָֽיו</strong> &nbsp;„auch ein solcher Tod der Gott-Treuen wiegt schwer in Gottes Augen&#8220;, er zählt nicht nur die schaffende Tat, das vollendende Wirken, den verwirklichenden Aufbau seines Reiches auf Erden — in Zeiten des Überganges, wo das Schaffen so schwer, das Wirken so gehemmt, der vollendende Aufbau und Ausbau fast unmöglich, gilt ihm auch die Treue der Gesinnung, die Wahrheit der Gedanken, die Kraft des Beharrens, der Sieg des Gewissens, und auch die haben ihm gelebt, die in Zeiten des Leichtsinns und des Abfalls, des Irrtums und des Wahns, die <strong>Gedanken</strong> des Ernstes und der Treue, der Wahrheit und des in Gott zu vollendenden Lebens und damit das geistige Band gerettet, das einst die bessere, erleuchtetere Zukunft mit dem von Gott gelegten Boden der Vergangenheit zu verknüpfen vermag, aus welchem dann das richtigere, vollere Heil den Urenkeln erblühen wird. An dem stillen, geistigen, sich gegenseitig weckenden und ermutigenden Zusammenhalten weniger Treuen spinnt Gott in Zeiten allgemeiner Verirrung das Band <strong>seiner</strong> Geschichte fort,</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&nbsp;<strong>אָ֧ז נִדְבְּר֛וּ יִרְאֵ֥י ה&#8216; אִ֣ישׁ אֶל־רֵעֵ֑הוּ וַיַּקְשֵׁ֤ב ה&#8216; וַיִּשְׁמָ֔ע וַ֠יִּכָּתֵ֠ב סֵ֣פֶר זִכָּר֤וֹן לְפָנָיו֙ לְיִרְאֵ֣י ה&#8216; וּלְחֹשְׁבֵ֖י שְׁמֽוֹ׃</strong><strong></strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>וְהָ֣יוּ לִ֗י אָמַר֙ ה&#8216; צְבָא֔וֹ&#8216; לַיּ֕וֹם אֲשֶׁ֥ר אֲנִ֖י עֹשֶׂ֣ה סְגֻלָּ֑ה וְחָמַלְתִּ֣י עֲלֵיהֶ֔ם כַּֽאֲשֶׁר֙ יַחְמֹ֣ל אִ֔ישׁ עַל־בְּנ֖וֹ הָעֹבֵ֥ד אֹתֽוֹ׃</strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">im still trauten Verkehr tauschen die Gottesfürchtigen dann ihre Gedanken aus einer gegen den anderen, und Gott merket auf und hört es und daraus schreibt sich das Buch des Gedächtnisses vor ihm für die, die ihn fürchten und seinen Namen denken. ״Das sind die Meinen!&#8220; spricht Gott, „für die Zeit, die ich mir zubilde, und ich schone ihrer, wie der Vater seines Sohnes schont, der ihm dient.&#8220;<a href="#_ftn12" id="_ftnref12"><sup>[12]</sup></a></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Menachot 66a;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> eiterndes Geschwür</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref3" id="_ftn3">[3]</a> KI: Der Nadir (aus dem Arabischen für „Gegenstück“) bezeichnet astronomisch den Punkt senkrecht unter einem Beobachter, entgegengesetzt zum Zenit. ….und figürlich … einen absoluten Tiefpunkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref4" id="_ftn4">[4]</a> Psalm 90</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref5" id="_ftn5">[5]</a> KI: Äonen (Plural von Äon, griech. <em>aiṓn</em> = Ewigkeit/Zeitalter) bezeichnet extrem lange Zeiträume, oft verwendet für geologische Zeitalter (Hunderte Millionen bis Milliarden Jahre). Es bedeutet Weltalter, Unendlichkeit oder eine Ära. <strong>Synonyme</strong> sind Zeitalter, Ära, Epoche, Ewigkeit, Weltalter</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref6" id="_ftn6">[6]</a> Wikipedia: Ein Lineament ist eine gerade oder leicht gebogene, linienhafte Struktur, an der eine Oberfläche oder ein Körper charakteristische Merkmale aufweist oder an der sich der Aufbau ändert. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird als Lineament auch ein Charakterzug bezeichnet. Früher bezeichnete man auch den Umriss, den Gesichtszug oder auch die Linien der Hand als Lineament.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref7" id="_ftn7">[7]</a> KI: Eine Ephemeride (Plural: Ephemeriden) ist eine Tabelle, die die vorausberechneten Positionen von Himmelskörpern (Sonne, Mond, Planeten, Satelliten) zu bestimmten Zeitpunkten angibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref8" id="_ftn8">[8]</a> Psalm 90:17</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref9" id="_ftn9">[9]</a> Exodus 15:24</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref10" id="_ftn10">[10]</a> Exodus 15:25</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref11" id="_ftn11">[11]</a> Psalm 115:15; „Selten lässt der Herr seine Frommen [frühzeitig] sterben.“ (Übersetzung Rabbiner Dr. S. Bernfeld); „Wertvoll ist in Gottes Augen auch dies hinsterbende Geschick, das den Ihm sich Weihenden geworden.“ (Übersetzung Rabbiner S.R. Hirsch)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref12" id="_ftn12">[12]</a> Melachi 3: 16-17; „Da sprachen sich die Gottesfürchtigen einer gegen den anderen aus und Gott horschte hin und hörte auf sie und das schrieb sich zusammen zu einem Buch des Gedächtnisses vor Ihm für die, die Gott fürchten und Seinen Namen hochhalten. Und die bleiben Mein sprach Gott der Schöpfungsscharen, für den Tag, da Ich ein ausschließlich Mir Angehöriges bilde und Ich sorge schonen für sie, wie ein Mann schonend sorgt für seinen Sohn, der ihm dient.“ (Übersetzung Dr. Mendel Hirsch)</p>
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		<title>Magazin für den Monat Ijar 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-ijar-5786/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 16:31:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
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		<title>Willkommen zur 7. Ausgabe des 5. Jahrgangs der Monatszeitschrift</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/willkommen-zur-7-ausgabe-des-5-jahrgangs-der-monatszeitschrift/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 15:43:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Willkommen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>für den Monat Nissan 5786 Allen unseren jüdischen Lesern, Förderern und Freunden wünschen wir פסח כשר ושמח &#160; ein koscheres und fröhliches Pessachfest Allen unseren nichtjüdischen Lesern, Förderern und Freunden wünschen wir ein frohes Osterfest Natürlich steht das Pessachfest, der Geburtstag des jüdischen Volkes, im Mittelpunkt dieser Ausgabe. Das Monatsblatt von Rabbiner Samson Raphael Hirsch [&#8230;]</p>
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<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://hirschinitiative.de/wp-content/uploads/2022/08/image.png" alt="Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist image.png"/></figure>



<p class="has-text-align-center has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>für den Monat Nissan 5786</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph" style="font-size:25px"><strong>Allen unseren jüdischen Lesern, Förderern und Freunden wünschen wir</strong></p>



<p class="has-text-align-center has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>פסח כשר ושמח</strong> &nbsp;</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph" style="font-size:25px"><strong>ein koscheres und fröhliches Pessachfest</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph" style="font-size:25px"><strong>Allen unseren nichtjüdischen Lesern, Förderern und Freunden wünschen wir</strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph" style="font-size:35px"><strong>ein frohes Osterfest</strong><strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich steht das Pessachfest, der Geburtstag des jüdischen Volkes, im Mittelpunkt dieser Ausgabe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Monatsblatt von Rabbiner Samson Raphael Hirsch s“l beschäftigt sich mit der Frage, ob es uns gelingen wird, die Juden, die sich vom orthodoxen Judentum abgewendet haben, wieder zum Judentum zurückzuführen. Das Pessachfest wird dabei helfen.<br><strong>Das Monatsblatt für den Monat Nissan finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/nissan-5786/" data-type="link" data-id="https://hirschinitiative.de/nissan-5786/">hier.</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Kinderecke befasst sich mit dem Pessachfest. Die Autorin dieser Märchengeschichte nimmt uns mit ins „Traumland“, ins Reich der Feen und Elfen.<br><strong>Die Kinderecke mit einem „Feenpessach“ finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/kinderecke-nissan-5786/" data-type="link" data-id="https://hirschinitiative.de/kinderecke-nissan-5786/">hier.</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sederschüssel ist der Mittelpunkt des Sedertisches. Welche Unterschiede gibt es diesbezügl. zwischen dem sefardischen und aschkenasischen Ritus.<br><strong>Alles über die „Sederschüssel“ finden Sie <a href="https://hirschinitiative.de/die-sederschuessel/" data-type="link" data-id="https://hirschinitiative.de/die-sederschuessel/">hier.</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Last but not least eine Buchvorstellung.<br><strong>Die Buchbespechung „Falk Nefts Heimkehr“ und „Mein Weg“ finden <a href="https://hirschinitiative.de/buchbesprechung/" data-type="link" data-id="https://hirschinitiative.de/buchbesprechung/">hier.</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie immer haben Sie die Möglichkeit das komplette Magazin herunterzuladen<br><strong>Das Magazin für den Monat Nissan finden Sie</strong> <strong><a href="https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-nissan-5786/" data-type="link" data-id="https://hirschinitiative.de/magazin-fuer-den-monat-nissan-5786/">hier.</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Nissan 5786</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/nissan-5786/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 15:29:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Monatsblatt]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="_df_book df-lite" id="df_5475"  _slug="pessach" data-title="pessach" wpoptions="true" thumbtype="" ></div><script class="df-shortcode-script" nowprocket type="application/javascript">window.option_df_5475 = {"outline":[],"autoEnableOutline":"false","autoEnableThumbnail":"false","overwritePDFOutline":"false","direction":"1","pageSize":"0","source":"https:\/\/hirschinitiative.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Pessach.pdf","wpOptions":"true"}; if(window.DFLIP && window.DFLIP.parseBooks){window.DFLIP.parseBooks();}</script>
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		<title>Buchbesprechung</title>
		<link>https://hirschinitiative.de/buchbesprechung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Manuela Hoffmann-Bleiberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 15:21:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verlag Morascha]]></category>
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